Bewegung in der Gebrauchshund-Szene :: Hundesport & Freizeit mit Hund

Bewegung in der Gebrauchshund-Szene

von Anke + Rico(YCH) am 20. Juni 2000 22:58

Hallo Silla,

: leider hast Du die falsche Person angesprochen, Du hast wohl die Namen verwechselt. Christiane und Antje vertreten diese Meinungen, die Du oben angesprochen hast und damit möchte in nicht in Verbindung gebracht werden.

Ja klar, war mein Fehler, hatte ich nicht bemerkt, dass ich vergessen hab, die Anrede zu löschen - sorry

Grüßlis
Anke

von Antje(YCH) am 21. Juni 2000 04:59

Hallo Christiane,

wer noch nie einen Hund korrekt in allen drei Sparten ausgebildet hat kann nicht umfassen, wieviel Aufwand, auch körperlich (hier geht es jetzt ja nur um den Anspruch auf den Begriff "Sport"winking smiley, dafür notwendig ist. Wenn der Hund ausgebildet ist sieht es ja auch relativ easy aus, langsam in der Fährte, ein paar Schritte Laufschritt in der Unterordnung, im Schutzdienst zockelt der Hundeführer über die Mittellinie, während der Hund den Platz abrast usw. Ist wie beim Reiten, da sagen ja auch viele, wieso ist das Sport, die Kerle sitzen doch nur oben drauf und lassen sich tragen.

Ich will eigentlich auch gar nicht, daß irgendjemand weiß, daß mir nach einer Prüfungsunterordnung auf einem Sportplatz im Versteck, wenn mein Hund abliegt, fast die Beine wegklappen und ich nach der Abmeldung beim Richter drei Kreuze mache (wieso müssen die Gemeinden ihre Sportplätze im Sommer kurz vor den Ausscheidungsprüfungen eigentlich immer sanden...?), ich im Sommer, wenn das Gras auf den dürren Wiesen so richtig schön verbrannt ist, morgens heimlich an der Arbeit den Aufzug benutze, wenn ich tags zuvor Fährte gesucht habe, weil ich die Treppe kaum hochkomme, das gleiche in der Zeit, in dem mein Hund z.B. das Revieren lernt (sind das eigentlich immer nur meine Hunde, die erst dann das 5. Versteck korrekt annehmen, wenn ich sie mehrmals im vollen Lauf erwischt habe?). Solche Sachen sieht man bei den Vorführungen nicht und wer nicht selbst wenigstens schon mal 10 Minuten Longenunterricht gehabt hat kann ja auch nicht nachvollziehen, wieviel Muskelkater man vom Reiten bekommt...


: Ich weiß nicht was das mit Toleranz zu tun hat, wenn Leute mit gut veranlagten Gebrauchshunden Agility oder Turnierhundesport machen. Diese Hunde sind da fehl am Platz

Das ist natürlich etwas krass ausgedrückt; es sollte jeder das mit seinem Hund machen wozu er Lust hat. Wenn jemand z.B. einen DSH oder Mali hat und nicht den Elan für die SchH-Ausbildung, dann ist es natürlich positiv zu bewerten, wenn er dem Hund wenigstens in diesem Bereich eine Beschäftigung gibt, damit sich der Hund nicht zu Tode langweilt. SchH-Sport ist sehr anspruchsvoll und vor allem langwierig und zeitaufwendig. E sist nicht jedermanns Ding, einen Hund drei oder vier Jahre lang fast täglich zu trainieren, um dann mit mittelmäßigem Erfolg, vielleicht ohne Chance, überhaupt eimal auf eine weiterführende Prüfung gehen zu können, irgendwo im Mittelfeld SchH1, 2 und 3 abzulegen. Wenn ich nur sehe, wieviele Anfänger bei uns das Handtuch schmeißen, weil es JEDEN Sonntag um sechs, spätestens halb sieben heißt "raus aus den Federn", damit vernünftig Fährte gesucht werden kann (und das reicht ja im Aufbau bei weitem nicht aus) ... Im Agility z.B. kann man auch ganz passabele Ergebnisse erzielen bei einmal Training pro Woche, das lästige Fährtesuchen entfällt ganz (wer ärgert sich schon gerne freiwillig mehrmals pro Woche mit Bauern und Jagdpächter herum, abgesehen davon, daß es ganz schön anstrengend wein kann?). Ich finde, man muß es irgendwo akzeptieren, daß jemand sagt, naja, soooo viel Zeit möchte ich ja doch nicht in den Hundesport investieren, sondern nur den Hund sinnvoll beschäftigen. Du mußt schon zugeben, wenn man arbeiten geht, SchH-Sport macht und noch so lästige Verpflichtugnen wie z.B. einen Haushalt hat, Zeit für etwas anderes bleibt kaum noch, und nicht jeder ist bereit, sein ganzen Leben für eine "Im-Mittelfeld-SchH-Prüfung" umzukrempeln.

