Wie muss ich mit Welpen umgehen? :: Hundezucht & Hundeaufzucht

Wie muss ich mit Welpen umgehen?

von Kate(YCH) am 11. Januar 2002 09:07

Hi Antje!

Wenn ich einen Wurf Welpen verkaufe, bleibt mir unterm Strich so viel "Gewinn" übrig, daß es gerade mal für's nächste Decken langt. Dafür erhält der Käufer einen nach bestem Wissen und Gewissen gezogenen Welpen, der vernünftig geprägt wurde, mit der Garantie auf HD-Freiheit, ansonsten steht ihm später unentgeldlich ein weiterer Welpe zu (der mich in der Aufzucht mehrere Hundert Mark kostet). Bis ich mit der Mutter überhaupt züchten durfte, habe ich jahrelang für Prüfungen trainiert, bin deswegen tausende von Kilometern gefahren, habe die Hündin für viel Geld komplett durchröntgen und -checken lassen, nur damit ich sicher bin, daß die Käufer von mir einen gesunden und wesensfesten Hund bekommen, einen, mit dem sie über Jahre viel Spaß haben können, auch wenn sie nicht damit züchten wollen. Bisher waren die Leute zufrieden damit, daß sie nicht in wenigen Jahren tausende von Mark zum Tierarzt tragen mußten, weil der Hund krank ist, daß sie das mit ihm machen können, was sie sich vorgestellt haben (und nicht einen kranken Hund schonen müssen).
:
Ich weiß selber, dass nicht viel Gewinn übrig bleibt, aber einiges doch und jeder der was anderes behauptet, lebt in einer Traumwelt. Ich weiß ja nicht, was du mit deinen Welpen machst, dass du sooooo viele Ausgaben hast, aber ich ziehe meine Welpen ebenfalls unter großem Standard groß und es bleibt unterm Strich dann doch was übrig, wenn auch nicht sonderlich viel, aber sicherlich mehr, als ich fürs Decken bezahle.

Liebe Grüße, Kate

von Antje(YCH) am 11. Januar 2002 10:26

Hallo Kate,


: Ich weiß selber, dass nicht viel Gewinn übrig bleibt, aber einiges doch
: und jeder der was anderes behauptet, lebt in einer Traumwelt. Ich weiß
: ja nicht, was du mit deinen Welpen machst, dass du sooooo viele
: Ausgaben hast, aber ich ziehe meine Welpen ebenfalls unter großem
: Standard groß und es bleibt unterm Strich dann doch was übrig, wenn
: auch nicht sonderlich viel, aber sicherlich mehr, als ich fürs Decken
: bezahle.

