Anzeige bei Säuglingen :: Rettungshunde

Anzeige bei Säuglingen

von Reinhold + Ayko(YCH) am 15. April 2002 23:48

Halli, hallo,

wahnsinnig angeregt durch die Ideen im vorausgegangenen Thread
treibt meine Fantasie seltene Blüten und ich beginne deshalb
mal diesen neuen Thread und möchte ein paar Gedanken zum
Thema "Säugling" loswerden.

Da liegt also ein Säugling übungshalber im Wald und wenn der R-Hund
kommt und bellt, dann streckt der Kleine dem Großen das sauber
umhäkelte Ärmchen entgegen, in der winzigen Hand eine schmuddelige
Beisswurst, und nun übt der Kleine mit dem Großen Tauziehen um die
Wurst: Früh übt sich schon in Strampelhosen, was einmal in Arnold´s
Fussstapfen treten will.

Ein Bild für die Götter.

Oder: Der Kleine wirft mit Schwung seine heißgeliebte,
lauwarme Milchflasche mit dem Gummisauger aus dem Korb
dem großen Vierbeiner vor die Schnauze. Das ist eine leichte
Übung für einen aufgeweckten Säugling. Muss man ihm gar nicht
extra beibringen. Das bringen sie von klein auf mit. :-)))

Richtig spektakulär wird´s aber schon bei einer angereizten Anzeige:

Für eine angereizte Anzeige schnallt man die Tragetasche mit drei Gummistropps
auf ein Skateboard (im Winter auf den Schlitten) und lässt sie komplett mit
Säugling und Beisswurst einen Abhang hinuntersausen und schickt dann,
wenn das Gefährt hinter einem fetten Maulwurfshügel zum Stehen (oder Kippen)
gekommen ist, den geifernden, angehenden Säuglings-Rettungs-Hund hinterher.

Traumhafte Szenen.

Nicht mal eine Rabenmutter würde da mitmachen.

Wer hat zeichnerisches Talent und karikiert diese Szenen fürs Forum ???


: Wenn ein Hund den ganzen Tag mit einer Kindergartengruppe
: spielen würde - ja, ich denke, er würde Kleinkinder
: als Opfer realisieren. Ich denke, auch ein Hund, der mit einem
: Säugling in der Familie gelebt hat oder lebt, wird mit diesem
: Opferbild weniger Probleme haben

Kann ich mir äußerst schlecht vorstellen, dass das irgend einen
Einfluss auf eine mögliche Anzeige hat. Im Gegenteil, ich habe
ganz andere Beobachtungen gemacht. Nein, - so funktioniert
gezieltes Erlernen einer Anzeige beim Hund nicht.

Wie bringt man denn den R-Hunden die Anzeige durch Verbellen bei?
Doch damit, dass das Verbellen für den Hund eine angenehme Folge
hat: Spiel oder Futter, --- und das kommt vom Opfer. Wie geht das
jetzt, wenn das "Opfer" ein Säugling in der Tragetasche ist, der
nicht agieren kann, geschwiege denn eine angereizte Anzeige
machen kann? Darin liegt doch das Problem und nicht darin, wie
gut der Hund generell mit Säuglingen vertraut ist.

Unter diesen Umständen muss man sich etwas anderes einfallen lassen:
Erstmal könnte die Mutter eine angereizte Anzeige machen, dann folgt
eine Suche nach Mutter und Säugling (gemeinsam versteckt), dann
nochmals dasselbe und nochmal und nochmal und schließlich irgendwann
nur noch die Suche nach dem Säugling allein. So könnte ich mir vorstellen,
dass es prinzipiell funktionieren könnte, --- dass der Hund prinzipiell
lernen könnte, einen einsamen Säugling zu suchen und anzuzeigen.

Aber der einsame Säugling in der Tragetasche kann den R-Hund nicht
bestätigen. Das ist dann immer noch das Hauptproblem an der Sache.