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 21. Juni 2000 05:54

Hallo Heidrun

: Diese Meldung und C.'s Kommentar dazu als Provokation einer neuen Diskussion zum Thema "Hundesportler contra Ottonormal-Hundehalter" wäre ein echt gelungener Coup!

Ich weiß, was Christiane eigentlich meint, und sie hat es etwas krass rübergebracht. Aber ich weiß wirklich nicht, was diese Meldung mit "Hundesportler contra Ottonormal-Hundehalter" zu tun hat. So eine Diskussion ist unnötig und soll überhaupt nicht angezettelt werden (außer von Dir vielleicht). Allerdings gibt es den Spruch "der getroffene Hund bellt"...


: finde ich es ehrlich gesagt ziemlich enttäuschend, dass Du jetzt doch in Christianes Horn tutest: alles andere ausser Schutzdienst sei "Kinderkram" für diese Hunde.

WO habe ich das gesagt????? Tut mir leid, das habe ich nie behauptet, sondern lediglich aufgeführt, aus welchen Stücken z.B. der Turnierhundsport beim dhv eingeführt wurde (und das ist nachzulesen!). Von Anfang an war klar, daß damit nicht, wie beim SchH-Sport, eine besondere Qualität der Hunde abgefragt werden soll, sondern daß einer möglichst breiten Masse von Hundehaltern mit ihren Tieren eine Beschäftigung geboten werden soll. Natürlich gibt es auch beim 5000 m-Lauf Leute, die schneller sind als andere, und das sind dann dort die Sieger (und wenn ich einen kenne, gratuliere ich ihm auch), aber es steht nun mal fest, daß an die Qualität eines Hundes, der neben mir auf dieser Strecke herläuft, nun mal niedrigere Ansprüche im Hinblich auf Triebveranlagung und Belastbarkeit gestellt werden müssen als an einen SchH-Hund. Tatsache ist aber auch, daß diese Sportarten die natürliche Triebveranlagungen eines "Gebrauchshundes" (auch wenn Du den Begriff nicht magst, aber jeder weiß dann, um welche Rassen es sich handelt) weder ansprechen noch abfragen.


: Nee, da kann ich mich nur Sillas Kommentar anschliessen, genau SOLCHE Sprüche machen die SHler unsympathisch!

Was glaubst Du, wie unsympatisch mir die Breitensportler sind, die immer über den SchH-Sport meckern....


: Dass ein (Gebrauchs)Hund mit einer Stunde Agility die Woche nicht ausgelastet ist, ist wohl klar - ist er aber mit einer Stunde Schutzdienst/Fährte auch nicht.

Wenn Du mit eine SchH-Hund 1 Stunde wöchentlich trainierst, dann machst Du SchH1, wenn der Hund 12 Jahre ist...


: Und dass der einzige Hund, der zählt, der "Gebrauchshund" ist...

Erstens stimmt das nicht, ich mag auch einige andere Rassen, aber für mich persönlich kommen nun mal nur wenige Rassen (oder deren Mischungen) in Frage. Abgesehen davon: Wieviele Leute, auch hier im Forum, posaunen offen raus, daß sie z.B. Schäferhunde nicht mögen oder "Gebrauchshunde" generell? Ode rdie Leute, die wirklich nur einen Cocker, Labrador oder sonstwas haben wollen. Bist Du gegen die auch so negativ eingestellt? In drei jahren Erziehungskurs auf unserem Platz war die Rasse, die von den Teilnehmer am häufigsten regelrecht beschimpft wurde, der DSH, ohne daß diese Leute eigentlich je persönlich irgendeinen bösen Zwischenfall mit einem DSH hatten!


: ...und der muss dann auch "gebraucht" werden... find' ich schlicht Unsinn.

Einen Hund, der bestimmte triebliche Veranlagungen hat, nicht auszulasten, halte ich für Tierquälerei, egal ob es sich um einen Border Collie oder Schäferhund handelt. Das muß bei einem Gebrauchshund nicht unbedingt im SchH-Sport geschehen, aber irgendeine Beschäftigung sollte der Hund schon haben, das kann auch Agility oder Turnierhundsport sein.


