Hund und berufstätig - geht das? :: Mein erster Hund

Hund und berufstätig - geht das?

von Pat(YCH) am 30. Januar 2003 20:09

Hallo

Wir planen ab Mitte März einen Hund aus dem Tierheim zu uns zu nehmen. Ich bzw. mein Lebenspartner werden dann ca. 1 - 2 Monate rund um die Uhr zuhause sein, damit er sich an uns, das neue Heim und auch an unsere zwei Katzen gewöhnen kann. Zudem werden wir mit ihm einen Hundeerziehungskurs besuchen und ihn dann auch schrittweise ans Alleinbleiben gewöhnen.

Danach wird er jeweils 3 x pro Woche ca. 5 - 6 Stunden (vormittags) alleine zuhause bleiben müssen. Ist das realistisch?

Ich bin dankbar für eure Meinungen und Erfahrungen (positiv oder negativ).

Liebe Grüsse
Pat

von Antje(YCH) am 30. Januar 2003 20:47

Hallo Pat,

weia, bei den Antworten auf Deine Frage werden wieder Welten aufeinander treffen... ;-)))


: Danach wird er jeweils 3 x pro Woche ca. 5 - 6 Stunden (vormittags) alleine zuhause bleiben müssen. Ist das realistisch?

Ich bin Hundehalter und ich bin voll berufstätig... (jetzt hab ich mich geoutet). Meine Hunde sind während meiner Arbeitszeit im Zwinger. Habe ich Welpen, so wie jetzt, bin ich natürlich den ganzen tag zu Hause.

Morgens ab 5 bin ich mit jedem Hund einzeln eine halbe Stunde unterwegs, anschließend gibt's Futter und es geht ab in den Zwinger. Mittags fahre ich häufig nach Hause, klappt aber nicht immer (die Hunde haben die Möglichkleit sich zu versäubern). Nachmittags geht es erst mal eine Runde pieseln bzw., wenn keine Arbeit ansteht, auf eine größere Runde (oft vor dem Fahrrad im Gespann). Je nach Jahrszeit sind sie dann im Haus bzw. laufen rein und raus, wie sie wollen, und fast jeden tag wird was gearbeitet (Fährte, Unterordnung, Schutzdienst, Konditionstraining). Gegen 23.00 Uhr gehen die Hunde noch mal raus, und um 5 heißt es dann am nächsten Morgen wieder aufstehen... So geht das viermal die Woche, Freitags bleibt zumindest die alte Hündin meist ganz im haus, da bin ich nicht so lange weg. Und am Wochenende, da ist meist volles Programm für die Hunde...

Meine Hunde haben ihre Hauptruhephase von morgens bis nachmittags. Das merke ich nicht nur an ihrem Verhalten, sondern auch daran, daß meine Hündinnen bisher immer vormittags geworfen haben. Schon meine Jagdhündin hat sich, kurz nachdem ich zur Arbeit gefahren bin, vom Frühstückstisch meiner Eltern weg auf ihren Platz unter meinen Schreibtisch verkrümmelt, hat dort den Tag verschlafen und ist kurz bevor ich Feierabend hatte wieder bei meinen Eltern aufgetaucht. Tagsüber hat man sie kaum bemerkt, außer wenn der Briefträger kam (das war der einzigste Mensch den sie nicht leiden konnte).

Hat man nicht gerade einen Problemhund und stimmt das Umfeld, dann sehe ich kein Problem darin, daß ein Hund dreimal die Woche vormittags alleine zu Hause bleibt. Allerdings muß man sich klar machen, daß dann nicht mehr viel Zeit für andere Dinge bleibt. Friseur, Kino, Zahnarzt, Besuch bei Freunden, so etwas verschiebe ich alles auf den Urlaub, selbst den Einkauf muß man gut planen, man kann nicht mal eben nach Feierabend noch Shoppen gehen und ungeplante Überstunden sind auch nicht drin...

Viele Grüße

Antje

von Pat(YCH) am 30. Januar 2003 20:53

Liebe Antje

Besten Dank für deine Antwort. Ist beruhigend zu hören, dass es mit einer gewissen Disziplin geht. So wie ich aus deinen Zeilen lese, ist es wichtig, dass man dem Hund gewisse Leitplanken gibt (Spaziergang, Fütterung, etc. möglichst immer im gleichen Turnus=, damit er sich wohl fühlt.

Hoffe es klappt bei uns.

Wünsche dir noch einen schönen Abend.