Ich habe immer für den Clicker geworben und will es wieder tun.
Beim Clickerhund ist das nämlich kein Problem, denn der hat gelernt
beim Opfer zu bleiben und zu Bellen bis bis es "click" macht. Und
wenn das "Click" gelegentlich vom Hundeführer kommt, statt vom
Opfer, ist das auch kein Problem. Und wenn dann das Spiel mit
der Beisswurst etwas abseits von der Tragetasche vom HF oder gar
von einem Dritten (Helfer) kommt, ist das für einen Clickerhund
auch kein Problem. Seine "Opferbindung" wird dadurch um keinen Deut
gemindert, --- vorausgesetzt, der Clicker wird richtig eingesetzt und
exakt in dem Moment gedrückt, in dem der Hund das Opfer in der
Tragetasche anguckt, anbellt und der Abstand Hund --- Opfer stimmt.



Also mit Säuglingen übe ich nicht. Aber ich lasse übungshalber
meinen Setter nach unseren Katzen (zwei Kater) oder nach dem Stallhasen
suchen. Die Anzeige besteht aus einem einzigen Beller und dem Warten
(Sitz!) am Fundort.
Daraufhin folgt das "Click" von mir und anschließend gehen wir
gemeinsam vom Garten in die Küche und holen den Pansen zur Belohnung aus
dem Kühlschrank. Das funktioniert zuverlässig und schmälert nicht
die "Opferbindung", denn mit dem Clicker bringt man einem R-Hund bei,
das Opfer zu verbellen plus es anzugucken plus so lange bei ihm zu bleiben,
bis es "click" macht. Wie der Hund dann belohnt wird, wo er belohnt wird,
von wem er belohnt wird, ist im Prinzip egal. Der Hund muss lediglich wissen,
was er tun muss, damit es "clickt" und die Konditionierung des Clickers muss
natürlich stimmen. So viel zum Clickerhund.

Im Übrigen....

... würde ich mir mal angucken, wie Sprengstoff-Suchhunde bzw. Drogen-
Suchhunde ausgebildet werden, die machen nämlich auch eine Anzeige
durch Verbellen oder Scharren, --was im Prinzip egal ist--, und werden
niemals vom Sprengstoffpaket oder vom "Gras" mit einem Zerrspiel
bestätigt und trotzdem kriegen auch sie eine "Sprengstoff- bzw.
Drogen-Bindung".

Soviel zum Hund und zum Erlernen einer Anzeige, wenn das Opfer kein
erwachsener, handlungsfähiger Mensch ist.

Nun zum Säugling:
Ich habe im eigenen Haus drei Säuglinge mit Hunden groß werden sehen.
Meine bescheidene Erfahrung resultiert aus diesen Beobachtungen. Obwohl
unsere Säuglinge Hunde gewöhnt waren, erschraken sie fürchterlich
und zuckten sehr stark zusammen, wenn plötzlich ein Hund anfing zu bellen.
Selbst wenn er fünf Meter entfernt bellte, erschraken sie immer ganz
fürchterlich. Erst nach langer Gewöhnung ließ das nach und sie
schliefen trotz Hundegebell im Nachbarzimmer (!!!) weiter. Das mal
als konkrete Anregung für weitere Überlegungen. Ein dicker Wattepfropf in
beide Säuglingsohren und eine dicke Wollmütze drüber, wäre sicherlich
nicht zu verachten, nimmt dem Bellen die Spitze, beseitigt das Problem
für den Säugling aber nicht.

Ein Bringsler wäre hier schon eine tolle Alternative zum Verbeller,
wenn nicht für die Staffel, dann doch für die Opfer-Säuglinge in spe.

Ohne löwen-sicheren Käfig, der über die Tragetasche mit dem Kind
gestülpt wird und absolut umwerf-sicher befestigt wird, würde ich
als Vater meinen Säugling niemals und für keine Staffel zur Verfügung
stellen und als Mutter schon gar nicht. Höchstens für den eigenen
Hund, wenn die Beziehung Hund --- Säugling völlig in Ordnung ist
und der Hund gelernt hat, einen Mindestabstand zum Kind einzuhalten.

