6jähriger Schäfi - nochmals Rüdenthema :: Ungereimtes

6jähriger Schäfi - nochmals Rüdenthema

von Sandy(YCH) am 20. August 2001 10:02


Ich hätte mal eine Frage, da ich gerade das Thema zu der Unverträglichkeit mancher Rüden gelesen habe.

Im Tierheim sitzt ein AC-Schäfi, 6 Jahre alt. Er wurde von einem Mädchen abgegeben, das von seiner Mutter geschickt wurde. Bei diesen Haltern war er wiederum auch nur 2 Monate. Wo er vorher war, ist unklar.

Jedenfalls sagte das Mädchen, er würde sich nicht mit anderen Rüden vertragen. Da ich ihn ausführe, kann ich bisher dazu sagen, dass er an der Leine keinerlei Aggression zeigt.
Er zieht zwar etwas zum anderen Hund hin, aber das ist bei Rüden und Hündinnen gleichermassen ausgeprägt.

Da ich darüber nachdenke, diesen Rüden zu mir zu nehmen, hätte ich gerne einige Meinungen (da viele Gassigeh- Bekanntschaften Rüden haben und ich auch gerne weiterhin mit denen Gassi gehen will).
Wie soll ich es ausprobieren, ob er sich verträgt????
Man kann ihn ja nicht einmal loslassen - ich weiss nicht, wie er reagiert. Andererseits kann man vom Verhalten an der Leine auch nie ausgehen - viele Hunde sind ja an der Leine eher grantig und "wehe wenn sie losgelassen" wandelt sich das Verhalten und sie sind sehr freundlich.

Meint ihr, selbst wenn er unverträglich ist, dass bei einem 6jährigen Tier noch was zu machen ist?! Er scheint mir vom Leinenverhalten her wirklich kein Aggressiver zu sein, aber man weiss es halt nicht.

Er ist übrigens nicht kastriert. Kann in diesem Alter eine Kastration noch etwas bringen?

Viele liebe Grüsse,

Sandy

von Christina(YCH) am 20. August 2001 10:17

Hallo Sandy!

: Wie soll ich es ausprobieren, ob er sich verträgt????
: Man kann ihn ja nicht einmal loslassen - ich weiss nicht, wie er reagiert.

Hast du's schon mal mit Maulkorb probiert? Da kann er sich wenigstens frei bewegen und rein theoretisch erkennt man ja die Einstellung zu anderen Hunden schon an der Körperhaltung.
Wenn es mit Maulkorb gut geht, würde ich einen souveränen und mindestens gleich großen bekannten Rüden auswählen (mit Einverständnis der Besitzer) und mal sehen, ob es gut geht ...

: Meint ihr, selbst wenn er unverträglich ist, dass bei einem 6jährigen Tier noch was zu machen ist?! Er scheint mir vom Leinenverhalten her wirklich kein Aggressiver zu sein, aber man weiss es halt nicht.

Ich denke, dass das auch sehr mit der Hundekenntnis des Besitzers zusammenhängt. Erfahrene Hundeführer, die ihren Hund gut kennen und wo das Verhältnis (und die Bindung Mensch-Hund) stimmt, sind sicher in der Lage ihrem Hund beizubringen, dass nur das Alpha-Tier (also Mensch) über Stunk oder nicht Stunk entscheiden darf.

: Er ist übrigens nicht kastriert. Kann in diesem Alter eine Kastration noch etwas bringen?

Normalerweise tragen vorallem die Sexualhormone sehr viel zur Unverträglichkeit zwischen Rüden bei. Das sollte nach Kastration (ausser er ist ein eingefleischter Raufer) besser werden. Unter meinen Hundebekanntschaften gibt es einige Rüden, die erst in "höherem" Alter kastriert wurden. Dort hat die Streitbereitschaft merklich nachgelassen.

Liebe Grüße zurück!
Christina

von Gaby(YCH) am 20. August 2001 11:20

Hallo Christina,

: Normalerweise tragen vorallem die Sexualhormone sehr viel zur Unverträglichkeit zwischen Rüden bei. Das sollte nach Kastration (ausser er ist ein eingefleischter Raufer) besser werden. Unter meinen Hundebekanntschaften gibt es einige Rüden, die erst in "höherem" Alter kastriert wurden. Dort hat die Streitbereitschaft merklich nachgelassen.
:
Dieser Schuß kann auch nach hinten losgehen. Es gibt einige Rüden, die nach einer Kastration nicht nur auf Rüden etwas schlecht zu sprechen waren, sondern auch auf Hündinnen.
Ähnlich ist es bei Pferden - sind Hengste sehr charmant zu Stuten, können Wallache schon mal kiebig werden.

Mein Rüde ist mit 6 Jahren kastriert worden. Seitdem ist eine Tendenz zu beobachten, das er fremden Hunden gegenüber grantiger geworden ist, auch Hündinnen.
Das kann aber genausogut am Alter liegen.

