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Begleithundeprüfung :: Hundesport & Freizeit mit Hund

Begleithundeprüfung

von Anna(YCH) am 08. März 2001 14:01


Was muss man alles für so eine prüfung können? Wie sieht so eine Prüfung in etwa aus?

Bitte antwortet mir, tschüß, Anna

von Kai(YCH) am 08. März 2001 15:06

Hallo Anna!

Auf der Seite des DHV ist eine Skizze zum Teamtest. Die Leistungen, die sonst für die BH-A verlangt werden, gleichen sich.

Ich habe die Prüfung nur für die Agilityturniere abgelegt.
Die BH-A Prüfungen werden, so meine Erfahrung, je nach Richter unterschiedlich gesehen. Ich habe mit meinem Mischling beim SV die Prüfung gelaufen. Mein Hund war sehr träge, lief mir beim Bei-Fuß 2 Meter weg und ich vergaß vor Aufregung die Leine in die Tasche zu stecken - trotzdem: Bestanden. Der SV-Richter war wirklich freundlich, er sah die ganze Sache relativ locker, wahrscheinlich weil er wußte, daß ich die BH-A nur für die Agilityturniere brauchte.

Es gibt natürlich SV-Richter vom "alten Schlag", die in ihrer eigenen "SV-Welt" leben. *g* Diese stellen noch andere Anforderungen und richten auch dementsprechend. Das Exakte Bei-Fuß gehen (wenn der Hund am Bein klebt) finde ich z.B. einfach nur lächerlich - ich hätte Angst, daß ich meinem Hund dabei auf die Pfötchen treten würde
Bei manchen Richtern kommt man ohne Probleme durch, andere (z.B. eine bekannte Agilityrichterin des SVs, im Norden Deutschlands)lassen einen nach dem anderen (nicht SVler) durchrasseln, obwohl die Leistungen bei einem anderen Richter mehr als ausreichend gewesen wären. Eigentlich eigenartig, daß der Anspruch nicht überall gleich ist...

Also Dein Hund sollte Sitz, Platz, Bei-Fuß mit und ohne Leine beherrschen. Trainiere dabei auch 90° Abbiegungen. Die Kehrtwendung mit und ohne Leine. Sitz, Platz aus der Bewegung und dabei entfernen des Hundeführers. Abrufen mit Vorsitzen und anschließendem Bei-Fuß und Sitz. Ablegen des Hundes für ca 15 Minuten aus einer größeren Entfernung (dabei läuft ein anderer die Prüfung). Dein Hund sollte den Richter und Fußgänger/Radfahrer nicht beißen und in jeder Situation unter Deiner Kontrolle sein.







von Antje(YCH) am 08. März 2001 15:36

Hallo Kai,

: Es gibt natürlich SV-Richter vom "alten Schlag", die in ihrer eigenen
: "SV-Welt" leben. *g* Diese stellen noch andere Anforderungen und
: richten auch dementsprechend. Das Exakte Bei-Fuß gehen (wenn der Hund
: am Bein klebt) finde ich z.B. einfach nur lächerlich - ich hätte Angst,
: daß ich meinem Hund dabei auf die Pfötchen treten würde
: Bei manchen Richtern kommt man ohne Probleme durch, andere (z.B. eine
: bekannte Agilityrichterin des SVs, im Norden Deutschlands)lassen einen
: nach dem anderen (nicht SVler) durchrasseln, obwohl die Leistungen bei
: einem anderen Richter mehr als ausreichend gewesen wären. Eigentlich
: eigenartig, daß der Anspruch nicht überall gleich ist...

