Kaninchen umgebracht vom Hund :: Hundegeschichten

Kaninchen umgebracht vom Hund

von Ela am 27. Juli 2009 13:20
Hallöchen,

ich bin sauer, traurig, wütend! Ja, auf meinen Schoko-Labbi angry smiley.

Ich berichte mal. Also, heute morgen war ich mit meinen beiden Fellnasen im Wald spazieren. Beide waren dicht bei mir ( im Radius von ca. 2 bis 5 metern ) aber ohne Leine. Am Wegrand steht ziemlich viel Farn und alles ist dichtgewachsen. Auf jeden Fall ist mein braunes Schoko-Monster in dem Farn am rumstöbern, was er eigentlich immer macht und ich lass ihn auch.

Plötzlich ging es dann ganz schnell. Er fängt an ganz hektisch mit der Rute zu wedeln und schnüffelt ganz aufgeregt rum. Dann weiß ich schon das er mal wieder eine Fährte in der Nase hat und will ihn zu mir rufen. In dem Moment sehe ich wie er sich etwas packt und zubeißt. Ich habe sofort Pfui und Aus gerufen und er hat auch sofort aufgehört und sich davorgesetzt.
Ich war auch sofort bei ihm und habe ihn am Geschirr gepackt. Der ganze Hund war Bretthart und total angespannt, hat sich aber von mir ein Stück zurückziehen lassen und sich brav ins Platz gelegt. Dann bin ich nachschauen gegangen was es war. Es war ein Babykaninchen sad smiley. Es zappelte noch aber es wurde dann ruhiger und nach ca. einer Minute lag es dann reglos da.

Das arme Tierchen hat mir so leid getan, aber es ging alles so schnell das ich nicht eher reagieren konnte. Ich habe auch nicht großartig mit meinem Schoko-Monster geschimpft sondern ihn an die Leine genommen und dort musste er auch bis zum Auto dran bleiben.

Ist einem von euch so etwas auch schon mal passiert? Wie habt ihr reagiert? Habt ihr dolle mit eurer Fellnase geschimpft?

Auf dem Weg nach Hause wäre mir dann beinahe auch noch ein Karnickel unters Auto gelaufen confused smiley. Meine Abendrunde werde ich hier durch die Siedlung laufen in der Hoffnung das heute genug ist mit Kaninchen.

Grüße von der Labbitante Ela

Kaninchen umgebracht

von Sciuba am 27. Juli 2009 13:47
Hallo Ela,

das ist zwar traurig, aber der Lauf der Dinge. Das ist die Natur. Meiner hat auch - meist streunernde Katzen. Ich weiss nicht, ob er auch anderes hat. Mein Kater bringt mir auch alles moegliche (lebend) an, spielt damit, bis es halb oder ganz tot ist. Dann hat's sich erledigt. Es sind entweder Jungtiere oder alte, kranke. Es ist so - und es ist auch ok. Wir Menschen essen ja auch Haehnchen, Kuh- oder sonstiges Fleisch, und da ist es dann 'normal'.

Mach dir darueber keine grossen Gedanken, dass ist ok so. Er 'mordet' ja nicht die ganze Nachbarschaft ab. Es ist sein Trieb, er ist ein Hund und kein Fisch. Auch wenn es traurig ist - und mir tut es auch jedesmal Leid und wenn ich was machen kann, dann tue ich es - ist es ok.

LG

Sciuba

von Anila am 27. Juli 2009 13:48
Hallo Ela,

ist mir zum Glück noch nicht passiert. Geschimpft hätte ich auch nicht, vor allen Dingen ließ er sich ja sogar abrufen. Für das Kaninchen war es zu spät, aber Schimpfen in dieser Situation hätte dein Hund dann möglicherweise nicht mehr kapiert.

Was ich trotzdem tun würde, wäre: Immer wieder das Abrufen trainieren, vielleicht bietet sich für Euch auch Dummytraining an. Mag natürlich sein, dass er nach diesem großartigen Erfolgserlebnis so richtig auf den Geschmack gekommen ist. Ich habe auch ein Buch mit dem Titel Antijagdtraining, die gehen auch gut drauf ein, was man macht, wenn der Hund schon Jagderfolge hatte.

Wenn ich sehe, dass meiner aufgeregt ist und ganz offenbar irgendwas interessantes riecht, rufe ich ihn sofort zu mir. In der Dämmerung passe ich noch mehr auf, weil gerade jetzt viele Wildtiere umher wandern.

Im Wald achte ich drauf, dass er auf dem Hauptweg bleibt, ins Unterholz lasse ich ihn nie, auch nicht auf Brachwiesen in Naturschutzgebieten, denn da könnte er Elterntiere aufstöbern. Auch, wenn er nichts fängt - die Eltern geben dann ihre Nester auf und die Jungtiere sterben qualvoll. Hier ärgere ich mich immer wieder über uneinsichtige Hundehalter (damit meine ich dich jetzt aber gar nicht), die ihre Hunde überall hin lassen und denen es scheißegal ist, dass der sehr wohl durch seine Anwesenheit andere - oftmals noch dazu geschützte - Tierarten empfindlich stört.

Ich denke, du hast auch Pech gehabt. So, wie du es beschreibst, ging alles ganz schnell.

