artgerechte Aufzucht :: Hundezucht & Hundeaufzucht

artgerechte Aufzucht

von Birgit(YCH) am 01. Februar 2001 22:21

: Hi!
:
: Man sollte eigentlich sogar noch weiter gehen!
:
: Nicht nur bestimmte Dinge abfragen, sondern auch bei den Interessenten mal vorbeifahren um sich selbst ein Bild von den Wohnverhältnissen zu machen.
: Ich weiß, das ist sehr schwierig umzusetzten, aber es wäre schon gut!

Lieber Frank Grelle,

da Sie selbst noch keinen Wurf aufgezogen haben, sondern nur Pate bei einem befreundeteten Züchter sind, waren Sie sicherlich auch bei den meisten Verkaufsgesprächen ( Telefon und allen Welpenbesuchen) life dabei.

Also das mit den Häufchen wegmachen muß meiner Meinung nach nicht sein, dass würde ich den Käufern gar nicht zumuten wollen. Da meine Würfe sehr groß sind und sobald die Welpen gut zu Fuß sind (schnell), dann ist das Häufchen wegmachen ein sportlicher Spießrutenlauf. Wenn ich nicht wesentlich schneller an der Materie bin mit Schaufel und Kelle, sind mir zuvor mind. 9 Welpen durch den Haufen getreten oder haben sich in mein Schäufelchen verbissen. (Die Welpen laufen mir schließlich hinterher) !! Ich hätte viel zu viel Angst, dass die Welpenkäufer bei dem Spießrutenlauf auf ein Pfötchen treten, über einen Welpen stolpern und sich oder nem Welpen noch was brechen.

Wenn ich das Wurfzimmer sauber mache, muß ich alle Welpe woandershin tun. Und ich würde mich schämen, Interessenten, die die halbe Nacht zum Aussuchen gefahren sind, Ihnen zur Begrüßung Schaufel, Kelle und Putzeimer in die Hand zu drücken. Dafür gibts Kaffee und was zu Essen, Fragen werden gestellt von beiden Seiten und beantwortet. Insbesondere Fragen zur Stubenreinheit und weiteren Erziehung und Ernährung erscheinen mir wichtiger behandelt zu werden als zu putzen. In den kostbaren Welpenwachzeiten konzentrieren sich die Käufer auf die Wesensmerkmale und haben ihre Not die Welpen auseinanderzuhalten ( da alle weiß und verschieden markiert)Da ist keine Zeit, mit Schäufelchen auf Hetzjagd zu gehen. Sorry, aber das klingt für mich schon etwas theoretisch.

Da ich auch schon Welpen ins Ausland (Bahamas, Südafrika, ganz Europa) verkauft habe, ist es utopisch, zuvor alle Plätze anzuschauen. Da sich ein Teil der Welpenkäufer erst nach der Geburt bei einem melden, kann ich nicht täglich stundenlang durch Deutschland fahren und mir Plätze anschauen, zwischenzeitlich meine Welpen aber alleine lassen ??
Schön wäre es, wenn man bereits vor dem Deckakt 10 Vorbestellungen hätte, dann hätte man evtl. die Zeit dazu, aber das ist leider auch nicht die Realität.

Und ehrlich gesagt, wenn ich mir einen Hund kaufen möchte und man mir als Test meine Putzfähigkeiten abverlangen würde, würde ich schon etwas an den Praktiken des Züchters zweifeln. Wenn ich mir ein Pferd kaufen gehe und es zuvor als Kaufvoraussetzung ausmisten sollte, also nein ...

Liebe Grüße
Birgit und die Werntaler


von Frank Grelle(YCH) am 02. Februar 2001 00:19

Hallo Birgit!

