Begleithundeprüfung :: Hundesport & Freizeit mit Hund

Begleithundeprüfung

von Kerstin u. Arcon(YCH) am 09. März 2001 07:01

Hallo Kai,

Breitensport = Tunierhundesport und im Tunierhundesport ist der Vierkampf eine der möglichen Disziplinen. Außerdem gibt es noch den Hindernisslauf alleine, sowie CSC oder Geländelaufe über 2000 u. 5000m.

Aber wenn du absolut keine Lust auf Unterordnung hast, dann sieht es für dich im Vierkampf schlecht aus, du kannst zwar nicht durchfallen und die Bewerter sehen das mit der UO auch nicht so streng wie z.B. bei einer Begleithundeprüfung, aber sie verlangen schon eine einigermaßen Unterordnung und da werden z.B. die Teile wie Vorsitzen, Sitz/Platz aus der Bewegung, Leinenführigkeit/Freifolge bewertet. Und wenn du darin nicht halbwegs gut bist (bei 60 möglichen Punketen so ca. 45 Punkte) dann kannst du es auch bei den Laufdisziplinen nicht mehr ausgleichen. Aber ein Vorteil hat der Turnierhundesport gegenüber dem Agility, da bei jedem Turnier die UO geprüft wird, brauchst du keine BH auch wenn sie fast alle Teilnehmer haben, sie ist aber keine Pflicht uns du kannst bereits starten wenn dein Hund den Gehorsamsteil gut beherscht auch wenn du vielleicht bis zur BH noch einige Monate daran arbeiten must. Schau mal unter Tunierhundesport.de nach da findest du einiges darüber.

Wie sinnvoll es ist daß nur Mitglieder eines Vereines starten können, darüber läßt es sich streiten aber daß die BH als Voraussetztung vorgegeben wird finde ich nicht so schlecht. Wie bereits gesagt ich kann einen Hund auf beide Seiten Fuß/Hand erziehen, das ist also nicht das Problem. Ich denke es ist mehr die Einstellung zur UO das Problem und irgendeinen Grund muß es ja gegeben haben, daß die BH als Voraussetztung eingeführt wurde, denn soviel ich weiß konnte zu Beginn des Agilitybooms auch ohne BH gestartet werden.

Viele Grüße
Kerstin

von Antje(YCH) am 09. März 2001 06:51

Hallo Kerstin,

: Ich würde es z.B. begrüßen wenn die BH nicht immer nach dem gleichen
: Schema ablaufen würde

Bei der AZG liegt ein Antrag vor, gemäß dem die Reihenfolge der Übungen in der Unterordnung vor jeder Prüfung ausgelost werden soll. Das würde bedeuten, mal beginnst Du mit der Sitzübung, es folgt die Freifolge, dann die Platzübung und zuletzt die Leinenführigkeit, ein andermal beginnst Du mit dem Platz, dann Freifolge usw.

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 09. März 2001 07:03

Hallo Kai,

: Begründung eines älteren Richters nach einer Prüfung:
: "Der Hund hat ja schön gehorcht, aber er war mir zu träge und sie sind
: mir einfach zu langsam gelaufen, deswegen: Durchgefallen." Kann ein
: träger, lustloser Hund denn nicht genauso ein guter und sicherer
: Begleithund sein?

Wenn es so ist, wie Du hier schreibst, warum hast Du keinen Einspruch beim entsprechnden Verband eingelegt??? Dafür, daß ein Hund lediglich etwas langsamer ist, verliert er keine 19 Punkte in 5 Übungen. Oder war es vielleicht doch mehr als nur ein wenig Trägheit? Dauerndes Kopfen mit der Hand am linken Bein, ein schnüffelnder Hund, der im Winkel nicht mitkommt, zwischendurch immer wieder ein "Fuß" oder ähliches (pro unerlaubtem Hörzeichen -2 Pkt.)??? So etwas läppert sich!

Setz doch mal an anderer Stelle an, nicht beim Richter: Wieso schaffst Du es nicht, Deinen Hund zu motivieren? Gerade einen Border bringst Du fast ausschließlich mit Trieb und Spiel über die BH. Was stimmt nicht in der Beziehung zwischen Dir und Deinem Hund? Normal ist es nicht, daß ein Hund nicht gehen will in der UO, wenn in der Beziehung zwischen ihm und seinem HF alles stimmt. Nimm Eure Beziehung mal total auseinander und wenn Du den Knackpunkt findest und entsprechend arbeitest (dafür mußt Du den Punkt aber finden!), sollten mit einem Border 60 Pkt. in der BH nicht unmöglich sein...

