Altdeutscher Schäferhund - Überzüchtung? :: Hunderassen

Altdeutscher Schäferhund - Überzüchtung?

von Antje(YCH) am 22. Januar 2003 16:57

Hallo PeBe,

: Nur sollte man es wirklich nicht am Wort Langhaar / Langstockhaar
: ausmachen.

Sollte man schon, denn es gibt bzw. gab beim DSH DREI Haarvarianten: Stockhaar, Langstockhaar und Langhaar. Der echte Langhaar ist schon seit ewigen Zeiten aus der Zucht genommen worden, denn der besitzt keine Unterwolle. Der ist praktisch ausgestorben heute, kenne Insider, die seit Jahren nach einem suchen, aber eher fallen im SV weiße Welpen als echte Langhaar. Dann gibt es neben dem üblichen Stockhaar heute den Langstockhaar, der oft fälschlich als "Langhaar" bezeichnet wird.


: Nicht umsonst kommen immer wieder langhaarige hunde aus den besten
: stockhaarigen Verpaarungen raus.
: Netterweise steht dann auch immer in den Papieren "stockhaarig",
: schließlich will man ja nicht, dass seine Hündin/Rüde von der Zucht
: ausgeschlossen wird.

Dann komm bitte mal zu mir und sage mir, ob eine meiner Hündinnen im Wurf, morgen 8 Wochen alt, Langstockhaar wird oder Stockhaar! Ist so gut wie unmöglich. Ich denke, sie wird Langstockhaar, alle andere, z.T. alte Hasen, sagen "nein". Beim letzten Wurf hatte ich zwei solche Rüden, die wurden und werden immer noch bei jedem Fellwechsel länger. Bei den Welpen eines Bekannten ist es oftmals umgedreht, die sehen beim Tätowieren manchmal aus wie Angorakaninchen kurz vor der Schur, das Fell wird aber von Fellwechsel zu Fellwechsel kürzer und wenn sie ausgewachen sind haben sie ein normales Stockhaar. Willst Du da bei allen "Langstockhaar" eintragen? Also wird, außer bei denen wo man es weiß (weil's vielelicht 'ne Wurfwiederholung ist) "Stockhaar" eingetragen. Sollte sie Langstockhaar werden, wird es spätestens bei ihrem ersten "öffentliche Auftritt" (Schau, Körung) in der Ahnentafel nachgetragen. Das gibt bedeutend weniger Herumgeschmiere in den Ahnentafeln als umgedreht.


: Aber na ja, ich denke das der Langhhar auch ohne den SV eine große
: Zukunft vor sich hat.

Vielleicht hat er ja künftig wieder eine im SV... Der entsprechende Antrag auf der aktuellen Bundesversammlung wurde zwar abgelehnt, aber so weit ist er zumindest durch alle Instanzen gegangen.

Viele Grüße

Antje

von Sören(YCH) am 22. Januar 2003 17:11

Hallo Antje,

daran ist gar nix schlimm... wer einen guten Hund will, der fährt auch weite Strecken und wartet auch gerne mehrere Monate... habe da auch kein Problem mit, wurde nur von Attila als Negativpunkt dargestellt, weil er eben nicht so weit fahren wollte...

