Altdeutscher Hütehund :: Hunderassen

Altdeutscher Hütehund

von Corinna(YCH) am 05. September 2003 15:41

Hallo,

ich bin durch Zufall an einen schwarzen Altdeutschen Hütehund geraten und habe daher mein Interesse an der Rasse entdeckt. Da ich schon herausgefunden habe, dass die Rasse (nicht FCI-anerkannt) vom Aussterben bedroht ist, würde es mich brennend interessieren, ob es eine Züchterliste oder ähnliches gibt. Das wäre doch eine echte alternative zum Border Collie, wovon ich natürlich auch einen habe...

Ach ja, da würde ich gern noch wissen, was den Altdeutschen anders macht? Was sind seine Eigenschaften - an meinem Exemplar kann man das nämlich nicht beurteilen, der ist total Verhaltensgestört... es wird langsam.

Viele Grüße

Corinna

von Daniela(YCH) am 05. September 2003 19:31

: Hallo,
:
: ich bin durch Zufall an einen schwarzen Altdeutschen Hütehund geraten und habe daher mein Interesse an der Rasse entdeckt. Da ich schon herausgefunden habe, dass die Rasse (nicht FCI-anerkannt) vom Aussterben bedroht ist, würde es mich brennend interessieren, ob es eine Züchterliste oder ähnliches gibt.

Dann schau doch mal unbedingt unter www.a-a-h.de, das ist die Homepage vom "Zuchtverband" für die Altdeutschen Hütehunde. Außerdem, wenn Du Links suchst, gib einfach mal "Altdeutscher Hütehund", "Harzer Fuchs", "Westerwälder Kuhhund" oder "Altdeutscher Tiger" in google ein. Es gibt mittlerweile etliche private Homepages. Insbesondere in deren Diskussionsforen findest Du öfters mal Angebote von Schäfern oder privaten Züchtern, die Hunde oder Welpen abgeben, oder wo ein Altdeutscher im Tierheim oder in Notaufnahmen sitzt. Gerade in den Zuchtgebieten (z.B. Westerwald, Mittelhessisches Bergland etc.) stehen häufig auch welche in den Anzeigeblättchen oder bevölkern dort die Tierheime. Sie sind nämlich nicht so ganz einfach...

Das wäre doch eine echte alternative zum Border Collie, wovon ich natürlich auch einen habe...
: : Ach ja, da würde ich gern noch wissen, was den Altdeutschen anders macht? Was sind seine Eigenschaften - an meinem Exemplar kann man das nämlich nicht beurteilen, der ist total Verhaltensgestört... es wird langsam.
:

Altdeutsche sind völlig anders als Borders, was den Charakter und die Arbeitsweise an den Schafen angeht. Sie schleichen und lauern nicht. Sie sind i.d.R. härter, sowohl was das einstecken, als auch was das austeilen angeht. Sie haben meist eine recht hohe Grundschärfe. Ich würde sie charakterlich irgendwo zwischen Cattledog, Malinois und Deutschen Schäferhund einordnen. Sie sind ausgesprochen vielseitig und phantastische, robuste und wetterfeste Arbeitshunde. Collie-artig sind sie überhaupt nicht.

Das einzige, was man bei AHH´s und BC´s vergleichen kann, ist ihre ständige Arbeitswilligkeit und die Tatsache, daß sie schnell unterfordert sind und sich dann allerhand Unarten angewöhnen können. Unausgelastete AHH´s neigen dann zu "Verhaltensstörungen", die häufig im Aggressionsbereich liegen.

Ich würde mir jedenfalls immer wieder einen holen, als Arbeitshunde sind sie unschlagbar!

: Viele Grüße
:
: Corinna
VG Daniela mit Westerwälder Fuchs

von katrin(YCH) am 06. September 2003 16:03

: Ach ja, da würde ich gern noch wissen, was den Altdeutschen anders macht?
Im Gegensatz zum BC? Die Art zu hüten. BCs sind Koppelhunde, d.h. sie sind gezüchtet zum Umtreiben der Herde von Koppel A nach Koppel B. Angeboren ist ihnen die "12-Uhr-Stellung", dabei steht der Hund dem Schäfer gegenüber (dazwischen sind die Schafe) und wartet auf Anweisungen. Der Altdeutsche ist ein Wanderschäferhund, d.h. er läuft den ganzen Tag bestimmte Strecken ab (Furche laufen), die der Schäfer ihm vorgibt und die die Begrenzung der Weidefläche darstellen und sorgt ganz allein dafür, daß diese Linie kein Schaf übertritt. Er treibt nicht, sondern grenzt die Herde ein (z.B. auch an Brücken oder Straßen). Das erfordert viel Selbständigkeit und einen harten, wehrhaften Hund. Weil nämlich ein 120-kg-Schafbock, der unbedingt in den Mais will, ein ernstzunehmender Gegner ist ;-)) außerdem bewachen viele dieser Hunde auch die Herden. Ein solcher Hund läut an der Herde am Tag bis zu 80km. Kein Wunder, daß sie oft unausgelastet und dementsprechend "verhaltensgestört" sind. Ich selber habe in der letzten Zeit etliche Harzer Füchse bei der Arbeit beobachten können - Hut ab vor diesen kleinen Energiebündeln!
Wenn Dich das interessiert, der AAH veranstaltet auch jedes Jahr etliche Leistungshüten. Sehr interessant!
Viele Grüße von katrin

von Corinna(YCH) am 07. September 2003 06:19

Hallo Daniela,

danke für Deine ausführliche Antwort.

