Erfahrungen mit vegetarischer / veganer Ernährung? :: Hundefutter & Hunde Ernährung

Erfahrungen mit vegetarischer / veganer Ernährung?

von Detschkopp1 am 21. September 2011 11:47
Hallo alle zusammen!
Ich ernähre mich seit gut einem Jahr vegetarisch und "arbeite" daran, ganz vegan zu essen.C;;

Nun bin ich die ganze Zeit am überlegen, wie ich das in "Einklang" mit der Ernährung meiner Hunde bringen kann. t::;

Daraufhin habe ich das Forum nach entsprechenden (auch alten) Beiträgen durchstöbert, aber nichts relevantes / aktuelles gefunden.

Daher meine Frage (s.o.).
Hat jemand von Euch Erfahrungen (positiv und negativ)?
Welches Futter würde am ehesten in Frage kommen?

Ich möchte jetzt keine Ethik-Diskussion vom Zaune brechen V;;;;, wüsste aber gern, wie die unter Euch, die sich auch vegetarisch / vegan ernähren, damit umgehen, ihrem Hund dennoch Fleisch zu füttern und woher Ihr es bezieht?

Wie gesagt: ich möchte hier nicht für Turbolenzen sorgen, sondern bitte Euch ganz herzlich, mir zu helfen! X::::::::

Viele Grüße
Detschkopp1

von Liesel am 23. September 2011 09:56
Einen schönen guten Morgen!

Ich bin zwar kein Vegetarier oder Veganer, sondern nur ein Fleischreduzierer, erlaube mir jedoch trotzdem zu antworten da ich ein wenig von Hundeernährung verstehe. x:::::::

Es gibt vegetarische Futtersorten, ich kann Dir jedoch nur dringend davon abraten. So sehr ich diese Lebenseinstellung respektiere, sollte ein Vegetarier oder Veganer nicht seine Philosophie auf die Ernährung seines Hundes übertragen.

Pflanzliche Proteine sind schlecht verwertbar für Hunde, denn Hunde sind eigentlich reine Fleischfresser. Sie verdauen nur bereits aufgeschlüsselte Pflanzennährstoffe, so wie auch der Wolf nur den vorverdauten Mageninhalt seiner Beutetiere verwerten kann. Daran hat sich auch in der Evolution des Haushundes nichts geändert.

Beim Menschen sieht es anders aus. Schon unser Gebiss ist eigentlich das eines Pflanzenfressers. In der Evolution haben sich unsere Körper nur an das Fleischfressen gewöhnt. Lange bevor unsere Ahnen Jäger wurden, waren sie schon Sammler. Unsere Körper können also pflanzliche Eiweiße recht gut verwerten.

Trotzdem ist nachgewiesen, dass ein vollständiger Verzicht auf tierisches Eiweiß, wie es Veganer praktizieren, ebenfalls ungesund ist. Du solltest auch für Deine Gesundheit überlegen, ob eine Umstellung auf vegane Lebensweise nicht für Dich verzichtbar ist. Vielleicht reicht ein Mittelding.

Verzicht auf Dinge des täglichen Lebens, deren Herstellung Tierleben fordert, ist absolut ok. Verzicht auf Nahrung, für die Tiere sterben müssen oder nicht geboren werden dürfen (Fleisch, Eier, Fisch), ist auch möglich. Für Milch und Milchprodukte sterben allerdings keine Tiere, diese tierischen Proteine sollte man wenigstens in seinem Speiseplan belassen.

Dass ein starker Konflikt darin besteht, als überzeugter Vegetarier seinen vierbeinigen Freund mit den Produkten der Tiermastfolter ernähren zu müssen, kann ich gut verstehen. Vielleicht wäre die gesunde Ernährung deines Hundes für Dich ethischer, wenn Du ihn mit Schlachtabfällen eines Biohofes barfst. Das kann ich schlecht beurteilen. Jedenfalls haben die Tiere dort (oder es sollte so sein) ihr kurzes Leben etwas artgerechter verbracht und dank Verzicht auf Chemie ist das Fleisch auch gesünder.

Du wirst schon den richtigen Weg finden!

LG, Liesel

von Anila am 25. September 2011 01:11
Hallo,

die Antwort von Liesel finde ich sehr gut!

Ich selbst bin nun keine Ernährungswissenschaftlerin, aber das sind ja die meisten von uns nicht.
Ich finde es schon schwierig und sehr arbeitsintensiv, sich herauszuarbeiten, wie eine optimale Ernährung für ein bestimmtes Tier aussehen soll.

Aber das bekommt man noch hin, wenn man Fachliteratur liest und wenn man rechnen kann. Zur fleischhaltigen Hundeernährung findet man ja viele Informationen.

Wenig wissenschaftlich fundierte (wenn überhaupt) allerdings, wenn es um Diäten geht, und dazu zähle ich jetzt einfach auch mal die vegane Ernährung.

