Brauchen wir noch neue Hunderassen? :: Hunderassen

Brauchen wir noch neue Hunderassen?

von Kathi(YCH) am 12. Februar 2002 07:24

Hallo Cindy,

: Was ist bei Dir ein Begleithund? Die Hunde der FCI-Gruppe 9?

nein, nach FCI-Gruppen würde ich da absolut nicht gehen. Viele der dort angesiedelten Hunde waren ursprünglich keine Begleithunde und wurden erst dazu "degradiert". Obwohl man heute bei einigen sicher schon von einer neuen Rasse sprechen könnte. Die Verpackung (das Äußere) ist geblieben (mehr oder weniger) und der Kern (Eignung, Wesen) hat sich drastisch verändert.
Ich würde wirklich nach den WEsensmerkmalen und der Eignung gehen. Viele , bei den Gebrauchshunden angesiedelte Rassen, geben (eventl. als Mix mit anderen Rassen) hervorragende Begleithunde ab. Ich denke da z.B. an die Molosser, die ich persönlich für zu schwer und unbeweglich halte - die aber ganz hervorragende Charaktereigenschaften aufweisen.

Grüße
Kathi

von Antje(YCH) am 12. Februar 2002 08:19

Hallo Kaya,

ich sehe es ein wenig wie Kathi: Müßten wir nicht eher fragen "Brauchen wir bestimmte Hunderassen heute noch?".

Wie lange gibt es die etablierten Rassen denn überhaupt? So populäre Rassen wie der Deutsche Schäferhund und der Dobermann haben gerade mal eine einhundertjährige Zuchtbuchführung, und wie haben sich die Rassen in dieser Zeit vom Wesen und Erscheinungsbild geändert. Und selbst wenn es einige Rassen seit 200, 300 oder gar 500 Jahren gibt, kein heutiges Exemplar dieser Rassen entspricht noch seinen früheren Vorfahren, weder vom Exterieur noch vom Interieur her, zu viel hat sich alleine in den letzten 100 Jahren verändert. Auch in der Rassehundezucht gibt es eine Entwicklung, und Bewährtes sollte erhalten bleiben, "Unnützem" sollten wir im Interesse der Hunde nicht nachtrauern. Und wenn neue Aufgaben andere Hunde erfordern, sollten wir dem Rechnung tragen und andere Hunde züchten und nicht bestehende Rassen mit den geänderten Aufgaben überfordern.

Ich bin nicht der Meinung, daß jeder nun eine neue Rasse kreiren soll, nur weil er seinen Mischling so toll findet und diesen als Stammvater/-mutter einer neuen Rasse sehen will. Wenn sich aber bestimmte "Hybriden" für bestimmte Aufgaben eignen, warum daraus nicht gezielt eine neue Rasse züchten? Für bestehende Rassen wäre das auch ein Anreiz, stärker auf die wesentlichen Dinge in der Zucht zu achten (Wesen, Leistungsbereitschaft und Gesundheit), Konkurenz belebt schließlich das Geschäft. Und bei Rassen, die sehr unkompatibel mit unserer heutigen Umwelt sind, für deren über Jahrhunderte angezüchteten Verhaltensweisen es heute keine Einsatzmöglichkeit mehr gibt, sollte man sich Gedanken machen, ob man sie nicht doch besser aussterben läßt. Denn wenn man sie über Generationen vom Wesen her umzüchtet, tragen sie ja nur noch das Erscheinungsbild dieser Rasse, nicht mehr das Interieur, und auch und vor allem das macht eine Rasse aus. In beiden Fällen (neue Rassen/alte Rassen) würde das nur einen winzigen Teil des Zuchtaufkommens betreffen. Aber viele Einzelexemplare würden dabei auf der Strecke bleiben...

Falls es Dich interessiert, dann schau doch mal hier nach: www.c-g-h.de/

Viele Grüße

Antje

von Kaya(YCH) am 13. Februar 2002 02:25

Hallo Kathi,

: : Alle Hunde chippen, und wessen Hunde hinterher in Tierheimen landen, bekommt dafür Zuchtpausen aufgebrummt?
: das ist vielleicht keine so gute Regelung. Nicht jeder Tierheimhund kommt aus einer "Überproduktion".

Das habe ich auch nicht gemeint. Aber wenn der Hund hinterher im Tierheim landet, dann ist der Züchter halt auch nicht so verantwortlich, wie er sein sollte. Erstens hat er wohl den Hundekäufer nicht gut genug ausgewählt, und zweitens (manchmal gibt es ja wirklich Umstände, die später erst dafür sorgen, daß der Hund weg muß, und für die der Züchter wirklich nichts kann) kümmern sich die wirklich guten Züchter in so einem Fall darum, für "ihren" Hund wieder einen Platz zu finden, damit er nicht im Tierheim landet.

