Nein zu Sucheinsätzen ? :: Rettungshunde

Nein zu Sucheinsätzen ?

von Sabine S.(YCH) am 11. November 2001 10:20

Hallo suchhunde,

die Frau wurde gestern mittag, über zwei Wochen nach ihrem Verschwinden, von einer RH-Staffel gefunden - tot natürlich.

Mir fällt beim besten Willen niemand ein, dem die Staffel damit geschadet haben könnte.

Gruß
Sabine S.

von suchhunde(YCH) am 11. November 2001 12:12

Danke - an all die, die weiter gesucht haben und nicht aufgegeben haben.

suchhunde

von Andreas(YCH) am 11. November 2001 16:18

Hallo, Peter,

: Irrtum, er gibt das wieder, was der Grundsatz dieser Diskussion ist - Sinn oder Unsinn - und in deinem Fall - try oder error = wie entscheide ich mich.

sehe ich anders, es geht nicht darum, WIE, sondern OB gehandelt wird.

:
: Aber um die Bergung des Opfers!
: Ich sagte schon einmal, die Angehörigen haben erst dann Ruhe, wenn sie über den Verbleibt ihres Nächsten bescheid wissen.

Und deswegen klappere ich trotzdem nicht die BRD nach allen Vermißten ab. Es geht um Rettungshunde, nicht um Bergungshunde. Sicher sind aber die Übergänge fließend, und ich gehe auch noch 3 Tagen auf die Suche nach einem Selbstmörder, aber nicht nach 3 Wochen.

:
: Nimm akkut das TWC, unsinnigt dort noch nach was zu suchen? Man könnte ja den ganzen Haufen NUR umschichten!

Jetzt dort noch mit Hunden zu suchen wäre unsinnig.

:
: Dort werden u.a. Hunde eingesetzt, die nur zur Lebendrettung ausgebildet sind, die keine "Erfolg" verbuchen können - und doch wurde jede Möglichkeit genutzt!
: Und jede registierte Leiche bringt den Angehörigen Gewissheit!

Für dieses eng eingegrenzte Gebiet braucht man für die Leichen keine Hunde. In der Anfangszeit war der Einsatz völlig ok, aber jetzt sinnlos.

: : Irgendwo gibt es Grenzen, ob wir sie wollen oder nicht.
: : Welche Staffel kann es ehrenamtlich leisten, auch noch sämtliche Leichensuchen mitzmachen?
:
: Stopp!
: Leisten - Andreas wenn ich mich ehrenamtlich dazu entschieden habe Menschenleben in irgend einer Art zu retten, dann darf das mich nicht davon abhalten, im negativen Fall nicht zu handeln. Diejenigen, die sich BEWUSST der Rettung verschrieben haben, kennen auch die negativen Seiten. Positiv wie schon erwähnt ist dann, dass die Hinterbliebenden wissen, was Sache ist und der beklemmente Moment zwischen Hoffnung und Bangen genommen ist. So schwer wie das auch klingt, aber das sind die Retter den Angehörigen schuldig, ansonsten haben sie den Begriff Retten nicht richtig verstanden!

Rettungshunde werden eingesetzt und ausgebildet um Menschenleben zu retten. Das ist das vorrangigste Ziel.
Beispiel: 3-tägige Suche nach einer Leiche, dann kommt der Alarm nach einer Lebendvermisstensuche, und dort ist dann kein Team mehr einsatzfähig. Pech für den noch Lebenden oder wie? Es gibt nicht die Kapazitäten.
Wie ist es bei Notärzten? Die reanimieren den Herzinfarkt und fahren dann zurück, um sich um die geschockten Angehörigen zu kümmern? Und sind damit für weitere Herzinfarkte blockiert?


:
: Dann frage ich mich, wieso du die Möglichkeit gewählt hast.

Um mit meinem Hund Menschenleben zu retten.

