Bordeaux Dogge :: Hunderassen

Bordeaux Dogge

von Nicki(YCH) am 01. März 2002 09:37


hallo,

ich suche alle Informationen über Haltung von Bordeaux Doggen, besonders interessieren mich die Erfahrungen von Haltern dieser Rasse, wie sie ihre Hunde halten und mit ihnen umgehen, wie die Bordeaux Dogge mit kleinen Kindern zurecht kommt, mit anderen Haustieren, wieviel Auslauf sie braucht (also ob man mit ihr auch stundenlange Wanderungen machen kann) und wieviel Futterkosten berechnet werden.
Für eure Informationen bin ich sehr dankbar, auch von Nichthaltern dieser Rasse.

von K. Keck(YCH) am 01. März 2002 11:04

Hallo,

ich halte seit 14 Jahren Molosser (Fila und Mastini), vermittle in Not geratene Molosser, auch BX (Bordeaux-Dogge), Bullmastiff, Engl. Mastiff, Mastino Napoletano sind sich vom Wesen und Gesundheit recht ähnlich, auch Größe und Gewicht sind vergleichbar. Mastini sabbern vielleicht im Durchschnitt mehr als die anderen genannten.

Das Wesen hängt sehr stark von Zucht, Prägung, Ausbildung ab, eben wie bei allen Hunden. Durchschnittlich sind Molosser ruhige Hunde mit hoher Reizschwelle, die auch Kindern gegenüber sehr geduldig sind. Kinder müssen sie aber gewöhnt sein bzw. keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht haben (so wie bei anderen Hunden eben auch).

Generell brauchen Molosser durchschnittlich eher weniger Bewegung als andere Rassen, aber auch da gibt es viele Ausnahmen. Wir haben einen BX (vermutlich ein Mix) in der Vermittlung, der 2 Stunden täglich am Rad läuft!! Andere sind mit 2 x täglich 30 Minuten zufrieden (plus zusätzlich kurze Pinkelrunden), ich würde aber aus Trainingsgründen bei halbwegs gesunden Hunden mind. 1x am Tag mind. 1 Stunde stramm laufen und dabei Spielen, Trainieren usw.

Molosser sind extrem sensibel und menschenbezogen. Sie gehören in die Familie ins Haus, in die Wohnung. Weggesperrt in Garten oder Zwinger sind sie schnell frustriert und dann entweder resigniert oder eben unerträglich.

Molosser sind groß und kräftig. Filigran eingerichtete Wohnungen somit ungeeignet. Molosser sabbern schon mal, also nichts für Leute mit Reinheitsfimmel oder Leute, die sich vor Sabberfäden (Volltreffer ins Gesicht sind nicht ausgeschlossen!!) eckeln.

Molosser sollten nur motivationsorientiert (Leckerli oder Spielzeug) ausgebildet werden, sonst werden sie stur. Oft sagt man das den Molossern nach, aber das liegt eben meist daran, daß sie Frust bei der Ausbildung haben. Mein erster wurde von mir - leider mangelnds besserer Möglichkeiten - mit Leinenruck erzogen. Er folgte nur wiederwillig und war stur. Bis ich die Ausbildung umstellte. Da war das dann alles kein Problem mehr.

Krankheiten: BX (und die anderen Molosser auch) sind anfällig für Knochenkrankheiten, manchmal auch für Epilepsie (die vererbliche Form) - das ist meine persönliche Einstellung und Erfahrung!! Das Futter muß sorgfältig (eiweißärmer als normal, sagt man in Expertenkreisen) zusammengesetzt werden. Manche empfehlen kurmäßig Muschelkalk zu zu füttern, auch bei scheinbar gesunden Hunden.

Hundeverordnungen. Sehr viele Länder bezeichnen die BX als "Kampfhund", es gibt Auflagen (teurer Wesenstests, Sachkundeprüfungen, Hundesteuer etc). Auch wenn das eigene Land die BX nicht drauf hat, kann man bei Reisen in solche Bundesländer massive Probleme bekommen.

Viele Vermieter und Versicherer weigern sich, BX zu akzeptieren. Manche Nachbarn gehen auf die Barrikaden, egal wie lieb der Hund ist. Immer wieder braucht man ein dickes Fell, wobei Pöbeleien bei Molossern nicht so heftig sind wie bei den 4 Terrierrassen, aber es gibt Gegenden, da ist es nicht mehr schön. Bei uns aber z. B. gibt es keine Probleme mit den Leuten, solange der Hund nichts anstellt. Allerdings kann eine normale Hunderauferei dazu führen, daß die Stimmung plötzlich umschlägt und es heißt: also doch ein Kampfhund, auch wenn der BX sich nur gewehrt hat. Die Wahrheit will keiner hören.

