Ausbildung zum Schutzhund :: Hundesport & Freizeit mit Hund

Ausbildung zum Schutzhund

von Sabine Löhr-Battling(YCH) am 03. Juni 2000 10:46

Um die Begleithundeprüfung ablegen zu können,übe ich seit vier Wochen mit meinem Malinois-Mischling in einem Schäferhundverein.Nun soll ich auch die Möglichkeit haben meinen Hund als Schutzhund auszubilden.Nun meine Frage:Ist es sinnvoll meinem Familienhund das Angreifen und Zubeissen beizubringen,oder habe ich ihn ausgebildet tatsächlich besser unter Kontrolle.
Gruß Sabine und Gismo

von BirgitSC(YCH) am 04. Juni 2000 07:29

Hallo Sabine,

Ich kenne einige Schutzhunde, die perfekte Familienhunde sind. Es heißt also nicht: Schutzdienst = Beißer.

Allerdings würde ich mit dem Schutzdienst nur anfangen, wenn Du den Hund schon gut unter Kontrolle hast und er wesensfest ist.

habe ich ihn ausgebildet tatsächlich besser unter Kontrolle.

Das halte ich für ein altes Gerücht. Ein Hund muss doch keinen Schutzdienst können, um unter Kontrolle zu sein oder neigt Dein Hund dazu, Fremde anzugehen?

Aber Schutzdienst besteht ja nicht nur aus Beißen sondern auch aus Fährte und Unterordnung. Für die richtigen Hunde ist verantwortungsvoller Schutzdienst bestimmt eine tolle Sache.

Viele Grüße!

Birgit

von Antje(YCH) am 05. Juni 2000 05:33

Hallo Birgit,

Du hast ganz recht, der Schutzdienst macht Hunde nicht "böse", sondern gibt ihnen die Möglichkeit, ihre angeborenen Triebe auszuleben und wirkt dadurch ausgleichend auf ihr Seelenleben. Allerdings kann er keine Mängel im Wesensbereich ausgleichen, so daß ein Hund, der genetisch oder auch aufzuchtsbedingt eine "Macke" hat, dadurch weder berechenbarer noch unberechenbarer wird. Beißt so ein Hund dann nach der Schutzhundeausbildung zu, heißt es "na klar, ein Schutzhund", dabei hätte der Hund ohne Ausbildung in der gleichen Situation vermutlich genauso reagiert. Aus diesem Grund lehne ich die Ausbildung von nicht wesensfesten Hunden im Schutzdienst ab (ganz abgesehen davon, daß diese i.d.R. der Problembewältigung in der Ausbildung nicht gewachsen, sprich mental schlichtweg überfordert sind). Deshalb gefällt mit Deine Formulierung mit den "richtigen Hunden" und dem "Verantwortungsvollen Schutzdienst".

Das mit der "besseren Kontrolle" sehe ich aber anders. Im Schutzdienst muß der Hund lernen, sich zu beherrschen, trotz Trieb, und trotzdem im "Funktionsbereich" bleiben. Das erfordert einen intensiveren Gehorsam als in der Unterordnung, wo das Triebziel nicht so stark ist. Man kann das bei manchen Hunden, die sehr triebstarkt sind, mit dem Wildern vergleichen; wieviele Hunde, die ansonsten tadellos hören, wenn es ihnen um ihr Bällchen oder Bröckchen geht, stellen dann die Ohren auf Durchzug? Hundeführer, die erstmals einen Hund im Schutzdienst ausbilden, sind i.d.R. sehr erstaunt, wieviel Energie ein triebstarker Hund im Schutzdienst aufbringen kann und anfangs glauben alle, daß sie es niemals schaffen werden, mit ihrem Hund "frei bei Fuß" am Helfer vorbeizumarschieren. Wie Du schon sagtest, der Schutzdienst besteht nicht nur aus Beißen und der Unterordnungsteil im Schutzdienst ist der Knackpunkt für jede bestandene SchH-Prüfung.

Viele Grüße

Antje

von Ira(YCH) am 05. Juni 2000 06:04

Hallo Antje,

: und anfangs glauben alle, daß sie es niemals schaffen werden, mit ihrem Hund "frei bei Fuß" am Helfer vorbeizumarschieren.

Woran liegt das eigentlich, dass so viele Schutzhunde, die "frei bei Fuß" am Helfer vorbeimarschieren, anschließend ihre Hundeführer vom Platz zerren und jenseits des Zaunes scheinbar völlig unerzogen sind?
Bestimmt gibt es Ausnahmen, aber dieses Bild ist die Regel!

Viele Grüße, Ira

von Katja + Indy(YCH) am 05. Juni 2000 06:47

Hi Ira!

: Woran liegt das eigentlich, dass so viele Schutzhunde, die "frei bei Fuß" am Helfer vorbeimarschieren, anschließend ihre Hundeführer vom Platz zerren und jenseits des Zaunes scheinbar völlig unerzogen sind?
: Bestimmt gibt es Ausnahmen, aber dieses Bild ist die Regel!
:

Das liegt meist daran, daß die HF das nicht für wichtig genug erachten; ob zu recht oder zu unrecht, das sei hier mal dahingestellt...
Das gleiche Bild kannst Du bei jeder Turnierhundesportveranstaltung sehen :-)
Viele Grüße,
Katja und Indy (der das auch macht, wenn es die Treppe zum HP runter geht, weil Frauchen geschlunzt hat, aber auf den Platz und wieder runter manierlich geht)

von Antje(YCH) am 05. Juni 2000 07:33

Hallo Ira,

ich weiß nicht, wie andere Hundeführer das mit ihren Hunden halten, aber für meine Hunde ist die Leinenführigkeit eine Übung, in der ich 100% Konzentration verlange. Gehe ich außerhalb einer Übung mit ihnen an der Leine, verlange ich keine Konzentration (wäre ja völlig unfair), d.h. meine Hunde dürfen auch ziehen, wenn sie wollen, weil's mich nicht stört. Will ich das nicht, leine ich ab und sage "Fuß". Da meine Hunde andere Hunde ignorieren (zumindest versuche ich, sie so zu erziehen, was bei den Junghunden nicht immer einfach ist, da fast jeder andere Hudnebesitzer seinen Hund mit meinem spielen lassen möchte), kümmern sie sich eh' nicht drum, wer da an uns vorbeigeht, sie ziehen dann eher in die andere Richtung, wenn's da beispielsweise gut riecht.

Das mit dem "unerzogen außerhalb des Platzes" lasse ich jetzt mal so dahingestellt; die meisten Hunde, die bei uns unkontrollierbar durch die Gegend schießen (und nicht nur mir, sondern auch anderen Leuten lästig sind), haben von Ausbildung, egal ob mit oder ohne SchH, noch nie etwas gehört.

Viele Grüße

Antje

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