BH - wann durchgefallen? :: Hundesport & Freizeit mit Hund

BH - wann durchgefallen?

von Kathi & 2 Akita(YCH) am 08. Juni 2001 07:44

Hallo Sarah,

: In der Prüfungsordnung steht meiner Meinung nach nur drin, wie so eine BH im Idealfall zu absolvieren sei, aber nicht, was man bringen muß, um eben "noch" durchzukommen.

das kann auch nicht drinstehen, da es abhängig vom Richter ist ;-)
Der eine ist großzügig, der andere knallhart.
Um bestehen zu können, müßen 70% der Gesamtpunktzahl erreicht werden.
Früher war es so, daß bei BH-Hunden nicht ganz so genau hingeguckt wurde. Wenn er mal nicht ganz so dicht Fuß ging oder zwischendurch mal gelockt werden mußte war das nicht so tragisch. Der Straßenteil wurde auch sehr unterschiedlich definiert. Meist auf einem Feldweg!
In der heutigen Zeit - im Streß mit den Verordnungen - könnte ich mir vorstellen, daß es nicht mehr ganz so lasch gesehen wird.

Gruß
Kathi

von Antje(YCH) am 08. Juni 2001 08:44

Hallo Kathie,

: : In der Prüfungsordnung steht meiner Meinung nach nur drin, wie so eine BH im Idealfall zu absolvieren sei, aber nicht, was man bringen muß, um eben "noch" durchzukommen.
:
: das kann auch nicht drinstehen, da es abhängig vom Richter ist ;-)
: Der eine ist großzügig, der andere knallhart.

Ganz so ist es ja nun auch nicht... Es wird erst einmal in Wertnoten eigestuft, wenn z.B. eine Übung nicht ganz exakt gezeigt wird, kommt der HF aus dem V raus und ins SG. Bei einer 10 Punkte-Übung (bei der BH gibt es nur 10 Punkte-Übungen) bist Du bei einem Abzug von 2 Punkten aber schon im G (das ist auch ein Grund, warum ein SchH3-Hund bei der Sitz-Übung für den gleichen Fehler weniger Punkte verliert als ein BH- oder SchH1-Hund, die bekommen nämlich 10 Punkte und der Hund ist bei einem Punkt Abzug noch im SG, der SchH3-Hund bekommt nur 5 Punkte für die gleiche Übung und wäre bei einem Punkt Abzug bereits im G). Sooo willkürlich kann ein LR auch nicht zulangen.

Im Allgemeinen drücken alle LRs ein Auge zu, wenn statt der erforderlichen 42 Punkte nur 40 oder 41 erreicht werden und das Mensch-Hund-Team einen guten und harmonischen Eindruck hinterläßt. Dann aber schauen sie im Verkehrsteil meistens noch mal besonderns genau hin und kündigen das auch bei der Besprechung der Unterordnung an.

Ein großes Problem ist, daß in den Vereinen die Leute oft nicht richtig auf die Prüfung vorbereitet werden. So manche HF gehen mit ihrem Hund auf den Platz und verlieren schon alleine dadurch, daß sie z.B. falsch ableinen (was bei einem geschickten HF durchaus eine starke Hilfe sein kann und deswegen entwertet werden muß!) ganz unnötige Punkte. Dann noch ein paar Doppelkommandos, i.d.R. völlig unnötig (aber beim anderen HF vielleicht wieder DIE entscheidenden Hilfe, um den Hund über die Prüfung zu schleusen), nur weil sie nicht in der Übungsstunde darauf hingewiesen worden sind, daß man diese nicht geben darf usw., und schon fängt der HF bei 50 anstatt 60 Punkten an, ohne daß der Hund überhaupt einen Fehler gemacht hat. Dann darf natürlich nix mehr großartig in die Hose gehen! Und geht es schief, dann hört man so Sachen wie "Der Hund hat nur eine 10 Punkte-Übung verhauen und ist deswegen durchgefallen" und der LR mutiert vom Richter zum Henker, dabei hat der auf dem Platz gestanden und die ganze Zeit z.B. das Gebrabbel des HFs anhören müssen, welches die Zuschauer natürlich nicht gehört haben.

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 08. Juni 2001 09:19

Hallo Sarah,

habt Ihr denn niemanden, der Ahnung hat (Ausbildungsleiter???!?) und sich die Sache vorher mal angucken kann? In unserem Verein legen Anfänger bei ihren ersten Prüfungen (BH, SchH1) eine Woche vor dem Prüfungstermin schon mal eine "vorläufige Prüfung" ab, d.h. der Hund wird in allen Sparten nach PO geführt, ohne Hilfen usw., und der Ausbildungswart guckt sich die ganze Sache noch mal an und entscheidet dann, ob er den Kandidaten zur Prüfung zuläßt. Passieren irgendwelche Dinge, dann wird nicht gesagt "Vielleicht geht's ja gut nächste Woche", sondern ein Hund, der in einer Woche nicht prüfungsreif ist, ist das auch nicht in der nächsten! Der HF wird dann erst auf der nächsten Prüfung starten (wir habe drei, manchmal auch vier im Jahr) und hat genügend Zeit, seinen Hund auf einen vernünftigen Ausbildungsstand zu bringen. Hunde bildet man nicht in Wochen aus, dazu benötigt man Monate und Jahre.


