Anwesenheitspflicht :: Rettungshunde

Anwesenheitspflicht

von Sabine S.(YCH) am 01. Februar 2002 17:18

Hallo,

mich würde interessieren, wie das in den verschiedenen Staffeln mit der Anwesenheitspflicht gehandhabt wird.
Leute, die nicht regelmäßig traininieren, kommen selbst nicht weiter und behindern die Ausbildung der anderen.

Trotzdem gibt es immer wieder welche, die die Staffel trotz eindringlicher Erklärung mit einem Hundefreizeitclub verwechseln, wo man nach Gutdünken wegbleiben kann, wenn man keine Lust hat, Anwesenheitspflicht hin oder her. Oder man hört so Erklärungen wie "Mein Hund kann das schon, der braucht nicht jede Woche zu trainieren."


Habt ihr da ganz konkrete Vorschriften, wie oft und mit welcher Begründung man fehlen darf?
Was hat unregelmäßige Teilnahme am Training und sonstigen Veranstaltungen für Konsequenzen?

Ich freue mich auf viele Meldungen!

Grüße
Sabine S.

von Kaya(YCH) am 01. Februar 2002 22:03

Hallo Sabine!

Klasse Thema!

: mich würde interessieren, wie das in den verschiedenen Staffeln mit der Anwesenheitspflicht gehandhabt wird.

Also, bei uns gibt es theoretisch eine Anwesenheitspflicht von mindestens 50 %. Das ist eigentlich natürlich sehr wenig. Bis vor einem Jahr hätte ich gesagt: Wir haben aber noch nie darauf geachtet, weil es da eigentlich nie Probleme gibt. Inzwischen wird doch Buch geführt, denn es gibt ein, zwei Kandidaten, die da wohl an die Grenze kommen.

Im Prinzip war die Regel nur gedacht, um Leuten, die nie da sind und dann Prüfung machen wollen, begründet die Teilnahme verweigern zu können. Schließlich sind wir nicht nur geprüften RH-Teams, sondern eine RH-Staffel, die zusammen in Einsätze geht. Und da muß man sich einfach auf jeden verlassen können. Wie aber soll man das, wenn man jemanden und seinen Hund gar nicht richtig kennt, weil er es nicht für nötig hält, zum Training zu kommen. Einzelkämpfer können im Hundesport ihre Lorbeeren sammeln, in einer Staffel ist Zusammenarbeit gefragt, und die setzt nun mal Anwesenheit voraus.

: Leute, die nicht regelmäßig traininieren, kommen selbst nicht weiter und behindern die Ausbildung der anderen.

Das kommt auch noch dazu. Da hört man dann hintenherum, was man bei der Ausbildung dieses Hundes so alles falsch macht - aber der Hund ist nur jedes dritte Mal im Training. Komisch, daß alle die Hunde, die regelmäßig da sind und deren Besitzer mitmachen und weiterkommen wollen, besser werden und irgendwann Prüfung machen, und die "Fehlhunde" treten auf der Stelle. Und zwei so Kandidaten in der Staffel sorgen für Trainingszeiten, die langsam auch den eingefleischten RH-lern Probleme machen - irgendwann möchte die Familie auch mal was von einem haben. Schließlich muß man gerade bei so Hunden dann oft etwas Besonderes machen, weil man im Grunde das nachholen muß, was die Besitzer versäumen.

Meistens geht das "ich komme, ich komme nicht"-Verhalten ja Hand in Hand mit Hundeführern, deren Hunde nur im Training lernen. Daß ein Hund jede Sekunde lernt, und daß die Vorarbeit für's Detachieren oder so bei jedem Spaziergang oder daheim im Haus gelegt wird, ist denen nicht klar. Und so sehen die Ergebnisse dann halt aus: Wenn der Hund zweimal die Woche hören soll und sonst nicht, kann man sich ausrechnen, was daraus wird.

: Trotzdem gibt es immer wieder welche, die die Staffel trotz eindringlicher Erklärung mit einem Hundefreizeitclub verwechseln, wo man nach Gutdünken wegbleiben kann, wenn man keine Lust hat, Anwesenheitspflicht hin oder her.