:
: Ich sah schon Kollegen körperlich und seelisch nach einem Einsatz zusammenbrechen, da sie erfahren mussten, dass ihr Einsatz umsonst war, Hitze und Sauerstoffknappheit waren leider schneller, das Opfer konnte leider nur noch tot geborgen werden.
: Und im nächsten Einsatz gingen sie mit dem selben Elan wieder daran und setzen sich es zur Aufgabe Leben zu retten!.

Um mit diesem Problem umzugehen gibt es hervorragende Streßbewältigungsseminare, z.B. von Ines Thanel, kann ich nur empfehlen und die sollte auch jeder RHF regelmäßig besuchen.

: Andreas irgendwas kommt nicht ganz rüber. Keiner verlangt, dass du irgendwelche Leichen findest.
: Fakt war, wenn die Möglichkeit besteht, dass ein Hund der auf Lebendrettung ausgebildet ist, auch eine Leiche findet, sollte dieser Einsatz durchgeführt werden.
: Fakt ist auch, das wenn ein Einsatz zur Menschenrettung ( Suche ) besteht uns das nicht davon abhalten soll, dass wir im Voraus keine Chancen sehen.

Fakt ist auch, daß erstmal die Polizei entscheidet, ob es überhaupt einen Einsatz gibt. Weiterer Fakt ist, daß unser Fachberater dann entscheidet, ob wir einer Anforderung folgen.
Ein gewesener Einsatz: Selbstmörder schreibt Abschiedsbrief und verschwindet. Polizei sucht 30h halbherzig und bricht ab. Angehörige verzweifelt deswegen, informieren Nachbarn, der hat schon mal was von Rettungshunden gehört, bekommt über zig Umwege meine private Nummer raus und ruft an.
Ich alarmiere die Staffel und Nachbarstaffeln und wir fahren halbprivat zum Einsatz, suchen den ganzen Tag, machen Nachts Pause, wollen am nächsten Tag weitersuchen, da wird er morgens frisch tot ( er hatte sich anscheinend vor uns versteckt) gefunden.
Ich habe hinterher einen Heidenärger bekommen, weil wir ohne Polizeianforderung in den Einsatz gegangen sind, würde es aber wieder machen.
Ich hätte es aber nicht gemacht, wenn die Anforderung 3 Wochen später gekommen wäre.

: Kannst du zu 100% garantieren ( ich nehme jetzt mal an, dass du im RHS aktiv bist ) dass dein Hund keine Leiche anzeigt?
: Bei 1% wäre es in meinen Augen schon verwerflich nicht den Versuch zu starten.

Ich habe keine Ahnung; wenn er in meinem Blickfeld ist, kann ich an seiner Körpersprache erkennen, daß was auffällig ist, aber er hatte noch keinen Leichenkontakt. Aas ignoriert er.

: Jeder Mensch hat das Recht dass man versucht sein Leben zu retten!

Das steht auch außer Frage.

:
: Die Frage der Sinnlosigkeit in der Rettung erklärt uns Misserfog und Erfolg gleichermassen. Scheue ich den Misserfog, dann bin ich falsch am Platz! Klingt jetzt hart, aber das sehe ich so.

Auch das steht nicht zur Diskussion, denn nur eine Minderheit der Einsätze ist von Erfolg gekrönt.

: Es kommt immer auf das betreffende Einsatzgebiet und die Einsätze an. Scheue ich mich aber, wie gesagt, vor eventuellen Misserfolgen, dann sehe ich das so, das der Betreffende dann fehl am Platz ist!

S.o. es sind doch überwiegend Mißerfolge, aber es gibt in der RH-Arbeit ja auch Sekundärmotivationen.

: : Das Hauptproblem ist doch, daß die Alarmierung zu spät oder gar nicht erfolgt.
:
: Das Problem liegt bei euch und eurer Einstellung!
: Warum fordert ihr nicht die anderen Hilfsorganisationen heraus?
: Wir hatten hier mit dem DRK ziemliche Differenzen, sie taten das einzige Richtige, sie forderten uns heraus - Endeffekt war die Erkenntnis, dass wir doch im Grund genommem alle das gleiche Ziel verfolgen.

