Hund einschläfern in den usa. :: Hundegeschichten

Hund einschläfern in den usa.

von Mina(YCH) am 07. September 2001 17:58

Hallo Tanja,

: ... ist es mir aufgefallen, dass mindestens 3 von 5 leuten in dieser sendung dort nicht mal dabei gewesen sind.

Es mag sein, dass das nur in der einen Sendung so war, doch ich sehe mir die Serie regelmäßig an. Schon allein um die ganzen englischen Begriffe rund um den Hund zu lernen, aber auch um Krankheiten und Heilverfahren kennen zu lernen. Dein Eindruck trügt, lies meinen Beitrag. Trotz der Distanz wollen viele Menschen auch hier in USA den letzten Schritt mit ihrem Tier gehen.

Mina

von Katja + Indy(YCH) am 07. September 2001 18:33

Hallo Wilma!

: Der Abschied hat vorher stattgefunden, ich könnte es für mich vertreten wenn ich nicht dabei gewesen wäre (jedenfalls in dem ersten Fall, Fellow auch nur eine Minute früher allein zu lassen stand außer jeder Diskussion).
Wenn man die Möglichkeit zum vorherigen Abschied hat (kranker/alter Hund) und man sich dabei selbst auch wohlfühlt, kann man das sicher auch so machen. Da ich mich selbst oft genug wundere, wieviel komatöse und narkotisierte Patienten offenbar doch mitkriegen, hätte ich ein extrem schlechtes Gewissen, trotzdem. Aber wie gesagt, ich gehe nur in meinen Schuhen, ich kann keinen anderen und seine Lebenserfahrungen wirklich beurteilen.

: Aber ich kann es mittlerweile tolerieren, wenn jemand das nicht schafft. Wichtig ist doch das, was vorher war.
Ich muß zugeben: Das gehört zu den Sachen, die ich nicht tolerieren kann. Klar kann es für den Mensch manchmal so besser sein, aber die Vorstellung, ein geliebtes Tier bei Bewußtsein von mir wegbringen zu lassen und es nie lebend wiederzusehen, zu seinen Problemen also noch Angst zuzufügen, da hört es bei mir auf.
Extremfälle (völlig huschige und alle noch nervöser machende Menschen, die die ganzen Zeit alles zusammenschreien und das arme Tier noch mehr aufregen) gibt es da sicher auch, wo es tatsächlich ohne Mensch besser ist.

: Allerdings glaube ich auch, daß jeder der ein Tier wirklich geliebt und dann nicht beim einschläfern dabei war, aus welchem Grund auch immer, sich später Vorwürfe machen wird.
Das ist sicher wahr.

: Letzlich ist das aber ähnlich wie die Debatte: Wie lange muß ein Mensch warten, um einen neuen Hund zu adoptieren. Auch das ist doch von Fall zu Fall ganz unterschiedlich und hat nichts mit der Tiefe der Gefühle zu tun.
Nein, viel mehr damit, wie jemand selbst klar kommt - und das ist bei jedem ausgeprägt unterschiedlich.

: Oder die Diskussion, wo begräbt man ein Tier bzw. läßt man es beim Tierarzt. Für mich ist jemand, der zweiteres macht auch nicht schlechter oder besser als einer, dessen Hund einen Platz auf dem Hundefriedhof findet. Obwohl ich selber auch dies nicht tun könnte.
Da bin ich ein schlechter Mensch in den Augen vieler :-) Ich habe bis jetzt bis auf einen Wellensittich alle eingeschläferten oder auf dem Weg verstorbenen Tiere beim TA gelassen, wohl wissend was passiert. Ich habe eine ausgeprägte Abneigung gegen Gräber und Gräber"kult".

Aber jetzt kommen wir langsam in eine Ethikdiskussion rein und driften off-topic :-)
Liebe Grüße,
Katja


von Sandra(YCH) am 07. September 2001 18:44

Hallo Tina!

Das ist wirklich schlimm, dass diese Leute den Hunden nicht beistehen wollten. Aber um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob ich die Kraft dazu hätte, dabei zu sein, wenn mein Hund stirbt. Ich glaube, ich würde in Ohnmacht fallen. Aber ich denke schon, dass ich dabei sein wollte, ich würde es nur eben wahrscheinlich nicht verkraften und einen Weinkrampf bekommen. Es ist halt immer schwer, wenn ein Tier eingeschläfert wird. Ich wünsche mir für meine Hunde, dass sie ihm hohen Alter einfach einschlafen und nie wieder aufwachen, ganz ohne Schmerzen. Und um jetzt noch ein bisschen makaber zu werden: Auch ich möchte so sterben. Steinalt ohne schmerzhafte Krankheiten und dann einschlafen und nicht mehr aufwachen.

Als unsere Asta vor 11 Jahren starb, war meine Oma dabei, die den Hund nicht wirklich kannte. Asta war 15 und hatte Brustkrebs im Endstadion. Und sogar meine Oma, die keine sehr gute Beziehung zum Hund hatte (das soll jetzt nicht heißen, dass sie ihn hasste oder so. Sie kannte ihn einfach nicht so gut wie wir, weil sie woanders wohnt) meinte nachher, so etwas will sie nie wieder erleben. Gut, damals war es auch noch nicht so, dass die Hunde vor der "Todesspritze" eine Narkose bekamen und ich denke, Asta hat bei ihrem Tod gelitten. Heute ist das ja anders. Aber trotzdem würde es mir das Herz rausreißen, wenn ich meinen Hund sterben sehen würde! Andererseits ist es dann ja die letze Gelegenheit, sich von seinem Hund zu verabschieden und er fühlt sich sicher wohler, wenn er nicht alleine ist. Da sollte man seine "Allüren" und Ängste schon zurückstecken!