Rein theoretische Grüße
aus dem Wilden Südwesten
Reinhold + Ayko


von Daniela(YCH) am 16. April 2002 13:22

: : Da liegt also ein Säugling übungshalber im Wald und wenn der R-Hund
: kommt und bellt, dann streckt der Kleine dem Großen das sauber
: umhäkelte Ärmchen entgegen, in der winzigen Hand eine schmuddelige
: Beisswurst, und nun übt der Kleine mit dem Großen Tauziehen um die
: Wurst: Früh übt sich schon in Strampelhosen, was einmal in Arnold´s
: Fussstapfen treten will.
: Traumhafte Szenen.

Reinhold, Du bist einfach genial!!!! *lachmichschepp*

: Wer hat zeichnerisches Talent und karikiert diese Szenen fürs Forum ???
:
Ja, man könnte einen super-Trickfilm machen, da gibts noch ganz andere Szenen....

:
: Kann ich mir äußerst schlecht vorstellen, dass das irgend einen
: Einfluss auf eine mögliche Anzeige hat. Im Gegenteil, ich habe
: ganz andere Beobachtungen gemacht. Nein, - so funktioniert
: gezieltes Erlernen einer Anzeige beim Hund nicht.
:
Richtig, es geht auch nicht um das Erlernen der Anzeige - das muss unbedingt schon vorher sitzen. Es geht nur um die Erweiterung des Opferbildes. Ob das so funktioniert, keine Ahnung, hab ich noch nicht ausprobiert. War nur eine Idee, auf die mich Jo aufmerksam gemacht hat.

: Wie bringt man denn den R-Hunden die Anzeige durch Verbellen bei?
: Doch damit, dass das Verbellen für den Hund eine angenehme Folge
: hat: Spiel oder Futter, --- und das kommt vom Opfer. Wie geht das
: jetzt, wenn das "Opfer" ein Säugling in der Tragetasche ist, der
: nicht agieren kann, geschwiege denn eine angereizte Anzeige
: machen kann? Darin liegt doch das Problem und nicht darin, wie
: gut der Hund generell mit Säuglingen vertraut ist.
:
Deswegen muss der Hund bereits absolut fit in der Anzeige sein. Dann kann nämlich die Belohnung vom Hundeführer kommen, ganz gleich ob mit oder ohne Clicker. So haben wir die Hunde aufgebaut, und es funktioniert einwandfrei (auch mit der konservativen Lob- und Belohnungsmethode!!!)

: Unter diesen Umständen muss man sich etwas anderes einfallen lassen:
: Erstmal könnte die Mutter eine angereizte Anzeige machen, dann folgt
: eine Suche nach Mutter und Säugling (gemeinsam versteckt), dann
: nochmals dasselbe und nochmal und nochmal und schließlich irgendwann
: nur noch die Suche nach dem Säugling allein. So könnte ich mir vorstellen, : dass es prinzipiell funktionieren könnte, --- dass der Hund prinzipiell: lernen könnte, einen einsamen Säugling zu suchen und anzuzeigen.

Könnte auch klappen, ist mir aber zu kompliziert. Wie gesagt, es klappt auch anders, s.o.

:
: Aber der einsame Säugling in der Tragetasche kann den R-Hund nicht
: bestätigen. Das ist dann immer noch das Hauptproblem an der Sache.
:
Eben nicht. Im Einsatz belohnt auch der Hundeführer und nicht das Opfer. Deswegen nur mit sicheren Hunden üben. Wer generell noch Probleme mit der Anzeige hat, sollte diese Experimente lassen. Ach ja, wir machen Hund und Kind vorher miteinander bekannt, d.h. wir lassen den Hund am Baby schnuppern - damit er weiss, worum es überhaupt geht. Dann wird der Hund auf Baby in Tasche aufmerksam gemacht, Tasche hinter Gitter gestellt und Hund angesetzt.