Wir können die Karten ruhig aufdecken. Ich nehme 800 DM für eine Hündin und 1000 DM für einen Rüden, wobei ich bisher über 70% Hündinnenwelpen hatte. Meine direkten Ausgaben für den Wurf (die Tausende von Mark, die mich meine Hündin kostet, bis sie in meinen Augen zuchttauglich ist, rechne ich nicht mit) beginnen mit Tupferprobe und ggf. einer Behandlung gegen Keime vor der Hitze (wird von manchen Rüdenbesitzern verlangt). Hinzu kommen einige wenige homöopatische Präparate, mit denen ich den Verlauf der Hitze günstig beeinflussen kann. Meine Hündin wird heute oder morgen belegt, vorher bin ich aber 6 oder 7 mal zu einem bestimmten Tierarzt gefahren (jedesmal 50 km), um einen Abstrich machen zu lassen. Heute Nachmittag oder Nacht fahre ich zum Decken, gut 1000 km, eine Übernachtung im Hotel, Deckgeld = ein Rüdenwelpe. Die Kühltruhe und Schränke sind voll mit recht qualitätvollem Futter, teurer als das übliche, da kommt natürlich im Verlauf der Trächtigkeit und Welpenaufzucht ein Vielfaches dazu. In drei Wochen dann Ultraschall, damit ich die Hündin weiter arbeiten kann, sollte sie nicht aufgenommen haben. Jede Mittagspause fahre ich nach Hause, um die Hündin, die jetzt mehr trinkt, laufen zu lassen (im Zwinger löst sie sich nur wenn's unbedingt sein muß) und, wenn's ein großer Wurf wird (ich hatte noch nie kleine), die Hündin mittags zu füttern = macht zusätzlich ca. 1600 km in der Tragzeit der Hündin. Nach dem Werfen muß der Zuchtwart mind. 3 x kommen, sind für ihn jedes mal 200 km, der Tierarzt kommt mindstens 2 x (zum Impfen), tätowiert und genotypisiert werden die Welpen auch, jeder will Geld haben, auch der Zuchtverband. Dann fallen die üblichen Kosten an für Futter, Strom (Wäremlampe), Einstreu, Verköstigung der Welpenkäufer, die teilweise von sehr weit her kommen, Spiel- und Knabberzeug für die Welpen, ca. zwei Dry Beds etc. werden pro Wurf zerfetzt, in dieser Zeit fällt eine recht hohe Telefonrechung an und auch einiges an Porto, hinzu kommen die sehr teueren Anzeigen in den Fachzeitschriften uswusf. Wenn ich alle Kosten zusammenrechne, dann haben mich meine Welpen bisher in der Aufzucht pro Nase 650 bis 700 DM gekostet. Und ich hatte Glück und bisher immer große Würfe, noch nie einen Kaiserschnitt oder Probleme mit den Welpen, so daß irgendwelche großartigen Tierarztkosten angefallen sind, toitoitoi... Ach so, ich gebe eine "a-Garantie"; erhält ein Welpe aufgrund seines Hüftbefundes vom Zuchtverband keine Zuchtzulassung, dann steht dem Käufer später ein weiterer Welpe zu, der mich natürlich das gleiche gekostet hat.

Natürlich geht das alles auch viel billiger, man kann einen Rüden um die Ecke wählen, die Welpen zum Impfen in die Tierarztpraxis schleifen (wo dann gerade vorher ein Hund mit Parvo oder Zwingerhusten gewesen ist...), sich mit einem billigeren Futter begnügen, sich denken "Nach mir die Sindflut" und keine a-Garantie geben usw. Meinen "Gewinn" vom letzten Wurf habe ich erst dann sicher in der Tasche wenn der letzte Hund des vorherigen Wurfes seinen a-Stempel bekommen hat. Und wenn ich Pech habe und bei einem Wurf die genetik mir einen bösen Streich spielt, muß ich u.U. einen ganzen Wurf anschließend umsonst abgeben. Rechne mir jetzt bitte mal aus, wo ich einen Gewinn mache....

Viele Grüße

Antje

von Kate(YCH) am 11. Januar 2002 20:01

: Natürlich geht das alles auch viel billiger, man kann einen Rüden um die Ecke wählen, die Welpen zum Impfen in die Tierarztpraxis schleifen (wo dann gerade vorher ein Hund mit Parvo oder Zwingerhusten gewesen ist...), sich mit einem billigeren Futter begnügen, sich denken "Nach mir die Sindflut" und keine a-Garantie geben usw. :
: Viele Grüße
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: Antje

Hi Antje!

