Was muss sich bei der Hundezucht ändern? :: Hundezucht & Hundeaufzucht

Was muss sich bei der Hundezucht ändern?

von Liesel am 10. Juli 2009 10:56
Der Dortmunder Appell mag ja gut sein, zeigt aber keine praktischen Lösungsvorschläge auf, sondern nur Parolen. Was genau müsste sich denn in den Zuchten ändern, in der Zuchtselektion, den Standards?

Rassen sind ja für verschiedene Zwecke ursprünglich gezüchtet worden, man kann deshalb diese Forderungen nicht vereinheitlichen. Wie soll man auf die unterschiedlichen Probleme bei Kleinst-, Klein-, mittelgroßen, großen und Riesen-Rassen eingehen?

In meinem Verein war vor Kurzem ein offenes Agility-Turnier, dort startete in A1 Mini ein Chihuahua (leider ein Dis). Das hat mir gezeigt, dass auch so kleine Hunde fit, sportlich und ganze Kerle mit dem Herz am rechten Fleck sein können, statt nur auf dem Arm von Partygirls, skurrillen Modeschöpfern oder einsamen alten Jungfern durchs Leben getragen zu werden.

Wir sollten hier mal ein Brainstorming machen mit Vorstellungen für die verschiedensten Kategorien Hund, vielleicht kann man das Ganze zum Schluss katalogisieren und die aktiven Mitglieder diverser Zuchtvereine hätten Anregungen, wie man an ihrer Rasse etwas verbessern könnte. Natürlich mit Begründung, was man damit verbessern will.

Ich fange mal an:
Rassen mit verkürztem Fang:
Als Zuchtvoraussetzung eine Konditionsprüfung, die der Rassegröße angemessen wird. Ebenso als Gesundheitsvorsorge ein EKG.

Sollte eine Übertypisierung dazu führen, dass der Hund wegen Atemprobleme kein Mindestmaß an Bewegungskondition mehr hat, sollte er aus der Zucht fallen, das gilt dann auch für plattnasige Kleinhunde wie Mops und Pekinese. Obergrenze für große Rassen sollte die Ausdauerprüfung der AZG sein (20km Traben am Rad bei etwa 15 km/h), Untergrenze für Kleinhunde 30 min Traben bei 6 km/h (gutes Walkingtempo des Menschen).

LG, Liesel

PS: das ist keine Umfrage für Züchter, sondern für Hundehalter!!! Die sehen es aus dem besseren Blickwinkel.

Was muss sich ändern?

von Yvonne & Ari am 10. Juli 2009 12:54
Tja Liesel, als nur Hundehalter ist es schwer, dazu etwas zu schreiben ohne gleich in ein Fettnäpfchen zu treten....

O.K. ein Hund sollte bei mir:

- eine normale Schnauze/Fang haben,
- nicht zu klein gezüchtet werden (ich meine jetzt nicht kleiner als Westi-Größe),
- Schäfis sollten endlich wieder einen normalen, geraden Rücken haben,
- Collies sollten nicht mehr wie kleine aufgeplatzte Sofakissen aussehen und keine Schisser mehr sein,
- richtige/reine Arbeitshunde (Herdenschutzhunde, Jagdhunde, Border, Aussies usw.) sollten nicht mehr als "normale" Familienhunde verkauft werden dürfen
LG
Yvonne

von Liesel am 10. Juli 2009 13:22
Fass es doch in Punkte zusammen, das sind hervorragende Ansätze!!!

z.B. dass Arbeitsrassen für die Zucht grundsätzlich eine Arbeitsprüfung und Wesenstest ablegen müssen, dann hast du schon mal einige Punkte deiner Argumentation zusammengefasst, denn ein Collie kann weder mit zu viel Fell noch mit einem schissigen Wesen eine Arbeitsprüfung und einen Wesenstest bestehen!

So wie in meinem Vorschlag auch eine englische Bulldogge wohl nur eine Ausdauerprüfung bestehen kann, wenn die Atmung nicht behindert ist.