ALso noch mal kurz und bündig: Wenn der Hund lange Zeit ein so guter Freund war, ist er es wohl wert, dass man ihn nicht alleine sterben lässt. So denke ich auch über Tierfriedhöfe. Hat es ein Hund, der vielleicht 15 Jahre an der Seite seines Menschen war, verdient, dass man ihn nach seinem Tod einfach zur Tierkörperverwertung oder sonst wo hingibt? Nein, sicher nicht. Ich werde meine Hunde standesgemäß begraben, entweder am Tierfriedhof oder im Garten. Und da sind mir dann Gesetzte und Verbote ziemlich schnuppe.

Liebe Grüße, Sandra

von Gabi + Freddie K.(YCH) am 07. September 2001 21:05

hallo Tina,

: sagt mal leute was denken die amis sich eigentlich dabei??? sind hunde dort keine partner? nur irgendein "kaputtes" spielzeug das man aufn schrottplatz bringt?? mein gott, ich bin stolz auf uns europäer das wir soviel courae haben....

ich bin diesen weg schon dreimal gegangen und weiß deshalb sehr gut, wie schwer er ist. ich werde auch wenn irgend möglich bei meinem jetzigen hund dabei sein, wenn er eingeschläfert werden muß - obwohl ich immer noch hoffe, dass wenigstens er zuhause in seinem körbchen sterben darf ...
für mich war es nie die frage, ich wollte immer dabei sein, wohl weil ich selbst nicht einsam und alleine sterben will. dennoch finde ich man sollte niemanden verurteilen, der es nicht ertragen kann.
mein bruder konnte z.b. nicht am bett seiner mutter stehen, als sie starb. trotzdem war seine trauer sicher nicht geringer als die von uns anderen kindern. im gegenteil, im nachhinein betrachtet, hat er sicherlich am meisten gelitten ...

traurige grüße, Gabi + Freddie K.

von Jannis(YCH) am 07. September 2001 22:35

mein gott, ich bin stolz auf uns europäer das wir soviel courae haben....

Hallo Tina,
vor einigen Wochen war ich mit unserem Hund beim Tierarzt. Die Ärztin war ziemlich aufgebracht, weil kurz vorher Leute einen gesunden, netten Kampfhund zum einschläfern gebracht haben. Begründung war, das Tierheim nimmt keine mehr auf und man wisse nicht wohin mit ihm, da sei es doch besser....bla, bla, bla....Der Hund wurde von dieser Ärztin nicht getötet, aber was ist bloß aus ihm geworden?
Diese Geschichte ist in Deutschland passiert.
Viele Grüße
Jannis

von Darlene(YCH) am 07. September 2001 23:15

Hi Tina!

sind hunde dort keine partner? nur irgendein "kaputtes" spielzeug das man aufn schrottplatz bringt?? mein gott, ich bin stolz auf uns europäer das wir soviel courae haben....

In Anlehnung an diesen Satz und auch der entstandenen Diskussion:
Ich bin eine sogenannte "europäische Uncourragierte", die ihr "kaputtes Spielzeug" halt nicht auf den Schrottplatz, aber immerhin im Garten eingegraben hat.
Zur Erklärung:
Als vor weit über 2 Jahren ein Krebstumor meinem Hund im hohen Alter zu schaffen gemacht hat, habe ich mich mit meinem Mann dazu entschlossen, den Hund einschläfern zu lassen. Das war an einem Sonntag, wir haben mit unserem Tierarzt telefoniert (der den Hund sein Leben lang kannte, der Hund war immer gern in der Praxis!). Da sich dieses Ereignis leider schon einige Tage vorher abgezeichnet hat, habe ich in dieser Zeit MIT meinem Hund Abschied genommen. Es war eine sehr innige, ausgeglichene Zeit - anders als die vielen Jahre davor - vielleicht weil ich nun definitiv seinen Tod vor Augen hatte. Er hat noch Beruhigungstabletten bekommen und mein Mann ist dann mit ihm alleine zum Tierarzt gefahren. Ich WOLLTE schon mitgehen, aber ich KONNTE nicht. Dieser Hund hat mir so unendlich viel bedeutet, daß ich sicher war, daß ich ihm mit meiner hysterischen Nervosität nicht wirklich viel sinnvollen Beistand geleistet hätte. Dies hatte ich vorher auch mit meinem Mann und dem TA abgesprochen.
Das war damals kein Verdrängen oder Wegdriften. Ich habe mir alles erklären lassen. Mein Mann hat den Hund dann in unserem Garten ein Grab gemacht; ich bin oft dort und halte stille Zwiegespräche.
Ich komme über den Verlust des Hundes bis heute nicht hinweg. Ich leide sehr darunter. Und ich glaube nicht, daß ich vielleicht ein schlechterer Mensch bin, weil ich die letzten Meter meinen Hund alleine gelassen habe. Es war eine vertraute Person bei ihm (eigentlich 2, weil er den TA gut kannte und auch wirklich gern mochte!), die ruhig war und ihn auch gestreichelt hat.
Und die Nächte, in denen ich verzweifelt bin, weil ich ihn doch so gern wieder bei mir hätte, würden auch nicht weniger sein, hätte ich ihn auf seinen letzten, schwersten Weg begleitet.

Wenn man die Trauer nicht im Herzen trägt...
Natürlich soll und kann das keine Entschuldigung sein.
Allerdings sollte man versuchen, solche Entscheidungen individuell zu akzeptieren, wenn man sie vielleicht auch nicht verstehen kann.

Letztlich tut es trotzdem heute noch so unendlich weh...

Liebe Grüße
Darlene



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