Lieber Peter, jetzt redest du ziemlichen Unfug! Bei uns gehen fast alle Staffeln des Bundeslandes und der Nachbarbundesländer von allen (!) Organisationen gemeinsam in die Einsätze. BRH, DRK, JUH, THW, ASB, DLRG, etc. Es gibt auch eine zentrale Koordinierungsstelle für diese ganzen Bundesländer.
Wir haben hier mit allen Organisationen im Großen und Ganzen eine vielleicht beispielhafte Zusammenarbeit. Ein weiteres Bundesland will sich demnächst auch anschließen. Da braucht niemand jemanden anders herauszufordern, im Gegenteil.

:
: Vor Ort gibt es hier eine Rettungsstaffel, die nie mit uns Kontakt gesucht hat, deren Arbeitsweise uns nie klar war. Auf Grund einer Übung im Rahmen des ABC-Schutzes lernte wir eine andere Staffel kennen. Deren Aufklärungsarbeit im Trümmerfeld von Sigmaringen überzeugte uns sehr!

Gemeinsame Übungen mit allen Organsisationen gibt es bei uns auch, relativ regelmäßig.

:
: Es kann keiner von uns erwarten, dass wir 100% Perfket in der Rettung sind, aber es kann jeder erwarten, dass wir, wenn wir uns dafür entschieden haben, bereit sind soviel wie nur möglich an die 100% ran kommen.
: Damit will ich sagen, dass Misserfolge auch mal vorkommen können, aber wie gesagt uns nicht daran hintern sollten weiter zu machen!

Alles Selbstverständlichkeiten, reden wir aneinander vorbei? :-)

Gruß
Andreas

von Dogman(YCH) am 11. November 2001 16:43

Hallo Andreas



: Und deswegen klappere ich trotzdem nicht die BRD nach allen Vermißten ab. Es geht um Rettungshunde, nicht um Bergungshunde. Sicher sind aber die Übergänge fließend, und ich gehe auch noch 3 Tagen auf die Suche nach einem Selbstmörder, aber nicht nach 3 Wochen.

Und wie sieht es bei einem vermissten Kind aus?


: Für dieses eng eingegrenzte Gebiet braucht man für die Leichen keine Hunde. In der Anfangszeit war der Einsatz völlig ok, aber jetzt sinnlos.

Frage mich, warum dann diese "Sinnlosigkeit" praktiziert wird.



: Rettungshunde werden eingesetzt und ausgebildet um Menschenleben zu retten. Das ist das vorrangigste Ziel.
: Beispiel: 3-tägige Suche nach einer Leiche, dann kommt der Alarm nach einer Lebendvermisstensuche, und dort ist dann kein Team mehr einsatzfähig. Pech für den noch Lebenden oder wie? Es gibt nicht die Kapazitäten.

Weiss man das vorher?
Das würde umgesetzt in etwa das selbe bedeuten, dass ich ne Fabrik abbrennen lasse, es könnte ja in der Zeit woanders ein Brand entstehen, bei dem Menschenleben zu retten sind.

Okay, was die Kapazitäten angeht, das ist ein Mango


: Wie ist es bei Notärzten? Die reanimieren den Herzinfarkt und fahren dann zurück, um sich um die geschockten Angehörigen zu kümmern? Und sind damit für weitere Herzinfarkte blockiert?

Nein, aber während ihrem Einsatz sind sie für weitere blockiert, nur scheuen sie diesen Einsatz nicht mit der Begründung, sie währen dann ja für weitere blockiert.



: : Das Problem liegt bei euch und eurer Einstellung!
: : Warum fordert ihr nicht die anderen Hilfsorganisationen heraus?
: : Wir hatten hier mit dem DRK ziemliche Differenzen, sie taten das einzige Richtige, sie forderten uns heraus - Endeffekt war die Erkenntnis, dass wir doch im Grund genommem alle das gleiche Ziel verfolgen.
:
: Lieber Peter, jetzt redest du ziemlichen Unfug! Bei uns gehen fast alle Staffeln des Bundeslandes und der Nachbarbundesländer von allen (!) Organisationen gemeinsam in die Einsätze. BRH, DRK, JUH, THW, ASB, DLRG, etc. Es gibt auch eine zentrale Koordinierungsstelle für diese ganzen Bundesländer.
: Wir haben hier mit allen Organisationen im Großen und Ganzen eine vielleicht beispielhafte Zusammenarbeit. Ein weiteres Bundesland will sich demnächst auch anschließen. Da braucht niemand jemanden anders herauszufordern, im Gegenteil.

