Ausbildung zum Schutzhund :: Hundesport & Freizeit mit Hund

Ausbildung zum Schutzhund

von Ira(YCH) am 05. Juni 2000 09:37

Hallo Katja,

: : Und beim Spaziergang, in der Stadt?
: Na, da geht er an der Leine wie alle anderen auch - er latscht neben mir her und muß manchmal verwarnt werden, auch bei Tauben voraus nicht zu ziehen...

Na, Dich kenne ich eben nicht ;-)))))
:
: : Vielleicht ist es wirklich Zufall, aber immer wenn mir Leute mit ihren Hunden begegnen, von denen ich weiß, dass sie Schutzdienst machen, ziehen die wie wild an der Leine,

: Die Leute? :-)

Klar, die Leute ziehen an einem Ende, die Hunde am anderen ;-)))
Wobei die Hunde eher nach vorne ziehen, die Leute eher nach oben.

: :werden am Halsband hochgerissen, kläffen und sind kaum zu bändigen.

: Hm, scheint Du kennst die falschen Leute. Ich kenne nicht viele Leute, die Schutzdienst machen, die meisten davon halt mit Hovawarten, bei denen man mit Starkzwangmethoden nicht sehr weit kommt und eben eine gute Ausbildung machen muß, wenn man nicht erbärmlich von seinem Hund blamiert werden will. Die Hunde gehen auf dem Platz und außerhalb der Platzes fast alle sehr sehr gut, ohne das von Dir beschriebene Theater.

Mag sein, dass ich die falschen Leute kenne, was heißt kenne (?), eher treffe.
Es sind auch fast ohne Ausnahme Schäferhund-Besitzer. Hovawarte, die Schutzdienst machen, sind in unserer Umgebung rar.

: Aber ich habe auch vor zwei Jahren den damals amtierenden Turnierhundesportjugendmeister gesehen, der seinen kläffenden Zweithund zusammenprügelte (!), weil der das Platz nicht hielt, als Herrchen mit dem anderen Hund über den Platz rannte; das gab heftige Schimpfe von einer älteren Dame mit drei Mittelschnauzern - mit Recht!!! Ehrgeizlinge, die ihre Hunde mißbrauchen, gibt es überall, fürchte ich.

Ja, da hast Du recht.

: Es kommt halt, wie immer und überall, auf die Leute und ihre Ziele an: Will ich ein hochtriebiges Sportgerät oder will ich meinem triebstarken Hund eine AUslastungsmöglichkeit geben. Das ist, denke ich der Knackepunkt.

Worauf ich eigentlich hinauswollte, ist folgendes:
Die Empfehlung, Schutzdienst zu machen, um seinen Hund besser unter Kontrolle zu haben, ist m. E. nicht so empfehlenswert.
Denn seinen Hund auf einem Platz unter Kontrolle zu haben, sagt überhaupt nichts über sein Verhalten außerhalb desselben aus.


Viele Grüße,
Ira

:

von Antje(YCH) am 05. Juni 2000 10:05

Hallo Ira,

warscheinlich kommt es auch auf den Hundeplatz an, auf welchem man diese Beobachtungen macht. Ich kenne es halt von "unseren" Hunden nicht daß sie an der Leine ziehen wie die Wahnsinnigen; vielmehr war ich vor kurzem erst auf einem Lehrgang, wo den Teilnehmern nur ein sehr kleines Gelände zum Auslaufen ihrer Hunde zur Verfügung stand und es war fast allen Teilnehmern möglich, ihre Hunde (von 8 Wochen (!) bis 8 Jahre) unangeleint dort zusammen laufen zu lassen, ohne daß die Hunde aufeinander zu rasten, tobten oder rauften.

Natürlich gibt es auch Plätze, wo die Ausbildung der Hunde qualitativ nicht stimmt; Hundeführer der Leistungsspitze werden dort aber bestimmt nicht zu finden sein. Ich kenne selbst einen solchen Fall, dort wurden z.B. 6 SchH-Hunde zur Prüfung geführt und keiner hat bestanden! Aber so etwas kann man ja wohl nicht verallgemeinern. Es stimmt ja auch nicht, daß alle SchH-Hunde ausschließlich im Zwinger gehalten werden, sondern in unserem Verein gibt es auch reine "Wohnungs-SchH-Hunde", die in der Leistungsspitze gehen. Die SchH-Ausbildung ist nicht ausschlaggebend für das Verhalten eines Hundes seiner Umwelt gegenüber, sondern seine Haltung und Prägung.

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 05. Juni 2000 10:18

Hallo Ira,

: Worauf ich eigentlich hinauswollte, ist folgendes:
: Die Empfehlung, Schutzdienst zu machen, um seinen Hund besser unter Kontrolle zu haben, ist m. E. nicht so empfehlenswert.

Diese Aussage ist ja auch absoluter Blödsinn, weil 90% oder noch mehr der Hunde (und/oder auch Hundebesitzer), die mangels Ausbildung nicht kontrollierbar sind, gar nicht für eine SchH-Ausbildung geeignet sind!


