Bestätigung über Futter? :: Rettungshunde

Bestätigung über Futter?

von Helmuth(YCH) am 15. Oktober 2001 08:45

Mahlzeit,

es ist sehr interessant die Postings unten zu lesen. Ich finde es sehr traurig, wenn abgestritten wird, welcher Weg nun gerade nicht zum Erfolg führen kann. Meine Meinung hierzu ist, dass sowohl über Beute als auch über Futter 1.klassige RH ausgebildet werden können, die einander in nichts nachstehen.

Wer behauptet, die Erfahrung gemacht zu haben das bei einem Weg keine guten Hunde am Ende herauskommen, der hat dann falsch ausgebildet!! Frei nach dem Motto:"Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, dann liegt es an der Badehose."

Wir müssen davon wegkommen, Futter- und Beutetrieb als völlig verschiedene Triebkomplexe anzusehen. Dies ist eher ein Produkt der Hundesportler. In der Etholgie spricht man vom agonistischen Verhalten. Darunter fallen Beute-, Jagd-, "Agressions-, Wehr-, Futter-Trieb,....

Suchhunde hat recht, dass nicht ein Trieb alleine die Motivation ausmacht, sondern ein Mischmasch aus Trieben, die ich auch nicht aufdröseln kann und auch nicht will.

Nur Meutetrieb ist nun wirklich nicht dabei. Vielleicht kann suchhunde ja mal eine ethologische Literaturangabe zu dieser bahnbrechenden Erkenntnis angeben ;-)

z.B. Jedes Zergeln mit der Beute beinhaltet Wehrtriebelemente.
Jedes Futterstreitigmachen beinhaltet Wehrtriebelemente.
In einer modernen Ausbildung werden die Elemente des agonistischen Verhalten dann in Beute oder Futter kanalisiert. Dies geschieht je nach Veranlagung des Hundes

Bis dann,
Helmuth.

von Andreas(YCH) am 15. Oktober 2001 09:15

Hallo,

:
: Nur Meutetrieb ist nun wirklich nicht dabei. Vielleicht kann suchhunde ja mal eine ethologische Literaturangabe zu dieser bahnbrechenden Erkenntnis angeben ;-)

ungeplagt von ethologischen Literaturangaben würde ich einfach mal sagen: Hund und HF gehen gemeinsam auf die Jagd, bilden eine Jagdmeute. Ich bringe meinem Hund erfolgreiche Jagdtechniken bei, was in einer Meute durchaus üblich ist.
Oder wie Jan Nijboer sagt: Sozialer Rudelinstinkt.

Gruß
Andreas

von Sabine S.(YCH) am 15. Oktober 2001 09:39

:"Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, dann liegt es an der Badehose."

*LOOOL*
Den Spruch muß ich mir merken!

:
: Nur Meutetrieb ist nun wirklich nicht dabei. Vielleicht kann suchhunde ja mal eine ethologische Literaturangabe zu dieser bahnbrechenden Erkenntnis angeben ;-)

Vielleicht streiten wir hier um des Kaiser's Bart?
Wie würde man denn die Tatsache, daß der Hund Spaß daran hat, vom Alpha eine Aufgabe übertragen zu bekommen bzw. gemeinsam mit seinem Rudelführer arbeitsteilig zu lösen, wissenschaftlich benennen?

Ich habe bei meiner Hündin die Beobachtung gemacht, daß sie unsere "Beute" bis zum Ende der "Jagd" (Bergung des Opfers) keiner anderen Meute (=Team) überlassen will.
Ein Verhalten, das zwar nicht erwünscht ist, mir aber einiges in Bezug auf die Motivation des Hundes erklärt hat.