Und wer jetzt sagt, bei so vielen Welpen könne er sich beim besten Willen später nicht um jeden kümmern, der abgegeben wird, der hat damit schon zugegeben, daß er eigentlich zu viele Welpen "produziert".

: Jagdhundrassen gibt es haufenweise - da macht es wohl wenig Sinn diese auch noch zu kreuzen um neue Rassen zu schaffen.

Jagdhunde sind wohl auch nicht unbedingt die Sorte Hund, die man heute am dringendsten braucht - sonst gäbe es nicht so oft Diskussionen zum Thema: "Hilfe, mein Hund jagt!".

Grüße, Kaya

von Kaya(YCH) am 13. Februar 2002 02:25

Hallo Antje!

: Ich bin nicht der Meinung, daß jeder nun eine neue Rasse kreiren soll, nur weil er seinen Mischling so toll findet und diesen als Stammvater/-mutter einer neuen Rasse sehen will.

Auf jeden Fall nicht!

: Wenn sich aber bestimmte "Hybriden" für bestimmte Aufgaben eignen, warum daraus nicht gezielt eine neue Rasse züchten? Für bestehende Rassen wäre das auch ein Anreiz, stärker auf die wesentlichen Dinge in der Zucht zu achten (Wesen, Leistungsbereitschaft und Gesundheit), Konkurenz belebt schließlich das Geschäft.

Ich stimme Dir zu!

: Falls es Dich interessiert, dann schau doch mal hier nach: www.c-g-h.de/

Hab ich gerade gemacht. Interessant. Aber ich persönlich würde für Otto Normalhund von heute glaube ich andere Eigenschaften für wichtig halten.

Grüße, Antje

von Kathi(YCH) am 13. Februar 2002 05:15

Hi Kaya,

: Das habe ich auch nicht gemeint. Aber wenn der Hund hinterher im Tierheim landet, dann ist der Züchter halt auch nicht so verantwortlich, wie er sein sollte.

warum nicht? Das liegt wohl am Züchter selbst. Es wird seine Gründe haben, wenn ein Rassehund im TH landet und nicht über den Züchter weitervermittelt wird. Leider stellen sich aber auch einige Tierheime quer. Ich habe schon erlebt, das die Herausgabe eines Hundes an eine Notvermittlung für speziell eine Rasse verweigert wurde :-(
Aber das ist ein anderes Thema.

: Und wer jetzt sagt, bei so vielen Welpen könne er sich beim besten Willen später nicht um jeden kümmern, der abgegeben wird, der hat damit schon zugegeben, daß er eigentlich zu viele Welpen "produziert".

Das ist absolut richtig.

: Jagdhunde sind wohl auch nicht unbedingt die Sorte Hund, die man heute am dringendsten braucht - sonst gäbe es nicht so oft Diskussionen zum Thema: "Hilfe, mein Hund jagt!".

leider ist es aber so! Zu den Jagdhunden zählt z.B. Golden Retriever, Jack-Russell-Terrier (wie überhaupt alle Terrier), Dalmatiner uvam. Dabei handelt es sich heute um "Moderassen". Es ist nhun einmal so, daß die meisten Rassen heute einfach "zweckentfremdet" werden.

Grüße
Kathi

von Antje(YCH) am 13. Februar 2002 06:42

Hallo Kaya,

: Hab ich gerade gemacht. Interessant. Aber ich persönlich würde für Otto
: Normalhund von heute glaube ich andere Eigenschaften für wichtig
: halten.

Der "Deutsche Gebrauchshund" soll ja kein Hund für Otto-Normalverbraucher sein, sein Einsatzbereich wird ganz genau definiert. Interessant ist halt der Ansatz, daß z.B. das Gebäude rein über die Leistungsfähigkeit des Hundes definiert wird, der Hund eine Art "7-Kampf" abzulegen hat, und das ersetzt die übliche subjektive Gebäudebeurteilung durch einen Schaurichter. Die weitere Selektion erfolgt rein über Leistung und die Zuchtlenkung auch. Denkbar wäre für mich ein ähnliches Modell für die Zucht z.B. von Behindertenhunden oder auch reinen Familienhunden, wobei in der Selektion dann natürlich andere Schwerpunkte gesetzt werden. Aber daß das Exterieur eines Hundes rein optisch keine Geige mehr spielt, diesen Ansatz finde ich sinnvoll. Schließlich hat der Gebrauch unsere heutigen Rassen geformt, nicht eine Zucht auf Exterieur (die hat den meisten Rassen nur geschadet).

Viele Grüße

Antje

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