Also die beiden Würfe die ich begleiten durfte, waren auch sehr groß. Der erst 13 Welpen, der zweite 9 Welpen!
Das nun permanent die Welpen in die Haufen der anderen getreten sind kann ich nicht sagen. Dort war allerdings auch sehr viel Platz. ca. 400 qm Welpenauslauf welcher mehr und mehr erobert wurde, bis dann der Zaun geöffnet wurde und die Welpen auf 5000 qm machen konnten was sie wollten.
Um sich zu lösen, haben die Welpen immer den möglichst weit entferntesten Punkt aufgesucht.

Sie haben mich leider auch falsch verstanden. Wahrscheinlich meine eigene Schuld, wenn man ein krasses Beispiel wählt, stürzt sich alles nur noch darauf!
Natürlich ist Welpensch... entfernen nicht das wichtigste oder gar DAS entscheidungskriterium für einen Welpenkäufer oder nicht. Es sollte auch nicht heißen, das die Interessenten sofort am Tor eine Schafel und Eimer in die Hand gedrückt bekommen!
Es ist einfach ein Teil das dazugehört. Und wenn sich Käufer längere Zeit mit dem Welpen beschäftigen, finde ich es doch nur selbstverständlich, das die dann auch mal die Haufen wegmachen. Jedenfalls wäre es für mich komisch, wenn diese dann nach dem Züchter rufen (welcher sich vielleicht grade im Gespräch mit einem anderen Käufer befindet. Natürlich nicht beim Erstkontakt!) das der Haufen weggemacht werden soll!!!
Natürlich gibts Kaffee, Essen und laaaange Gespräche.
Natürlich beschäftigen sich die Interessenten und Käufer mit den Welpen. Je älter die Welpen werden, umso länger werden die Wachzeiten. Wo bitte ist das Problem nebenbei auch die Häufchen weg zu machen?
Theoretisch ist, das ich es ständig selbst mache. Vor allem wenn ich mehrere Käufer da habe und mich halt grad mal auf jemand anderes konzentrieren muß. Dann bleibts nämlich erst mal liegen!
Und nochmal, es geht hier nicht um den Erstkontakt.

Besuch bei Interessenten:
Wie ich ja schon geschrieben habe, wäre es gut wenn man das machen würde. Das es Fälle gibt, wo das nicht geht ist klar!
Darum aber sollte ich es doch trotzdem nicht aus den Augen verlieren! Und bei den "Langzeitinteressenten" kann ich das problemlos vorher erledigen. Unter anderem ein Grund warum sich mein Freund mit mir zusammengetan hat! Man muß nicht jeden Weg selber machen!

Wie gesagt, der Test ist nicht aufs Putzen beschränkt! Für mich aber ist es ein Aspekt, der das Bild über die zukünftigen Besitzer abrundet.

Ach ja, Sie haben recht. Ca. 90% Vermittlung der Welpen ist über mich gelaufen! Ich habe fast alle Erstkontakte hergestellt, Besuche vereinbart usw.

Es ist sicher nicht so, daß ich die Würfe nur mal eben so ein bischen betreut habe und dann die Patenschaft übernommen habe.
Wir haben die Verpaarung zusammen gewählt, und ich war ab dem ersten Atemzug des ersten Welpen dabei.
Ich war immer da!

Grüße frank

von Andrea(YCH) am 02. Februar 2001 08:33

Ok, Ok, ich glaube jetzt sind wir lange genug auf der Sch... herumgeritten! *ggg*

Frank, in einem muss ich Dir recht geben, wenn die Leute in weisser Hose und Rüschenbluse auftauchen ist was verkehrt.
Ich habe zur Zeit vier Hunde zu Hause, 6 Jahre, 2 Jahre, 8 Monate und 8 Wochen.
Die kleinste haben wir erst am WE geholt und sind 700 km gefahren und waren nur einmal dort und haben den Welpen gleich mitgenommen.
Dazu muss ich sagen das ich Hundesport betreibe und schon jahrelang Hunde halte.
Wenn ich mit einem Züchter rede geht es nicht darum ob ich eine Ahnung von Hunden habe sondern um die Eltern, Abstammung, Erfolge, Arbeitsveranlagung usw.
Diese Hunde werden auch hauptsächlich an Hundesportler abgegeben.
Aber Du hast recht, es kommen ja zu anderen auch oft Leute die ihren ersten Hunde kaufen und da sind intensives kennenlernen sehr wichtig.