Klar geht es auch so. Aber unser Stammrüde ist Worldchampion, einige seiner Nachfahren auch. Das gute daran, er lebt wirklich knapp um die Ecke (ca. 40km entfernt). Er und meine Hündin harmonieren perfekt, was man an den Welpen sieht. Die Tierärztin wohnt noch näher (5 Minuten mit dem Auto), verlangt beim Impfen keine Fahrtkosten und gibt so eine Art "Massenrabattt", weil wir auch immer große Würfe haben und weil wir schon "Stammkunden" sind. Ich lasse aber keinen Ultraschall machen, denn das finde ich unnötig. Man merkt ja recht schnell, ob die Hündin aufgenommen hat. Da sie aber nicht "arbeitet", wäre es also auch kein Problem, wenn sie aufgenommen hat und ich merke es noch nicht. Futter kriegt sie in der Zeit das beste und auch um einiges mehr als sonst. Verköstigung der Welpenkäufer fällt weg, da sie komischerweise immer nur die Welpen in den Augen haben und keine Zwit für essen oder trinken haben. Die Papiere vom Zuchtverband kosten auch nicht die Welt und die Wurfabnahme und die Gesundheitsbescheinigung für die Hündin macht die Tierärztin. Anzeigen gebe ich in der regionalen Zeitung auf, das hat bisher gereicht, denn meine Welpen sind ziemlich begehrt. Die Leute rufen ständig an, wann es wieder Welpen gibt. Und da wir widerum in der Redaktion dieser Zeitung jemanden kennen, kommen auch die Anzeigen billiger.

Liebe Grüße, Kate

von amiculus(YCH) am 11. Januar 2002 23:33

Hallo Antje!

Meine Erfahrungen lehren mich, daß nicht alles was auf einer Ahnentafel eingetagen ist immer stimmt.

von Antje(YCH) am 15. Januar 2002 09:44

Hallo Kate,

sicher, es gibt immer mal eine günstige Konstellation, z.B. den passenden Deckrüden um die Ecke oder den Welpenkäufer von nebenan. Habe ich auch schon gehabt, z.B. beim letzen Wurf, da stand der Deckrüde im eigenen Verein. Das gleicht sich aber alles auf längere Sicht wieder aus, in betreffenden Fall mußte ich in zwei großen Zeitschriften Anzeigen schalten, da der Rüde das erste Mal gedeckt hat und man dann einfach mehr Werbung machen muß. Und für zwei solche Anzeigen ist, rechnerisch gesehen, ein Welpe futsch. Anzeigen in regionalen Tageszeitungen kann ich mir schenken, damit erreiche ich meine "Zielgruppe" nicht. Und bisher haben Interessenten, die vorher vier, fünf oder sechs Stunden Fahrtzeit hatten, immer ganz gerne mal etwas gegessen und getrunken, bevor sie wieder die Heimreise angetreten haben, ich selbst war am Wochenende auch froh, nach fünf Stunden Fahrt bei den Besitzern des Deckrüden verköstigt zu werden.

Was hast Du für eine Rasse und für wie viel verkaufst Du die Welpen? Anscheined sind bei Euch keine größeren Gesundheitchecks notwendig. Bei uns kostet das Röntgen der Hüfte plus Auswertung durch den Zuchtverband 150 bis 170 DM, das gleiche in Bezug auf die Ellbogen kostet mich ca. 200 DM, Blutabnahme und Einlagern der DNA kamen, glaube ich, so um die 90 DM, die Genotypisierung kostet noch mal 80 DM. Macht über 500 DM, um den Zuchtverband zufrieden zu stellen. Das ist aber nur das nötigste, die Wirbelsäule sollte durchgecheckt werden, Blutwerte ect. überprüft. Viele fahren nach Koblenz in die Diensthundeschule, um den Gesundheitscheck durchführen zu lassen, der bei der Ankaufsuntersuchung der Diensthunde gemacht wird, um sicher zu gehen, daß ihre Zuchttiere gesund sind. Kostet ca. 600 DM, ist aber, glaube ich, schon ein "Mengenrabatt" abgezogen.

Viele Grüße

Antje

von Antje(YCH) am 15. Januar 2002 09:47

Hallo Amiculus,

: Meine Erfahrungen lehren mich, daß nicht alles was auf einer
: Ahnentafel eingetagen ist immer stimmt.

Kommt wohl auf den Verband an. Wenn genotypisiert wird, dann muß es stimmen.

Ganz abgesehen davon: Ist das der Grund, warum VDH-Hunde Deiner Meinunng nach kränker sind als Hunde der gleichen Rasse ohne Ahnentafel? Komische Begründung, die kann mich irgendwie nich so ganz überzeugen...

Viele Grüße

Antje

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