: Ist man, wenn der Hund beim Ablegen aufsteht, durchgefallen, auch wenn der Rest der Übungen o.k. war?

"Ablegen unter Ablenkung" ist eine 10 Punkte-Übung. Steht der Hund auf und wird die Übung mit Null komplett entwertet, bleiben dem HF immer noch 50 Punkte, wenn der Rest stimmt. Ob es bei der BH eine Teilbewertung in der Ablage gibt, kann ich jetzt gar nicht sagen, in SchH ist es so, daß es eine Teilbewertung gibt, wenn der Hund ab der ersten Apportierübung des anderen Hundes aufsteht. Bei der BH wird der Hund aber zu diesem Zeitpunkt ja bereits wieder abgeholt.


: Und wie sauber muß denn der Hund "Fuß"-laufen?

In der Leinenführigkeit sollte er an der lockeren Leine laufen, wenn er permanent in der Leine hängt und in den Winkeln um die Ecke gezogen wird, ist das garantiert ein mangelhaft (ohne Scherz, habe ich in BH schon gesehen). In der Freifolge sollte er schon neben seinem Hundeführer bleiben. Optimal ist ein enges und auf den HF konzentriertes Fußgehen und Absitzen, ohne daß der HF Stimm- oder Körperhilfen geben muß. Maschieren die Zwei über den Platz als gehörten sie nicht zueinander, bleiben aber irgendwie in passabeler Gangart zusammen, ohne daß der HF andauernd was brabbeln und sich den linken Oberschenkel blauklopfen muß und der Hund sich einigermaßen richtig absetzt, kommt normalerweise in der BH etwas zwischen einem "gut" und "befriedigend" heraus" (gibt so etwa die Hälfte der Punkte)


: Was muß denn alles so zusammenkommen, damit man durchfällt, bzw. was ist wichtig, damit man gerade noch besteht?

Das kann man so nicht sagen, kommt immer auf die Situation an. Wenn bei einem Hund z.B. die Grundstellung nicht stimmt (der HF jedesmal eine Hilfe geben mu oder dieses unbewußt tut), zieht sich das durch alle Übungen, d.h. er verhaut nicht eine Übung richtig, ist aber in jeder Übung schon mal aus dem V draußen. So etwas läppert sich und kann genausoviel ausmachen ode rgar noch mehr wie eine total verhaute Übung (Zähle mal zusammen, wieviele Grundstellungen gemacht werden müssen, alleine in Leinenführigkeit und freifolge 5!). Dieser Hund kann bei einem zusätzlichen groben Schnitzer genauso durchgefallen sein wie ein Hund, der zwei Übungen komplett versaut.

Heute muß eigentlich in jedem Verein der Ausbildungswart einen Sachkundenachweis haben. In unserem Verband muß man dafür eine 5-tägige Schulung besuchen, auf welcher man auch in das Richten in allen drei Sparten eingeweiht wird, einfach damit die Ausbildungswarte in den Vereinen wissen, wen sie zur Prüfung zulassen können und wen besser noch nicht. War in Eurem Verein denn niemand auf so einer Schulung, die sind eigentlich für alle der AZG angehörenden Vereine vorgeschrieben (SV, dhv, ADRK, KfT usw.). Vielleicht könnt Ihr ansonsten mal einen erfahrenen HF (alle HF, die ab Landesverbandsebene aufwärts geführt haben, kennen sich mit dem Punktesystem recht gut aus) aus einem benachbarten Verein bitten, daß er sich die Hunde ein oder zwei Wochen vor der Prüfung mal ansieht.

Viele Grüße

Antje

von Cindy(YCH) am 08. Juni 2001 09:21

Hallo Sarah,

Martina hat Dir ja schon sehr gut erklärt, wie sich die Punkte zusammensetzen. Wie sie sagte, 42 Punkte müssen erreicht werden, nicht 40.
Genau kann man nicht sagen, wie der einzelne Richter bewertet.
Generell würde ich sagen, Wackelkandidaten haben bei einer BH nichts zu suchen. Manche Richter sind toleranter als andere, aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Vor allem sollte man eines nicht vergessen. Man selbst steht unter Stress, ist nervös, und dann noch im Hinterkopf das Wissen, dass der Hund evlt. nicht so läuft ....
Vor allem, die Anspannung des Hundeführers überträgt sich auf den Hund, und der reagiert dann schon wieder ganz anders als "normal".