: Welche "Sorte" Hund dürfen denn dann alle Nicht-Hundesportler halten?

Nicht-Hundesportler (also solche, die nicht z.B. SchH-Sport, Agility oder sonstwas betreiben) sollten sich meiner Meinung nach keinen Hund einer Arbeitsrasse kaufen; es gibt doch genügend Rassen, die besser "passen" und unterbeschäftigenArbeitshunde, egal welcher Rassen, verursachen oft Probleme, um die sich dann die Tierschützer kümmern müssen ,weil die Hudne früher oder später im Tierheim landen.


: Die übriggebliebenen, nach der neuen Auslese untauglichen Hunde (was wird aus denen eigentlich?)

Die können auchhervorragende Familienhunde sein, genau wie jeder Arbeitshund bzw. "Gebrauchshund", wenn er entsprechend ausgelastet wird.


: oder züchtet man besser gleich eigene Rassen für den "Nicht-Hundesport" (wie Agility etc.) und den "überhaupt-kein-Sport"?

Die gibt es doch schon, aber gegen neue Rassen ist ja wohl im Hinblick auf die probleme der modernen Rassehudnezucht generell nichts einzuwenden. Fachleute wie Herrn Wachtel sind darüber bestimmt begeister.


: Wenn sich dieses Ziel, taugliche Gebrauchshunde ... nur dadurch erreichen lässt, dass man eine neue Rasse kreiert, was betreibt Ihr denn dann zur Zeit? Seid Ihr mit der Leistung Eurer Hunde sooo unzufrieden?

Auch wenn Du es nicht glaubst, ja! Im Hinblick auf die Größe der Population gesehen bin ich beim DSH absolut unzufrieden, obwohl es hervorragende Leistungslinien gibt. Dadurch, daß über lange Zeit nur Minimalanforderungen an die Gebrauchshunderassen im Hinblick auf ihr Leistungsvermögen gestellt wurde, gitb es momentan nur eine Rasse, die eigentlich richtig überzeugen kann, den Malinois (bei dem die Anforderungen an die Hunde extrem hoch sind). Bei ihm gibt es, im Relation zum Zuchtaufkommen, kaum "Ausschuß", was sich auch darauf auswirkt, daß es wenig "Tierschutzfälle" (= Tierheim-Malis) gibt.

Nun gibt es Züchter, die sagen, jawoll, jetzt tun wir was, u.a. auch durch Auflockerung der Zuchtordnung dadurch, daß man zur Blutauffrischung beim Schäferhund einen Mali einkreuzen kann (die Populationsgenetiker werden jubelnd aufschreien), ist es einigen auch wieder nicht recht. Was fordern vernünftige Leute denn von den Rassehundezüchtern? Verminderung der überhöhten Inzuchtkoeffizienten, höhere Bewertung von Vitalität und Gesundheit, Typ und Gebäude eher zweitranig zu bewerten. Genau das soll in diesme Club betrieben werden und die Zuchtauslese wird so streng sein, daß es kaum "Ausfälle" bei den Welpen geben wird (beim Mali funktioniert dieses System ja schon seit Jahrzehnten).


: Dass es längst Zeit ist, Hunde nach Gesundheit UND Wesensfestigkeit zu züchten und nicht nach rein äusserlichen Merkmalen, bestreitet ganz sicher niemand (hier?), aber dass diese Voraussetzungen nur von den von Euch angepeilten Idealhunden erfüllt werden können und sollen, halte ich für völlig am Leben vorbeigedacht und - entschuldigt bitte - reichlich anmassend!

Nenne mir eine etablierte Rasse, bei der die Selektion über Gesundheit und Wesensfestigkeit erfolgt, nicht über Champion-Titel; mir fällt nämlich keine ein, alle schwafeln nur davon, aber die Krönung der Zucht sind immer diese riesigen Pokale. Abgesehen davon, jeder Rasse hat ihre "Idealhunde", ich halte das auch nicht für falsch (außer, es handelt sich nur um Ideale in Bezug auf das Exterieur). Aber daß Du es anmaßend findest, wenn Züchter sagen, sie wollen ausschließlich Hunde züchten, die für das Zuchtziel (Dienst-, Schutz-, Rettungshund) zu 100% geeignet sind, also so gut wie keine Ausfälle in Wesen und Gesundheit haben, dann kann ich Dein Denken nicht verstehen. magst Du lieber Züchter, die bewußt "Ausschuß" züchten wollen???


