Gibt es noch gesunde Schäferhunde? :: Hunderassen

Gibt es noch gesunde Schäferhunde?

von Heike(YCH) am 13. Juni 2000 15:11


:
: Ich kann Dir nur raten, die "Hochzucht" zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Wende Dich doch mal an die Diensthundeschule Deinens Bundeslandes, über welche Linien die züchten bzw. kaufen. Desweiteren würde ich empfehlen, einen Welpen aus einer Wurfwiederholung zu nehmen, dessen ältere Geschwister alle gesund sind und als Dienst- oder Sporthunde geführt werden. Ältere Zuchttiere, die im Dienst/Sport alt geworden sind, sind eigentlich gute Garanten für gesunde Nachtzucht. Beim HD-Zuchtwert gibt es Zuchttiere, die in den 70-ern liegen, also Super Prognosen für Super Hüften.

Hallo Antje
was ist denn eine typische Hochzucht? Und was heißt in den 70-ern liegen? Im übrigen kann ich nicht verstehen, das man beim SV solche Ausartungen der Inzucht toleriert, wie zum Beispiel bei meinem
Inzucht 5x4-5!
Bei all dem Glück das Du und noch ein paar einzelne haben, sollte man doch auch an die vielen armen Exemplare denken, die manchmal nicht die 6 Jahresgrenze überschreiten dürfen und wenn dann auch nur unter gr0ßen Schmerzen. Hast Du schon mal einen DSH erlebt, der Dich vorne mit wachen Blickes und Verstandes ansah, aber hinten nicht mehr aufstehen konnte?
Und ich bin mir sicher es gibt mehr davon als wir uns vorstellen können.
Ich beobachte jedenfalls schon lange, das man immer nur junge Schäferhunde beim Spaziergehen trifft. Komisch oder? Wenn der Schäferhund der meistgehaltene Hund bei uns ist, wo sind sie denn dann die vielen "Alten"?
Sehr nachdenkliche Grüße

Heike

von Rägi(YCH) am 13. Juni 2000 18:02

: Hallo Heike,
mein Hund ist vom Zwinger Geerenecke in der Schweiz.Aber wie überall kann man auch mit diesem Zwinger Glück oder Pech haben.

Grüessli Rägi

von Antje(YCH) am 14. Juni 2000 05:37

Hallo Heike,

: was ist denn eine typische Hochzucht?

Man kann es hier nicht richtig erklären, dazu müßte man eigentlich den Vergleich in Natura sehen (Hochzucht- und Arbeitslinien unterscheiden sich teilweise enorm, daß fängt schon beim Größe und Gewicht der Hunde an) Das sind Linien, die Hauptsächlich auf ihre "Eignung" als Schauhund gezüchtet werden. Klar, die müssen auch ihre Prüfung machen für die Zuchtzulassung, aber das war's dann auch schon. Richtig im Leistungssport geführt werden die nicht, und der Leistungssport (oder Dienst) ist es, der auf längere Sicht gnadenlos gesundheitliche Probleme (Gelenke, Bänder, Wirbelsäule) aufdeckt. Wie viele Leute fühlen sich zeitlebens fit, würden aber ihre angeborenen und erworbenen Wehwechen spüren, wenn sie Tennis spielen würden wie Boris Becker?

: Und was heißt in den 70-ern liegen?

Es gibt heute einen HD-Zuchtwert, bei dem nicht nur das eigene Hüftbild des Hundes beurteilt wird, sondern auch, wie gut oder wie schlecht Vater und Mutter in Bezug auf HD vererbt haben, wie die Hüften der Geschwister sind und wie gut ode rschlecht das betreffende Tier dann selbst vererbt. Der Wert ändert sich viermal jährlich, ist also relativ aktuell. Ein Hund mit dem Wert 100 verkörpert das "Mittel" der Rasse, verbessert oder verschlechtert die Rasse in bezug auf HD also nicht. 70 ist der niedrigste Wert, mit dem gezüchtet werden dar. Je niedriger der Wert, desto besser die genetische Prognose für die Hüften der Welpen.

:Im übrigen kann ich nicht verstehen, das man beim SV solche Ausartungen der Inzucht toleriert, wie zum Beispiel bei meinem Inzucht 5x4-5!

Genetisch gesehen ist das keine Inzucht, sondern Linienzucht. Sie schadet keiner Rasse, wenn auf gesunde Tiere ingezüchtet ist. Ich bin auch kein Freund von viel Inzucht, aber der Malinois z.B. ist eine sehr gesunde Rasse und dort wird manchmal eine haarsträubende Inzucht betrieben.