Um deinen Hund vegan und dennoch optimal zu ernähren, müsstest du genau wissen, welche Pflanzen was liefern und halt auch, was ja Liesel schon erwähnt hat: Was davon überhaupt von einem Hund verwertet werden kann bzw. in welchem Ausmaß, und du müsstest genau wissen, was dein Hund bei seiner Größe/Gewicht/Alter optimalerweise braucht. Und: Die Wissenschaft verändert sich schnell. Was gestern noch als richtig galt, kann heute schon verkehrt sein! Man muss also am Ball bleiben und regelmäßig Fachliteratur lesen.

Hier wäre sonst eine Seite, die dir vielleicht weiter hilft: [www.vegan-hund.de]

Ich wäre da extrem vorsichtig, denn hinter der Seite steckt keine wissenschaftliche Aussagekraft. Die Erfahrungsberichte habe ich mir nicht durchgelesen, aber Mangelerscheinungen machen sich ja nicht notwendigerweise sofort bemerkbar, sondern können in chronische Erkrankungen münden, wie z.B. einer Nierenfunktionsstörung, die sich erst nach Jahren bemerkbar machen kann.

Hier ist eine Studie, die einzige, die ich finden konnte: [www.vetmed.uni-muenchen.de]

Hier bestätigt sich, was ich eingangs schon schrieb: Wenn man seinen Hund selbst bekochen will, noch dazu vegan, dann bedarf es einfach einer immensen Fachkenntnis. Diese Studie zeigt, dass die Halter dieses Fachwissen im Normalfall nicht haben - und hier ging es nur um vegetarische Ernährung!

62% der Hunde wiesen zuwenig Calcium auf, 50% zuwenig Phosphor, 74% zuwenig Natrium. Hundehalter, die nicht regelmäßig eine komplette Blutanalyse machen lassen, werden von den Mangelerscheinungen erst einmal nichts bemerken. Was auch die positiven Erfahrungsberichte der Veganer erklären kann. Auch die Studie kommt ja zu dem Schluss, dass man bei den erwachsenen Hunden keine klinischen Mangelerscheinungen feststellen konnte.

Ich konnte nicht herausfinden, wie lange die Studie lief. Ich glaube nicht, dass es eine Langzeitstudie war, das hätte man sicherlich erwähnt und dann daraus auch mehrere Publikationen gemacht. Insofern kann man nicht sagen, wie sich die festgestellten Mangelerscheinungen nach langer Zeit auswirken.

Ich würde mich auf jeden Fall beraten lassen, mir vielleicht eine Diät zusammen stellen lassen. Aber nicht über ein Forum, wo du schlichtweg nicht überprüfen kannst, wieviel Ahnung der- oder diejenige hat, sondern von einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt, der dir auch Studien vorlegen kann, auf die seine Empfehlungen beruhen.

Und ich würde den Hund dann anfangs alle halbe Jahr untersuchen lassen, also ein genaues Blutbild machen lassen. Wenn keine Mangelerscheinungen feststellbar sind, kannst du die Abstände ja größer machen.

Viele Grüße
Anila

von Detschkopp1 am 26. September 2011 13:19
Liebe Liesl,
liebe Anila!
Ich danke Euch sehr für Eure Antworten. grinning smiley

Ich bin jetzt in mich gegangen und zu folgendem Schluss gekommen:

1. wenn ich Hunde halte, dann bin ich auch dazu verpflichtet, sie angemessen zu ernähren. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, wäre ich 100ig konsequent, dann dürfte ich keine Hunde halten, wenn ich sie denn vegetarisch / vegan ernähren wollte.r::
2. Wenn ich das so durchführen wollte, würde das bedeuten, dass ich meine Hunde weggeben müsste. G:::
3. Da ich das aber nicht will (und meine Hunde ganz bestimmt auch nicht), werde ich mich an einen Hof in unserer Nähe wenden. Dort werden Rinder mit Mutterkuhhaltung, Freilandhaltung (Sommer) und Offenstallhaltung (Winter). Die Tiere haben dort einen Schlachtweg von 50 Metern. X;;;;;
4. Dort kann ich dann alles kaufen, damit ich für meine Hunde selbst kochen kann (mit Seealgen und Heilerde als Zusatz – so las ich es gerade). Barfen käme für meinen „Großen“ nicht in Frage, weil er zu „krüsch“ ist.H__::J
5. So kann ich allein meinen kleinen, persönlichen Beitrag leisten, denn mein Mann ist weiterhin sein T-Bone-Steak etc. x;;;;

Wahrscheinlich werde ich im Laufe der Zeit lernen, mit der „Gesamtsituation“ bzw. diesem „zweischneidigen Schwert“ umzugehen. G:::F:::

Liebe Grüße
Claudia (alias Detschkopp1) C;;

von Anila am 26. September 2011 21:44
Hallo Claudia,

deine Entscheidung finde ich sehr gut. Aber vielleicht kannst du dich ja trotz allem mal an einen Tierarzt wenden, der auf Ernährungsberatung spezialisiert ist und kannst auch den noch einmal nach wissenschaftlichen Studien fragen.

Viele Grüße
Anila

von Detschkopp1 am 27. September 2011 12:16
Hallo Anila!
Du hast nochmals recht! the finger smiley
Vielleicht kann ich dann etwas herausfinden und in diesem Forum "erzählen", das auch anderen hilft?! V;;;
Liebe Grüße
Claudia

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