Hunde aus Inzucht? :: Hundezucht & Hundeaufzucht

Hunde aus Inzucht?

von Susanne(YCH) am 06. Januar 2003 21:50

Hallo Kathi,

ja, das wäre toll. Aber da immer nur bestimmten Moden hinterhergerannt wird, sterben soche "unmodernen" Populationen durch Verwendung von "Modezuchtrüden" genetisch ganz schnell aus. Momentan wird im Osten bei vielen Rassen erheblich Inzucht auf westeuropäische Linien betrieben. In umgekehrte Richtung fließt leider kein Blut. Wieder eine vertane Chance, da Prestige offensichtlich nur mit dem stromlinienförmigen Ausstellungshund zu gewinnen ist.

Grüße von Susanne

von Kathi(YCH) am 07. Januar 2003 05:10

Hi Susanne,

: In umgekehrte Richtung fließt leider kein Blut.

liegt wohl daran, daß der Osten keinen guten Ruf genießt.

: Wieder eine vertane Chance, da Prestige offensichtlich nur mit dem stromlinienförmigen Ausstellungshund zu gewinnen ist.

der Konfektionshund von der Stange ...

Gruß
Kathi

von Cindy(YCH) am 07. Januar 2003 05:23

Hallo Susanne,

: In umgekehrte Richtung fließt leider kein Blut.

Woher weisst Du das so genau? Gilt vielleicht für "deine" Rasse. Heisst aber noch lange nicht, dass das automatisch für alle Rassen gilt.
Kenne einige Rassen, da ist es durchaus so, dass Hunde aus dem Osten in den Westen kommen.

Gruss Cindy

von Cindy(YCH) am 07. Januar 2003 05:25

Hallo Susanne,

: und gemeinerweise nicht in der ersten oder zweiten Nachzuchtgeneration, sondern vielleicht erst 20 Jahren später.
: Wenn sich das Allel schön in der ganzen Rassepopulation ausgebreitet hat, weil dank Linienzucht jeder mit jedem verwandt ist...
:

Seit wann ist eine Linie gleich die ganze "Rasse"??????????

Gruss Cindy

von Cindy(YCH) am 07. Januar 2003 06:03

Hallo Susanne,

: beide Hunde Sebadenitis?

Wenn Du Tierzucht studiert hast, dann solltest Du wissen, was "Träger" bedeutet. Und wo der Unterschied zwischen "Träger" und "erkrankt" liegt. Ich schrieb "beide Elternteile sind Träger". Nicht, dass beide Elternteile Sebadenitis haben.
Und für Sebadenitis gibt es noch keinen Gentest. Obwohl sich diejenigen, die sich damit befassen, zu 99% davon ausgehen, dass es sich um einen autosomal rezessiven Erbgang handelt.

:Und? Mal in den weiter zurückliegenden Generationen nach gemeinsamenen Vorfahren geforscht?

*hochgezogeneaugenbraue
Soll da jetzt Sarkasmus durchklingen?
Selbstverständlich haben wir "mal in den weiter zurückliegenden Generationen rumgeforscht".
Beim Vater habe ich in 4. Generation einen Rüden gefunden, den ich definitiv als SA-Träger (nur zur Erinnerung, nicht erkrankt, nur Träger) festmachen konnte. Aufgrund anderer bekannter SA-Fälle.
Von Seiten der Mutter ist mir nichts bekannt. Und da beide zumindest bis in die 6. Generation hin keine gemeinsamen Verwandten haben, was übrigens einem Inzuchtkoeffizienten von unter 0,01 oder unter 1 % macht, kann man das ganze wirklich überstrapazieren, indem man hier der Inzucht die Schuld gibt.
Auch wenn man noch so ein "Out Cross"-Fan ist. Ab einem gewissen "Verwandtschaftsgrad" kann man nicht mehr von Inzucht sprechen. Sonst wären alle Tiere einer Population, wenn man sie denn nur weit genug zurückverfolgen könnte, "Inzucht". Damit schliesse ich jetzt wildlebende Tiere ein. Denn irgendwo findet sich immer ein wie auch immer gearteter Verwandter.