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 09. März 2001 07:35

Hallo kai,

: Ich bin fest davon überzeugt, daß früher oder später eine eigene
: Prüfungsordnung nur für den Agilitybereich entworfen wird - zumal
: Deutschland das einzige Land ist, das diese Prüfung für eine Teilnahme
: an FCI-Agilityturnieren zwingend vorschreibt. Vielleicht erst abwarten
: bis der SV seine Meinung im VDH geändert - oder weiter an Einfluß
: verloren hat

Der größte Verband im VDH und auch der AZG ist der dhv, offen für alle Rassen und auch Hunde ohne Papiere und Mischlinge; und auch er, nicht nur der SV, halten hoffentlich an dem System mit der BH bzw. BH-, letzere ist ja wohl schon ein Zugeständnis, meiner Meinung nach dürfte es die gar nicht geben (weia, jetzt gibt's bestimmt Schimpfe...), fest. Geplant ist ja, daß der VDH-Hundeführerschien die BH ersezten sollt, was meiner Meinung nach aber ein Rückschritt wäre (Hund angebunden in der Ablage, kein Schuß, im Verkehrsteil darf der Hund z.B. bei Begegnungen mit Radfahrern etc. ins Platz genommen werden usw.).


: 70 % der Punkte - Es klingt so schön mathematisch. Es kommt hierbei
: doch darauf an, wie der einzelne Richter die Punkte abzieht, also
: welche Schwerpunkte er setzt. Manche Richter legen z.B. sehr viel wert
: auf die Schrittfolge, dem Elan des Hundes usw. und ruck zuck sind hier
: massig Punkte, im Gegensatz zu anderen Richtern (ohne Hühneraugen)
: abgezogen. Ich behaupte nicht, daß die Richter, die Du wegen ihrer
: klaren Linie lobst, willkürlich richten. Sie haben und da gebe ich Dir
: Recht ihre Maßstäbe, an denen sie festhalten.

Es gitb einen Leistungsrichterleitfaden, und an den hat sich jeder Leistungsrichter zu halten. Keienr kann für einen bereich mehr Punkte abziehen als gemäß PO und LR-Leitfaden vorgesehen. Manchmal ist es für den HF nicht ersichtlich, warum ein Hund so viel Punkte verliert, es hat aber seine Richtigkeit. Z.B. machen ein BH- und ein SchH3- Hunde den gleichen Fehler, nämlich "Platz" in der Sitzübung, alles andere an der Ausführung der Übung (Grundstellung, Fußgehen, Schrittzahl, Abrufen, Vorsitzen, Grundstellung, eine Menge, wo man auch noch Punkte bei verlieren kann) war korrekt; hier kostet es den SchH3-Hund nur 3 Punkte, den BH-Hund aber mind. 5 Punkte. Das liegt daran, daß der SchH3-Hund für die Übung nur 5 Punkte erhält, der BH-Hund aber 10. Zieht er dem SchH-Hund 3 von 5 Punkten ab, nimmt er die Übung schon fast ins "mangelhaft"; den BH-Hund läßt er mit 5 Punkten noch mindestens im "befriedigend". Zuschauer können so etwas manchmal schlecht nachvollziehen. Da verhaut ein Hund eine komplette Übung und hat mehr Punkte als ein anderer, der doch fast alles richtig macht (ersterer verhaut einmal eine 5 Punkte- Übung (= "ungenügend"winking smiley, der andere aber vielleicht jeweils 2 Punkte in fünf 10- oder 15-Punkte-Übungen (= "sehr gut" oder "gut"winking smiley. Da läppert sich manchmal sehr viel zusammen; hinzu kommen ganz dämliche Führerfehler, die halt auch Punkte kosten... (bei einem anderen HF wäre der gleiche "Fehler" vielleicht eine geschickt eingesetzte unerlaubte Hilfe, und bei dem muß der Richter das dann ja auch entwerten).


: Es ist aber fraglich, ob diese Maßstäbe in der heutigen Zeit auf andere
: Rassen (als dem Deutschen Schäferhund)...