von sybille(YCH) am 07. Februar 2001 20:57

Liebe Züchter oder Züchter in spe!
Bin spät, aber www.briard-sos.de hat die ganze letzte Woche gekostet!
Habe alle mails bis heute gelesen, antworte aber doch direkt auf diese mail von Birgit!
Birgit's Bericht ist ganz toll! 2 Anmerkungen von mir:
1. VOR dem Deckackt mindestens 50% der zu erwartenden Welpenzahl(Rüdeninteressenten) geprüft und fest auf der Liste stehen haben!! Sonst stimmt Verhältnis Angebot und Nachfrage nicht! Natürlich unter der Bedingung, daß man entsprechend lange vorher ankündigt, den Wurf machen zu wollen!
2. Nach meiner Erfahrung haben die Besitzer des Welpen den größten Einfluß auf seine charakterliche Entwicklung!! Hast Du als Züchter aber gute Voraussetzungen von Genetik und Aufzucht geschaffen, kann auch ein später beim neuen Besitzer verkorkster Hund sich bei entsprechender Haltung wieder auf seine positiven Erfahrungen seiner Welpenzeit besinnen und normalisieren!

Zusätzliche Erfahrungen (bestätigt durch versch. Literatur):
Schon Welpen zeigen Beschwichtigungssignale (gähnen ist das erste, weitere folgen in Kürze nach körperlicher Reife). Wenn sie also zuviel Stress haben (andauerndes hochheben, stören während des Schlafs, gestresste Mutter, Kälte, Hitze usw., zeigen sie diese Signale! Bißchen Stress ist wichtig, aber nicht zuviel! Oder wenn dann mal welcher war, Zeit zum Abbau der Stresshormone (mehrere Tage) geben!

Neben der Nutzung des Abenteuerspielplatzes ab der 3./4. Woche immer wieder Ruhe- und Rückzugszeiten einhalten. Besucher sind da schwer zurückzuhalten, aber zum Wohle der Hunde... Sie werden schon wieder wach werden, die Welpen!
Da ist es dann natürlich blöd, wenn eine lange Anfahrtszeit nur einen kurzen Besuch zuläßt! Meine derartigen Interessenten kamen in der 6. Woche für ein ganzes Wochenende (alle Parteien auswärts untergebracht, brauchte auch Auszeit zwischendurch! ;-) )So können sie sich gegenseitig kennenlernen! Aber Achtung, schnell entsteht Konkurrenz unter den Interessenten!
Ab der 6. Woche bin ich mit den Welpen pro Tag 1 mal irgendwo auswärts an sicheren Orten gewesen! Man hat mit bestätigt, daß sie so anscheinend prima auf alle möglichen Umwelteinflüsse geprägt wurden! Ohne Stress, denn ein erwachsener, sicherer Hund war ja dabei (Mama, Halbschwester oder Oma!)
Viel Erfolg beim Wurf!!
Sybille mit Patenbriards aus briard-sos.de

von Daggy(YCH) am 09. Februar 2001 03:57

: Ein Freund von mir der Doggen züchtete hat das immer so gemacht. Ist natürlich für so einen Neu-Interessenten ein eindrucksvolles Bild wenn da so 5-8 Dt. Doggen in freudiger Erwartung auf ihn zugestürmt kommen!
:
mache ich mit meinen papillons genauso. die leute kommen in den hausflur und dann lasse ich die meute rein, kaum jemand kann sich da erstmal bewegen, da sie von 7 papis lautstark und freudig niedergeschmust werden.

aber bei so 5-8 doggen stell ich mir das noch ne nummer herrlicher vor! ich denke da weiss man sofort wer ein mensch für diesen hund ist und wer nicht! klasse!

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