Bestätigung über Futter? :: Rettungshunde

Bestätigung über Futter?

von Sabine(YCH) am 10. Oktober 2001 13:40

Hallo,

Du hast Recht. Das ist vielleicht das, was die RH-Arbeit so spannend macht. Es ist wie Ostereier suchen. Man freut sich jedesmal, wenn man eins gefunden hat. Auch wenn man nicht gleich Bocksprünge macht, der Hund wird diese Emotionen trotzdem registrieren.

Was mir hierzu noch einfällt. Ich hatte mit meinen Hunden Erlebnisse, die ich mir bis heute nicht erklären kann.

1. Ich habe mich mit einer Freundin telefonisch verabredet. Kaum habe ich aufgelegt fing mein Rüde an, aufgeregt im Flur auf und ab zu laufen.
Da meine Freundin auch einen Hund hat, freute sich mein Rüde offensichtlich auf die Fahrt dorthin. Das merkwürdige an der Sache ist nur, das der Hund von diesem Telefongespräch nichts mitbekommen haben kann. Erstens war ich in einem anderen Stockwerk, zweitens war die Tür zu und drittens habe ich dem Hund weder irgendein Stichwort noch irgendwelche Hundejacken angezogen oder ähnliches. Wir waren sozusagen räumlich von einander getrennt und ich bin mir sicher das er mich auch nicht hören konnte. Und trotzdem wußte er genau, das wir jetzt losfahren.

2. Bei meiner Hündin kommt es vor, das ich mir gerade überlege ein Kommando zu geben (beispielsweise Sitz auf Entfernung) und schwups hat sie es schon gemacht bevor ich mich äußern konnte. Da der Hund vor mir lief und auch nicht in meine Richtung guckte, kann ich eigentlich kein Zeichen mit meiner Körperhaltung gegeben haben. Und So etwas kommt bei uns öfter vor.

Das sind Erlebnisse die mich dann an einen 6. Sinn bei Tieren glauben lassen oder fällt das auch unter den Begriff Meutetrieb?

Viele Grüße
Sabine


von Heidrun(YCH) am 10. Oktober 2001 18:30

: Hallo Heidrun,
:
: Zitat: "soviel Zeit, daß jeder nach dem Suchen noch 10 - 20 min abseits laufen/gehen kann, haben wir nicht - Hund zurück, anbinden und dann brauchen wir Dich sofort als Helfer..."
:
: Da würde ich allerdings auch zuviel kriegen, wenn das Mode wird. Ich stelle mir gerade vor, wenn man als Arbeitnehmer zu seinem Chef sagt: ich muß jetzt erstmal 20 Minuten laufen gehen. Undenkbar bei Terminarbeiten.

????????? Es geht darum, daß man das am Ende macht.... bzw. beim Einsatz natürlich erst zuhause oder ganz am Ende..... Und im Auslandseinsatz kenne ich eine Menge, die selbst nachts noch ihre kurze Entspannungsrunde drehten vor dem Schlafen.... Gerade weil es so lange durchging.... doch nciht zwischen der Arbeit...

Im übrigen wird das jetzt in der zitierten Staffel praktiziert - die Hunde sind belastbar und die Anfänger machen schnellere Fortschritte und sind ruhiger am Warteplatz/Box/Auto...

: Meiner Meinung nach muß ein RH auch an Streß gewöhnt werden. Dabei sollte der Hund natürlich nur soweit belastet werden, daß er noch in der Lage ist die Suche erfolgreich auszuführen. Durch anhaltende Gewöhnung wird dann die Belastungsgrenze des Hundes heraufgesetzt. Und belastbare Hunde und Hundeführer ist das was wir im Einsatz benötigen.
:
: Was machst Du denn z.B. wenn ein Trümmerkegel voll mit Moniereisen, Glasscherben, u.s.w. ist. Kann Dein Hund dann nicht suchen?

Was hat das damit zu tun? Das ist doch normal bei einem Trümmerkegel (wir üben auf Abbruchgeländen, da ist das immer so... außer ein zwei Übungsgeländen für die Anfänger....)