Grüße, Gaby

von Wilma u. Arno(YCH) am 20. August 2001 11:36

Hallo Sandy,

mit der Agression ist das so eine Sache. Einige legen sich wie blöd in die Leine u. pöbeln und sind ohne Leine oder bei direktem Kontakt friedlich.
Andere sind da eher etwas link und packen bei direktem Kontakt zu.
Also ich wäre da erstmal schon vorsichtig, vor allem wenn der Hund schon durch mehrere Hände gegangen ist.
Die Frage ist auch, wie lange er schon im TH ist, einige Hunde zeigen zuerst nicht ihren wahren Charakter, manche auch erst nach der Vermittlung.
Ich kann Dir nur raten öfter mit ihm spazieren zu gehen und möglichst wie meine Vorrednerin schon schrieb, mit einem Testrüden u. evtl. Maulkorb zu schauen wie es abläuft.
Am besten wäre natürlich ein eingezäunter Grundstück damit beide Hunde freilaufen können.
Je nach Vorgeschichte (die Du ja eben nicht kennst) mußt Du halt damit rechnen, daß er nicht mit jedem klarkommt. Meistens kommt es aber auch auf beide Hunde und deren Signale an.
: Er ist übrigens nicht kastriert. Kann in diesem Alter eine Kastration noch etwas bringen?

Ja kann es. Wir haben in unserem TH schon mehrfach "ältere" Rüden kastriert. Ein Rüde, der andere ernsthaft attackiert wird dadurch nicht zum Lamm. Aber grade die, die an keinem ohne Pöbelei vorbeigehen können, sind danach sehr viel führbarer.
Du mußt allerdings bedenken, daß es im Normalfall einige Monate dauert bis die Kastration "anschlägt".
Viele Grüße
Wilma u. Arno (die auch grade AC-Schäferhunde betreuen)

von Christina(YCH) am 20. August 2001 11:38

Hi Gaby!

: Dieser Schuß kann auch nach hinten losgehen. Es gibt einige Rüden, die nach einer Kastration nicht nur auf Rüden etwas schlecht zu sprechen waren, sondern auch auf Hündinnen.
: Mein Rüde ist mit 6 Jahren kastriert worden. Seitdem ist eine Tendenz zu beobachten, das er fremden Hunden gegenüber grantiger geworden ist, auch Hündinnen.
: Das kann aber genausogut am Alter liegen.

Ja, da hast du natürlich Recht. Ein befreundeter Rüde (mit 8 Jahren kastriert) neigt schon sehr zum "granteln". Aber bei ihm wirkt sich das in einer allgemeinen Ungeduld andere Hunde betreffend, die ihm zu aufdringlich kommen, aus. Er ist seit der Kastration aber nicht mehr der Initiator von Raufereien, sondern gibt nur in einer kurzen Abwehrhaltung bekannt, dass man ihm nicht zu nahe kommen möge.

Mein Rüde ist schon seit seiner Jugend kastriert (aber nicht wegen Unverträglichkeit, sondern wegen ausgeprägter Sexsucht), müsste ich es aber nochmal entscheiden, würde ich so wie beim "ersten Mal" sehr viele Tierärzte oder "objektive" (soweit das bei diesem Thema möglich ist) Hundekenner um ihre Meinung fragen. Die haben ja normalerweise doch einige Erfahrung damit. Und nachdem man alle möglichen Argumente für und wider gesammelt hat, kann man seine eigene Erfahrung mit dem Hund dazutun und dann vielleicht ein wenig leichter entscheiden ;-)

Grüße zurück
Christina

von K. Keck(YCH) am 20. August 2001 11:44

Hallo,

: Dieser Schuß kann auch nach hinten losgehen. Es gibt einige Rüden, die nach einer Kastration nicht nur auf Rüden etwas schlecht zu sprechen waren, sondern auch auf Hündinnen.

kann ich nicht bestätigen. Da das TH, deren Hunde bei uns auf den Platz kommen, alle Hunde kastriert werden, sind auch oft ältere darunter. Alle sind entweder besser geworden oder unverändert geblieben. Schlimmer wurde keiner. Wir haben nicht nur einzelne kastrierte Hunde, bei uns sind fast alle kastriert (ca. 100 angemeldete Hunde). Eine Verschlimmerung durch die Kastration ist rein medizinisch auch schlecht zu erklären, da ja die für die Aggression zuständigen Hormone nicht mehr produziert werden.

Wird ein Hund tatsächlich aggressiver, würde ich eher auf andere Ursachen als die Kastration tippen.

Zum Testen einer Kastration, kann man (einmalig) eine Hormonbehandlung durchführen, die ca. 3 Monate wirkt und ähnliche Reaktionen hervorruft, als eine OP.

Viele Grüße

K. Keck

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