: Ich persönlich habe ganz bestimmt nichts dagegen, wenn psychisch und physisch gesunde Hunde gezüchtet werden sollen, aber diese Art der Spezialisierung halte ich für übertrieben. Jeder (künftige) Hundehalter hat ein Recht darauf, einen "intakten" Hunde erwerben zu können und wenn man die augenblickliche Situation betrachtet, ist eher der "Allrounder" und der alltagstaugliche Hund gefragt.

Es kann jeder den Hund erwerben, den er haben möchte, niemand wird bei uns gezwungen, einen Hund zu kaufen, den er nicht haben will. Un dje mehr die Hunde ihrem Zuchtziel entsprechen, desto besser für Mensch und Hund, denn dann gibt es weniger Fehlkäufe usw. Und was verstehst Du unter einem "Allrounder"? Wenn Du das meinst, was ich darunter verstehe, dann meinst Du einen Hund, der für alles ein bischen geeignet ist, aber überall keine Spitzenleistungen erzielen kann. Und wieso soll ein trieblich ausgeglichener Hund nicht alltagstauglich sein? Gerade die sind es!


: Sicher im Umgang mit allem und jeden, (relativ) ruhig, umgänglich, etc. (also eher die Eigenschaften, die man beispielsweise einem Service-Dog abverlangt) - sollte man nicht darauf hin arbeiten, anstatt auf auf sportliche Höchstleistung getrimmte, überschäumende Knalltüten?

Du hast da etwas mißverstanden: Zuchtziel ist nicht eine Knalltütew von Sporthund (von denen gibt es genug, sondern ein verläßlicher Arbeitshund. Und als Service-Dogs gibt es bestimmt geeignete Rassen (und warum nicht auch den "Deutschen Gebrauchshund"?). Umgänglich sind die meisten Hunde, die ich kenne (was nicht heißt, daß man Nachts in deren Wohnungen eindringen kann!), und ruhig, nun ja, anscheinend gehst Du davon aus, daß alle gebrauchshunde "Hippel" sind, ein großer Fehler (mein Hippel schläft, wenn es keien Arbeit gibt, z.B. 23 Stunden am Tag, wenn man sie läßt).


: In diesem Zusammenhang habe gleich noch eine Frage zu etwas, das ich in einer von Antje's vorangegangenen Meldungen g

Ein führerweicher Hund ist einer, der sehr stark auf jegliche Einwirkungen seines Hundeführers reagiert, im Gegensatz zu einem führerharten Hund, der kontert oder dem das egal ist, was sein Hundeführer da veranstaltet. (Ein generell "weicher" Hund reagiert auch auf Einwirkungen Fremder empfindlich.). Es gibt bestimmte Rassen, bei denen vermehrt führerweiche Hunde zu finden sind (z.B. die Bullterrier).

Viele Grüße

Antje

von Christiane(YCH) am 21. Juni 2000 07:39

Liebe Silla,
so eine Antwort habe ich natürlich befürchtet. Wollte eigentlich nur
einen Hinweis geben, daß gute Gebrauchshundezucht jeden etwas angeht.
Denn auch diensthundehaltende Behörden kaufen von demselben Züchter, wie der normale Hundehalter.
Gute Hunde sei es im Zoll, bei der Polizei, Bundesgrenzschutz, Sicherheitsdienst und Bundeswehr zu haben bedeutet auch Sicherheit für alle Staatsbürger.
Ebenso braucht ein Blinder einen guten Blindenführhund. Diese Hunde die Ihren Dienst am Menschen leisten, müssen in Ihrer Gesundheit, Ihrem Wesen absolut einwandfrei.
Auch der Normalhundehalter will mit seinem Hund 20km mit dem Rad fahren, oder eine ordentliche Bergtour machen. Mit einem Hund, der gleich die Pfoten offen hat, oder Hüftgelenk- und Rückenprobleme hat, macht das doch alles keinen Spaß. Was will jemand mit einem äußerst ängstlichen Hund, bei dem man Angst haben muß, daß er den nächsten Menschen packt ? Findest Du bestimmt auch nicht toll oder ?

