Hundeflüsterer-das Antiwort des Jahres? :: Ungereimtes

Hundeflüsterer-das Antiwort des Jahres?

von ChristineHd(YCH) am 03. Oktober 2001 09:56

Hallo,

also nun scheine auch ich es begriffen zu haben:
Man nehme Gewalt, eine tw. schon lebensverachtende Einstellung, ist ein Mann (Frauen mit dieser Bezeichnung habe ich noch nicht kennengelernt),
stellt den Hund als die zu bezwingende Bestie dar, die man brechen und nicht verstehen muß - und schon hat man sein Publikum, seine Fans und zahlende Kunden.
Viele sagen dann auch noch, sie hätten es von Wölfen gelernt oder lernen laufend durch die Hunde selbst, nur frage ich mich dann: Ja was haben sie denn von den Tieren gelernt??? Wie man Wurfketten schmeißt, Schlingen um den Hals legt, schlägt oder schreit?
Aha, das also sind die Idole und "Stars" der Hundewelt?
Ich kann nur sagen, für mich zutiefst erschreckend, was Hundebesitzer mit ihren Hunden alles machen lassen oder dann auch selbst so übernehmen.
Noch erschreckender für mich: Diese "Fachleute" werden es wohl irgendwann sein, die mitreden dürfen, sollte es jemals so weit kommen, daß der Beruf Hundeausbilder ein Lehrberuf wird oder man irgendwelche Nachweise erbringen muß dafür.
Da kann ich mich nur fragen: Wer schützt die Hunde vor solchen Menschen und vor solchen Haltern, die dieses geschehen lassen?
Nachdenkliche Grüße
Christine + JW + Bambuli, die beide niemals auch nur in die Nähe irgendeines "Hundeflüsterers" kommen werden


von Marion u. Janusch(YCH) am 03. Oktober 2001 10:45

: Hallo Christine,
leider brauchen viele Menschen scheinbar immer irgendwelche "Idole", denen sie nacheifern können, statt das sie in sich hineinhorchen und auf ihre Intuition hören. Je spektakulärer ( von den Wölfen gelernt,oder auch mit hochkomplizierten Fachbegriffen belegte Ausbildung) eine Methode ist, desto besser. Ich sehe es so wie du wahrscheinlich auch, das jeder den Hund bekommt, den er zu seinem persönlichen Wachstum braucht und der häufig ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit ist (bei mir und meinem Hund auf alle Fälle). Habe ich das ersteinmal erkannt, so kann ich daran arbeiten und daran wachsen, im gleichen Maße wie auch mein Hund mitwächst(manchmal ist es dann eben auch die Erkenntnis, das Herr und Hund nicht zusammenpassen und eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden werden muß). Dazu brauchen wir keine selbsternannten "Hundeflüsterer", sondern müssen uns selbst am "Schopfe" packen und uns unsere Fehler und Unzulänglichkeiten eingestehen.
Das "missionieren" von anderen Hundehaltern habe ich längst aufgegeben. Je mehr man ungefragt(!) versucht Wissen an die Leute zu bringen, desto weniger Erfolg hat man meist. Deshalb, ist meine Divise jetzt, so wie du es ja auch tust - zu zeigen es geht auch anders - nämlich positiv die Dinge vorzuleben! Wenn ich dann von dem einen oder anderen gefragt werde, helfe ich gerne weiter und die Menschen die dann fragen, die wollen wirklich auch gerne etwas positiv in ihrem Verhalten ändern. Wir werden aber nie die Welt völlig verändern können und manche Menschen und Tiere müssen eben leider erst einen anderen Weg gehen!
:In diesem Sinne
Marion u. Janusch (der durch seine Persönlichkeit Frauchen in vielen Dingen zum Umdenken gebracht hat)
:
:

