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Hund teilen""

von Merlino(YCH) am 19. Januar 2001 11:40

hallo, Remo!

du wärest einer der letzten, bei dem ich mich trauen würde, dagegen an zu diskutieren. :-)))
ich bin aus dem Agility auch schon zu lange raus.
habe aber noch in Erinnerung, wie bei der WM in Kopenhagen seinerzeit eine ca. 130kg Frau sich in die Mitte stellte und sich während des ganzen Laufs nur jeweils 3 Schritte bewegte. es war schon faszinierend.
gut , sie ist nicht Weltmeisterin geworden, aber sich dafür schon qualifizieren zu können, empfinde ich als meisterlich.
ich habe auch einige andere so arbeitende Teams auf den Turnieren gesehen. allerdings wohne ich seit 2 Jahren leider in einem Agility-Loch, wo gar nichts läuft außer ein wenig Hürden-Hüpfen.
da ich selbst jetzt mit meinen Hunden viel im Detachierbereich arbeiten muß, war ich besonders davon beeindruckt, wie ihre Hunde auf große Entfernung blitzschnell reagierten.
mein eigener Hund hat es allerdings immer bevorzugt, wenn ich im Parcours in seiner Nähe war.

ist es wirklich so, daß der Trend wieder auf enges Laufen geht?
und warum? wegen der Kontaktzonen? bremst man seinen Hund nicht?

Gruß
Merlino

von Robert Ladwig(YCH) am 19. Januar 2001 12:12

Hallo Merlino,
bin zwar nicht Remo-möchte aber trotzdem auf Dein Posting antworten.
Die sogenannte Freestyle Methode ist nicht zu verwechseln mit entferneter Führtechnik bei dem der Hundeführer schon sich in gewisser Entfernung vom Hund bewegt u. mittels "Ziehen u. Drücken" arbeitet.
Der Vorteil dieser Methode basiert auf einer sehr rationellen eigenen Laufarbeit. Allerdings birgt diese Methode Risiken da hier der Hund
hervorragend mit den Hundeführer kommunizieren muß. So werden Korrekturen dann auch sehr schwierig da oft aus der Entfernung (Sichtbereich des Hundes) diese nicht oder nur bedingt wahrgenommen wird. So hilft dann häufig nur ein deutliches Lautkommando als "Notbremse". Ein weiteres Problem kann die Motivation des Hundes sein. Ich sage hier deutlich kann, da es Hunde gibt die auch entfernt geführt, sehr schnell agieren. Dies muß allerdings dann in der Aufbauarbeit
dementsprechend trainiert werden. So hat es häufig ein Hundeführer leichter seinen Hund mittels Bewegung (beim Hund ganz normale hinsichtlich der Abstammung vom Jagdtier Wolf) zu animieren da hier Grundtriebverhalten
(Jagd u. Spieltrieb ggf. im Training mit Ball etc. auch Beutemotivation)
angesprochen wird. Dies setzt aber auch eine sehr gute Fitness des
Führenden vorraus. Dies gemeinsame Laufen spricht somit den Hund
ganz deutlich in seinen ureigenen Verhalten an was sich somit in einem
Vorteil in der Führweise umsetzen lassen kann. Ein Bremsen an den Kontaktzonen (wie bisher von vielen praktiziert) reicht nicht aus um in der Weltspitze zu laufen da hier wertvolle Zeit verloren geht. Der Balanceakt besteht darin schnell mitzulaufen u. dennoch hier eine Kontrolle der Zone
ohne großen Zeitverlust zu haben. Die Teams die mit entfernterer Führtechnik (nicht Freestyle) können dennoch wenn der Hund aufgrund der Ausbildung schnell bleibt nach vorne kommen, wenn an der Kontaktzone mitgelaufen wird u. kein Einbremsen erfolgt. Spätestens hier
sollte eng u. schnell am Hund gearbeitet werden um hier mit Tempo den Hund ohne Zeitverlust über die Zone zu ziehen. Dies setzt aber ein intensives Training beider Partner (Mensch u. Hund) vorraus.
Gruß Robert

von Merlino(YCH) am 19. Januar 2001 16:57

hallo, Robert!

erstmal herzlichen Dank für die ausführliche Erklärung.

eine Frage bleibt noch, um sicher zu gehen: Freestyle ist das Stehen/Bewegen in der Mitte, wie es früher mal favorisiert wurde?

weitere Begriffsdefinitionen sind enge und entferntere Führungstechnik?