: Bei all dem Glück das Du und noch ein paar einzelne haben, sollte man doch auch an die vielen armen Exemplare denken, die manchmal nicht die 6 Jahresgrenze überschreiten dürfen und wenn dann auch nur unter gr0ßen Schmerzen.

Ich habe beim DSH schon fast alles gehabt was man an Krankheiten haben kann: HD, Hüftgelenksluxation, Issolierter Processus Anconeus, Bauchspeicheldrüdenprobleme usw. Aber ich weiß, daß es bei anderen Rassen auch nicht viel besser ist. Ich kenne z.B. wahnsinnig viele größere Mischlinge mit HD, Wirbelsäulenerkrankungen, Bändergeschichten und kaputten Bauchspeicheldrüsen. Der Dobermann z.B. wird im Schnitt nur 7 (!) Jahre alt und ich kenne bis jetzt nur einen, der im Sport geht und keine Probleme mit der Halswirbelsäule hat. Das gleiche beim Rottweiler, auch dort oft Probleme mit der Walswirbelsäule. Das sind allerdings Sachen, die man nur selten bemerkt, wenn die Wirbelsäule nicht stark belastet wird. Und dann der Boxer: Wieviele gesunde Boxer gibt es im Hochleistungssport? Ich kenne wirklich gute Boxer, aber die Fürher müssen oft Rücksicht auf die gesundheit ihrer Tiere nehmen, und sei es nur, daß sie höghere Temperaturen schlecht vertragen.

Natürlich gibt es viele kranke Schäfer, aber nicht mehr als bei anderen Rassen. Insgesamt eine schlechte Prognose für die Zukunft, es müßte bei allen Rassen mehr Wert auf die gesundheit gelegt werden.


: Ich beobachte jedenfalls schon lange, das man immer nur junge Schäferhunde beim Spaziergehen trifft. Komisch oder? Wenn der Schäferhund der meistgehaltene Hund bei uns ist, wo sind sie denn dann die vielen "Alten"?

Ich kenne auch sehr viele alte Schäferhunde. Aber das Problem mit den DSH's und dem trefffen bei Spaziergängen hatten wir hier ja schon einmal... Vielleicht liegt's daran *grins*

Viele Grüße

Antje

von Linda(YCH) am 14. Juni 2000 18:43

Hallo Heike!

Das mit dem gesunden Schäfer dürfte schwierig werden. Ich selber wollte früher einen dunkelgrau gewolkten Schäfer haben, allerdings ohne diese abfallednen Kruppe! LEider findet man so etwas nicht. ODer nur mit sehr viel Mühe. Fast alle Deustchen Schäferhunde werden früher oder später krank. Sie sind einfach zu sehr auf Schu gezüchtet. Ds ist sehr schade, da es ein wirklich toller Hund ist. Wenn du aber umbedingt einen Deuschen Schäfer haben willst, kann ich nur sagen, hole dir einen gesunden Schäfer Mix aus dem Tierheim, oder einen Holländischen oder Belgischen Schäferhund. Empfehlen kann ich auch noch den Shilo Sheperd, aber so weit ich weiß, gibt es den nur in Amerika :-)

LIebe Grüße..
Linda

von Antje(YCH) am 15. Juni 2000 05:38

Hallo Linda,

: Fast alle Deustchen Schäferhunde werden früher oder später krank.

Findest Du diese Ausage nicht etwas übertrieben? Sicher, es gibt viele kranke Schäferhunde, aber prozentual eher weniger als bei anderen Rassen. Logo, wenn im Jahr ca. 30.000 Welpen (= ein Viertel ALLER im VDH gezüchteten Welpen) mit Papieren gezüchtet werden und bestimmt noch einmal genauso viele ohne Papiere auf die Welt kommen (= ca. 60.000 Schäferhundwelpen pro Jahr), daß man dann z.B. auf viel mehr Schäferhunde mit HD trifft als bei einer Rasse, die den gleichen gleichen HD-Prozentsatz hat (oder sogar noch höher), aber von der nur 3000 Welpen pro Jahr gezogen werden.

: Sie sind einfach zu sehr auf Schu gezüchtet.