Wird es wahrscheinlich immer geben - es sei denn, die Staffel holt zum Befreiungsschlag aus und setzt solche Leute an die Luft. Das Interessante ist, daß sowas auch passiert, wenn man vor dem Eintritt deutlich auf den Zeitbedarf hinweist und die Leute drei oder sogar sechs Monate Probezeit haben, nach denen die Staffel abstimmt, ob die Kandidaten geeignet sind. Vielleicht muß man unter einer bestimmten Anwesenheitsrate in einem Gespräch mal Klarheit schaffen: RH-Arbeit heißt RH-Arbeit und nicht RH-Sport, weil man sich auf alle verlassen können muß. Wem die Arbeit zu viel ist, muß aussteigen - alles andere ist unfair der restlichen Staffel gegenüber.

Wobei ich durchaus Möglichkeiten sehe, mit einer Staffel verbunden zu bleiben, auch wenn man (momentan?) nicht wirklich aktiv dabeisein kann:

- Man kann sich beurlauben lassen und sozusagen passives Mitglied bleiben.

- Man kann sich für das Training beurlauben lassen, aber für Sondertermine zur Verfügung stehen, zum Beispiel als Sprecher oder als Kameramann bei Vorführungen, als Helfer bei Einsätzen, als Opfer bei Übungen mit anderen Staffeln.

: Oder man hört so Erklärungen wie "Mein Hund kann das schon, der braucht nicht jede Woche zu trainieren."

Da habe ich in bestimmten Fällen sogar Verständnis dafür. Meiner alten Hündin reichte mit ihren zwölf Jahren dann irgendwann wirklich ein Training pro Woche, vielleicht sogar alle zwei Wochen. Aber das muß ja nicht heißen, daß ich selber nicht zum Training gehe. Schließlich bin ich auch Opfer für die anderen! Dann hat mein Hund halt verkürztes Programm (nur Anzeigen oder auch mal nur Spielen mit den anderen vorher und hinterher), aber ich bin trotzdem da.

: Habt ihr da ganz konkrete Vorschriften, wie oft und mit welcher Begründung man fehlen darf?

Wie oft - siehe oben, aber die Reaktionen der Staffelmitglieder fangen schon deutlich vor 50 % an. Begründung - das haben wir abgehakt. Wer keine stichhaltige Begründung hat und trotzdem fehlt, der lügt dann halt. Also kann man über "welche Begründung" nicht kommen. Aber wer ständig mit seltsamen Ausreden fehlt, der fällt schnell auf, und die "soziale Kontrolle" ist da doch ziemlich stark. Bei den meisten reicht es, damit sie entweder zuverlässig kommen oder aber wieder zum Hundesport zurückgehen. Die dickfelligen Leute müßte man eigentlich zwangsweise wieder aus der Staffel werfen, aber nach was für Regeln?

: Was hat unregelmäßige Teilnahme am Training und sonstigen Veranstaltungen für Konsequenzen?

Außer den schon genannten: Es gibt eine schlechte Stimmung. Wenn einer nur beim praktischen Training oder nur zur Theorie kommt, nur bei gutem Wetter oder grundsätzlich nicht, wenn er irgendeine andere Möglichkeit hat, wo er hingehen kann - was sagt das über die Zuverlässigkeit desjenigen aus? Was über den Stellenwert, den die RH-Arbeit für ihn hat? Wird derjenige wohl bei Nacht und Regen zum Einsatz ausrücken? Und wenn nicht - was will er dann in der Staffel???

Ich fände es gut, wenn es in Deutschland (wie in der Schweiz) RH-Sport gäbe - dann könnten solche Leute nämlich woanders hingehen. Schließlich ist die Sucherei eine absolut tolle Beschäftigung für Hund und Mensch. Nur - wenn es dabei um Menschenleben geht und nicht um Spaß oder Punkte, dann muß man andere Anforderungen stellen als beim Sport. Und dann gibt es eben nur mit Herz und Seele mitmachen oder aussteigen. Punkt.