*LACH* Der DSH als Kommissar Rex, alles angeboren...!!! Sorry, bin jetzt leicht ironisch, denn meine beiden ersten Hunde, die ich gemäß PO geführt habe, waren zwei absolute Handicap-Hunde, einer davon auf Übungsplätzen ein absoluter Exot. Ich kenne Huskys, Chihuahuas und Windhunde usw., welche die BH mit absolut akzeptabelen Ergebnissen gemacht haben, ich selbst habe nicht nur DSH ausgebildet. Auch ein DSH muß das alles erst lernen, und jeder Abkömmlich einer Rasse, die zur Arbeit gezüchtet wurde (Hütehunde, Jagdhunde usw.), macht in der BH keinerlei Schwierigkeiten, wenn richtig und motivierned ausgebildet wird. Wind-, Schlitten- und Herdenschutzhunde sind etwas problematischer, aber das heißt nur, daß die Qualität der Ausbildung und der Mensch-Hund-Beziehung qualitätiv in Ordnung sein muß, dann klappt auch hier die Ausbildung zur BH ohne Probleme.


: "Preußenschritt", ein absolut zackiges Platz aus der Bewegung und
: Anschreien des Hundes sind für wenige Hundehalter zumutbare Mittel der
: Ausbildung ihres Hundes. Es herrscht eine ganz andere Einstellung zum
: vierbeinigen Begleiter, als vielleicht noch vor 15 Jahren.

"Preussenschritt" wird mit Punktabzug bestraft, der HF sollte in normaler Gangart ganz locker gehen. Wo steht in der PO, daß ich meinen Hund anschreien muß? Daß die Schrittzahlen eingehalten werden müssen ist bedingt dadurch, daß der Richter erkennen können muß, ob der Hund jederzeit auf ein Kommando reagiert oder ob der HF mit dem Kommando wartet, bis der Hund gerade mal aufmerksam ist. Ich habe kein Problem damit, meinen Hunden ihre Kommandos dann zu geben, wenn der Richter mir dazu Anweisung gibt oder so, wie es in der PO steht; Probleme damit haben nur HF, die wirklich warten müssen, bis Fiffi mal aufpaßt und dann das Kommando geben oder den Winkel machen können.


: Versteh mich bitte nicht falsch, ich halte eine Gehorsamsprüfung
: durchaus für sinnvoll - für den Sport wie auch für den Hund in der
: Gesellschaft - aber den Sinn mancher Bestandteile für den Hund, der nur
: Agility betreibt, kann ich so nicht entdecken. Die erforderlichen
: Leistungen sind wohl eher ein Relikt aus der reinen Schutzhundära.

Der Sinn ist der, daß jeder, der den Hunddesport nach außen hin verkörpert (und das tut jeder, der an SchH-, Agility- oder THS-Veranstaltungen teilnimmt), einen gewissen Qualitätsstandart mit seinem Hund erfüllt. Das, was die BH verlangt (Sitz, Platz, Fuß und Kommen auf Ruf), ist das, was jeder Hund könne sollte, egal ob SchH oder nicht, und alle der AZG angeschlossenen verbände haben hiermit freiwillig einen Qualitätsstandart angelegt, den unser Gesetzgeber vielleicht bald von jedem Hundehalter fordert; darunter sollten WIR als Hundesportler es doch wirklich nicht tun...


: Ein Vorsitzen habe ich jedenfalls noch in keinem Lauf eines
: Agilityturniers gesehen. Das einseitige Bei-Fuß laufen wirkt sich sogar
: negativ auf den Agilitybereich aus. Dieses Verhalten muß dem Hund beim
: Training erst wieder abgewöhnt werden...

Das Leben besteht nicht nur aus SchH und Agility! Wie oben bereits geschrieben, geht es um einen Qualitätsstandart, so daß man sagen kann, jeder Hundesportler, denn das bist Du, wenn Du Agility betreibst, kann diesen erfüllen.


Viele Grüße

Antje

von Kai(YCH) am 09. März 2001 15:59

Hallo Antje!

Ich habe die BH-A bereits im April ' 00 mit meinem Hund hinter mich gebracht...
Außer, daß er beim Abrufen sehr träge war, einen großen Bogen lief, anstatt direkt zu mir zu kommen und sich beim bei Fuß kurzzeitig entfernte, gab es keinerlei Probleme. Er blockte nicht ab, er war einfach nur etwas lustlos.