von René(YCH) am 03. Oktober 2001 16:15

Hallo Christine,

ich nehme mal an, dass du bestimmte Hundebeherrscher im Kopf hast, aber solche Tragödien lassen sich ja leider auf viel zu vielen Hundeplätzen täglich neu beobachten.
Ich frage mich dann immer, wo das "tolle" deutsche Tierschutzgesetz eigentlich bleibt, das Du ja auch auf Deiner homepage zitierst.
Hört es nicht nur vor den Toren der Massenzüchter, sondern auch vor den Toren vieler Hundeplätze und so mancher Hundeschule auf?????
Für mein Gefühl gilt es für diese Menschen noch eine riesige Menge an "Vergangenheitsbewältigung" zu leisten, damit das Herrschen wollen über ein nunmal angeborenermaßen erstmal loyal eingestelltes Tier (Hunde, so sie sich denn gegen den Menschen wehren, tuen dies ja wirklich erst dann, wenn sie sich gar nicht mehr anders zu helfen wissen, und dann haben ihre Menschen sie wirklich schon bis zum äußersten gequält) endlich ein Ende hat, aber solange es noch ohne Ende HundeFÜHRER statt Hundehalter gibt, und solange das TSchG nicht konsequent umgesetzt wird, fürchte ich, wird es täglich neu mißhandelte, zu Machtzwecken mißbrauchte, zu seelischen Krüppeln gemachte Hunde en masse geben, und es ist wichtig, dann auf dem eigenen Weg zu bleiben, es immer wieder neu vorzuleben und zu hoffen, dass zumindest einzelne diesem weg folgen, wie es auch Marion schon geschrieben hat und wie du es ja auch vorlebst.
Bei uns in der Familie bin ich mit einem Grundsatz für Auseinandersetzungen aufgewachsen, der immer noch gilt und der von Generation zu Generation weitergegeben wird (inzwischen wachsen meine Enkelkinder damit auf): "Wer schreit, hat Unrecht!" Natürlich dürfen die Kinder losbrüllen und toben und schimpfen und fluchen, aber je älter sie werden, umso begreiflicher wird ihnen, dass Auseinandersetzungen zwar emotional, aber ohne den anderen in seinem Innersten zu vernichten geführt werden können. Mit demselben Grundsatz bin ich selbst mit den Tieren meiner Familie aufgewachsen, und lebe mit meinen Tieren auch so, Tiere durften bei uns nie angebrüllt oder mißhandelt werden, natürlich mußte ich auch erstmal lernen, als kleiner Fratzke vorsichtig "Eeeeiiii" zu machen und den Hunden, Katzen und Ponys meine Freude über ihr kuscheliges Fell nicht in's Ohr zu posaunen, aber das hatte ich schnell raus, weil es mir konsequent vorgelebt wurde, wie ich mich den Tieren in ihrer Sprache nähern konnte und ich als erstes lernte "wenn das Tier weggeht, dann laß es in Ruhe", und dazu reichte es "notfalls", mich abzulenken oder mal sanft am hinter-dem-Tier-herkrabbeln bzw. -laufen zu hindern.
Und ich behaupte mal, eben weil die Tiere bei uns als fühlende Mitgeschöpfe mit einer Seele und eigenen Rechten behandelt wurden bzw. werden, gab es nie Unfälle mit ihnen und den Kindern, denn die Tiere wußten bzw. wissen, dass sie auch Rechte haben, dass sie auch jemanden haben, der sie schützt und ihnen hilft.
Das wünsche ich allen Tieren, und zugleich weiß ich, dass davon auch die ach so zivilsierte Welt noch viele Generationen entfernt ist, denn die meisten Tiere sind ja immer noch "Befehlsbefolger" unter "Führern".
Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann anders wird, dass irgendwann nicht mehr die Menschen, die heute als "Softies" dastehen, die "Blöden" sind, sondern wirklich die, die immer noch nicht begriffen haben, dass sie da nicht nur einen Haufen Fleisch und Blut mit Knochen drin und Fell drum vor sich haben, sondern ein fühlendes, Freude empfindendes, Schmerz erlebendes, Angst kennendes und nur in äußerster Verzweiflung sich seiner Haut gegen den eigenen Halter wehrendes Lebewesen.
Ich wünsche Dir und den in Deiner Obhut lebend dürfenden Hunden und anderen Tieren (zum Glück gibt es für die ja keine "Flüsterer", aber viele gequälte LeidensgenossInnen ihrer Art gibt es ja auch), dass Ihr niemals den Mut verliert, Euren Weg weiterzugehen.

Herzliche Grüße aus der Ferne von

René

von Tina o.W.(YCH) am 03. Oktober 2001 16:00

grinning smileyiese "Fachleute" werden es wohl irgendwann sein, die mitreden dürfen

Ganz kurz: hast du überhaupt JEMALS erlebt, dass man mit ehrlichkeit bzw. mit wirklich guter Arbeit weit kommt? Komischerweise sind es immer die falschen Leute die irgendetwas erreichen, was besser andere hätten erreichen sollen.

tut mir leid, aber so sehe ich das im moment. bei uns kriegt keiner bessere Noten als die absoluten arschkriecher die schon stinken wenn man ihnen ins gesicht schaut. aber scheint kein "Vorgesetzter" zu merken, denn die werden ja beschleimt...
War jetz zwar was anderes aber wenn mans darauf überträgt, kommt des gleiche raus...

Tina o.W.

von ChristineHd(YCH) am 03. Oktober 2001 16:30

Hallo Marion,

:Habe ich das ersteinmal erkannt, so kann ich daran arbeiten und daran wachsen, im gleichen Maße wie auch mein Hund mitwächst. Dazu brauchen wir keine selbsternannten "Hundeflüsterer", sondern müssen uns selbst am "Schopfe" packen und uns unsere Fehler und Unzulänglichkeiten eingestehen.

Über diesen Satz habe ich jetzt lange nachgedacht, weil ich mir immer überlege, welcher Menschentyp denn eigentlich zu "Hundeflüsterern" hingeht.
Ja, und mit dem wachsen lassen, hineinwachsen auch in die Aufgabe, in die Verantwortung, in die Menschlichkeit - manchmal ist es ein langer Weg und viele Menschen weigern sich offensichtlich, ihn zu gehen?
Bei der TV-Übertragung habe ich mir immer vorgestellt, MEIN Hund, also Jabberwocky oder Bambuli würden da in der Halle von diesem Menschen so behandelt werden, wie ein Stück Dreck, wie ein Gegner, den es zu vernichten gilt:-((
Aber anscheinend hat der Mensch immer nur Gewalt als Antwort, wenn er vor einem Lebewesen steht, das er nicht begreift. Traurig.

Grübelgrüße
Christine + JW + Bambuli

von ChristineHd(YCH) am 03. Oktober 2001 16:40

Hallo René,

:Ich wünsche Dir und den in Deiner Obhut lebend dürfenden Hunden und anderen Tieren (zum Glück gibt es für die ja keine "Flüsterer", aber viele gequälte LeidensgenossInnen ihrer Art gibt es ja auch), dass Ihr niemals den Mut verliert, Euren Weg weiterzugehen.

Danke für die Wünsche und ich werde meinen Weg weitergehen und vor allem weiterentwickeln, denn meine Tiere leben mit mir und nicht unter mir:-)

Und mit den Hundebeherrschern, da hast Du schon recht, es gibt sie viel zu viel. Aber dennoch werden sie nicht zu "Hundeflüsterern" ernannt und das ist eben das, was ich nicht verstehe: Warum hechten manche/viele Menschen solchen "Idolen" nach?

Liebe Grüße
Christine + JW + Bambuli

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