Es ging doch ursprünglich darum, ob eine SchH-Ausbildung einen Hund "böse" macht oder nicht. Und bei einem wesensfesten, gut geprägten Hund, der die trieblichen Voraussetzungen dafür erfüllt, ist das nicht der Fall, sondern er wird ausgeglichener und in "Triebsituationen" kontrollierbarer als vorher. Ob er andere Hunde ankläfft, an der Leine zieht etc., das hängt von seiner Grundausbildung ab. Hat er kein Benehmen gerlernt, fällt er negativ auf, egal ob mit SchH-Ausbildung oder ohne.

Viele Grüße

Antje

von Katja + Indy(YCH) am 05. Juni 2000 13:09

Hallo Ira!

:
: Na, Dich kenne ich eben nicht ;-)))))
Ich hab' auch keinen Schutzhund :-) Ich werde den Teufel tun und meinen charakterlich nicht ganz einwandfreien Hund zum Schutzhund auszubilden, ich habe bei ihm zu viel Muffe, das da was schiefgeht.

: Worauf ich eigentlich hinauswollte, ist folgendes:
: Die Empfehlung, Schutzdienst zu machen, um seinen Hund besser unter Kontrolle zu haben, ist m. E. nicht so empfehlenswert.
: Denn seinen Hund auf einem Platz unter Kontrolle zu haben, sagt überhaupt nichts über sein Verhalten außerhalb desselben aus.

Da hast Du völlig unwiedersprochen recht, den die Kontrolle außerhalb des Hundeplatzes muß halt auch außerhalb des Platzes geübt werden - und daran krankt es halt häufig.

Viele Grüße,

Katja und Indy

von BirgitSC(YCH) am 06. Juni 2000 05:04

Hallo Antje,

: Das mit der "besseren Kontrolle" sehe ich aber anders. Im Schutzdienst muß der Hund lernen, sich zu beherrschen, trotz Trieb, und trotzdem im "Funktionsbereich" bleiben. Das erfordert einen intensiveren Gehorsam als in der Unterordnung, wo das Triebziel nicht so stark ist.


Ich weiß sehr wohl, dass das so sein sollte, aber sind wir doch mal realistisch: Wie viele Leute haben ihren Hund denn dann auch wirklich im Griff? Wie viele Hunde (auch in der SchH III) zeigen dann noch wirklich das geforderte Fußgehen? Ich meine nicht diejenigen, die reglmäßig auch auswärts Prüfungen führen, sondern all die "Spezialisten", die irgendwo in den OGs vor sich hinwurschteln. Dieser Teil der Schutzhundesportler überwiegt leider. Und oft ist es dann so, das mangelnde Kompetenz und Konsequenz durch Ausbildungsmethoden ausgeglichen werden soll, die ich perönlich für unhaltbar halte.
Vielleich hätte ich mich anders ausdrücken sollen in meiner vorherigen Antwort: Wenn man die Übungen so, absolviert, wie sie in der PO wirklich gefordert sind, dann ist der Hund besser zu kontrollieren. Ich möchte jedoch nicht verschweigen, dass das kaum einem gelingt.

Man kann das bei manchen Hunden, die sehr triebstarkt sind, mit dem Wildern vergleichen; wieviele Hunde, die ansonsten tadellos hören, wenn es ihnen um ihr Bällchen oder Bröckchen geht, stellen dann die Ohren auf Durchzug?

Aber ist es eben dann nicht besser, wenn man den Hund gar nicht erst in eine Situation kommen lässt, in der er merkt, dass ich machtlos bin? Einen Hund, der zum Wildern neigt, versuche ich gar nicht erst ans jagen zu bekommen.


Hundeführer, die erstmals einen Hund im Schutzdienst ausbilden, sind i.d.R. sehr erstaunt, wieviel Energie ein triebstarker Hund im Schutzdienst aufbringen kann und anfangs glauben alle, daß sie es niemals schaffen werden, mit ihrem Hund "frei bei Fuß" am Helfer vorbeizumarschieren.


Und wie viele schaffen es dann wirklich? Ich weiß, dass in eurem Verein offensichtlich besser gearbeitet wird, als in anderen Vereinen, aber das ist leider eine Ausnahme.

Viele Grüße!

Birgit

von Antje(YCH) am 06. Juni 2000 05:53

Hallo Birgit,

: Ich weiß sehr wohl, dass das so sein sollte, aber sind wir doch mal realistisch: Wie viele Leute haben ihren Hund denn dann auch wirklich im Griff? Wie viele Hunde (auch in der SchH III) zeigen dann noch wirklich das geforderte Fußgehen?

Welche Hunde stehen wirklich zu 100% im Gehorsam? Alle sog. "Familienhunde", die ich kenne, nicht! Solange es nichts interessanteres für sie gibt, tun sie viel für ihr Bröckchen, Bällchen etc. Aber ich habe bisher bei fast allen Bekannten gehört, daß, wenn bei deren Hunden sich mal wirklich ein Trieb hochschaukelt, dem Hund Balli und Bröckchen auf einmal scheißegal sind, er die Ohren auf Durchzug stellt und seine gute Kinderstube vergißt.