Dass viele AHHs in den Tierheimen hocken, denke ich auch. Aber selten werden sie wohl als solche erkannt, weil ja das Aussehen so gemischt ist.
Meiner ist auch ein Rescue-Hund und wurde mir als Border Collie-Belgischer Hütehund abgegeben... Die Leute wollte unbedingt einen Border Collie... da hat der Bauer eben einen halben draus gemacht! Aber jetzt weiß ich sogar wo mein Hund her kommt, also nix mit BC.

: Altdeutsche sind völlig anders als Borders, was den Charakter und die Arbeitsweise an den Schafen angeht. Sie schleichen und lauern nicht. Sie sind i.d.R. härter, sowohl was das einstecken, als auch was das austeilen angeht. Sie haben meist eine recht hohe Grundschärfe. Ich würde sie charakterlich irgendwo zwischen Cattledog, Malinois und Deutschen Schäferhund einordnen. Sie sind ausgesprochen vielseitig und phantastische, robuste und wetterfeste Arbeitshunde. Collie-artig sind sie überhaupt nicht.
:

Hui, das sollte meiner Mal lesen. Er ist eher wie ein ängslicher Collie (langhaar)...


: Das einzige, was man bei AHH´s und BC´s vergleichen kann, ist ihre ständige Arbeitswilligkeit und die Tatsache, daß sie schnell unterfordert sind und sich dann allerhand Unarten angewöhnen können. Unausgelastete AHH´s neigen dann zu "Verhaltensstörungen", die häufig im Aggressionsbereich liegen.

Aggressionen, mmh, sagt mir was... Bisswunden inklusive. Lag aber nicht an der Auslastung, sondern am Bedrängen durch Menschen. Das fand er gar nicht lustig.

:
: Ich würde mir jedenfalls immer wieder einen holen, als Arbeitshunde sind sie unschlagbar!
:

Border Collies aber auch. Ich denke beide sind super, man braucht da eben den richtigen Typ Mensch dazu, und natürlich die richtige "Arbeit" für den Wauz.

Viele Grüße

Corinna

von Gerda(YCH) am 07. September 2003 09:31

Hallo Daniela,

meinst du, Altdeutsche Hütehunde wie der Westerwälder Fuchs würden sich für die Rettungshundearbeit eignen? Ich selbst habe einen 5 jährigen Malinois Rüden, den in der RH Arbeit führe und schaue mich so ganz langsam nach einem Nachfolger um. Vom Malinois nehme ich etwas Abstand, da ich viele kenne, die nicht so super menschenfreundlich sind, wie man das bei einem RH braucht. Meiner ist da, glaube ich, ehr die Ausnahme. Wie würdest du den AHH in Punkto Menschenfreundlichkeit gepaart mit hohem Arbeits- bzw. Beutetrieb und großer Umweltsicherheit beurteilen?

Bin sehr an deiner Einschätzung interessiert

Viele Grüße

Gerda

von Daniela(YCH) am 07. September 2003 13:34

: Hallo Daniela,
:
: meinst du, Altdeutsche Hütehunde wie der Westerwälder Fuchs würden sich für die Rettungshundearbeit eignen?

Ja. Meiner ist jedenfalls einer, und er ist wirklich nicht übel.
Allerdings muß man schon gucken, was man sich da holt. Es gibt auch einige, die eher wesensschwach sind, z.B. Angst vor lauten Geräuschen haben. Das liegt aber in erster Linie an der Aufzucht (Prägung). Man muß schon schauen, wo man den Hund herholt. Wesensschwache Hunde sind für die Hütearbeit ungeeignet und werden auch eher mal von den Schäfern abgegeben.

:Ich selbst habe einen 5 jährigen Malinois Rüden, den in der RH Arbeit führe und schaue mich so ganz langsam nach einem Nachfolger um. Vom Malinois nehme ich etwas Abstand, da ich viele kenne, die nicht so super menschenfreundlich sind, wie man das bei einem RH braucht. Meiner ist da, glaube ich, ehr die Ausnahme. Wie würdest du den AHH in Punkto Menschenfreundlichkeit gepaart mit hohem Arbeits- bzw. Beutetrieb und großer Umweltsicherheit beurteilen?
:
Sie sind sicher nicht so ablehnend gegenüber fremden Menschen, wie ich das von vielen Malis kenne. Wobei man da von Anfang an den Hund sehr gut und positiv auf Menschen prägen muß, denn es sind schon recht wehrhafte Hunde. Meiner reagiert sehr schnell auf meine Stimmungslage und ist in entsprechenden Situationen ausgesprochen verteidigungsbereit; als Hütehund neigt er dann auch zum Zuschnappen.

Ansonsten ordnet er fremde, und besonders uniformierte Personen in erster Linie als Spielpartner und Wurfmaschine ein und ist entsprechend freundlich (manchmal auch nervig ;-)) gesonnen.

Füchse, was Arbeitseifer und Beutetrieb angeht, auf einer Skala von 1-10 mindestens 9,5. Was den Beutetrieb angeht, hab ich aber auch schon andere Hunde (meist zierlichere Typen wie zotthaarige Tiger) kennengelent, die nicht so geil auf Beute waren. Auch das ist aber sicher mit abhängig von der Prägung. Man braucht jedenfalls nicht unbedingt irgendwelche Triebsteigerungs-Trainings....Sie sind nicht so extrem hochtourig wie Malis und man kann sie auch mal etwas kerniger anpacken.

: Bin sehr an deiner Einschätzung interessiert
:
: Viele Grüße
:
: Gerda

VG Daniela

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