Aussie, Border & Co = Wunderhunde ? :: Hunderassen

Aussie, Border & Co = Wunderhunde ?

von Ursula+ Nora & Gwen(YCH) am 06. August 2000 16:08


Hallo Ihr!

Wurde vorhin das Thema ja schonmal beim Agility angesprochen, will ich es jetzt mal unter einer eigenen Überschrift posten!
Der Border und seit neusetem ja auch der Aussie sind ja derzeit in aller munde. Fragt jemand nach der geeigenten Rasse, so fällt fast immer auch der Aussie. Es scheinen die tollsten Hunde zu sein, alles kann man mit ihnene machen, ja und für Agility kommet eh kein anderer in Frage !
Aber wohin führt das? Viele frustrierte Besitzer, mit noch frustrierterten Hunden, unterbeschäftigt, gelangweilt.
Schaut man die Anzeigen in zeitungen durch, sieht man auch schon die steigende Beliebtheit dieser Rassen. Aber wohin führt das? Es kann nicht gut sein für eine Rasse, wenn sie immer nur als "Superhund" dargestellt wird, die Nachfrage bei den falschen steigt. Davon abgeshen, ein Arbeitshund ist keineswegs mit 1x pro Woche Hundeplatz/Agility ausgelastet! Nun ja, bin mal auf Eure Meinungen gespannt,
Ursula mit Nora & Gwen

von Annette & Sam(YCH) am 06. August 2000 16:58

Hallo Ursula,
Recht hast du. Wohin soll das führen? Ich behaupte diese Rassen sind mit Agility und den Tollen Hunde Portraits in den Hunde Zeitungen so bekannt geworden. Es wird immer wieder von der Intelligents und der Vielseitigkeit dieser Rassen geschwärmt. Nur Leider wird in den Hunde Zeitungen noch nicht richtig klar gestellt was diese Rassen für Arbeitstiere sind! Mal ein kleines wort am Rande wie Arbeitsrasse. Was soll sich eine Ahnungslose Familie mit Kindern darunter vorstellen?!
Manch eine Familie mit Kindern sieht diese schönen Hunde in der Werbung, im Kino auf Plakaten in Hunde Zeitungen und und und.
Was diese Hunde brauchen kann heut zutage kaum einer mehr bieten-die Hütearbeit!

Leider kommen diese "Workaholics"oft sehr oft in die falschen Hände!
Gefragt sind hier die Züchter, die auch nicht mehr das halten was sie versprechen: "Bereatung vor und nach dem Kauf!"
Wie erklärt ihr euch das denn sonst, das so viele Border als reine Familien Hunde gehalten werden? Ich kann euch in meinem bekanntenkreis (sehr viele Hundeplätze) schon aus dem Stehgreif 2-3 Hände unqualifizierte Problem Border Besitzer aufzählen, die aber ihre Probleme nicht erkennen (oder wollen)und wenn verharmlost werden! Das sind alles Besitzer VDH Hunde!
Fragt mal bei den entsprechenden Rassebetreuern nach was die Problem Border kennen oder noch besser bei der Border Collie Rescue was die Teilweise für Asoziale aggressive Border bekommen mit was für Problemen! Diese Tiere sind manchmal kaum zu Therapieren!Meißtens aus normaler Familienhund Haltung!Also wenn ihr schon einen Verhaltensgestörten Hund habt, schämt euch nicht handelt! Wendet euch an richtige Verhaltensberater (nicht an normale Hundesport Vereine oder Schulen, können da oftmals auch nicht helfen und verschklimmerns vielleicht noch!)an die Rassebetreuer die werden euch weiterhelfen! Wenn ihr Kontakt zu ihnen haben möchtet wendet euch an eure Züchter, die haben 100%tig die Adressen und Telefonnummern!