: Auch wir Hundesportler, damit meine ich die SchH-Sportler, sind nämlich einer der wenigen, die Hunde in verschiedenen Sparten (Fährte,Unterordnung,Schutzdienst) führen und ausbilden.
: Absoluter Blödsinn. Der einzige, der sich sportlich betätigt ist Euer Hund!

Tja ich denke Du hast noch nie einen Hund in allen drei Disziplinen ausgebildet und geführt.
Hundeausbildung bedeutet jeden Tag ein bißchen was mit dem Hund trainieren. Wer jeden Tag arbeitet, muß alles über positive Motivation machen, da gibt es keine Leine und keinen Stachel an dem herumgezerrt und herumgerupft wird. Dann die Rangordnungsübungen, die Du tagsüber automatisch miteinbindest, Radfahren (aber sinnvolles Lauftraining), Schwimmtraining.
Hast Du Dir eigentlich schon mal Gedanken gemacht, wie Bewegungsabläufe ablaufen sollten. Wie lernt ein Hund sich "richtig" zu setzen. Wie ist die optimale Position des Hundes um ein korrektes fehlerfreies Fuß zu erhalten,aber freudig aufmerksam in voller Erwartung. Das kann man alles nur ohne Leine und Stachel üben. Ich glaube nicht, daß Du Dir vorstellen kannst wieviel Arbeit im Detail steckt.

Weißt Du eigentlich, daß ein Hund erst nach 60 - 70 Wiederholungen etwas wirklich gelernt hat !


: : Alle Anderen - Turnierhundesport oder Agility - und was es sonst noch alles gibt, beschäftigen Ihren Hund absolut einseitig. Ich will diesen Leuten nicht zu nahe treten. Ich habe allerdings schon sehr gut veranlagte Gebrauchshunde in diesen Reihen gesehen, und denke das es wirklich schlimm ist, das solche Hunde so einen Himpi-Limpi Kram machen.
: : Nun werden sich wieder viele auf den Schlips getreten fühlen
: und das zu recht. Genau diese Aussprüche sind es, die die Sch-H-Sportler oft so unsympatisch werden lassen. Die Borniertheit, mit der sie allen anderen Hundesportlern auf dem Hundeplatz begegnen.

Interessant ist jedoch, daß die Hundeplätze von den ScHHlern gegründet und aufgebaut worden sind. Ebenso waren es auch dieselben, die überlegt haben, was man mit den Hundeführern macht, dessen Hunde nicht die Veranlagung zu einer SchH Arbeit haben.

Eigentlich schade, denn im Grund wollen wir doch alle dasselbe, nämlich unseren Hunden eine artgerecht Beschäftigung und Ausbildung zugute kommen lassen.

Nix für ungut
Viele Grüße
Christiane

von Heidrun(YCH) am 21. Juni 2000 09:39

: Hallo Antje!
Nachdem das Ganze hier so langsam zu einem überdimensionierten Missverständnis auszuarten scheint, weil Du mich offensichtlich nicht verstehen kannst/willst und mir Deine Gedankengänge und Absichten so auch nicht nachvollziehbar sind, möchte ich eigentlich nicht mehr gross "weitermachen". Zumal sich mir immer mehr der Eindruck aufdrängt, dass man dieses komplexe Thema entweder so ausführlich bearbeitet, dass ich zu sonst nicht mehr viel komme oder wir uns einmal einen Abend (und die folgende Nacht...) beim Diskutieren "live" um die Ohren hauen sollten ;-)

: Ich weiß, was Christiane eigentlich meint,

ich leider nicht

: und sie hat es etwas krass rübergebracht. Aber ich weiß wirklich nicht, was diese Meldung mit "Hundesportler contra Ottonormal-Hundehalter" zu tun hat. So eine Diskussion ist unnötig und soll überhaupt nicht angezettelt werden (außer von Dir vielleicht).

Für mich sah es leider so aus. ICH WILL diese Diskussion ganz sicher nicht anzetteln, da ich sie schon öfter habe führen müssen, als mir lieb war ud ich finde es ermüdend, da hier einfach "Welten aufeinanderprallen" - ohne Aussicht auf Annäherung. Aber ich habe diese Meldung als Provokation empfunden, v.a. im Hinblick auf die Diskussion "Zwangsapport" und wollte mir deshalb Luft machen.

: Allerdings gibt es den Spruch "der getroffene Hund bellt"...