: Ich meine nicht diejenigen, die reglmäßig auch auswärts Prüfungen führen, sondern all die "Spezialisten", die irgendwo in den OGs vor sich hinwurschteln. Dieser Teil der Schutzhundesportler überwiegt leider.

Ich kenne sehr viele Hundeplätze, dhv, SV, Boxer, Schnauzer usw. , aber Deine Beschreibung trifft in unserer Gegend nur auf einen einzigen Verein zu und auch dort hat sich in dieser Beziehung in den letzten Jahren sehr viel verändert (ein Verein kann sich innerhalb kurzer Zeit zu 100% ändern, wenn der Vorstand wechselt). Anscheinend scheinen wir Deinen Ausführungen nach aber eine "Leistungshochburg" zu sein, denn hier führen Hundeführer aus fast allen Vereinen mit allen Rassen "überregional". Daher kenne ich es auch nicht anders.


: Und oft ist es dann so, das mangelnde Kompetenz und Konsequenz durch Ausbildungsmethoden ausgeglichen werden soll, die ich perönlich für unhaltbar halte.

Das ist ja nicht nur im Hundesport so; ich z.B. sehe täglich zwei total unerzogene "Familienhunde", die jeden Tag wegen Ungehorsams mit der Leine zusammengedroschen werden, desweiteren einen assozialen riesengroßen Zausel mit meistens alkoholisiertem Zweibeiner am anderen Endse der Leine (der nicht nur zieht wie ein Pony, sondern sich auch auf Welpen stürzen will wie ein Berserker).


: Vielleich hätte ich mich anders ausdrücken sollen in meiner vorherigen Antwort: Wenn man die Übungen so, absolviert, wie sie in der PO wirklich gefordert sind, dann ist der Hund besser zu kontrollieren. Ich möchte jedoch nicht verschweigen, dass das kaum einem gelingt.

????? Wie können die Leute dann überhaupt eine Prüfung bestehen? Bei den Leistungsrichtern, die ich kenne, wir ddas kaum gelingen.


: Aber ist es eben dann nicht besser, wenn man den Hund gar nicht erst in eine Situation kommen lässt, in der er merkt, dass ich machtlos bin? Einen Hund, der zum Wildern neigt, versuche ich gar nicht erst ans jagen zu bekommen.

Wieso bin ich machtlos? Wenn meine Hunde das denken, könnte ich keine Prüfung mehr absolvieren! Hundesport beruht u.a. auf Respekt (nicht Angst), der auf Gegenseitigkeit beruht. Ich habe vor meinen Hunden Respekt und sie vor mir, was bedeutet, daß auf beiden Seiten gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Dir Teams, bei denen das nicht so ist, haben in der Ausbildung keinen Erfolg, egal, ob der Hundeführer keinen Respekt vor seinem Hund hat (das sind die Fälle, die Du anscheinend kennst) oder umgekehrt (und das ist sehr viel öfter der Fall, auch oder gerade bei Familienhunden). Respektiert mich mein Hund, lernt er auch sehr schnell, sich im Trieb zu beherrschen (worauf der gesamte Schutzdienst aufbaut), wenn ich das von ihm verlange. Und warum sollte ich es nicht tun? Ein gut veranlagter Hund liebt seine Arbeit.


:: Hundeführer, die erstmals einen Hund im Schutzdienst ausbilden, sind i.d.R. sehr erstaunt, wieviel Energie ein triebstarker Hund im Schutzdienst aufbringen kann und anfangs glauben alle, daß sie es niemals schaffen werden, mit ihrem Hund "frei bei Fuß" am Helfer vorbeizumarschieren.
:
:
: Und wie viele schaffen es dann wirklich? Ich weiß, dass in eurem Verein offensichtlich besser gearbeitet wird, als in anderen Vereinen, aber das ist leider eine Ausnahme.

S.o. Ich glaube nicht, daß in unserer Gegend nur Ausnahmevereine sind, wo kämen sonst die ganzen Starter auf den überregionalen Veranstaltungen her? Anscheinend ist bei Euch ein regelrechtes "Notstandsgebiet", das kann vielleicht sein. Ich erhalte zum Jahresende komplett die Prüfungslisten aller dhv-Vereine in unserem Gebiet zur Auswertung, da ist wirklich die gesamte Palette dabei von Vereinen mit Weltmeistern, Deutschen Meistern usw. bis zu Vereinen, die nur eine Vereinsprüfung pro Jahr durchführen, aber die Bewertungen fallen doch zu 98% so aus, daß die Hunde gemäß PO geführt werden können. Falls das in anderen Gegenden nicht so ist, nun ja, ich kann mir das nicht so richtig vorstellen. Ist es möglich, daß es in Eurer Gegend vielleicht ein oder zwei Vereine gibt, in denen qualitativ schlecht gearbeitet wird, und Du das auf alle Vereine projizierst?

Viele Grüße

Antje

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