Beim Agility brauche ich ihn eigentlich nicht viel zu motivieren, da ist er von sich aus schnell. Er arbeitet viel selbst vorraus. Reagiere ich ein wenig zu spät, oder mache eine kleine falsche Bewegung nimmt er schon das falsche Hindernis. Bei der UO lag es wahrscheinlich zum einen an der Monotonie der Übungen, zum anderen an meiner eigenen Lustlosigkeit, weil ich damals schon Agility machte und daran einfach mehr Spaß hatte - mein Hund scheinbar auch. In der UO war überhaupt kein Fortschritt mehr ersichtlich. Die Prüfungsgruppe machte immer wieder die selben langweiligen Übungen. Mein Hund wäre vielleicht schon ein halbes Jahr früher prüfungsreif gewesen, ich verschob einmal den Termin und mußte deshalb 3 Monate auf den nächsten warten.
Wie kommst Du eigentlich auf den Border? Ich habe einen Mischling. Wir sind in Deutschland zum Glück noch nicht so weit, daß nur BCs Agility laufen ;-))
Hmm - was stimmt nicht in der Beziehung zwischen mir und meinem Hund?
Ich glaube Du übertreibst ein wenig. Eigentlich verstehen wir beide uns ganz gut. Mein Hund ist nicht dominant und ich muß nur sehr selten laut werden. Er zeigt überhaupt kein ängstliches Verhalten mir, Hunden, oder anderen Menschen gegenüber. Er ist sehr lernfähig, intelligent, verspielt, gehorcht auf Sitz und Platz allein durch Handzeichen. Ich kann ihn auch heute noch ohne weiteres für mehrere Minuten ablegen und mich zweihundert Meter entfernen - er bleibt liegen. Das einzigste Manko: Er ist sehr aufs Futter fixiert. Manchmal läuft er weg, wenn ich nicht aufpasse und kommt ein bis zwei Stunden später als runde Kugel wieder zurück. Ich kann ihn im Nachhinein natürlich nicht bestrafen, da die Verknüpfung zum Abhauen nicht mehr gegeben ist, daher ist es mir fast unmöglich diesen Fehler abzustellen.
Also eigentlich keine größeren Probleme. Ich denke, daß es einfach daran lag, daß ich an diesen eintönigen Übungenstunden bei der UO selbst die Lust verlor.

Viele Grüße

Kai


von Kai(YCH) am 09. März 2001 16:23

Hallo Antje,

: Der größte Verband im VDH und auch der AZG ist der dhv, offen für alle Rassen und auch Hunde ohne Papiere und Mischlinge; und auch er, nicht nur der SV, halten hoffentlich an dem System mit der BH bzw. BH-, letzere ist ja wohl schon ein Zugeständnis, meiner Meinung nach dürfte es die gar nicht geben (weia, jetzt gibt's bestimmt Schimpfe...), fest.

Aber Antje, wie kannst Du so etwas böses sagen ;-)

Ist da wieder eine kleine Rivalität zwischen der Schutzhundsparte und dem Agilitybereich zu spüren? Haben die Agilityleutchen es etwa wieder Mal zu einfach? *g*

Zugeständnis an wen?
Die Unterordnungsmuffel auf dem Agilityplatz, die trotzdem, oder gerade deshalb so viel Zulauf (und Spaß) haben?
Oder ein Zugeständnis an die labileren Hunderassen/Zuchtlinien?

Ich finde es nicht schlimm, daß manche Hundchen keine Schüsse vertragen. Sollte Ihnen etwa deshalb eine Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen im Agilitybereich verwehrt bleiben?

Ich hatte auf dem Platz den Eindruck, daß der DSH von der Lernfähigkeit her anderen Rassen überlegen sind. Ein Jagdhund ist doch von der Veranlagung her eher dazu geneigt auf dem Boden zu schnüffeln, oder selbständig zu arbeiten/nach Wild zu suchen. Es gibt engstirnige Hunderassen, meinetwegen Linien. Aber möglich ist die BH bestimmt mit jedem Hund, ob sie in der jetzigen Form notwendig ist, daran zweifle ich aber nach wie vor.

Viele Grüße
Kai


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