Sorry, war vielleich etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte das eher als gedankliche Herausforderung.

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: :
: : Vor Ort gibt es hier eine Rettungsstaffel, die nie mit uns Kontakt gesucht hat, deren Arbeitsweise uns nie klar war. Auf Grund einer Übung im Rahmen des ABC-Schutzes lernte wir eine andere Staffel kennen. Deren Aufklärungsarbeit im Trümmerfeld von Sigmaringen überzeugte uns sehr!
:
: Gemeinsame Übungen mit allen Organsisationen gibt es bei uns auch, relativ regelmäßig.
:
: :
: : Es kann keiner von uns erwarten, dass wir 100% Perfket in der Rettung sind, aber es kann jeder erwarten, dass wir, wenn wir uns dafür entschieden haben, bereit sind soviel wie nur möglich an die 100% ran kommen.
: : Damit will ich sagen, dass Misserfolge auch mal vorkommen können, aber wie gesagt uns nicht daran hintern sollten weiter zu machen!
:
: Alles Selbstverständlichkeiten, reden wir aneinander vorbei? :-)

Beim letzten Abschnitt wohl nicht :-)

Viele Grüsse
Peter

von Andreas(YCH) am 11. November 2001 20:28

Hallo, Peter,

:
: Und wie sieht es bei einem vermissten Kind aus?

die Suche nach Kindern hat ihre eigenen Gesetze.

:
: Frage mich, warum dann diese "Sinnlosigkeit" praktiziert wird.

Wird sie noch praktiziert? Soweit ich weiß nicht. Wenn ich mich erinnere, schrieb Suchhunde hier auch mal, daß in der 1. Woche danach nur eine Handvoll RH eingesetzt wurden. Da es nach einer Woche dann erheblich mehr waren, dürfte der Druck der Öffentlichkeit gewesen sein.
: Das würde umgesetzt in etwa das selbe bedeuten, dass ich ne Fabrik abbrennen lasse, es könnte ja in der Zeit woanders ein Brand entstehen, bei dem Menschenleben zu retten sind.
:
: Okay, was die Kapazitäten angeht, das ist ein Mango

Ja, und die FW hat auch ganz andere Kapazitäten und die machen es hauptberuflich.

Gruß
Andreas

von Dogman(YCH) am 11. November 2001 20:39

Hallo Andreas

:
: :
: : Und wie sieht es bei einem vermissten Kind aus?
:
: die Suche nach Kindern hat ihre eigenen Gesetze.

Stimmt.




:
: :
: : Frage mich, warum dann diese "Sinnlosigkeit" praktiziert wird.
:
: Wird sie noch praktiziert? Soweit ich weiß nicht. Wenn ich mich erinnere, schrieb Suchhunde hier auch mal, daß in der 1. Woche danach nur eine Handvoll RH eingesetzt wurden. Da es nach einer Woche dann erheblich mehr waren, dürfte der Druck der Öffentlichkeit gewesen sein.

Womit wir wieder beim Thema wären, das Recht der Angehörigen auf Gewissheit über die Verbliebenen.


: : Das würde umgesetzt in etwa das selbe bedeuten, dass ich ne Fabrik abbrennen lasse, es könnte ja in der Zeit woanders ein Brand entstehen, bei dem Menschenleben zu retten sind.
: :
: : Okay, was die Kapazitäten angeht, das ist ein Mango
:
: Ja, und die FW hat auch ganz andere Kapazitäten und die machen es hauptberuflich.

Nicht alle, es soll auch welche geben die es ehrenamtlich machen :-)

Schau dich mal in Dörfern und kleinen und mittleren Gemeinden um, dort wirst du keine BF finden.

Viele Grüsse
Peter

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