Wenn ihr richtige Verhaltensproplem Geschichten haben möchtet Mailt mich Privat an, werde was Einscannen und euch zurück Mailen!
Danke fürs Zuhören
Gruß Annette & Sam

P.S. Bin sehr auf eure Antworten gespannt und wie sehr ihr mich niedermachen werdet!

von Wilma & Fellow(YCH) am 06. August 2000 16:22

Hallo Ursula,

bin ganz deiner Meinung. Kenne einige Border vom sehen und keiner von denen ist in den richtigen Händen.Und dann wird aus dem Traumhund ganz schnell ein Alptraumhund. Im besten Fall stereotpye Handlungen, im schlimmsten Fall Agressivität gegen alles.
Ich denke auch, daß diese Rassen nur für sehr wenig HUndehalter geeignet sind bzw. umgekehrt.

Ich selber bin sehr aktiv mit meinem Hund (bzw. war es Fellow ist inzwischen fast 17) würde mir aber nur dann eine dieser beiden rassen holen, wenn sie in not sind (dazu muß ich sagen, daß Collies in Not nur eine halbe Stunde Fahrt von hier ist).

Für mich gibt es viele Rassen, die ich toll finde, aber aus verschiedenen Gründen nicht haben muß.

Wirklich schade, daß soviele Leute sich einen Hund holen, nur weil er halt in Mode ist/sie ihn in irgendeinem film gesehen haben.

Wilma & Fellow

von Katja + Indy(YCH) am 06. August 2000 16:33

Hallo Ihr!

Persönlich kenne ich nur zwei Aussies gut und beides sind keine Extremhunde oder Agilitycracks. Die eine hat einen Job als Familienhund, ist ein begeisterter Mitmacher und Stöckchenfan (kein Junkie) und das Schätzchen ihrer etwas älteren Besitzer. Jagt nicht, läuft mäßig begeistert am Fahrrad mit und macht weder sich noch ihren Leuten Streß.
Der andere gehört Leuten, die Westernreiten machen und läuft da quasi mit den Pferden mit; hat zwar eine solide Grundausbildung gekriegt, es wird ihm aber keine Extrawurst in Punkto Bewegung/Beschäftigung gebraten. Der ist auch unproblematisch.
Sind beides keine Hunde aus Leistungslinien und ich war tatsächlich der Meinung, daß Aussies ideale Hunde für aktive, aber nicht überaktive Leute sind, bei denen das Leben den Hund zwar einschließt, aber nicht nur um ihn kreist. Hütelinien und "Agilityzuchten" ausgenommen, klar.

Empfehlungen, sich für einmal oder zweimal die Woche Agility einen Border zu kaufen (am besten von Eltern, die an der Hede arbeiten und Agility machen), sind natürlich total für'n Eimer. Zumal sich solche Hobbies der Neubesitzer ja auch nicht immer halten (da hat man dann auf einmal ein Baby oder einen neuen Freund oder der Hund lernt das doch nicht von allein und man hat den letzten Platz beim Turnier gemacht und das ist alles plötzlich nicht mehr sooo interessant) und dann stehen die "Ich werde mit diesem tollen Hund von ganz allein Agilityweltmeister"-Leute mit diesem hypernervigen Border da, der sich mit einem bißchen Bällchen werfen im Garten nicht so ganz ausgelastet fühlt und zur Nervensäge entwickelt...
Das ist für mich so, als ob man Führerscheinneulingen (Ihr wißt schon: Jungs um die 20, die nach 2 Jahren Fahrpraxis glauben, sie wären ein zweiter Michael Schuhmacher) einen Ferrari gibt. Aber da gehören dann auch wieder Züchter dazu, die ihre Hund verkaufen wollen und sich für diese Extremworkoholics nicht die passenden Besitzer suchen.
Aber das wäre wohl noch ein eigenes Thema ;-)

Liebe Grüße,

Katja

von Maria & Aussie's(YCH) am 06. August 2000 17:02

Hallo Du!

: Persönlich kenne ich nur zwei Aussies gut

Na prima, dann Wissen wir ja, woher Du Dein umfassendes Wissen beziehst ;-)

: der sich mit einem bißchen Bällchen werfen im Garten nicht so ganz ausgelastet fühlt und zur Nervensäge entwickelt...

Ist es Dir je in den Sinn gekommen, daß man Hunde durch stupides Stöckchenwerfen nicht auslastet sondern eher noch hochputscht?