Nein, der jault im allgemeinen. Und wenn man versucht, das Ganze aus einer gewissen Distanz zu betrachten - und wenn man über seine Mitdiskutierer etwas mehr weiss (wie das bei Dir und Christiane gegeben zu sein scheint, bei Dir und mir aber nicht der Fall ist), musst Du zugeben, dass Deine Zugeständnisse an die "Nicht-Hundesportler" nicht allzu gross sind und Du Dich auch gerne in die Ecke der armen, unverstandenen und von der breiten Masse der Hundehalter diskrminierten SH-Sportler stellst. Das mag nun ein bisschen fies klingen (soll es aber nicht sein!), ist aber das Bild, das Du mir von Dir gibst.

: WO habe ich das gesagt?????

In Deiner Meldung auf Christianes Antwort, folgend auf ihren Satz mit dem "Himpi-Limpi-Kram" bestätigtest Du: " Das stimmt, diese Ausbildungsarten beschäftigen zwar Hundeführer und Hund (durchaus sehr wichtige Aspekte), aber sie stellen keinen Anforderungen in Bezug auf die Selektion von Gebrauchshundeeigenschaften" - und wenn Du einen Satz, wie den von Christiane erst einmal mit "das stimmt" kommentierst, läufst Du eben Gefahr, dass man Deine Zustimmung SO interpretiert. Sollte das eine Fehlinterpretation meinerseits gewesen sein, tut es mir leid - aber auch das ist für mich ein Zeichen dafür, dass dieses Thema ZU komplex ist, als dass man hier im Forum mit "Meldung - Antwort-schreiben" irgendwie zu Potte kommen könnte.

: ... Tatsache ist aber auch, daß diese Sportarten die
natürliche Triebveranlagungen

hast Du Dich nicht schon einmal beim Thema Clickern mit jemandem über die Definition und Sinn und Unsinn dieses Begriffs ausgetauscht oder verwechsele ich Dich da? Sorry, weiss es nicht mehr.

eines "Gebrauchshundes" (auch wenn Du den Begriff nicht magst, aber jeder weiß dann, um welche Rassen es sich handelt)

Deshalb hatte ich ihn verwendet.

weder ansprechen noch abfragen.

s.o.

: Was glaubst Du, wie unsympatisch mir die Breitensportler sind, die immer über den SchH-Sport meckern....

Ich bin kein Breitensportler und ich will auch nicht über den Schutzdienst pauschal meckern - auch wenn ich persönlich DAZU wieder einiges zu sagen hätte ;-) - aber dass der SH-Sport als das allein seligmachende für bestimmte Hunde hingestellt wird, zeugt auch nicht davon, dass man sich schon ausführlicher in der Praxis mit anderen Sportarten beschäftigt hätte. Es ist wohl eher eine Weltanschauungs-Diskussion, denn eine pro- und contra-Argumentation.

: Wenn Du mit eine SchH-Hund 1 Stunde wöchentlich trainierst, dann machst Du SchH1, wenn der Hund 12 Jahre ist...

So alt werden die meisten Hunde leider nicht, also ist das ein echtes Argument... Nein, Scherz beiseite, das meinte ich auch nicht damit. Mir ging es darum, dass man, will man seinem Hund zur Beschäftigung und körperlichen und geistigen Ertüchtigung etwas bieten, nicht mit ein bis zwei Stunden Training (welcher Art auch immer) auf dem Platz auskommt. Und dass v.a. die Beschäftigung im Alltag gefragt ist, denn: Hundeplatz allein macht nicht glücklich.
:
: Abgesehen davon: Wieviele Leute, auch hier im Forum, posaunen offen raus, daß sie z.B. Schäferhunde nicht mögen oder "Gebrauchshunde" generell?

Finde ich auch sehr schwach, aber - jedem sein Vorurteil. Toleranz auf allen Seiten wäre auch zu schön, um wahr zu sein...

: Ode rdie Leute, die wirklich nur einen Cocker, Labrador oder sonstwas haben wollen. Bist Du gegen die auch so negativ eingestellt?

Nein, gar nicht, wie kommst Du denn darauf?. Aber wieso "nur"? Und wieseo "auch"? Ich besitze übrigens eine graue Schäferhündin aus einer Leistungslinie - ist aber wohl eher das "schwarze Schaf der Familie" gewesen...
: In drei jahren Erziehungskurs auf unserem Platz war die Rasse, die von den Teilnehmer am häufigsten regelrecht beschimpft wurde, der DSH, ohne daß diese Leute eigentlich je persönlich irgendeinen bösen Zwischenfall mit einem DSH hatten!

s.o. - es lebe das Vorurteil. Mit diesem habe ich selbst auch oft genug zu kämpfen :-(

: Einen Hund ... nicht auszulasten, halte ich für Tierquälerei, egal ob es sich um einen Border Collie oder Schäferhund handelt.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu.

