Futterbestätigung. :: Rettungshunde

Futterbestätigung.

von Edith(YCH) am 27. August 2000 17:23

Hallo!

Ich war ja am Wochenende bei der Bundesübung, und da waren auch einige, die ihre Hund mit Futter in kleinen Plastikschälchen bestätigten.
Eier gab Kutteln. Doch diese Kutteln konnte ein Mensch schon aus 10 m Entfernung riechen.
Da stellt sich mir die frage, sucht der Hund Kutteln oder Menschen????
Verwunderte Grüße
Edith

von Karina(YCH) am 27. August 2000 18:49


hallo, Edith!

Bei uns hat jemand mal versucht, seinen Hund mit Würstchen zu arbeiten.
Ergebnis: der Hund hat nur noch die Würstchen gesucht. Hatte das Opfer keine bei sich, wurde es ignoriert! Damit ist es klar, oder?

Soweit ich es mitbekommen habe, herrscht eigentlich ziemliche Einigkeit darüber, daß man mit Futter und gar stark riechendem einen weniger zuverlässigen Suchhund bekommt als wenn man über Spieltrieb arbeitet.

Für mich stellt sich dann die Frage: ist ein Hund, der nur übers Futter motiviert werden kann und sogar nur über besonders gut riechendes wie Kutteln oder Würstchen überhaupt als RH geeignet????

Gruß
Karina

von Antonia(YCH) am 27. August 2000 19:42

Salut Edith,

auch unser domestizierte Haushund ist immer noch ein Raubtier und wenn wir einen Hund darauf kondizionieren Menschen zu suchen,ist für ihn wie auf die Jagd zu gehen;nur dass er,nachdem er uns zu seiner "Beute" geführt hat,diese nicht fressen darf sondern sie an uns(den "Rudelführer"winking smileyabgibt.So,nach guter alter Hundemanier geben wir unserem zuverlässigem Helfer natürlich ein kleines Stück von der Beute ab,und da das natürlich nicht ein Stück Mensch sein kann ist klar...ergo bieten wir unserem Vierpföter eine leckere Alternative an.
Nur,das ist meine Meinung,sollte der Duft der Alternativbeute nicht so stark sein,dass der Hund schon vor der Suche seine Belohnung ständig in der Nase hat.Riechen tut er sie,egal was wir als Leckerei dabei haben,aber ein guter Rettungshund kennt seine Arbeit und was er zu tun hat und dürfte sich von gar nichts aus der Ruhe bringen lassen.Denn es sind ja auch allerlei andere Gerüche in egal welchem Gebiet wir uns befinden vorhanden;sei es z.B.Wildgeruch-und Wildschweine riecht auch der Mensch auf 10m Entfernung.
In unserer Hundestaffel arbeiten alle mit Belohnung und wir konnten noch keine negativen Erfahrungen machen ganz im Gegenteil.Zusätzlich kommt noch der Clicker zum Einsatz.
Also,ich denke ,natürlich machen die Leckerchen alleine keine guten Rettungshund-es muss auch zwischen Hund&Mensch stimmen.Denn mit Druck und Gewalt kann ich bei einer solchen Ausbildung schwer zum Ziel kommen,kommt es hier doch stark auf gegenseitiges Vertrauen an!
Die Arbeit soll unserem Vierpföter ja Spass machen...und nach getaner Arbeit möchte nicht nur ein Mensch gerne belohnt werden...

Liebe Grüsse,Toni und der unkupierte Robin
:

von suchhunde(YCH) am 27. August 2000 19:33

Hallo,

ehrlich gesagt wunder ich mich daß heutzutage immer noch der Weg über den Futteraufbau genommen wird. Zugegeben es ist ein einfacher Weg einen Hund über Futter zur Anzeige zu bekommen - allerdings sollten sich doch nun wirklich mal die Erfahrungen des Futteraufbaus so langsam durchsetzen, damit nicht immer und immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden.
Abgesehen davon, daß Voraussetzung für den Futteraufbau eine entsprechende Triebstimmung des Hundes (also ganz einfach Hunger) ist, birgt der Futteraufbau so gravierende Nachteile daß zumindest die etwas erfahreneren Hundeführer dies auch mal ganz klar sagen sollten.

So kommt es beim Futteraufbau sehr häufig dazu, daß der Hund ein Opfer bedrängt indem er in den Taschen des Opfers nach Futter sucht. Beim Üben noch recht egal - im Einsatz volkommen indiskutabel.
Es ist auch vorprogrammiert, daß ein Hund bei der Trümmersuche, vor allem in Bebengebieten, gerade dann wenn er keinen menschlichen Geruch mehr findet den nächsten positiv geprägten Geruch anzeigt - das Futter. So kommt es dann immer wieder vor, daß viel Zeit verschwendet wird mit dem Ausgraben von Kühlschränken, Essensresten und Kadavern weil der Hund diese angezeigt hat. Zwar versuchen einige Prüfungsordnungen dem entgegen zu wirken, bei extremen Stress des Hundes kommt es unter Dauerbelastung jedoch aus reiner Frustration trotzdem zu solchen Fehlanzeigen.
Zudem kann für den Futteraufbau nun wirklich jeder als Helfer genommen werden, denn dazu braucht der Helfer nix können. Ein Lernen wie man Hunde motiviert, findet somit beim Futteraufbau in keinster Weise statt. Zwar aktuell nicht so wild, im Laufe der Zeit aber ein Manko unter dem die gesammte Staffelausbildung leidet.