:Ich habe bisher relatives Glück gehabt, und mein Junghund stammt aus einer Verpaarung ohne Ahnenverlust in 5 Generationen.

Also, kein Ahnenverlust in 5 Generationen bedeutet für dich, dass hier keine nennenswerte Inzucht mehr vorhanden ist? Oder verstehe ich diese Aussage jetzt falsch?
Wenn ja, dann ist die von mir erwähnte Paarung auf gar keinen Fall Inzucht.

: Bessere Argumente gegen die Inzucht sind nachzulesen im äußerst empfehlenswerten Buch von Helmut Wachtel "Hundezucht 2000".

smiling smiley, weisst Du, auf einer Vortragsreihe in den USA 2001 haben zwei anerkannte Koryphäen auf dem Gebiet der Tierzucht, speziell sogar Hundezucht, Vorträge über das Thema gehalten. Der eine war ein totaler Gegner der Inzucht, der andere war total für Inzucht. Wenn's nach dem gegangen wäre, würde man fast überhaupt keine Out Cross Paarungen machen.
Beide übrigens mit PhD, und allem möglichen an akademischen Titeln. Also, dürften sie schon zumindest Ahnung haben, wovon sie reden.
Man kann's in beide Richtungen übertreiben.

Willis definiert Inzucht folgendermassen:
"wenn die Elterntiere näher verwandt sind, als der Durchschnitt der Rasse".
Danach ist Inzucht ein relativer Begriff.
Abgesehen davon, was machst Du, wenn Du nur kleine Populationen hast? Aussterben lassen, um Inzucht um jeden Preis zu vermeiden?
Ich rede hier von einer Rasse, bei der 50 Welpen pro Jahr schon viel sind. Obwohl die Welpenzahlen langsam steigen. Und auch einiges an Fremdblut dazu kommt. Trotzdem wird sich ein gewisses Mass an Inzucht so lange nicht vermeiden lassen, bis die Population eine gewisse Anzahl an Tieren und Linien überschritten hat.
Es gibt also noch andere "Vorteile" der Inzucht, ausser "den Rassetypus" zu festigen. Aber dazu muss man eben seine Scheuklappen abnehmen. Oder glaubst Du, dass z.B. die Altdeutschen Hütehunde ohne eine, im Vorfeld natürlich sorgfältig geplante, Inzucht als Rasse überleben können?
Von reiner Inzucht rein um des Typs willen, wie es z.B. Jean Lyle vom Wycliffe-Kennel in den USA gemacht hat, davon halte ich auch nicht viel. Zumindest nicht, wenn man es derart übertreibt. Aber ab und an Verpaarungen einzuflechten, die einen geringen Verwandtschaftsgrad aufweisen ist nun wirklich kein Verbrechen. Und genau darum geht es mir beim Thema Inzucht.
Beim Menschen ist ein Inzuchtkoeffizient von 6,25% rsp 0,0625 legal.
Also sollten wir bei den Hunden vielleicht nicht gerade päpstlicher sein, als der Pabst, und schon bei weit geringeren Koeffizienten aufschreien, wie "schlecht doch die ganzen Züchter sind".

Gruss Cindy

von Kathi(YCH) am 07. Januar 2003 07:34

Hi Cindy,

: Beim Menschen ist ein Inzuchtkoeffizient von 6,25% rsp 0,0625 legal.
: Also sollten wir bei den Hunden vielleicht nicht gerade päpstlicher sein, als der Pabst, und schon bei weit geringeren Koeffizienten aufschreien, wie "schlecht doch die ganzen Züchter sind".

alles was unter 15% liegt, fände ich schon ideal. Bei seltenen Rassen, z.B. Islandhund, war (oder ist) sogar nur ein Wert von 25% angestrebst. Bei vielen Zuchten liegt der Wet um 30% und höher. Das finde ich nicht sehr päpstlich ;-)
Soll aber jetzt auch nicht verallgemeinert sein - gilt aber für viele.

Gruß
Kathi

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