: Das muß bei einem Gebrauchshund nicht unbedingt im SchH-Sport geschehen, aber irgendeine Beschäftigung sollte der Hund schon haben, das kann auch Agility oder Turnierhundsport sein.

UUUPS - ganz genau das - dachte ich - sei so verpönt! Da habe ich Dich dann die ganze Zeit völlig falsch verstanden. Noch einmal zu Deiner Antwort auf Christianes Meldung:
Sie schrieb: "Alle Anderen - Turnierhundesport oder Agility - und was es sonst noch alles gibt, beschäftigen Ihren Hund absolut einseitig. .... Ich habe allerdings schon sehr gut veranlagte Gebrauchshunde in diesen Reihen gesehen, und denke das es wirklich schlimm ist, das solche Hunde so einen Himpi-Limpi Kram machen."
Und ich hatte Dich so verstanden, dass Du ihr dabei Recht gegeben hast. Also, sollte das so nicht der Fall sein, muss ich mich entschuldigen!

: ... unterbeschäftigen Arbeitshunde, egal welcher Rassen, verursachen oft Probleme, um die sich dann die Tierschützer kümmern müssen ,weil die Hudne früher oder später im Tierheim landen.

Da landen leider auch die Hunde, die für den Sport (aus welchen Gründen auch immer) nicht (mehr) taugen. Dazu könnte ich fast ein Buch schreiben - auch meine Hündin stammt von einem "Verbraucher".

: Die können auchhervorragende Familienhunde sein, genau wie jeder Arbeitshund bzw. "Gebrauchshund", wenn er entsprechend ausgelastet wird.

Da widersprichst Du Dir entweder selbst, oder ich habe Dich schon wieder falsch verstanden.

: Fachleute wie Herrn Wachtel

Wer ist das? (sorry, Bildungslücke Nr. 462)

: ... was sich auch darauf auswirkt, daß es wenig "Tierschutzfälle" (= Tierheim-Malis) gibt.

Der Mali ist - zum grossen Glück - nicht so bekannt bei uns und hat auch noch keine Fernsehkarriere gemacht. Ausserdem ist er ein "Ausländer" (NEIN, ich bin kein...!!!), um den kein solcher Kult betrieben wird, wie beim DSH. Der DSH ist nunmal immernoch Exportschlager, Statussymbol und goldenes Kalb vieler Deutschen - und dafür muss er seit Jahrzehnten leiden. Nun profitiert der Mali auch davon, nicht NUR von den hohen Anforderungen, die an ihn gestellt werden.

: : Dass es längst Zeit ist, Hunde nach Gesundheit UND Wesensfestigkeit zu züchten und nicht nach rein äusserlichen Merkmalen, bestreitet ganz sicher niemand (hier?), aber dass diese Voraussetzungen nur von den von Euch angepeilten Idealhunden erfüllt werden können und sollen, halte ich für völlig am Leben vorbeigedacht und - entschuldigt bitte - reichlich anmassend!
:
: Nenne mir eine etablierte Rasse, bei der die Selektion über Gesundheit und Wesensfestigkeit erfolgt, nicht über Champion-Titel; mir fällt nämlich keine ein, alle schwafeln nur davon, aber die Krönung der Zucht sind immer diese riesigen Pokale.

Da hast Du recht, das ist zu K... aber ein Anfang sind für mich schonmal Wesenstests, wie sie z.B. beim Briard vorgeschrieben sind (ich kenne mich da leider nicht gut aus und die Tests kenne ich auch nur aus Erzählungen einer Bekannten, die Briards gezüchtet hat).

: Aber daß Du es anmaßend findest, wenn Züchter sagen, sie wollen ausschließlich Hunde züchten, die für das Zuchtziel (Dienst-, Schutz-, Rettungshund) zu 100% geeignet sind, also so gut wie keine Ausfälle in Wesen und Gesundheit haben, dann kann ich Dein Denken nicht verstehen.

