Wurfhöhle :: Hundezucht & Hundeaufzucht

Wurfhöhle

von Antje(YCH) am 23. April 2001 12:08

Hallo Monika,

Jana hat es ja schon geschrieben, ich habe DSHs und ab und an auch mal einen Wurf. Ob noch weitere Würfe folgen werden weiß ich jetzt noch nicht, in diesem Jahr gibt es erst mal keinen, und ob es danach noch einen geben wird hängt zum großen Teil auch davon ab, wie sich die letzten Welpen noch weiter entwickeln werden (gesundheitlich und arbeitsmäßig gesehen).


: Von welchen Krankheiten sind Deine Hunde betroffen und was
: machst Du dagegen?

Weia, das ist eine ganze Latte, was da an Krankheiten auf einen DSH-Besitzer zukommen kann. Meine bisherigen DSHs haben schon fast alles gehabt, was man sich denken kann, und bei allem hört man beim Tierarzt "Jaja, DSH, genetische Disposition...". Ich selbst habe schon schwerste HD bei meinen Hunden gehabt bis hin zur Hüftgelenksluxation, chronische Magen-/Darmbeschwerden (Ausbuchtungen im Magen-/Darmbereich, in denen sich Futterreste sammeln und gären), kaputte Bauchspeicheldrüse, issolierten Processus Anconeus (da splittert ein recht wichtiges Knochenteilchen im Ellbogen ab), Caude equina-Syndrom (Nervenbahnen im Wirbelkanal werden durch Bandscheibentrümmer oder eine verschobene Bandscheibe eingeengt), Defekte im Immunsystem (die Hunde leiden dann vor allem im ersten Lebensjahr an Demodex-Milben), chronische Hautprobleme (während /nach der Läufigkeit) usw. Von Freunden und Bekannten weiß ich, daß der DSH mit noch viel mehr zu kämpfern hat.

Gute Frage, was dagegen tun? Ich habe gerade deswegen deswegen mit dem Züchten angefangen, weil ich gedacht habe, irgend etwas verbessern zu können. Dabei selektiere ich auf Leistung und auf Gesundheit. Leider ist es so, daß bei so einer Selektion nicht mehr viel übrig bleibt in der Wahl der Zuchtpartner. Im Moment kenne ich keinen Rüden (zu einem, den ich nicht kenne, kann ich nicht gehen, da ich ja nicht weiß, ob er wirklich gesund ist...), der wirklich das ist, was ich unter "gesund" verstehe, der mit meiner Hündin nicht in den ersten 4 Generationen verwandt ist und der trieblich und härtemäßig zu meiner Hündin paßt. Daher bleibt meine Hündin jetzt erst einmal "leer". Ein Problem ist halt, daß man sowohl im gesundheitlichen als auch trieblichen/härtemäßigen Bereich erst dann etwas merkt, wenn die Hunde bereits älter sind, und dann wurden bereits wieder ein oder zwei Würfe, oftmals sogar Wurfwiederholungen gemacht. Das ist mir zu heikel...

Viele Grüße

Antje

von Monika(YCH) am 24. April 2001 08:27

Hallo Antje

: Weia, das ist eine ganze Latte, was da an Krankheiten auf einen DSH-Besitzer zukommen kann. Meine bisherigen DSHs haben schon fast alles gehabt, was man sich denken kann, und bei allem hört man beim Tierarzt "Jaja, DSH, genetische Disposition...". Ich selbst habe schon schwerste HD bei meinen Hunden gehabt bis hin zur Hüftgelenksluxation, chronische Magen-/Darmbeschwerden (Ausbuchtungen im Magen-/Darmbereich, in denen sich Futterreste sammeln und gären), kaputte Bauchspeicheldrüse, issolierten Processus Anconeus (da splittert ein recht wichtiges Knochenteilchen im Ellbogen ab), Caude equina-Syndrom (Nervenbahnen im Wirbelkanal werden durch Bandscheibentrümmer oder eine verschobene Bandscheibe eingeengt), Defekte im Immunsystem (die Hunde leiden dann vor allem im ersten Lebensjahr an Demodex-Milben), chronische Hautprobleme (während /nach der Läufigkeit) usw. Von Freunden und Bekannten weiß ich, daß der DSH mit noch viel mehr zu kämpfern hat.

Phuu, das tönt ja echt krass. Und das ist alles genetisch bedingt und kommt bei anderen Rassen nicht (oder nur selten) vor? Wieso um Himmels Willen lassen der VDH und der SV so was zu? Die sollten doch ein Interesse daran haben, gesunde Hunde zu züchten, von schwarzen Schafen mal abgesehen.

DSHs gefallen mir eigentlich gut, aber das klingt ja fast nach Horrorfilm. Bin ein Bischen geschockt.

Liebe Grüsse
Monika L.

von Antje(YCH) am 24. April 2001 10:57

Hallo Monika,

: Und das ist alles genetisch bedingt und kommt bei anderen Rassen nicht
: (oder nur selten) vor?

