Überzüchtung :: Ungereimtes

Überzüchtung

von naknak85 am 21. Oktober 2009 16:45
danke für die vielen meinungen!

ich selbst finde auch, dass die schönheit auf keinen fall über der gesundheit stehen darf. leider ist es wohl doch öfters der fall.... und schuld sind die, die diese hunde wollen!
man wird es wohl nicht verhindern können, diese überzüchtung...

ich selber habe auch einen hund aus dem tierheim. ich würde nie auf die idee kommen, einen gezüchteten zu kaufen.

ich bin weiterhin gespannt auf neue meinungen und posts!

lg
meike

von Anila am 21. Oktober 2009 23:29
Hallo,

ich stimme dem Gesagten zu: Wesen und Gesundheit muss ganz klar vor Schönheit gehen. Wenn ich mir die Zuchtstandards durchlese, dann stehen dort sehr viel mehr Details zu optischen Merkmalen als zu Wesen und gesundheitlichen Merkmalen.

Im Vordergrund steht immer noch auch, dass eine bestimmte Optik erhalten bleibt. Ein Berner gehört dreifarbig - ist er es nicht, dann kann sein Wesen noch so toll sein, dann kann er noch so gesund sein - dann wird so ein Tier von der Zucht ausgeschlossen.

Es scheint allerdings ein kleiner Richtungswechsel stattgefunden zu haben, nachdem ja auch die Lebenserwartung vieler Rassen deutlich gesunken ist und nachdem es einfach viele rassetypischen Krankheiten gab. Mir geht der Richtungswechsel noch nicht weit genug.

Die Nachfrage regelt den Markt - das gilt, wenn es eine große Produktvariabilität gibt. Aber die Zuchtstandards schreiben ja nun mal einen gewissen Zuchtstandard vor. Einen Berner, der so aussieht, wie die Hunde ganz früher aussahen, den bekommt man halt nicht einfach so vom Züchter. Mit einem Hund, der einen feinen Knochenbau hat, würde ja nicht weiter gezüchtet werden.

Ich finde, die Züchter sind gefragt, die Kriterien zu ändern, aber offenbar geht es auch ihnen häufig ums Aussehen.

Viele Grüße
Anila

von duke2009 am 22. Oktober 2009 13:59
Hallo.

Dem kann ich nicht ganz zustimmen.

Natürlich regelt die Nachfrage den Markt, aber ist es denn sinnvoll Hunde vom Auto an einer Grenze zu kaufen, nur weil ich sie dort billig bekomme? Ich weiß nicht, was die Hunde mitgemacht haben, ich weiß nicht, ob sie erkrankt sind uvw.

Die Frage der Überzüchtung betrifft doch nicht alle Hunderassen. Ich kann doch nicht alle Züchter über einen Kamm scheren. Es gibt nun mal spezifische Merkmale, die ein Hund einer bestimmten Rasse haben sollte. Hierzu gehört unter anderem der Charakter. So wird bei unserer Rasse besipielsweise strikt getrennt zwischen jagdlich orientiert und familiär geeigent. Die Züchter legen - gott sei dank - zumindest die, die ich kenne, großen Wert darauf, dass sie eine bestimmt Linie beibehalten, damit die Kleinen später ein Zuhause finden, in dem sie Jahre lang zur Familie gehören.

Eigentlich sollten alle Hundebsitzer froh sein, dass es Züchter gibt, die um die Gesundheit ihres Hundes und dessen Nachkommen besorgt sind und entsprechend reagieren, wenn durch eine vorgeschriebene Untersuchung eine bestimmte genbedingte Krankheit auffällt.

Nicht richtig ist, das gebe ich sehr gerne zu - Hunde aus der Zucht zu nehmen, nur weil sie nicht der vorgeschriebenen Farbe entsprechen. Aus diesem Grund haben wir auch eine Rasse, bei der dies keine Rolle spielt. Uns lag immer nur am Herzen, dass der Charakter weitervererbt wird und vor allem, dass die Hunde keine Krankheiten über an die Welpen weitergeben. Welche Farbe oder nicht Farbe sie haben, war und ist uns egal.
Liebe Grüße
Mirjam

von Liesel am 22. Oktober 2009 19:10
Quote naknak85:
ich selber habe auch einen hund aus dem tierheim. ich würde nie auf die idee kommen, einen gezüchteten zu kaufen.