Gruß
Merlino

von Robert Ladwig(YCH) am 22. Januar 2001 06:57

Hallo Merlino,
genauso das ist "Frestyle" !
Also die Führtechnik in der jemand (meistens in der Mitte stehend)
überwiegen mit Gesten u. Lautkommandos lenkt u. der Hund extrem selbstständig arbeiten muß.

Bei der entfernteren Führtechnik rennt die Hundeführer in einer gewissen Entfernung, Teilpassagen des Parcours mit u. steuert mit Laut, Handzeichen u. Bewegung vom Hund oder auf Ihn zu, diesen über den Parcours (Ziehen u. Drücken).
Bei einer sehr nahen Führtechnik ist der Hundeführer meistens auf der Höhe des Hundes rennt den Parcours in fast allen Sequenzen auf gleicher Höhe mit.
Gruß Robert

von Remo(YCH) am 22. Januar 2001 13:02

Hallo Merlino

In meinem Beitrag spreche ich ganz klar von "Freestyle" (Stehen an Ort und dirigieren des Hundes durch Drehen des Körpers unter Zuhilfenahme der Arme und der Stimme) und nicht vom Führen des Hundes auf Distanz. Es gibt schon Personen, welche das Freestyle sehr gut beherrschen. Tatsache ist aber, dass die Fehlerquote wesentlich höher liegt, als beim konventionellen Führungsstil. Je weiter der Hund vom Hundeführer entfernt ist, desto schwieriger wird es, dem Hund unmissverständlich zu verstehen zu geben, welches Hindernis er nun nehmen soll. Dies vor allem in schweren Parcours mit vielen Verleitungen. Die Gefahr von Fehlern wächst und ausserdem kann auf diese Weise nicht das volle Potential des Hundes ausgeschöpft werden, da er laufend schauen muss, was der Hundeführer nun von ihm will. Auch auf den Zonen wird mit sehr viel mehr Druck gearbeitet, da man den Hund bei den Abgängen praktisch nur unter Kontrolle hat, wenn man ihn in ein deutliches Platz, oder Steh nimmt.
Ich muss gestehen, dass ich selbst sehr gerne zuschaue, wenn jemand das Freestyleführen beherrscht. Und ich bin auch immer wieder erstaunt, wie gut es zum Teil trotzdem klappt. Nichtsdestotrotz wäre dem Hund damit gedient, wenn Beinarbeit geleistet würde.
Gegen das Führen auf Distanz habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden. Bei schnellen Hunden ist es - selbst wenn man schnell zu Fuss ist - nicht immer möglich, unmittelbar beim Hund zu sein. Wenn man sich bei bestimmten Parcoursequenzen durch das Führen auf Distanz eine bessere Position bei den heiklen Passagen verschafft (zB beim Stegabgang beim Hund sein kann), wieso nicht. Tatsache ist aber: Je näher man beim Hund ist, desto besser hat man ihn unter Kontrolle. Ausserdem kann man, wenn man selbst mitläuft, mit dem Hund spielen, oder mit anderen Worten gesagt, man kann drücken und ziehen, wie es einem beliebt. Wahrscheinlich dürften nicht alle, die diesen Beitrag lesen, mit mir einverstanden sein. Letztendlich muss jeder selber wissen, was für seinen Hund und ihn das beste ist.

Gruss, Remo

von Merlino(YCH) am 22. Januar 2001 13:26

hallo, Remo!

vielen Dank für deine Antwort!!!

Gruß
Merlino

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