Gruß
Sabine S.

von Helmuth(YCH) am 15. Oktober 2001 09:55


: ungeplagt von ethologischen Literaturangaben würde ich einfach mal sagen: Hund und HF gehen gemeinsam auf die Jagd, bilden eine Jagdmeute. Ich bringe meinem Hund erfolgreiche Jagdtechniken bei, was in einer Meute durchaus üblich ist.
: Oder wie Jan Nijboer sagt: Sozialer Rudelinstinkt.
:

Der soziale Rudelinstinkt erklärt warum Hund und Mensch bei der Arbeit so gut harmonieren (was leider viel zu selten ist). Stichwort Vertrauen, Führigkeit, Aufmerksamkeit usw. Ich denke es kommt rüber was ich meine. Wir nutzen die selben Rudelinstinkte bei der RH-Arbeit, wie bei der Jagd aus. Das tun wir aber auch in der Unterordnung oder bei den Geräten.

Das erklärt aber nicht die Motivation des Hundes. Schließlich gehen wir NICHT jagen! Wenn machen was ganz anderes. Wir nutzen bestimmte Verhaltensmuster und/oder Kommuikationstechniken, die auch bei der Jagd im Wolsrudel benutzt werden, aus. Unsere Hunde sind auf bestimmte Gerüche konditioniert, die sie wie auch immer anzeigen sollen/wollen.

Wir müssen von der Irrglauben wegkommen, dass der Hund seine Arbeit dem HF zuliebe macht. Das tun sie nicht. Hunde sind genauso soziale Lebewesen wir Menschen, aber genauso egoistisch!!! Ich gehe auch nicht jeden Tag zur Arbeit, weil ich meiner Frau damit gefallen möchte. Meine Primärmotivation ist wie bei fast allen das Geld!
Ähnlich ist es nun auch bei unseren Hunden.

Bis dann,
Helmuth

von Helmuth(YCH) am 15. Oktober 2001 10:04


: Vielleicht streiten wir hier um des Kaiser's Bart?

Nein! Bestimmte Begriffe haben eine bestimmte Bestimmung. Ich möchte nur aufmerksam machen, dass bestimmte Begriffe falsch verwendet werden. Du würdest dich auch daran stören, wenn du eine Schäferhund hättest und jemand anderes im Dackel zu deinem Hund sagen würde.

: Wie würde man denn die Tatsache, daß der Hund Spaß daran hat, vom Alpha eine Aufgabe übertragen zu bekommen bzw. gemeinsam mit seinem Rudelführer arbeitsteilig zu lösen, wissenschaftlich benennen?

Siehe Posting unten. Der Hund ist ein soziales Tier, aber er wird nie etwas nur aus Liebe zu Dir tun. Die Primärmotivation bei einer Ausbildung ist inmmer eine andere (vorrausgesetzt sie führt zum Erfolg).

Rudelinteraktion kann die Primärmotivation steigern oder bremsen ist aber nicht Primärmotivation für komplexe Aufgaben.


: Ich habe bei meiner Hündin die Beobachtung gemacht, daß sie unsere "Beute" bis zum Ende der "Jagd" (Bergung des Opfers) keiner anderen Meute (=Team) überlassen will.
: Ein Verhalten, das zwar nicht erwünscht ist, mir aber einiges in Bezug auf die Motivation des Hundes erklärt hat.

Verstehe ich jetzt nicht ganz, vielleicht erklärst Du es etwas genauer.

Bis dann,
Helmuth.

von Sabine S.(YCH) am 15. Oktober 2001 10:08

tongue sticking out smileyrimärmotivation ist wie bei fast allen das Geld!

Nö, Geld ist eine Sekundärmotivation (wie Futter oder Beute beim Hund).
Die stärkste Form der Motivation (Primärmotivation) geht immer vom Tun selbst aus.
Z.B. Hund jagt Hase, nicht nur weil Hase so gut schmeckt, sondern weil Hasenjagen einfach Spaß macht.
So ähnlich, denke ich, läuft es auch in der RH-Arbeit.
Und die besten unter den RH's sind meiner Ansicht nach die, bei denen der Anteil der Primärmotivation (also der Spaß an der Sache an sich, unabhängig von der Belohnung) am größten ist.

Ist doch auch bei uns Menschen so: Die Leute, die ihre Arbeit wirklich gerne machen und nicht allein wegen des Geldes, sind auch die leistungsfähigsten und besten in ihrem Job.

Gruß
Sabine S.

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