Missverständnis Nr.X! Ich finde es nicht anmassend, gesunde Hunde züchten zu wollen (ich bin ja schliesslich nicht jeck!), sondern ich finde den Anspruch, gesunde Hunde nur für den Gebrauchshundesport züchten zu wollen und der Rest der Welt kann sehen, wo er einen gesunden Hunde herbekommt, anmassend. Denn es steht zu befürchten, dass diese Hunde in Händen von "Normalhundehaltern" nicht ausgelastet sind (mit allen hier schon besprochenen oder angedeuteten Folgen) oder dass man als "NHH" gar keinen solchen Hund bekommen kann. Was aus Sicht der Züchter, die ja eine Idealauslastung ihrer Hunde - hoffentlich - anstreben, wiederum verständlich wäre. Und da kommen wir zu meiner nächsten Befürchtung: sie sind DANN eben doch zu speziell. (s.u.)

: magst Du lieber Züchter, die bewußt "Ausschuß" züchten wollen???

Danke nein! Ich weiss, wie schlimm es ist, einen "Ausschuss" zu besitzen, der trotz stark verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit volles Programm haben will... :-(

: ... Un dje mehr die Hunde ihrem Zuchtziel entsprechen, desto besser für Mensch und Hund, denn dann gibt es weniger Fehlkäufe usw.

Da rechnest Du meiner Ansicht nach mit zuviel Verständnis der (künftigen) Hundebesitzer. So wie jetzt schon teilweise katastrophale Bedingungen für "Spezialisten" (BorderCollies und Herdenschutzhunde z.B.) in den falschen Händen entstanden sind, wird es dem "Sportcrack in spe" auch blühen - ausser man regeltZucht und Verkauf und dann kann eben nicht mehr jeder, der WILL, einen solchen Hund haben.

: Und was verstehst Du unter einem "Allrounder"?

s.u. (Ansprüche Service-Dog)

: Wenn Du das meinst, was ich darunter verstehe, dann meinst Du einen Hund, der für alles ein bischen geeignet ist, aber überall keine Spitzenleistungen erzielen kann.

Den brauchen Hundehalter, die keinen hochanspruchsvollen Sport betreiben ja auch gar nicht. Aber man kann doch trotzdem einen gesunden Hund züchten?!

: Und wieso soll ein trieblich ausgeglichener Hund nicht alltagstauglich sein? Gerade die sind es!

s.o. (angesprochene Problematik der nicht ausgelasteten Spezialisten)

: Du hast da etwas mißverstanden:

Offensichtlich. Aber das scheint irgendwie unser Problem zu sein...;o)

: Zuchtziel ist nicht eine Knalltütew von Sporthund (von denen gibt es genug, sondern ein verläßlicher Arbeitshund. Und als Service-Dogs gibt es bestimmt geeignete Rassen

- die zwar gezüchtet werden, aber eben nicht explizit auf diese Eigenschaften hin. Hunde mit diesen beschriebenen Eigenschaften sind wiederum nicht für jeden zu haben - Bsp.: einen Golden Retriever kann sich wirklich jeder kaufen, aber einen, der die Ansprüche eines SD erfüllt, nicht. Die werden ja anderweitig wirklich "gebraucht", aber sie werden allgemein nicht darafhin gezüchtet.

: Ein führerweicher Hund ist einer...

Danke für die Erklärung.
So, ich hoffe, die Missverständnisse sind nun geklärt. Es wird langsam ein bisschen viel...
Nochmal nix für ungut und viele Grüsse - Heidrun


von Daggi(YCH) am 21. Juni 2000 08:17

Hallo Antje!

Ich denke, wir sind uns einig, das arbeitende, dh. Jgdl. geführte Jagd(gebrauchs)hunde eine ebenso anspruchsvolle Arbeit leisten, wie ein gut ausgebildeter Schutzhund!
: Nenne mir eine etablierte Rasse, bei der die Selektion über Gesundheit und Wesensfestigkeit erfolgt, nicht über Champion-Titel;

Z.B.: Verband für KLM: Zur Schönheit durch Leistung, nur jgdl. erfolgreich geprüfte Hunde erhalten die zuchttauglichkeitsbescheinigung, Formwert wird im Anschluß an die Prüfungen vergeben, d.h. kein Ausstellen nur für die Selektion auf Schönheit! Ebenso übrigens beim Weimaraner, D. Drahthaar, D. Kurzhaar etc. Diese Hunde werden wegen dieser Art der Auslese aber gewöhnlich nicht an "Normalhundehalter" abgegeben, bei den Gebrauchshunderassen sieht das doch schon wieder ganz anders aus.

:mir fällt nämlich keine ein,

Mir schon!

Viele Grüße
Daggi!

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