Genau! Jedem Tierchen sein Plessierchen, und das ist bei den einzelnen Rassen nicht anders. Ich war es schon leid, egal, mit was Du zum Tierarzt gegangen bist, immer hieß es "rassetypisch bedingt". Hauptproblem Nr. 1 beim DSH sind Skeletterkrankungen, HD, ED, CES usw. Das hast Du auch in den Arbeitslinien. Dann kommen diverse weitere Dinge hinzu, herabgesetzte Immunabwehr (z.B. T-Zell-Defekte, durch die Demodex-Schübe ausgelöst werden) und Autoimmunerkrankungen, Herpes und so 'nen Kram, sehr häufig sind Bauchspeicheldrüsendefekte (böse Zungen behaupten, vor größerem "Streß" wie Ausstellungen etc. bekämen die Show-Hunde prophylaktisch die entsprechenden Enzyme über's Futter verabreicht, je mehr man davon beim Tierarzt abnimmt, desto billiger wird das Zeug...) usw. Auch andere Rassen sind von genetisch bedingten Krnakheiten betroffen, das stimmt, aber das darf keine Ausrede dafür sein, den ganzen Kram achselzuckend hinzunehmen.


: Wieso um Himmels Willen lassen der VDH und der SV so was zu? Die
: sollten doch ein Interesse daran haben, gesunde Hunde zu züchten, von
: schwarzen Schafen mal abgesehen.

Gute Frage. Wer ist der VDH und wer ist der SV? Immer sitzen Menschen in wichtigen Positionen, die auch private Interessen haben, die überzeugt sind von "ihrer" Rasse oder auch von persönlichen und finanziellen Vorteilen. Frage einen Bulldog- oder Basset Hound-Züchter nach seinen Hunden, und die werden immer antworten, daß die Hunde kerngesund sind und sich pudelwohl fühlen. Jemand, der etwas weiter weg ist vom Geschehen, der wird schon eher kritisch anmerken, daß der Basset Hound vielleicht doch etwas lang und schwer geworden ist für seine inzwischen ziemlich kurzen Beine oder der Bulldog doch einige ernstzunehmenden körperlichen Probleme hat. Wer etwas abgöttisch liebt oder persönlichen und/oder finanzielle Interessen hat, der kann nicht objektiv sein. Daher finde ich den Gedanken einer Rasseliste in Bezug auf den Qualzuchtparagraphen gar nicht so schlecht. Warum sollen nicht übergeordnete Stellen ein wenig auf die gesundheitlichen Probleme der einzelnen Rassen achten? Schlimmer wird's nimmer...


: DSHs gefallen mir eigentlich gut, aber das klingt ja fast nach
: Horrorfilm. Bin ein Bischen geschockt.

Ist nicht verkehrt. Auch ich befinde mich immer wieder in diesem Stadium. Eine Zeitlang flaut dieses Gefühl immer mehr ab, weil man selbst inzwischen Hunde aus sehr ausgesuchten Linien hat, aber dann kommt immer mal wieder ein Hammer, der einen auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Ein Horror ist es für mich, beim Tierarzt zu stehen und zu erfahren, daß man (wieder mal) einen Hund hat, der chronisch krank ist. Ein Horror ist es für mich, einen Hund aufzuziehen, drei bis vier Jahre lang auszubilden, um dann mit Entsetzen die ersten CES-Symptome selbst erkennen zu können. Oder bei einem Rüden, den man gut kennt und von dem man glaubte, er ist pumperlgesund, decken zu lassen und später sich bei ihm CES oder ähliches ankündigt. Dann auf einem Symposium von Wissenschaftlern erklärt zu bekommen, daß die Wirbelsäule des DSHs in fast allen Bereichen weniger beweglich ist als bei anderen Rassen, nur zweischen letzem Lendenwirbel und Kreuzbein, da ist ihre Beweglichkeit größer als normal und fast alle Schub- und Rotationsbewegungen werden über diese eine Bandscheibe angefangen (die dann natürlich meistens ihren geist aufgibt).

An und für sich ist das alles kein Grund, sich an seinem gesunden DSH nicht zu erfreuen, wenn er es denn ist. Will man züchten, dann schlägt einem diese Situation aber schwer auf den Magen, Du glaubst, Du züchtest mit gesunden Tieren, die werden vorne geröngt, hinten und in der Mitte, Du achtest darauf, daß die Hündinnen bei der Geburt und Welpenpflege selbst klar kommen, "klar im Kopf" sind, dabei ihre Arbeit zur Zufriedenheit erledigen, kein spezielles Futter brauchen und schon gar keine Enzyme für die Bauchspeicheldrüse, aber Du weißt nie so ganz, was Dir der Deckrüde mitbringt...

Viele Grüße

Antje

von Monika(YCH) am 24. April 2001 11:43

Hallo Antje

Ich hätte nicht gedacht, dass die Sache mit den Erbkrankheiten so schlimm ist, wie Du schreibst. Das ist ziemlich ernüchternd. Ich hoffe, ich bekomme später einmal einen gesunden Hund, welche Rasse es auch immer sein wird.

Deine Ausführungen sind wirklich fundiert und informativ. Es macht Spass, mit Dir Postings auszutauschen. Danke.

Viele Grüsse
Monika L.

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