LG, Liesel

PS: was hältst du davon??? Zuchtphilosophie DSH[/url]

von Yvonne & Ari am 11. Juli 2009 14:24
Quote Liesel:
PS: was hältst du davon??? Zuchtphilosophie DSH

Hallo Liesel,
ich hab es jetzt mal in einzelnen Punken aufgeführt.....
Deinen Link finde ich sehr interessant. ABER: Leider weiß ich nicht, wie ich weiter schreiben soll, da ich von Zucht überhaupt keine Ahnung habe. Wenn du mit mir über Kräuter diskutieren würdest, wäre es einfacher.... grinning smiley

Was mir aber spontan noch einfällt: Warum muss man an diversen Ausstellungen teilnehmen, wenn man in einem Züchterverein organisiert ist und züchten möchte? Sind diese Bewertungen nicht zu sehr vom Geschmack des jeweiligen Richters abhängig? Mir würde ein Zertifikat von einem Tierarzt reichen, wo einem Zuchthund bescheinigt wird, dass er z.B. frei von Erbkrankheiten ist, sein Wesen für die Zucht geeignet ist usw..
Mir kommt es so vor, dass heute bei sehr vielen Rassen nur noch nach (oftmals für mich schlechtem) Aussehen gezüchtet wird..... Eh jetzt einige aufschreien, es gibt immer Ausnahmen!!!! Nur diese Züchter muss man erst mal finden, da diese oftmals von anderen Züchtern schlecht geredet werden! winking smiley Ich denke jetzt z.B. an die s.g. Dissidenz-Züchter in der Collie-Szene.....
LG
Yvonne

von Sciuba am 11. Juli 2009 15:33
Hallo Liesel, hallo Yvonne,

also, von Zucht verstehe ich auch nichts, denn gezüchtet habe ich bis jetzt nur Wellensittiche grinning smiley Kann man nicht vergleichen, oder?

Aber ich kann sagen, auf was es mir bei einem Hund drauf ankommt: dass seine Eltern einen guten, ihrer Rasse entsprechenden Charakter haben, keine vererbbaren Krankheiten da sind, dass das Ambiente, in dem die Welpen das Licht der Welt erblicken, ok ist. Als Nichtzüchter wäre mir die Rassereinheit nicht wirklich wichtig.
Als Züchter muss sie es natürlich sein. Als Züchter würde ich in jedem Fall darauf achten, keine Tiere im Verwandtschaftskreis zu züchten und ihrer Rasse entsprechende Haltung - genug Platz, liebevolle und korrekte Aufzucht, gesunde Umgebung. Je nach Hunderasse sollten sie auch schon von Geburt an an ihr zukünftiges Leben gewöhnt werden - Hirtenhunde gehören nach draußen zu den Schafen um 'von der Zitze an' zu lernen, was sie später mal alleine machen sollen. Jagdhunde oder Gesellschaftshunde ebenfalls ihrem zukünftigen Leben entsprechend. Wichtig ist meines Erachtens auch, dass nicht überzüchtet wird, was leider oftmals bei den Modehunde passiert.
Ich finde es gehört verboten -weltweit - Hunde zu züchten, die spätere Lebensprobleme haben (schlechte Atmung/Mops, Hautprobleme/die Hunde, die nur aus Falten bestehen, etc. Oder Hunde, die nachts leuchten!!!!

Das sind aber alles nur Wünsche, die niemals erfüllt werden, weil der Mensch gerne experimentiert und für ihn das Geld immer das wichtigste sein wird.
Sehr wichtig fände ich eigentlich auch, dass der Züchter bei Abgabe eines seiner Tiere verpflichtet wäre, zu kontrollieren nach z. B. einem halben Jahr, wie es seinem 'Zögling' in der Familie geht. Und bei der Abgabe müsste er auch ein Zertifikat verlangen, dass besagt, der 'Käufer' ist auch geeignet. Woher weiß der Züchter, in welche Hände der Welpe kommt?

Abschließend: mein Hund stammt von einer international ausgezeichneten Mutter und einem unbekannten Vater ab. Er ist irgendwo in den Bergen (Abruzzen) geboren und hat die ersten 2-3 Monate zwischen Schafen unterm Sternenhimmel seine Milch bekommen. Er hat sein Leben lang seine Aufgabe immer als Hirtenhund wahr genommen, nur das seine Herde eben aus mir und wechselndem Zuwachs bestand.

LG

Sciuba

von Yvonne & Ari am 11. Juli 2009 16:24
Dies sind auch gute Gedanken.... thumbs up An die Haut habe ich gar nicht gedacht. Ebenso finde ich es furchtbar, dass immer mehr Dalmatiner taub geboren werden. Oder auch die Riesenrassen (wie z.B. Irish Wolfhound) welche nur noch ein paar Jahre leben....
LG
Yvonne

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