Hier noch einmal: Es gibt auch sehr viele leistungsorientierte Züchter beim DSH! Zwar ist zahlenmäßig die Hochzuchtlinie stärker vertreten, aber der Anteil der rein auf Leistung (ein Hund kann nur dann Leistung bringen, wenn er trieblich, GESUNDHEITLICH und vom Wesen her O.K. ist!), gezogenen Hunde ist weit höher als der gesamte Zuchtbestand manch anderer Rassen (auch Gebrauchshudnerassen)!

: Wenn du aber umbedingt einen Deuschen Schäfer haben willst, kann ich nur sagen, hole dir einen gesunden Schäfer Mix aus dem Tierheim, oder einen Holländischen oder Belgischen Schäferhund.

Wie soll ein Mix, der von erbkranken Eltern abstammt, gesund sein? Entweder sind die Eltern eines Schäfer-Mixes gesund, dann wären es auch die reinrassigen Nachkommen, oder aber sie sind nicht gesund, dann sind es auch nicht die gemischten Nachkommen. Vielmehr sammeln manche Mischlinge die "rassespezifischen" Krankheiten ihrer Eltern regelrecht, z.B. die HD vom DSH und die Augenerkrankung vom Border Collie. Ich kenne sehr viele Mischlinge, die größenmäßig etwa wie der DSH liegen, und wenn man die gründlich untersucht, findet man genau die gleichen Sachen wie beim DSH, egal ob HD, Bauchspeicheldrüdenerkrankungen, schlechte Bänder, Wirbelsäulenprobleme usw. Wenn z.B. alle Mischlinge mit einem Jahr HD-geröngt würden (wie fast alle DSH's), würde die HD-Rate beim Mischling bedeutend höher liegen. So spricht man von einem HD-Mischling nur dann, wenn er älter ist und die schlechte Hüfte klinische Beschwerden verursacht, beim Schäferhund aber schon dann, wenn das Röntgenbild mit 6 In diesem Alter werden die meisten DSH's vorgeröngt) oder 12 Monaten nicht sauber ist, obwohl der Hund vielleicht 12 oder 13 Jahre lang überhaupt keine Probleme mit seiner Hüfte hat. Beim dem einem weiß man es halt (und der ist dann "krank"winking smiley, bei dem anderen erfährt man es bloß nie (und der ist dann "gesund"winking smiley.

Mit dem holländischen Herder kenne ich mich nicht so aus, aber beim Malinois (= belg. Schäferhund), dem Arbeitshund überhaupt, muß man inzwischen auch vorsichtig sein. Wenn hier die Empfehlung kommt, sich einen "gesunden Belgier" zu holen, sollte der Zusatz nicht fehlen "aus dem Ursprungsland". Dort wird nämlich noch so stark gemerzt, daß die Rasse wirklich fast frei von Erbkrankheiten bleiben kann; hier tritt bereits in manchen Linien z.B. Epilepsie auf. Beim Tervueren und dem Gronendal kenne ich auch gesundheitliche Probleme, die bei Tieren aus dem Ursprungsland auftreten (die Selektion in einer rein auf Leistung gezogenen Rasse, wie dem Malinois, ist härter).

Viele Grüße

Antje

von Heike(YCH) am 15. Juni 2000 21:43

:
: Findest Du diese Ausage nicht etwas übertrieben? Sicher, es gibt viele kranke Schäferhunde, aber prozentual eher weniger als bei anderen Rassen. Logo, wenn im Jahr ca. 30.000 Welpen (= ein Viertel ALLER im VDH gezüchteten Welpen) mit Papieren gezüchtet werden und bestimmt noch einmal genauso viele ohne Papiere auf die Welt kommen (= ca. 60.000 Schäferhundwelpen pro Jahr), daß man dann z.B. auf viel mehr Schäferhunde mit HD trifft als bei einer Rasse, die den gleichen gleichen HD-Prozentsatz hat (oder sogar noch höher), aber von der nur 3000 Welpen pro Jahr gezogen werden.
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Hallo Antje

ich muß mich noch mal kurz zu Wort melden. Ich finde es toll, daß Du dich so für den Schäfer einsetzt und vermutlich züchtest Du auch selber, also MUßT Du ja positiv Stellung beziehen. Außerdem finde ich auch gut, das Du offentsichtlich bemüht bist, verantwortungsvoll zu züchten.
Aber trotzdem, die Sache mit dem schwarzen Schaf in einer unschuldsweißen Herde stimmt so nicht: Es handelt sich meiner Meinung nach eher um eine schwarze Herde mit einer überschaubaren Anzahl weißer Exemplare darin. Und das ist leider nicht genug.

Viele Grüße
Heike

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