Unser Rüde hat sich schon einmal eine Eisenstange in die Brust gerammt und hat trotzdem weitergesucht. Erst zuhause haben wir das runterhängende Stück Haut/Fleisch gesehen, daß dann beim Tierarzt geklammert wurde.

Jepp, meiner zog mal ne Blutspur hinter sich her - halber Ballen weg - ist auch normal bei einem arbeitsgeilen Hund - soweit MUSS es aber nicht gehen und das würden auch nciht alle machen (ohne daß der Hund deshalb schlechter wäre).

: Wenn ich also so viel Bedenken um die Gesundheit meiner Hunde habe, sollte ich die RH-Arbeit vielleicht lieber lassen.

Oder mal überlegen, warum z.T. so viele früh gearbeitete Hunde in vielen Staffeln wieder ausscheiden - fängt man mit dem erwachsenen erst an, sind die Risiken extrem viel niedriger.

: : Was das Spielen/Jagen angeht: viele Hund haben anfangs keine Probleme, wenn ein zweiter dazukommt - aber wenn dann "richtig heftig" gespielt wird (zerren = Beute aufreißen; schütteln = Beute töten) und dabei keine Spielsignale kommen (Spielsignal: z.B. Hund macht übertrieben hohe Bocksprünge nach hinten beim Zerren - so eine Retrieverhündin habe ich - / ernsthaftes Beutemachen: Hund arbeitet ökonomisch, kein Signal übertrieben, alles wie bei echter Jagd), dann wird ein zweiter Hund entsprechend aggressiv vertrieben - das macht dann große Probleme in der Doppelanzeige, die nur schwer wieder herauszukriegen sind. Handelt es sich um Spiel kann auch ein weiterer dazukommen (zumindest eher).
:
: Ich gebe Dir vollkommen Recht aber wofür soll eine Doppelanzeige gut sein? Den Sinn mußt Du mir mal erklären.

???? Wundere mich, daß Du diese Standardsituation der Flächensuche nicht kennst????? Wenn Hunde in der Kette suchen oder bei Parzellensuche, wenn Opfer so liegt, daß zufällig zwei Witterung kriegen und gleichzeitig da sind, können nunmal mehrere gleichzeitig am Opfer sein. Und dann? Bei Gegenwind kann das in recht großem Abstand zum Hundeführer passieren und außer Sicht, ich möchte dann weder eine Rauferei noch ein Meiden beider oder auch nur eines Hundes haben.

Viele Grüße
Heidrun

von suchhunde(YCH) am 10. Oktober 2001 19:26

Naja,

ich möchte nun nicht alles beim Hund auseinander klabüstern - irgendwie möchte ich mir noch etwas von dem Wunder Hund erhalten ohne eine logische Erklärung dafür zu haben.

Für diese nonverbale Kommunikation gibt es noch ein viel deutlicheres Beispiel, daß täglich fast jedem Hundeführer passiert.
Man fährt mit seinem Hund im Auto irgendwo hin und kurz vor der Ankunft fängt der Hund an rum zu hibbeln.
Er kennt das Gelände? Er riecht das bekannte Gelände? Er kennt die Landmarken? ----- Nichts von alledem. Selbst wenn man an einen Ort fährt an dem man selber noch niemals war zeigt der Hund das gleiche Verhalten. Der 6. Sinn? Ich denke nicht. Wenn man zu zweit fährt und beide das Ziel nicht kennen, so ist doch bei beiden zum gleichen Zeitpunkt das Gefühl "Jetzt sind wir gleich da..." - und siehe da, fast zur gleichen Zeit reagiert auch der Hund. Ohne Augenkontakt, ohne was zu sagen - aber er beobachtet uns auf seine Weise. Bei dieser Art der Kommunikation sind wir absolute Analphabeten und unser Hund Meister.