Leider Gottes ist es so, daß nicht überall gleich gerichtet wird, leider gibt es Richter, die auch noch beim schlechtes ausgebildeten Hund alle Hühneraugen zudrücken... Es gibt EINE PO und die gilt für alle, egal ob später eine Laufbahn in Richtung SchH eingeschlagen wird, Agility oder gar nix in dieser Richtung. Ein Hund muß von den geforderten Leistungen 70% erbringen; ob er dabei exakt bei Fuß geht, wie später in SchH angestrebt, oder 40 cm neben dem Hundeführer, das spiel keine so große Rolle, dafür gibt es ein paar Punkte Abzug (die bekommt aber auch der Hund, der bedrängt), aber deswegen fällt man nicht durch. Wichtig ist nur, daß ein Hund, der die BH besteht, wirklich in der Lage ist, die Übungen auszuführen. Es hat rein gar nix mit Richtern "vom alten SV-Schlag" zu tun, wenn reihenweise in den Vereinen die BH-Hunde durchfallen, diese Richter hast Du in jedem Verband (ich persönlich liebe sie, sie sind eghrlich, haben eine Linie und man weiß, wo man steht); vielmehr muß man sich mal Gedanken machen über den Ausbildungsstand der Hunde, die zu den Prüfungen gemeldet werden. So manches mal ist es fast eine Unverschämtheit, was da zur Prüfung geführt wird; ein Vereinskollege ist im vergangenen Jahr 200 km gefahren, um mit einem Kollegen zusammen 22 BH-Hunde zu richten, von denen nur zwei bestanden haben! Den ganzen Tag für nix und wieder nix um die Ohren gehauen, hätte er mal lieber mit seinem eigenen Hund an dem Tag geübt...

Jeder Hund, der im Sport geführt wird, egal ob Agility oder SchH, verkörpert den Hundesport und die betreffenden Verbände nach außen, gerade in der heutigen Zeit. Es hat schon seinen Grund, warum die BH als Einstieg in den Sport verlangt. Wir sollten wirklich alle bemüht sein, unsere Hunde auf ehrliche Weise über die BH zu bringen und nicht auf Richter angewiesen zu sein, die auch noch die Hühneraugen zudrücken! Ich habe noch niemals erlebt, auch nicht beim SV und beim härtesten Richter, daß ein Hund, egal welcher Rasse, der die geforderten Leistungen erbringt, durchfällt!

Viele Grüße

Antje

von Kai(YCH) am 08. März 2001 17:05

Hallo Antje!

Ich kenne mich im SchH oder den Prüfungsordnungen wirklich nicht gut aus, Du kannst es mit Deiner Erfahrung im Schutzdienst bestimmt besser beurteilen - dann korrigiere mich.

Ich bin fest davon überzeugt, daß früher oder später eine eigene Prüfungsordnung nur für den Agilitybereich entworfen wird - zumal Deutschland das einzige Land ist, das diese Prüfung für eine Teilnahme an FCI-Agilityturnieren zwingend vorschreibt. Vielleicht erst abwarten bis der SV seine Meinung im VDH geändert - oder weiter an Einfluß verloren hat ;-)

70 % der Punkte - Es klingt so schön mathematisch. Es kommt hierbei doch darauf an, wie der einzelne Richter die Punkte abzieht, also welche Schwerpunkte er setzt. Manche Richter legen z.B. sehr viel wert auf die Schrittfolge, dem Elan des Hundes usw. und ruck zuck sind hier massig Punkte, im Gegensatz zu anderen Richtern (ohne Hühneraugen) abgezogen. Ich behaupte nicht, daß die Richter, die Du wegen ihrer klaren Linie lobst, willkürlich richten. Sie haben und da gebe ich Dir Recht ihre Maßstäbe, an denen sie festhalten.
Es ist aber fraglich, ob diese Maßstäbe in der heutigen Zeit auf andere Rassen (als dem Deutschen Schäferhund) und für den Zweck der Prüfung (z.B. Agility) angemessen sind. "Preußenschritt", ein absolut zackiges Platz aus der Bewegung und Anschreien des Hundes sind für wenige Hundehalter zumutbare Mittel der Ausbildung ihres Hundes. Es herrscht eine ganz andere Einstellung zum vierbeinigen Begleiter, als vielleicht noch vor 15 Jahren.
Versteh mich bitte nicht falsch, ich halte eine Gehorsamsprüfung durchaus für sinnvoll - für den Sport wie auch für den Hund in der Gesellschaft - aber den Sinn mancher Bestandteile für den Hund, der nur Agility betreibt, kann ich so nicht entdecken. Die erforderlichen Leistungen sind wohl eher ein Relikt aus der reinen Schutzhundära.