Viele Grüße

Sören

von Tina(YCH) am 22. Januar 2003 18:16


:
: Genau DAS ist der Grund, warum der Langstockhaar aus der Zucht genommen wurde! Wenn das Fell zu lang wird behindert es den Hund in seinem Einsatz als Gebrauchshund. Solange nicht auf Langstockhaar selektiert wird, sondern dagegen, haben die trotzdem zur Welt kommenden Langstockhaars ein Fell, mit dem sie gut leben und arbeiten können. ABER wenn das Langstockhaar ein Zuchtkriterium wird, dann würde ziemlich schnell eine ganz extreme Haarlänge herausgezüchtet werden. Wenn man sich anschaut, wie sich andere Langhaarrassen in Bezug auf die Haarlänge in nur zwei oder drei Jahrzehnten verändert haben, dann rollen sich mir die Fußnägel hoch. Obwohl ich nix gegen Langstockhaar habe und der SV meiner Meinung nach die Hunde in einem zweiten zuchtbuch führen sollte, glaube ich, daß der Langstockhaar auf lange Sicht solche Probleme bekommen würde...
:
: Ein Hund, der z.B. stundenlang Streife gehen muß, braucht ein Haarkleid, welches unproblematisch ist. Ich selbst hatte mal ein paar Tage lang einen Langstockhhar (einen ziemlich Langen...) bei mir. Nachdem ich mit drei Schäferhunden weit abseits des Dorfes in einen starken Regenguß gekommen bin, waren wir alle, Hunde und ich, naß bis auf die Knochen. Die Hunde habe ich anschließen abgerubbelt, den Rüden mehr als sie Hündinnen, und Abends zusammen in den Pferdestall gesperrt, wo sie sich im Heu zusammenrollen konnten. Morgens waren die beiden stockhaarigen Hündinnen mollig warm und trocken, der Langstockhaar immer noch feucht und das Fell klamm. Am nächsten Tag hatte er eine Harnleiterinfektion...
:
: Viele Grüße
:
: Antje
Hallo Antje,
daß gesundheitliche Problem mit der Harnleiterinfektion, mag vielleicht auch daran gelegen haben, daß Deine Hunde über Nacht im Pferdestall schlafen mußten. Falls der Rüde kein Zwingerhund war und er das Draußen Schlafen nicht gewohnt war, zudem sein Fell noch nass war, könnte dies der Gund für die Infektion gewesen sein.
Grüße Tina

von Antje(YCH) am 22. Januar 2003 19:51

Hallo Tina,

es war a) Sommer, b) der Rüde ein reiner Zwingerhund, c) der Pferdestall mollig warm, da alle Pferde über Nacht drin waren, d) ein riesiger Haufen Heu vorhanden in den sich die Hunde eingraben konnten.

Da? sich so ein Hund nicht gleich den Bips holt wenn er mal naß wird oder es auch mal im Kälteren aushalten muß gehört zur Gebrauchstüchtigkeit mit dazu. Habe noch nie einen Diensthundeführer mit 'nem Wärmedeckchen für seinen Hund rumlaufen sehen, und die müssen manchmal stundelang irgendwo draußen rumstehen/-laufen/-liegen, und das oft bei lausigem Wetter...

Viele Grüße

Antje

von Attila(YCH) am 22. Januar 2003 22:21

Hi Sören,

: habe da auch kein Problem mit, wurde nur von Attila als Negativpunkt dargestellt, weil er eben nicht so weit fahren wollte...

... weil er kein Auto hat und auch keins will. Das erschwert in dieser dummen Welt so manches. Aber ich bin mit meinen Hunden zufrieden, der alte Rüde ist ein feiner Langstockhaar-Träger, völlig sportuntauglich, aber ich liebe den Kerl. Ach was, ich kriege schon gute Hunde, treffe meine Auswahl nicht rein "hundesportlich".

Gruß, Attila



von Attila(YCH) am 22. Januar 2003 22:28

Hi PeBe,

damit wir uns richtig verstehen: ich mag langstockhaarige Schäferhunde, habe ja selbst einen Langhaar-Rüden (absolut robust und gesund), und die Hündin - das beste Arbeitstier, das ich je besaß - ist auch nicht gerade kurz im Fell. Was hat das Fell - letztlich - mit der Gebrauchstüchtigkeit zu tun? Bei dem beschriebenen Hund war es allerdings anders, er war ein Fellmonster, wie es im Buche steht, und das ist für mich nicht mehr gebrauchstüchtig. Dieses Fell erfordert erhebliche Pflege, damit der Hund "schön" bleibt. Abgesehen davon war der Hund für einen DSH viel zu groß, ich halte nicht viel von diesen schweren, massigen Rüden; einen Gebrauchshund stelle ich mir schlank, wendig und geschmeidig vor. Kurzum: Langhaar, das "zufällig" inmitten stockhaariger Würfe vorkommt, ist nicht nur gebrauchstauglich, sondern auch schön; gezielt angezüchtetes Langhaar, Collie-like, macht aus einem DSH eine Karikatur.

Gruß, Attila

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