Egal welche Methode genommen wird - es läuft immer auf das gleiche Schema raus. Reiz - Triebstimmung - Triebhandlung - Endhandlung und Lösung des Triebstaus, somit Befriedigung beim Hund. Und jeder weiß, daß ein Hund nur in eine Triebstimmung kommt wenn der Reiz entsprechend stark ist. Das wiederum hängt vom Ort, Situation und vor allem davon ab wann der Reiz zuletzt gesetzt wurde. Einfach gesagt, wenn man über Futter aufbaut muß der Hund entsprechenden Hunger haben (2-3 Tage nichts zu fressen vorher) um sicher aufbauen zu können. Da dies nicht so ist, kommt es mit der Zeit immer wieder dazu daß der Hund unmotiviert ist und entsprechend schnell in der Suche abbaut. Auch das Wechseln auf besondere Leckerlis flacht mit der Zeit ab als Motivation. Letztendlich holt der Hund sein Futter ab, ist keins da ist das Ganze für ihn uninteressant........

Der Weg nicht über das Futter zu gehen ist zwar der etwas beschwerlichere, dafür aber letztendlich der eindeutig sicherere.

von Antonia(YCH) am 27. August 2000 21:15

Hallo,

Also,warum hat denn der Helfer die Belohnung?So gestaltet sich das ganze wirklich etwas schwierig.Mein Hund bekommt seine "Belohnungsbeute" nachdem er zuverlässig anzeigte und mich zum Opfer zurückführte-und zwar nur und ausschlieslich von mir.
Ich halte es für absoluten Quatsch,dass man einen Hund 2-3Tage hungern lassen muss,damit der "Fressreitz" ausgelöst wird.Ein Hund weiss nicht, dass es Futtermittelfachgeschäfte gibt,er weiss auch nicht ob es morgen wieder was zu fressen gibt-so stark wir unsere Hunde auch vermenschlichen,sie werden nie lernen so zu denken wie wir.Aber wir können versuchen uns in die Denkweise eines Hundes zu versetzen.Natürlich gibt es gute "Fresser" und solche,denen man nicht mit irgendeinem Leckerlie daherkommen kann.Die Futterbelohnung sollte natürlich etwas interessanter sein als die alltägliche Ration.
Bis jetzt gab es noch keine Probleme bei der Suche und auch nicht bei der Zuverlässigkeit und schon gar nicht bei der Aufnahme der Ersatzbeute.Die aber natürlich nicht vom Helfer vergeben wird;das gibt dann später wirklich Schwierigkeiten,da haben Sie Recht.

MfG, Toni

von suchhunde(YCH) am 27. August 2000 23:53

Hallo,

freut mich daß ihr keinerlei Schwierigkeiten habt trotz Futteraufbau. Wir haben im Laufe der Jahre damit nur negative Erfahrungen gemacht von daher lass ich mich gern vom Gegenteil überzeugen.

Wenn ich das richtig verstande habe, zeigen eure Hunde an, laufen zu euch zurück und bekommen dann von eúch etwas zu fressen. Wie macht ihr es dann letztendlich daß eure Hunde beim Opfer bleiben bis ihr eintrefft? Beziehungsweise warum baut ihr dann überhaupt auf Bellen auf anstatt auf Leerverweisen - wäre für den Hund einfacher, für das Opfer schonender und im Übungsaufbau einfacher? Verstehe irgendwie nicht welchen Sinn es haben soll, daß der Hund zu euch zurück läuft (mal abgesehen von Tracking-Suchen, wobei hier das Verbellen des Opfers blödsinnig ist, da der Hund kilometerweit weg von euch arbeitet).

Würde mích jedoch nun auch noch interessieren in welchen Erdbebengebieten ihr im Einsatz wart und wie ihr die Bestätigung der Hunde im Bebengebiet mit Futter gelöst habt, da hier ja bei einem 3-4 tägigen Einsatz mit mind. 30-40 Anzeigen zu rechnen ist.

Zum Thema Reiz nochmal - es dürfte logisch sein daß ein Hund eher auf einen Reiz (Futter) reagiert ja länger er diesen Reiz nicht befriedigen konnte (Fressen), oder? Das bedeutet andersrum daß ein Hund einen stärkeren Reiz braucht, je satter er ist wenn über Futter gearbeitet wird. Da für es für jeden RH normal sein sollte einmal die Woche nichts zu fressen zu bekommen, sind 2-3 Tage nichst besonderes wenn man intensiv in diesem Triebbereich arbeiten wollte. Es wäre für den Hund
eher eine Hilfe, da er nach dieser Zeit auf geringste Reize reagieren kann. Wobei ich wieder beim Ausgangspunkt wäre - ein satter Hund ist schlecht über Futter zu motivieren.

ciao suchhunde

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