Ein Vorsitzen habe ich jedenfalls noch in keinem Lauf eines Agilityturniers gesehen. Das einseitige Bei-Fuß laufen wirkt sich sogar negativ auf den Agilitybereich aus. Dieses Verhalten muß dem Hund beim Training erst wieder abgewöhnt werden...


Viele Grüße

Kai

von Stefan(YCH) am 08. März 2001 18:07

Hallo Anna,

: Was muss man alles für so eine prüfung können? Wie sieht so eine Prüfung in etwa aus?

Zusätzlich zu dem, was schon geschrieben wurde kannst Du dem Link unten folgen. Unter Hundeport - Info's findest Du die komplette Prüfungsordnung. Die ist bindend für alle Gebrauchshundsportvereine sowie die Rassezuchtvereine der AZG (also auch den SV)

HTH
Tschüß
Stefan

von Kerstin(YCH) am 08. März 2001 20:09

Hallo Kai,

es gibt noch andere Sportarten als das Agility und den Schutzdienst. Und in denen wird sehr wohl ein Vorsitzen verlangt. Auch denke ich daß eine Begleithundeprüfung sehr wohl zu einem Sport gehört auch wenn sie bei vielen Agilityleuten sehr unbeliebt ist. Mein Hund geht auch zögerlich, wie es so schön in der PO heist, ins Platz und ins Sitz und ich muß ihm das Platzkommando auch ziemlich hart geben allerdings war das strickte befolgen eines Befehls auch schon sein Lebensretter.

Ich betreibe mit meinem Hund Tunierhundesport und darin den Vierkampf. Ich brauche also einen Hund der gut im Gehorsam steht den der Vierkampf besteht aus den Teilen Unterordnung, Slalom, Hürdenlauf und Hindernislauf und beim Hürdenlauf gibt es Punktabzug wen der Hund nicht Fuß (dabei ist das Fuß allerdings ziemlich weit ausgelegt, die Hinterhand auf Kniehöhe reicht) läuft. Auch auf die Gefahr hin daß mich jetzt sämtliche Agilityfans steinigen, ich hab schon mehr Hunde auf Agilityturnieren unkontroliert abhauen sehen als auf Turnierhundeveranstaltungen. Ich habe damals meine BH mit einer Partnerin abgelegt die die Prüfung nur für das Agility gebraucht hat. Es tut mir leid aber bei mir wäre sie durchgefallen, denn meiner Meinung nach muß ein Hund beim Sitz/Platz aus der Bewegung wenigstens selbstständig ind Sitz/Platz gehen ohne daß der Hundeführer daneben stehen bleibt oder sich fast hinkniet, ebenso sollte der Hund zumindest einigermaßen Fuß gehen und nicht vier/fünf Meter nachhängen. Ich kann nämlich einem Hund sehrwohl Fuß auf beiden Seiten beibringen, will ich daß meiner auf der rechten Seite läuft dann heist es halt Hand.

Ich hätte auch nichts dagegen wenn die BH etwas lockere ablaufen würde, allerdings sehe ich sie als notwendig an und übe deshalb auch oft einige Teile daraus. Ich würde es z.B. begrüßen wenn die BH nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen würde, jetzt weden viele sagen, das geht nicht. Ich denke aber doch da es z.B. in der Gehorsamkeitsprüfung der Berner Sennenhunde auch möglich ist, da sagt der Richter an was er sehen will. Mann kann die BH sicher überdenken und verbessern aber für mich ist und bleibt sie für jeden Sport die Grundlage- auch für Agility.

Viele Grüße
Kerstin


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