:Aber da gehören dann auch wieder Züchter dazu, die ihre Hund verkaufen wollen und sich für diese Extremworkoholics nicht die passenden Besitzer suchen.

Gibt es eigentlich irgendetwas im Leben eines hundes, für das man den Züchter nicht verantwortlich macht?
Muß ich mir von jedem Welpenkäufer eine eidesstattliche Versicherung geben lassen, wie oft er sich auf dem Hundeplatz herumzutreiben hat?


Ich besitze und züchte seit etlichen Jahren Aussie's, führe meine Zuchthunde bis A3 in Agility und gehe tägllich 8 Stunden arbeiten.
(Jetzt höre ich bereits den Aufschrei der Yorkie's.)

So, meine Hunde sind weder in irgendeiner Form neurotisch weil sie täglich 2x4 Stunden alleine bleiben noch sind sie unausgelastet weil niemand sich den ganzen Tag mit ihnen beschäftigt.
Sie Schlafen einfach vor sich hin, wenn ich nicht da bin und wenn wir dann draußen sind "geht der Punk" ab. Ich züchte übrigens ausschliesslich mit amerikanischen Arbeitslinien.
Die Arbeit meiner Hunde sieht im Übrigen an den meisten Tagen so aus:

Morgens 30 min Gassi, ohne weitere Anforderungen

mittags bis zu 60 Min Spaziergang. Dabei wird jeder der 3 Hunde nach dem versäubern gearbeitet. Sie sind ca 45 Min der Zeit hoch konzentriert. Ich arbeite zwar mit jedem Hund jedoch wechsele ich teilweise sehr schnell zwischen den Hunden ab, so daß sie andauernd aufpassen müssen, wann wer gerade dran ist

abends nochmal 30-60 Minuten Spaziergang, je nach Lust und Laune länger oder kürzer, mit oder ohne Arbeit.

2x pro Woche trainieren wir Agility, am Wochenende sind wir manchmal auf dem Turnier. Sind Welpen im Haus, dann nehme ich mir so lange frei bis auch der letzte verkauft ist bzw. kündige und suche mir danach eine Neue Arbeitsstelle.

Ich gebe meine Hunde sehr gerne als Familienhunde ab, allerrdings lieber als Sporthunde. Nachzucht von mir ist ebenfalls im A3 zu besichtigen.

Einer meiner Hunde ging an einen berufstätigen Mann mit einem z.Zt. 80jährigen Vater. Der Käufer hatte zuerst die Erlaubnis, den Hund mit auf die Arbeit zu nehmen, diese wurde ihm entzogen. Was blieb ihm übrig? Der alte Vater geht mit dem Hund Gassi? 2x täglich!! Der alte Herr ist ziemlich wackelig, der Rüde aus einer Arbeitslinie... und er läuft im Schneckengang neben seinem "Opa" her und zieht niemals an der Leine!! So!! Ausgelastet ist dieser hund dadurch, daß er seine Fürsorge dem alten herrn gegenüber beweisen kann, ohne daß jemand mit ihm Agility macht oder dauer-rad fährt.
Ist Euch eigentlich mal in den Sinn gekommen, daß viele Arbeitshunde durch falsch verstandene Beschäftigung immer nur noch aufgedrehter werden? Ich glaube kaum!

Viele Grüße

Maria & Aussie's

von Katja + Indy(YCH) am 06. August 2000 17:35

Hallo zurück!

: Na prima, dann Wissen wir ja, woher Du Dein umfassendes Wissen beziehst ;-)
Ich hab' nie behauptet, ich wäre eine Quelle für Aussiefragen, deswegen habe ich das ja vorangestellt.

: Ist es Dir je in den Sinn gekommen, daß man Hunde durch stupides Stöckchenwerfen nicht auslastet sondern eher noch hochputscht?
Ja, durchaus. Deswegen habe ich das geschrieben; ich kenne nämliich auch diese Stöckchenjunkiebordercollies, die nicht mehr rechts und links schauen, nur auf ihr Bällchen/Stöckchen und einen traurigen Anblick von sagen wir mal geistiger Einschränkung durch Mangelangebot anderer Reize bieten.