Viele Grüße
Anila

von taste04 am 27. Juli 2009 13:57
Hi Ela! Ich kann deine Traurigkeit um das tote Babykaninchen sehr nachempfinden! Unser "Großer" (wir haben noch 'ne kleinere Hündin) hat auch solch starken Jagdtrieb (Husky-Schäfer-Stafford-Argentino-Mix) und muss draußen deshalb IMMER an der langen Leine ( 8 m) laufen. Im vorigen Sommer hat er ebenfalls ein ganz kleines Kaninchen im hohen Korn erwischt - ich war machtlos, tief traurig und stocksauer! Ich weiß zwar auch, dass es keinen Sinn hat zu meckern, hab' ihn aber trotzdem "zur Rede gestellt" und anschließend ohne weitere Beachtung "Fuss" laufen lassen. Zu Hause hab' ich ihn dann nur abgeleint und weiter mit ihm "dumm" getan. Was soll ich sagen - er hat immerzu um meine Gunst gebuhlt und wich mir nicht von der Seite. Weil ich nicht reagiert habe, hat er bei der Lütten (Malinois-Spanien-Mix) "gepetzt" und DIE hat dann versucht, unser Rudel wieder zusammen zu bringen. Sozusagen als "Vermittler". Das war irgendwie rührend...
Bis heute sind alle Kaninchen von ihm verschont geblieben - das liegt aber sicher nur daran, dass er noch nicht wieder Gelegenheit hatte, eines aufzustöbern. Ich denke schon, dass man einen solch´ starken Jagdtrieb nicht heraus bekommt. Für den Moment hat mein "Schimpfen" aber etwas bewirkt - er hatte gemerkt, dass er etwas gemacht hat, was dem Rudel-Boss nicht gefällt...
Liebe Grüße vom Andy

von Anila am 27. Juli 2009 14:15
Hallo Sciuba,

Der Mensch hat massiv in die Umwelt eingegriffen, den Ausdruck „normal“ kann man da gar nicht mehr bringen.

Quote :
Wir Menschen essen ja auch Haehnchen, Kuh- oder sonstiges Fleisch, und da ist es dann 'normal'

Normal im Sinne von üblich ist heutzutage einiges, was zutiefst bedauerlich ist. Normal – abgeleitet von „natürlich“ ist der übermäßige Fleischverzehr hier in den reichen Ländern definitiv nicht. Und normal im Sinne von „natürlich“ sind auch nicht die Haltungsbedingungen, die sich aus unserer Fleischgier ergeben: Tiere, die massenhaft gehalten werden, die mit Hormonen und Antibiotika vollgestopft werden müssen, damit man sie noch lebendig auf die Schlachtbank bekommt.

Gäbe es den Menschen nicht, dann gäbe es außerdem auch nicht soviele Hunde, denn dann müssten die ihre Beute selbst erjagen und bekämen nicht täglich ihre Mahlzeiten serviert. Aber auch der gut ernährte Haushund hat halt noch einen Jagdtrieb und da sollte der Halter dann über sowas wie einen einen „Verantwortungstrieb“ verfügen und das heißt für mich ganz klar, dass man seinen Hund nicht unkontrolliert jagen lassen kann und darf.

Was Ela passiert ist, ist trotzdem Pech. Wenn alles so schnell geht, würde nur ein totaler Leinenzwang helfen, das würde ich auch nicht wollen.

Aber so, wie ich sie verstehe, wird sie wohl auch ihr bestmögliches tun, um ihren Hund keine weiteren Jagderfolge machen zu lassen. Einen Hund unter dem Gesichtspunkt „ist doch normal“ unkontrolliert jagen zu lassen, das halte ich schlichtweg für verantwortungslos. Zugegebenerweise ist es bei Katzen schwieriger bis unmöglich, aber daraus, dass die dürfen kann man nicht ableiten, dass der Hund, für dessen Erziehung und Gehorsam der Halter verantwortlich ist, auch darf.

Viele Grüße
Anila

von Ela am 27. Juli 2009 14:28
Hallöchen,

vielen Dank für eure Antworten.

Ich achte im Wald auch immer darauf das meine beiden nicht ins Unterholz verschwinden. Heute morgen war das auch nicht der Fall. Er hat zwar den Weg verlassen aber er war direkt am Rand. Da lasse ich ihn immer schnüffeln.
Klar, wenn ich ihn an der Leine gehabt hätte, dann hätte ich ihn evtl. schnell genug zurückziehen können.

Ich passe wirklich immer auf wie ein Adler das ich das Wild als erstes sehe und da ich die Körpersprache meiner Hunde sehr gut kenne, kann ich eigentlich immer merken wenn er eine Fährte in der Nase hat ( zum Glück hat nur der eine der beiden einen Jagdtrieb, den anderen interessiert das gar nicht ). Er lässt sich auch problemlos abrufen wenn er wirklich mal versucht abzudüsen. Das habe ich mit ihm geübt bis zum kalten Kot...

Was uns da heute passiert ist, damit hatte ich so einfach nicht gerechnet. Das zeigt mir, das ich in Zukunft wohl noch vorausschauender sein muß. Ich bin trotzdem froh das er sofort ausgelassen hat als ich es ihm zugerufen habe und er hat sich auch ins Platz gelegt und er ist liegen geblieben.

Grüße von der Labbitante Ela

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