Wenn der Hund beim Ablegen aufsteht, z.B. dann kann der Richter je nachdem Punkte abziehen. Genau weiss ich nicht, wieviel, aber ich denke mal, je nach dem kann er alle Punkte abziehen. Abhängig davon, was weiter geschieht. Bleibt der Hund im Kreis, oder rennt er davon. Lässt sich sofort wieder abrufen, etc. Allerdings würde ich nicht mit einem Hund in die Prüfung gehen, der bereits während der Übungsstunden sich nicht ablegen lässt.
Meine Hündin hat sich z.B. während der Prüfung in der Sitzübung hingelegt. Das war uns vorher nie passiert. Aber ich selbst hatte das Sitzkommando im "platz"ton gesagt, und peng, sie lag. 10 Punkte futsch.
War zumindest das Kommentar des Richters. Dann noch ein paar Kleinigkeiten, wie zu weiter Abstand um die Gruppe (HF-Fehler), zwischendurch kurzes Nachhängen, etc. Ende war 46 Punkte.
Wenn da jetzt noch "bekannte" Fehler auftreten, dann war's das.
Eine andere aus unserem Verein wurde vom Richter daraufhingewiesen, dass er ihr einen Punkt abgezogen hätte, weil sie zu breitbeinig hingestanden wäre beim Abrufen. Das wäre Führerhilfe. Sprich, man verliert auch schnell mal Punkte für Sachen, auf die man gar nicht kommt.
Deswegen wäre es mir zu gefährlich, mit einem Wackelkandidaten in die Prüfung zu gehen. Denn da muss dann alles andere stimmen.
Allerdings habe ich auch schon Prüfungen gesehen, da wären einem fast die Tränen runtergelaufen. Und die haben trotzdem bestanden. Kommentar war dann hinterher, als sie bestanden hatten "na bitte, was stellt ihr euch so an! wir haben doch bestanden". Der Richter hatte zwei Augen zugedrückt. Die HFin musste ihren Hund bei der Freifolge mehrmals mit der Hand zurückholen, von HF-Hilfe durch locken, rufen etc ganz zu schweigen.

Ein kleiner Tip am Rande. Wenn Du die Prüfung machst, zieh dich ganz normal an. Also typische Übungsplatzklamotten. Nichts neues, für den Hund unbekanntes. Denn das ist noch ein zusätzlicher "STressfaktor". Sprich, wenn er seine bekannten Kleider sieht, heisst das für ihn automatisch "Übungsplatz". Während eine neue Jeans, neues T-Shirt, neue Jacke erst mal mit was verknüpft werden müssen. Das war der Ratschlag von unseren Ausbildern, und ich denke, das ist auch wirklich gut. Zumindest höre ich das überall. :-)


Viel Glück bei der Prüfung
Gruss Cindy

von Kathi & 2 Akita(YCH) am 08. Juni 2001 09:01

Hi Antje,

bei der BH-Prüfung (DVG) gibt es keine Wertnoten wie V, SG usw.
Und es gibt Übungen mit mehr als 10 Gesamtpunkten.
Habe selber über 30 mal diese Prüfung mit meinen Hunden abgelegt.

Gruß
Kathi

von Antje(YCH) am 08. Juni 2001 09:49

Hallo Kathi,

: bei der BH-Prüfung (DVG) gibt es keine Wertnoten wie V, SG usw.

Natürlich, bei jeder einzelnen Übung. Insgesamt wird die Prüfung nur "bestanden" oder "nicht bestanden", ohne Punkte und WN, aber der Richter muß vom Punkteschema und somit von den einzelnen Wertnoten für die einzelnen Übungen ausgehen (die meisten sagen diese auch bei der Besprechung, "die Übungs Sowieso war im G..." oder so ähnlich).


: Und es gibt Übungen mit mehr als 10 Gesamtpunkten.

Sorry, da hast Du natürlich recht!!! 15 statt 10 Punkte für Leinenführigkeit und Freifolge, muß man ja immer extra ändern im Richterbuch.


: Habe selber über 30 mal diese Prüfung mit meinen Hunden abgelegt.

Gratuliere. Meine Hunde legen die BH halt immer nur einmal ab (außer dem Bulli, der hat öfters), danach kommen dann einige Jahre lang nur SchH-Prüfungen, die meisten auf 3 (Gott sein Dank, ich hasse nämlich diese doppelte Lauferei bei BH bis SchH2, bei der 3 gibt es ja keine Leinenführigkeit). Da zählt man bei Führen immer nur von 10 an Rückwärts in der Freifolge, nicht von 15, das ist irgendwie im Kopf so drinn.

Viele Grüße

Antje

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