Grüße, Kaya

von Katrin + Vlin(YCH) am 01. Februar 2002 18:17

Hallo Sabine,

: Habt ihr da ganz konkrete Vorschriften, wie oft und mit welcher Begründung man fehlen darf?

Unsere Ausbilderin führt Buch und sagt, dass man bei mindestens so und so viel Übungsbetrieben anwesend sein muss (ich glaube 50%, wobei wir relativ viel trainieren). Anders ist es bei Leuten, die im Schichtbetrieb arbeiten, das sind bei uns einige, da spricht sie glaube ich von 30%.

: Was hat unregelmäßige Teilnahme am Training und sonstigen Veranstaltungen für Konsequenzen?

Wenn man zu oft fehlt, nimmt einen die Ausbilderin "ins Gebet" und sagt freundlich aber bestimmt, dass es so keinen Wert hat bzw. dass der-/diejenige sich entscheiden muss, ob er/sie jetzt RH machen will. Rausgeworfen worden ist deswegen noch keiner, seit ich dabei bin (ist aber auch noch nicht sehr lange).
Wer mal nicht kann, muss sich auf jeden Fall abmelden. Einfach wegbleiben finde ich persönlich noch ätzender als selten kommen. Eine Zeitlang wurde überlegt, für unentschuldigtes Fehlen eine "Strafkasse" einzuführen, das hat man dann aber doch nicht gemacht.

Grüße
Katrin + Vlin

von Andreas(YCH) am 01. Februar 2002 20:01

Hallo,

wir trainieren mindestens 2 mal pro Woche.
Wir haben eine 1-jährige Probezeit. Wer das 2.Mal unentschuldigt fehlt, fliegt.
Wer öfers als 4 Mal im Quartal aus privaten Gründen (nicht Arbeit, Urlaub, Krankheit) fehlt, fliegt. Beim 3.-4. Mal findet ein ernsthaftes Gespräch statt.
Jeder, der neu kommt, unterschreibt das auch und nimmt es damit zu Kenntnis.
Wie sich über die Jahre gezeigt hat, ist alles andere Zeitverschwendung.

Gruß
Andreas

von Kaya(YCH) am 01. Februar 2002 22:10

Hallo Andreas!

: Wer öfers als 4 Mal im Quartal aus privaten Gründen (nicht Arbeit, Urlaub, Krankheit) fehlt, fliegt. Beim 3.-4. Mal findet ein ernsthaftes Gespräch statt.

Wie macht Ihr das bei Leuten, die dann halt auf krank machen? So einen Fall hatten wir nämlich. Was macht man bei falschen (erfundenen) Gründen?

Fragende Grüße, Kaya

von Andreas(YCH) am 01. Februar 2002 22:24

Hallo,

: Wie macht Ihr das bei Leuten, die dann halt auf krank machen? So einen Fall hatten wir nämlich. Was macht man bei falschen (erfundenen) Gründen?

wir auch mal, ist zufällig unterwegs Richtung Besichtigungstour gesehen worden :-).

Wenn jemand 2-3 mal auf krank macht, kannst du es nicht verhindern.
Ist er es aber öfters, ist er chronisch krank. Chronisch Kranke sind als RHundeführer nicht geeignet, so einfach ist das :-).
Die Faxen, daß manchmal Frauen konsequent 1 Woche im Monat krank sind, machen wir auch nicht mehr mit. Da wäre die Ausfallzeit für Einsätze auch zu hoch.
Übrigens müssen wir aus versicherungstechnischen Gründen eine Anwesenheitsliste führen (von der Org vorgeschrieben), die jeder Teilnehmer, wir haben auch Helfer ohne Hunde, jedes Mal unterschreiben muß. So ergibt sich schnell ein Bild.

Wessen Hund krank oder zu alt ist, muß trotzdem kommen, es sei denn, der Hund kann nicht anderweitig betreut oder trotzdem mitgebracht werden oder er ist schwer krank.
Je mehr Helfer man hat, desto besser.

Gruß
Andreas

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