Auch ein Tierheimhund ist einst gezüchtet worden, und 99% dieser Hunde sind gedankenlos von selbsternannten "Züchtern" einst vermehrt worden. Nicht wenige davon werden ihre produzierten Mischlinge nicht los und laden sie beim Tierheim ab, oder die Besitzer tun es, weil sie nicht geahnt haben, was bei einer bestimmten Mischung auf sie zukommt.

Es ist ein Teufelskreis: die Tierschutzvereine fördern im Prinzip die Vermehrung, weil sie sich der Tiere annehmen (es sind ja nicht nur Hunde, das Problem ist ja eher verstärkt bei Katzen), aber wenn sie es nicht täten, hätten wir binnen kurzer Zeit südeuropäisches Tierelend auf unseren Straßen.

Und wieder mein gebetsmühlenartiges Plädoyer: wir brauchen DRINGEND ein Heimtierzuchtgesetz, das wildes Vermehren mit empfindlichen Strafen unterbindet und genehmigtes Züchten verbandsübergreifend kontrolliert!

LG, Liesel

von Liesel am 22. Oktober 2009 19:22
Quote Anila:
Ich finde, die Züchter sind gefragt, die Kriterien zu ändern, aber offenbar geht es auch ihnen häufig ums Aussehen.

Falsch, Anila, die Züchter werden gezwungen, nach krank machenden Kriterien zu züchten, weil diese eben dem von Welpenkäufern erwünschten und von Zuchtrichtern hochprämierten Zuchtidealen entsprechen.

Bei meiner Rasse gibt es noch den goldenen Mittelweg: ein leistungsmäßig überdurchschnittlich veranlagter Hund darf auch schon mal eher vom Standard abweichen. Ich bekomme zwar keine guten Plätze auf Ausstellungen, aber eine Zuchtzulassung und Körung, dafür reicht es bei meinen Hunden immer, obwohl sie nicht mit der Bergab-Rückenlinie aufwarten können. Aber bei Käufern fängt das Problem schon an. Ich bekäme sehr schlecht bei Otto-Normal-Hundehalter einen Welpen los, denn die meisten erkennen die lackschwarzen und wolfsgrauen Schäferhunde gar nicht als DSH an! DSH sieht für die meisten aus wie Kommissar Rex.

Aber was machen die Züchter, bei denen es nur Formwertzucht gibt? Die können die Abweichung vom Standard ja nicht mit anderer Zuchtlinie (=Arbeitslinie) erklären! Wie z.B. englische Bulldogge, der Käufer will das plattnasige Knautschgesicht, egal wie es nach Luft schnappt, und nimmt die Krankheiten billigend in Kauf.

Also: alle, die wir Hunde kaufen (oder eben nicht mehr kaufen), können was ändern. Züchter sind nur Untergebene ihrer Verbände.

LG, Liesel

von Liesel am 22. Oktober 2009 19:27
Quote duke2009:

Eigentlich sollten alle Hundebsitzer froh sein, dass es Züchter gibt, die um die Gesundheit ihres Hundes und dessen Nachkommen besorgt sind und entsprechend reagieren, wenn durch eine vorgeschriebene Untersuchung eine bestimmte genbedingte Krankheit auffällt.

Hallo,

das sind sie leider nicht. Nein, da wird noch am Telefon über Preise diskutiert, warum man als Züchter doppelt so viel nimmt wie der mit dem Wohnzimmer- oder Hinterhof-Wurf aus ungeprüften Elterntieren. Ihr müsstet das doch kennen, gerade JRT und PRT werden doch zz reichlich gekreuzt und vermehrt.

winking smiley Liesel

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