: Gibt es eigentlich irgendetwas im Leben eines hundes, für das man den Züchter nicht verantwortlich macht?
: Muß ich mir von jedem Welpenkäufer eine eidesstattliche Versicherung geben lassen, wie oft er sich auf dem Hundeplatz herumzutreiben hat?

Nun fühl' Dich doch nicht gleich persönlich angegriffen, bitte. Ich rede von den allfälligen Beispielen, die man in der Samstagsausgabe der Zeitung findet (Border Collie Welpen, der ideale Familienhund, lernt leicht, Eltern beide zu besichtigen, Tel...) und die vor einem halben Jahr noch Goldies verkauft haben, weil die da "in" waren. Oder von Leuten, die Eltern (die offensichtlich kein Interesse an Hunden haben und es auch nicht vorgeben) für die sechzehn Tochter, die jetzt nach Inlineskaten und Tennis den Hundesport entdeckt hat, einen schicken Borderrüden aus absoluter Arbeitslinie verkaufen. Oder von den Leuten, die einen dominanten Landseerrüdenwelpen an einen Siebzigjährigen mit jahrelanger Bandscheibenproblematik verkaufen. Daß man, so wie Du das unten beschrieben hast, einen Welpen verkauft und sich dort die Lebensumstände verändern, das kann immer passieren. Und wenn der Hund damit klar kommt - prima! Meiner ist nicht so fürsorglich, der würde an der Leine ziehen und em wäre es auch völlig egal, ob sich der alte Herr dabei lang macht und die Leine losläßt; dann könnte er nämlich in aller Ruhe seinen Interessen nachgehen. Aber Du willst doch nun nicht sagen, daß diese zwei Rentergänge die einzige BEwegung sind, die der Hund am Tag kriegt?
:
: Ich besitze und züchte seit etlichen Jahren Aussie's, führe meine Zuchthunde bis A3 in Agility und gehe tägllich 8 Stunden arbeiten.
: (Jetzt höre ich bereits den Aufschrei der Yorkie's.)
Meinen nicht; wir sind auch beide (ich ab Oktober wieder) acht bis zehn Stunden in der Klinik, dafür haben wir jemanden, der mittags unseren Wauz rausgeht. Hundefutter muß nämlich auch verdient werden.

: Sie Schlafen einfach vor sich hin, wenn ich nicht da bin und wenn wir dann draußen sind "geht der Punk" ab.
So soll das doch auch sein, oder? Ich gehe ja nun nicht davon aus, daß irgendein Hund 18 Stunden am Tag wie ein Bescheuerter hin- und herrennen muß, eine Dreiviertelstunde richtig Arbeit (im Sinne von echter Konzentration) schafft eigentlich die meisten Hunde. Mit BEwegung allein kann man die allerwenigsten Hunde auslasten, man verbessert nur ihre Kondition.

: Ist Euch eigentlich mal in den Sinn gekommen, daß viele Arbeitshunde durch falsch verstandene Beschäftigung immer nur noch aufgedrehter werden? Ich glaube kaum!
Sorry, doch. Ich habe nämlich bei meinem Hovi den Fehler gemacht und habe versucht, ihn über extrem viel Bewegung und Arbeit ko zu kriegen. Das Ergebnis war ein Hund, der nach einer Stunde Fahrradfahren und zwei Stunden Spaziergang mit "Arbeit" und Spiel nachmittags wieder total aufgedreht vor mir stand, rumnervte und darauf wartete, daß wieder etwas Tolles passierte.
Ich bin der Meinung, daß ein verläßliches Rahmengerüst an Tagesplan den meisten Hunden sehr lieb ist, so daß sie wissen, wann in etwa was auf sie zukommt. Und dann kann man zwischendurch auch pennen. Auch bei uns gibt es Tage, wo ich abends einfach gerädert bin und überhaupt keine Lust auf Tricks und Lernstunde habe, sondern nur um den Block schleiche und hoffe, daß der HUnd bald seinen Haufen setzt. Das wird dann am nächsten Tag halt wieder ausgeglichen. Und inzwischen geht das auch - wieder.

Grüße,

Katja und Indy, die Ratte



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