Jetzt hoffe ich, daß Du auch mal auf den beiden "Notseiten" rein schaust, dort sind nämlich auch einige BX aufgelistet. ("Gebrauchte" Hunde sind nicht schlechter als Welpen und das Wesen oft besser einschätzbar.)

www.bullterrier-nothilfe.de (dort "andere Molosser"winking smiley
www.molosser.de (dort "Molosser in Not"winking smiley

Viele Grüße

K. Keck

von Gundula(YCH) am 02. März 2002 07:47

:
: hallo,
:
: ich suche alle Informationen über Haltung von Bordeaux Doggen,

Hallo Nicki,
K.Keck hat eigentlich alles gesagt, was es zu diesen Rassen zu sagen gibt. Ich selber halte 2 BX und einen Pudel-Dackelmischling.
Meine BX sind extrem bewegungsfreudig und mindests 1 Mal am Tag wollen sie 1 1/2 bis 2 Stunden laufen ( was sich bei uns auf Spielspaziergänge erstreckt)zusätzlich zu den 1/2 stündigen Runden morgens und abends.

Etwas wurde vergessen zu erwähnen: Meine Beiden haben einen extremen Jagdtrieb und alle anderen BX die ich kenne, auch. Ich habe es in den ganzen Jahren nicht geschafft, diesen Jagdtrieb durch irgendetwas umzulenken und damit laufen sie in bewaldeten Gebieten an der Leine. Aus diesem Grund (Beutefangverhalten) könnte ich wahrscheinlich auch keinen Hasen,Meerschweinchen oder sonstiges Kleintier halten. Aber das ist ja bei allen Hunden verschieden. Es gibt BX die leben mit Katzen, mit Vögeln oder halt mit Nagern. Muß man ausprobieren.
Eine BX (den Rüden) habe ich als Welpen bekommen, die Hündin "gebraucht" über Molosser in Not. Sie war fürchterlich verwahrlost und hatte wohl schon den Glauben an die Menschheit verloren. Sie hat sich zu einem total prächtigen Tier entwickelt, trotz aller schlechten Startschwierigkeiten.
Die Erziehung der BX klappt wirklich nur über Motivation. Leckerchen oder Spielzeug sind ein toller Anreiz.Dann bestehen auch BX Team-Tests und Begleithundeprüfungen.
Ach ja, heiß geliebt werden bei uns alle Kinder, vor allem unser Enkelkind.
Wenn Du noch mehr Fragen hast, oder evtl. in Niedersachsen wohnst, kannst Du Dich ja noch einmal melden. Überall in Deutschland gibt es BX Besitzer, die sich gerne auch persönlich mit Dir über diese Rasse unterhalten und Dir die Hunde gerne vorstellen.
Gruß Gundula

von K. Keck(YCH) am 02. März 2002 09:33

Hallo Gundula,

habe mich sehr gefreut, daß da noch jemand ist, der einen Nothund (Molli) hat!!! Wen hast Du denn da geholt, unter welchem Namen stand sie denn auf den Seiten, wer hat sie abgegeben und wann war das??

Zum Glück hatte ich bei den insgesamt 6 Mollis, die wir in den letzten 14 Jahren hatten 5, die keine nennenswerten Anfangsschwierigkeiten hatten. Bei dem anderen war es auch klar, dass nicht einfach sein würde. Wir haben es aber auch bei diesem geschafft.

Das mit dem Jagdtrieb hab ich nicht vergessen. Ich kenne das gar nicht von Molossern. Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich Mastini habe: sie haben so gut wie keinen Jagdtrieb. Meine "Junge", 6ährige hat erst im Alter von 3 Jahren gemerkt, dass es schön ist, hinter Rehen herzurennen. Daran war ich aber selbst schuld und wir haben beim Üben auch schon beträchtliche Erfolge zu vermelden!! Vielleicht sind die BX da anders, allerdings hatte/haben keine der BX die ich kenne, damit wirklichen Probleme.

Das mit d

von K. Keck(YCH) am 02. März 2002 10:02

upps,

man sollte schon zu ende schreiben.....

die bx, die ich kannte, lebten fast alle mit Katzen problemlos im Haushalt, einer lebt noch mit einem Graupapagei. die meisten gewohnten sich an Katzen problemlos, auch wenn sie sie nicht von klein auf kannten. Mit Meeris und Kaninchen leben in meinem Bekanntenkreis keine BX zusammen.