: Ich habe immer für den Clicker geworben und will es wieder tun.
: Beim Clickerhund ist das nämlich kein Problem, denn der hat gelernt
: beim Opfer zu bleiben und zu Bellen bis bis es "click" macht. Und
: wenn das "Click" gelegentlich vom Hundeführer kommt, statt vom
: Opfer, ist das auch kein Problem. Und wenn dann das Spiel mit
: der Beisswurst etwas abseits von der Tragetasche vom HF oder gar
: von einem Dritten (Helfer) kommt, ist das für einen Clickerhund
: auch kein Problem. Seine "Opferbindung" wird dadurch um keinen Deut
: gemindert, --- vorausgesetzt, der Clicker wird richtig eingesetzt und
: exakt in dem Moment gedrückt, in dem der Hund das Opfer in der
: Tragetasche anguckt, anbellt und der Abstand Hund --- Opfer stimmt.
:
Und da sag ich "feiner Hund", freu mich barbarisch und geb dem Hund seine Belohnung. Prinzipiell dasselbe.
:
: ... würde ich mir mal angucken, wie Sprengstoff-Suchhunde bzw. Drogen-
: Suchhunde ausgebildet werden, die machen nämlich auch eine Anzeige
: durch Verbellen oder Scharren, --was im Prinzip egal ist--, und werden
: niemals vom Sprengstoffpaket oder vom "Gras" mit einem Zerrspiel
: bestätigt und trotzdem kriegen auch sie eine "Sprengstoff- bzw.
: Drogen-Bindung".
:
Nein, aber sie bekommen anfangs das präparierte Bringsel direkt zum Spielen (was mit dem Säugling natürlich nicht geht), später bekommen sie stattdessen eins, das der Hf mitbringt. Immer, wenn ein Rauschmittelspürhund Stoff riecht, meint er, da ist sein Bringsel versteckt. Er bekommt das versteckte nicht zu sehen, sondern bekommt ein anderes vom Hf.

: Nun zum Säugling:
: Ich habe im eigenen Haus drei Säuglinge mit Hunden groß werden sehen.
: Meine bescheidene Erfahrung resultiert aus diesen Beobachtungen. Obwohl
: unsere Säuglinge Hunde gewöhnt waren, erschraken sie fürchterlich
: und zuckten sehr stark zusammen, wenn plötzlich ein Hund anfing zu bellen.
: Selbst wenn er fünf Meter entfernt bellte, erschraken sie immer ganz
: fürchterlich. Erst nach langer Gewöhnung ließ das nach und sie
: schliefen trotz Hundegebell im Nachbarzimmer (!!!) weiter. Das mal
: als konkrete Anregung für weitere Überlegungen. Ein dicker Wattepfropf in
: beide Säuglingsohren und eine dicke Wollmütze drüber, wäre sicherlich
: nicht zu verachten, nimmt dem Bellen die Spitze, beseitigt das Problem
: für den Säugling aber nicht.
:

Genau das ist das Problem. Deswegen sind diese Übungen ja so schwer durchführbar. Allerdings hatten wir das Glück, dass unser Baby so tief im dicksten Radau schlief, dass es selbst nach 3 Hunden noch nicht aufwachte!!! Dann haben wir aufgehört, es soll ja auch beim Menschen Prägungsphasen geben, nicht auszudenken, wenn das Kind deswegen zeitlebens Panik vor Hundegebell haben sollte!!!


: Ein Bringsler wäre hier schon eine tolle Alternative zum Verbeller,
: wenn nicht für die Staffel, dann doch für die Opfer-Säuglinge in spe.
:
Ja, das gilt für Freiverweiser auch. Nicht nur bei kleinen Kindern, sondern z.B. auch bei Autisten.

: Ohne löwen-sicheren Käfig, der über die Tragetasche mit dem Kind
: gestülpt wird und absolut umwerf-sicher befestigt wird, würde ich
: als Vater meinen Säugling niemals und für keine Staffel zur Verfügung
: stellen und als Mutter schon gar nicht. Höchstens für den eigenen
: Hund, wenn die Beziehung Hund --- Säugling völlig in Ordnung ist
: und der Hund gelernt hat, einen Mindestabstand zum Kind einzuhalten.
:
Ja, das ist das A und O. Wir üben gerne in der Wagenhalle, da gibts Gitter-Schiebetüren, die man absolut sicher schliessen kann. Dann kann man auch die Babytragetasche in 1-2 m Abstand hinstellen, so dass dem Bebs nicht das Trommelfell platzt....

Nicht ganz so theoretische Grüße (ham´s ausprobiert)
: Daniela

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