3 Monate alter Rüde beißt andauernd :: Mein erster Hund

3 Monate alter Rüde beißt andauernd

von Kerstin(YCH) am 22. August 2002 17:50

Hi Rika,

möchte nur zum Besten geben, dass wir auch einen Rüden haben, der uns als Welpe in die Hände zwickte. Das ließ mit den Monaten mehr und mehr nach (er ist jetzt 1 Jahr). Wir haben das einfach ignoriert. Unsere Rasse ist mit ca. 2-3 Jahren voll entwickelt und im Wesen gefestigt, so dass davon auszugehen ist, dass unser Vierbeiner ab 2 Jahren etwas ruhiger wird. Er ist ein sehr aktiver Rüde. Ich weiß nicht, wie lange Dein Hund zur Wesensfestigung braucht. Sehr wichtig ist von Anfang an die Konsequenz.
Cindy hat das Wesentliche schon geschrieben, was Du Dir zu Herzen nehmen solltest.

VG
Kerstin


von Alex & Aris(YCH) am 22. August 2002 18:02

Hallo,

......ich hoffe deine Meldung ist kein "Fake"!

Wenn nicht, dann möchte ich dir SEHR empfehlen, dir die Antwort von CINDY zu Herzen zu nehmen!

Besser kann man es nicht schreiben!!!

Und bitte lass den Unfug, zu dem dir die Hundetrainerin geraten hat!!!

Liebe Grüsse

Alex & Aris

von Ewald(YCH) am 23. August 2002 00:56

Hallo Cindy

Auch auf die Gefahr hin, dass ich nicht so kompetent bin, aber für mich klingt es doch auch nach einem Dominanzproblem. Nicht in dem Sinn, dass der Welpe die Nummer eins werden will, dass kommt dann später auch noch, nein er erkundet spielerisch seine Grenzen. Das Dominazproblem liegt also beim Hundführer und bei der konsequenten Festlegung dieser Grenzen.

Bei uns im Rudel sind die acht Wochen alten Welpen auch in dieser Phase, dass sie an ihren Geschwistern, an der Mutter und mit Vorliebe an den Tanten und Halbschwestern rumkauen. Dies geht solange bis eine Wahrnung kommt, fruchtet diese Warnung nicht, so wird fast immer geschnappt. Der Griff ins Fell des Welpen (nicht das schütteln) ist eine Kopie dieses Verhaltens. Damit unterschreicht der erwachsene Hund, dass es nun reicht, mehr passiert noch nicht, da die Kleinen noch immer ihren Welpenbonus haben.
Unter sich wird bei den Welpen solange rumgezwickt, bis sich einer ergibt. Dies ist zwar noch spielerisch, aber beim letzten Wurf durften wir mit einer acht Wochen alten Hündin zum Tierarzt die Löcher flicken - dies war reinstes Dominanzgehabe, keine wollte sich unterordnen.

Mit Deiner Anleitung, wie man die Beisserei in den Griff bekommen kann, bin ich allerdings voll einverstanden - sehr gut beschrieben. Bei sehr hoch im Trieb stehenden Hunden (haben wir) hat es sich auch noch bewährt, mit der Hand tote Beute zu spielen. Der Welpe hat die Hand zwar im Mund, aber sie bewegt sich nicht, in der anderen Hand ist eine weiche Beisswurst oder eine alte Socke, die in Bewegung ist.

Na ja, ich finde die Wahl der Rasse und des frechen Rüden auch nicht so toll, aber dies sind Probleme die noch in den Griff zu kriegen sind. Steckt man die Grenzen konseuent hat man dafür später weniger Probleme mit den WIRKLICHEN Rangordnungskämpfen.

In diesem Sinne

freundliche Grüsse

Ewald

von Cindy(YCH) am 23. August 2002 23:15

Hallo Ewald,

: Auch auf die Gefahr hin, dass ich nicht so kompetent bin, aber für mich klingt es doch auch nach einem Dominanzproblem. Nicht in dem Sinn, dass der Welpe die Nummer eins werden will, dass kommt dann später auch noch, nein er erkundet spielerisch seine Grenzen. Das Dominazproblem liegt also beim Hundführer und bei der konsequenten Festlegung dieser Grenzen.
:

Von der Seite des Halters her betrachtet gebe ich Dir Recht. Da könnte es später mal zu Dominanzproblemen kommen, wenn sie nicht lernen, konsequent und bestimmt ihre Regeln durchzusetzen. Daran habe ich jetzt nicht gedacht.
Ich ging jetzt allerdings davon aus, dass die Trainerin vom Hund ausging. Und bei dem Alter würde ich sagen, dass Hund erst mal am Lernen ist, wo seine Grenzen sind. Denn das muss Hund ja auch lernen und dazu muss er ja ausprobieren, wie weit er gehen kann, bzw. allgemeiner gesprochen, und nicht nur auf das Zwicken bezogen, ein Hund muss in dem Alter neugierig sein und rumprobieren, dadurch lernt er. Im Fall des Zwickens lernt er Verhaltensregeln, in anderen Fällen lernt er anderes. Und in diesem Alter akzeptiert er die Regeln auch schneller.
Selbstverständlich ist es problematisch, wenn Klein Hundi keine Regeln gesetzt bekam, und dann auf einmal in das Rüpelalter kommt und dann auch erwachsen wird. Dann wird Hund sich dagegen wehren, auf einmal Einschränkungen auferlegt zu bekommen, und damit hat man dann seine Rangprobleme.
Aber, und das stört mich etwas an der Aussage der Trainerin, die Leute sind mit Wörtern wie Dominanzproblem, Rangordnungsproblem sehr schnell bei der Hand. Und die Leute glauben einem Ausbilder doch, denn der hat ja das nötige Wissen, oder auch nicht. Also wird das ganze bereits beim jungen Hund unter "Rangordnungsproblem" fein säuberlich in die Schublade gesteckt, und vielfach kommen die Leute den Rest ihres Lebens nicht mehr von dem Trip runter. Leidtragender ist der Hund.
Oder, anderes Beispiel. Vor einiger Zeit kam eine junge Frau zu uns in den Verein. Junge Hündin (3 Monate) einer Gebrauchshunderasse. Noch dazu Leistungszucht. Die Frau selbst eine ganz liebe Person, aber ihre ganze Art drückt aus, dass sie nicht zu der Sorte Person gehört, die Durchsetzungsvermögen haben. Gleiches Problem, Hundi schnappte und zwickte, was das Zeug hielt. Hing ihr ständig an Armen und Beinen. Sie war bereits bei einer "Verhaltenstherapeutin" gewesen, die eine "übermässig gesteigerte Aggressivität" festgestellt hatte, und ihr geraten hatte, die Hündin einschläfern zu lassen. Ernsthaft. Die Frau war mit den Nerven fertig, da sie bereits sehr an der Kleinen hing.
Wir meinten dann, sie solle doch nochmal mit den Züchtern über ihr Problem sprechen, vielleicht wüssten die was, oder wenigstens, ob die Hündin bei denen auch schon so war. Dreimal darfst Du raten, was sich herausstellte. Die Züchter hatten bereits angefangen, mit den Welpen richtige "Beutespiele" zu spielen. Und zwar mit Armen und Beinen der Menschen. Vor allem Hosenbeine und Pulloverärmel. Um den Beutetrieb so richtig zu puschen. Der Stempel Dominanzproblem oder in dem Fall Aggressivität ist schnell aufgedrückt. Nur sollte man als Trainer kompetent genug sein, zu wissen, was in welchem Alter am ehesten der Fall ist. Und versuchen, den Leuten die Zusammenhänge zu erklären.

: Der Griff ins Fell des Welpen (nicht das schütteln) ist eine Kopie dieses Verhaltens. Damit unterschreicht der erwachsene Hund, dass es nun reicht, mehr passiert noch nicht, da die Kleinen noch immer ihren Welpenbonus haben.

Jo, aber zwischen einem Griff ins Fell, und Nacken schütteln ist ein Unterschied. Und wenn ich sehe, auf welche Art viele Leute das Nackenschütteln praktizieren, ähm, na ja, lassen wir das.


: Unter sich wird bei den Welpen solange rumgezwickt, bis sich einer ergibt. Dies ist zwar noch spielerisch, aber beim letzten Wurf durften wir mit einer acht Wochen alten Hündin zum Tierarzt die Löcher flicken - dies war reinstes Dominanzgehabe, keine wollte sich unterordnen.
:

Untereinander, in ihrer Altersklasse. Aber hätten sie sich auch so gegenüber erwachsenen Mensch/Hund verhalten? Ich habe es bei den Würfen, die ich aufwachsen sehen habe, noch nicht erlebt, dass die Kleinen Zurechtweisungen der Mutter rsp. der Menschen nicht akzeptiert hätten. Selbst wenn sie sich untereinander aufgeführt hatten wie die Berserker. smiling smiley) Obwohl, genäht werden musste noch keiner.

: Na ja, ich finde die Wahl der Rasse und des frechen Rüden auch nicht so toll, aber dies sind Probleme die noch in den Griff zu kriegen sind.

Sie sind in den Griff zu bekommen, mit Durchsetzungsvermögen, Konsequenz, Geduld und vor allem DurcHALTEvermögen. Nicht nach dem Motto, nach zwei Tagen hat sich noch nichts geändert, also bringt das nichts. Das ist der grösste Fehler, den man machen kann. Dass man zuviel zu schnell erwartet, meine ich.

confused smileyteckt man die Grenzen konseuent hat man dafür später weniger Probleme mit den WIRKLICHEN Rangordnungskämpfen.
:

Da stimme ich Dir vollkommen zu.

Gruss Cindy

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