Gruss
Pat

von Antje(YCH) am 30. Januar 2003 21:10

Hallo Pat,

damit sich der Hund wohl fühlt muß er einfach ausgelastet sein. Die "Leitplanken" braucht eher der Hundehalter, um manchmal den inneren Schweinehund zu überwinden, z.B. morgens um 5, wenn draußen Matschwetter ist und einem im Dunkeln ein ekliger Wind und Schneeregen ins Gesicht bläst, oder wenn man einen stressigen Arbeitstag gehabt hat und man sich einfach erst mal hinsetzten will nach der Arbeit. Wenn man dann nicht mechanisch mit dem Hund nach draußen gehen würde käme er bestimmt manchmal zu kurz. Aber meistens ist das nur so ein Tiefpunkt, den es zu überwinden gilt, ist man über den drüber macht es wieder Spaß... Aber natürlich nutzt der feste Rhytmus auch dem Hund, er weiß, wann er sich feste zusammenringel und schlafen kann und daß jetzt erst mal keiner kommt, ist also nicht immer auf halbacht.

Ich denke mal, nicht jeder Hund, der tagsüber nicht alleine bleiben muß, ist wirklich ausgelastet. Wenn man in einigen Familien, "wo immer jemand da ist", mal die Zeit zusammenrechnet, wo sich wirklich um den Hund gekümmert wird, schneiden viele Hunde berufstätiger Halter weitaus besser dabei ab. Das werden nun einige Leute auch anders sehen, aber ich werte die Qualität in der Beschäftigung mit dem Hund höher als die Quantität, wo man neben dem Hund nur herlebt. Natürlich kommt es auch immer auf den Hund an, es wird wahrscheinlich auch einige Sensibelchen geben, die es nicht verkraften, wenn man sie alleine läßt. Und im Gegnzug dazu gibt es die Gelassenen, die das Alleinebleiben von vorne bis hinten verschlafen...

Viele Grüße

Antje

von Maria(YCH) am 30. Januar 2003 23:29

Hallo Pat

Ich finde den Zeitraum, in dem Dein Hund alleine bleiben soll in Ordnung, vorausgesetzt, er kann überhaupt einigermassen stressfrei alleine bleiben und er wird sonst genug beschäftigt. Einen ganzen Arbeitstag lang, 5x die Woche würde ich meine Hunde nicht alleine lassen. Das sind sicher Ansichtssachen, aber meiner Meinung nach ist ein 8-9 Stunden Arbeitstag und je nach dem auch noch ein entsprechender Arbeitsweg zuviel der Abwesenheit, wenn sich sonst niemand um die Hunde kümmern kann. Hunde machen zwar einiges mit und ich finde es immer wieder bewundernswert, wie sie sich auf die verschiedenen Situationen in unserem Leben einstellen können, aber ich denke, irgendwann muss gut sein. Allzu oft werden aus den geplanten 6 Stunden Abwesenheit, 7 Stunden und dann 8 Stunden usw. Ich bin froh, dass unsere Hunde alle problemlos alleine bleiben können, aber ich muss es nicht bis an die Grenze treiben, wie man es leider häufig hört und mitbekommt. Und dies ist allgemein zu verstehen und bezieht sich nicht auf Antjes Posting. Zu diesem kann ich mich nicht weiter äussern, da sie nicht näher geschrieben hat, wie lange sie tatsächlich am Stück abwesend ist, bzw. wie weit es bis zur Arbeit noch ist usw.

Und das schlechte Image (auch dies ist ganz allgemein und nicht auf Antjes Posting bezogen) des Zwingers z.B. hat man doch wirklich nur durch die Menschen, die ihre Hunde da den ganzen Tag sitzenlassen. So ein Zwinger kann für den Hund durchaus eine vernünftige Unterbringung sein, aber wie immer: Das Mass machts. Und leider können die Menschen offensichtlich gar nicht anders als zu übertreiben, egal in welche Richtung.

Viele Grüsse

Maria

von Jörg(YCH) am 31. Januar 2003 07:12

Hallo Pat,

prinzipiell gibt es eigentlich nichts dagegen einzuwenden, daß der Hund auch mal ein paar Stunden alleine ist. Er sollte aber langsam daran gewöhnt werden. Probleme sehe ich nur, weil Du schreibst Du möchtest Dein Hund aus dem Tierheim (was ich grundsätzlich begrüße). Mir wollte man im Tierheim keinen Hund geben, da ich zugegeben habe, daß ich zeitweise beruflich ein paar Stunden unterwegs bin (ich bin Selbstständig und arbeite überwiegend zu Hause), obwohl ich jemanden hatte, der sich dann um den Hund kümmert. Ich habe mir dann einen Welpen geholt, da mir das mit dem Tierheim auf die Neven ging.

Gruß Jörg und Merlin (hat bald seinen 1. Geburtstag)

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