Meine eigenen Mastini lebten alle mit Kleintieren zusammen. Sie laufen im Meerschweinchenzimmer umher. Meine einzige Sorge ist, dass sie aus Versehen auf eines treten. Zeitweise leben pflegebedürftige Igel oder auch schon mal ein kranker Wildvogel bei uns. NIE gab es mit den Mastini die geringsten Probleme, obwohl keines der Tiere von klein auf bei uns war bzw. zwei davon schon sehr betagt und wie nie die Vorgeschichte kannten. Die Landschildkröten meiner Eltern (die dort seit 25 Jahren leben) flößten allen Mastini Angst oder zumindest Respekt ein. Sie flüchteten bisher alle, wenn einer dieser "lebenden Steine" sich näherte. Der Pflegehund - ein Cairnterrier - hat die Meeris zum Fressen gern und würde auch gerne die Schildkröte erlegen..... Ob BX in dieser Beziehung eher Cairnterrier sind, wage ich allerdings sehr zu bezweifeln, sind dem Mastino wohl doch ähnlicher. Auch wenn meine 6jährige gerne ab und zu hinter einem Reh herrennen würde, erlegen würde sie es nicht! Sie ist auch ein einziges Mal (vor 4 Jahren, hab nicht aufgepaßt, sie kannte Pferde auch schon von einer Bekannten, so dass ich nicht damit rechnete) hinter einem Pferd her. Als dieses sich umdrehte, haute sie die Bremse sein und tat so, als hätte sie doch so rein gar nichts von dem Pferd gewollt.

So, jetzt aber genug gelabbert.

Viele Grüße

K. Keck

von Gundula(YCH) am 02. März 2002 11:34

Hallo Frau Keck,
wir kennen uns von dem BX Charlos, der Dank Ihrer Hilfe vermittelt wurde.
Die kleine "Fee" laut Papieren heißt sie tatsächlich Molly (mußten wir aber umtaufen, da ich schon eine Pudel-Mischlingsdame namens "Molly" habe, wurde vor 3 Jahren unter dem Namen "Bouquet" in Molosser in Not vorgestellt.
Sie wurde seinerzeit von Molosserleuten aus dem Besitz eines Türken freigekauft. Das arme Tier hatte eine unglaubliche Geschichte hinter sich und wurde von den Molosserleuten erst einmal 3 Monate gepäppelt.
Sie hatten aber selber 3 BX und einen kleinen Terrier und mußten sich schweren Herzens trennen.
Als wir "jetzt Fee" kennenlernten war es ein kleines Bündel "bitte tue mir nichts".Der Hund hatte panische Angst. Sie kam wie sich später herausstellte von einem Massenzüchter aus Holland. Ein Labradorzüchter in Deutschland kaufte die Welpen von diesem Züchter massenhaft auf und verscherbelte sie. Bei diesem Züchter ist sie wohl 1 ganzes Jahr verblieben. Wie es ihr da ergangen ist, entzieht sich unserer Kenntnis, wohl aber wissen wir durch Leute die sich bei uns meldeten (haben 1 Schwester von unserer Fee), daß alle Tiere seinerzeit schon Sarkoptismilbenbefall hatten.
Darauf waren aber weder die Molosserleute noch wir gekommen und somit hatten wir alle hinterher kranke Hunde.
Dieses "Labradorzüchter" verscherbelte Fee an einen Türken. Dort lebte Sie einen Winter lang in einem Innenhof auf blankem Beton ohne Holzpritsche, ohne Dach über dem Kopf. Sie bekam keine regelmäßige Versorgung mit Fressen und Saufen und hatte wohl aus lauter Pein Steine gefressen. Diese saßen dann im Darmtrakt fest. Der Hund war in einer derartig schlechten Verfassung, daß der Tierarzt ihr nur noch ein paar Tage zum Leben gab. Die Molosserleute kratzten ihr Geld zusammen und kauften Fee frei, denn so wollte der Türke sie nicht hergeben.
DM 1.000,00 ließ er sich den armen Hund noch kosten ( müßte meiner Meinung nach ein lebenslanges Hundehaltungsverbot bekommen).
Nach vielen Tierarztbesuchen (Fee hat ganz schlimme Gelenksprobleme) und nach Sarkoptismilbenbehandlung ( sie war fast nackt und der ganze Körper war mit eitrigen Geschwüren übersäht) hat sie sich jetzt mit viel Geduld und Liebe zu einer der tollsten BX entwickelt, die wir je erleben durften. Sie ist ein kleiner Clown und man kann ihr einfach nicht böse sein. Sie ist liebevoll zu Mensch und Artgenossen und einfach nur bezaubernd.
Die Jagdleidenschaft hat sie uns aber auch eingeschleppt und unseren Rüden damit heftig infiziert (er war gegenüber Wild, Katzen und sonstigem Getier immer sehr uninteressiert. Mit der Katze meiner Freundin verbindet ihn sogar eine Freundschaft). Aber vielleicht war sie ja auch eine Zeit Selbstversorger. Das alles entzieht sich unserer Kenntnis.
Darum denke ich, daß diese gebrauchten Hunde" es sich immer verdienen noch einmal richtig geliebt zu werden und ich kann keinen Wesensmangel an ihr im Gegensatz zu dem von mir aufgezogenen Rüden entdecken. Sie hat sich zu einem genauso tollen Hund entwickelt.
Wir würden uns jederzeit wieder für einen Molosser in Not entscheiden.
Liebe Grüße
Gundula

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