Ich will da weniger einen 6. Sinn darin sehen, sondern eher die für uns Menschen unglaublichen Fähigkeiten des Hundes "zu sehen". Einen winzig kleinen Teil davon können wir auch erlernen, was wir dann den Hund lesen nennen. Und auch da sehen wir dann, wie deutlich und unmissverständlich der Hund uns signalisiert, was er als nächstes und sogar übernächstes zu machen gedenkt.
Für mich ist dies der Weg mit dem Hund zu arbeiten - im Team.
..... und da sind wir dann wieder beim Meutetrieb :-))

ciao suchhunde

von Sabine(YCH) am 11. Oktober 2001 05:43

Hallo,
: :

: ????????? Es geht darum, daß man das am Ende macht.... bzw. beim Einsatz natürlich erst zuhause oder ganz am Ende..... Und im Auslandseinsatz kenne ich eine Menge, die selbst nachts noch ihre kurze Entspannungsrunde drehten vor dem Schlafen.... Gerade weil es so lange durchging.... doch nciht zwischen der Arbeit...

Ach so...dann habe ich das falsch verstanden.

:
: Oder mal überlegen, warum z.T. so viele früh gearbeitete Hunde in vielen Staffeln wieder ausscheiden - fängt man mit dem erwachsenen erst an, sind die Risiken extrem viel niedriger.
:
Wir haben einige Hunde, die von Welpenalter dabei sind....aber mit denen fangen wir ganz vorsichtig an.

: ???? Wundere mich, daß Du diese Standardsituation der Flächensuche nicht kennst????? Wenn Hunde in der Kette suchen oder bei Parzellensuche, wenn Opfer so liegt, daß zufällig zwei Witterung kriegen und gleichzeitig da sind, können nunmal mehrere gleichzeitig am Opfer sein. Und dann? Bei Gegenwind kann das in recht großem Abstand zum Hundeführer passieren und außer Sicht, ich möchte dann weder eine Rauferei noch ein Meiden beider oder auch nur eines Hundes haben.
:
Wie gesagt, wir arbeiten zu 90% auf Trümmer. Ich dachte Du übst eine Doppelanzeige. Es ist also eine ungewollte Situation. Dieses hatten wir bisher nur einmal. Das war aber Schuld der HF, die 2 Hunde gleichzeitig in eine Schonung geschickt haben. Sie haben sich dann auch tatsächlich in die Flicken gekriegt, obwohl sie sich sonst gut verstanden haben. Ein Hund war allerdings ein Futterhund. Von der Kettensuche halten ich übrigens überhaupt nichts und bei der Parzellensuche müßte es nun schon ein großer Zufall sein, wenn die Hunde zu zweit zum gleichen Zeitpunkt am Opfer sind. So klein machen wir unsere Parzellen üblicherweise nicht.

Viele Grüße
Sabine

von Helmuth(YCH) am 15. Oktober 2001 08:13

Wenn hier Schwierigkeiten auftauchen kann ich bei einem triebstarken Hund die Beutereize einfach wieder entsprechend raufsetzen. Bei einem Futterhund kann ich nur bei der Endhandlung bestätigen und nicht den Hund auf dem Weg dorthin motivieren.

Habe ich Vor 8 Jahren auch noch geglaubt, ist aber Quatsch, da bei moderner Triebarbeit auch über Futter eine vergleichbar Motivationslage zu schaffen ist.

Bis dann,

Helmuth.

von Helmuth(YCH) am 15. Oktober 2001 08:26

: : Bei allen Ausbildungsarten wird sehr stark am Nervenkostüm des Hundes rumgeorgelt - soll heißen die Hunde arbeiten (auch wenn es noch so als Spiel aussieht) ständig unter Dauerstress. Deswegen, und weil parallel dazu sehr viele andere Triebe zumindest kurzfristig mit angesprochen werden, ist eine qualifizierte Ausbildung des Helfer so wichtig. Die Ausbildung der Hund steht und fällt mit dem / den Helfer/n.
: :
: : ciao suchhunde
:
: Weils so wichtig ist nochmal ein uneingeschränktes Jawoll-Ja!
:
:
Stress ist nicht zwangsläufig negativ. Es gibt Eu- und Distress!
RH müssen im Stress gearbeitet werden. Wir müssen sogar ein Stressbewältigungstraining mit Ihnen machen, damit sie lernen über Coping-Strategien in belastenden Situationen trotzdem weiterzuarbeiten, von sich aus noch eine extraportion Motivation draufzulegen und zum Erfolg zu kommen.

Wir als Ausbilder müssen nur darauf achten, dass der Hund im Eustress gearbeitet wird.

Bis dann,
Helmuth

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