Hundeflüsterer-das Antiwort des Jahres? :: Ungereimtes

Hundeflüsterer-das Antiwort des Jahres?

von René(YCH) am 04. Oktober 2001 19:52

Hallo Christine,

ohoh, da habe ich ja was angestellt, jetzt muß ich jeden Tag in's Internetcafé gehen und hier im Forum gucken ;-)

: Danke für die Wünsche und ich werde meinen Weg weitergehen und vor allem weiterentwickeln, denn meine Tiere leben mit mir und nicht unter mir:-)

Das ist noch viel schöner formuliert, das schreibe ich mir mal auf, ok.?

: Und mit den Hundebeherrschern, da hast Du schon recht, es gibt sie viel zu viel. Aber dennoch werden sie nicht zu "Hundeflüsterern" ernannt und das ist eben das, was ich nicht verstehe: Warum hechten manche/viele Menschen solchen "Idolen" nach?

Hm, Du stellst Fragen...die Hundebeherrscher sind ja vielfach die Abziehbilder der "Hundeflüsterer", und ich kann Dir dazu nur aus meiner Erfahrung und aus meinem Wissen heraus antworten. Viele Menschen sind anfällig für so etwas, weil sie nicht selber nachdenken wollen, selber denken macht zwar schlau, aber für das, was dabei herauskommt, sind sie dann auch selbst verantwortlich, und genau diese Verantwortung können sie dann an die Hundeschinder abgeben.
Erst wird er Hund gekauft, als Ware, ohne jedes Wissen, ohne mal vorher ein Buch zur Hand zu nehmen geschweige denn mal andere HundehalterInnen zu fragen, wie das leben mit einem Hund real denn aussieht, dann geht alles sehr schnell und noch schneller schief, denn ein Hund hat nunmal eine kürzere Kindheit und Jugend als ein Mensch, und "Kinder großziehen können ja eh alle", "warum sollte das also mit einem Hund soviel schwieriger sein"? Und dann muß eine schnelle Hilfe her, selber denken, hm, könnte helfen, selber lesen (zum Glück gibt es ja inzwischen auch genug Literatur, in der ein Hund wirklich als lebendes wesen erklärt wird) ist viiiel zu aufwendig, denn es geht ja nur um ein Bioobjekt, und selber hinfühlen und sich Fehler eingestehen? Um Himmels Willen, dann wäre der Mensh ja nicht mehr der Tolle, Allwissende. Also fragt der Mensch mit dem ohnehin schon ruinierten Hund nicht den Hund, sondern jemanden, der im Brustton der Überzeugung behauptet, die Wahrheit nicht nur gepachtet, sondern ultimativ gefunden zu haben.
Selber denken und hinfühlen könnte spätestens hier helfen, aber das ist anstrengend, es könnte die innere Welt erschüttern, denn es ist ja der Hund, der nicht "funktioniert", nicht der Mensch, dem die seele abhanden gekommen ist. Und damit Mensch und Hund wieder zueinader passen, muß der Hund seine Seele auch noch verlieren bzw. sie muß zerstört werden, am besten endgültig.
Viele Menschen sind anfällig für solche Systeme, warum? Ich weiß es nicht genau, mein Eindruck ist, dass es vor zarten Gefühlen schützt, dass es vor Ängsten bewahrt, dass dann für die Liebe zum Leben kein Raum freigeschaufelt werden muss.

Die Menschen, die so mit Tieren umgehen, begreifen nicht den wirklichen Ernst der Situation, sie begreifen nicht, dass die Hunde ernsthaft Schaden nehmen, es ist für viele ein "Ausprobieren", ob es diese Methode oder der "Ausbilder" nun endlich etwas bringt, damit der "Köter" wieder "funktioniert", sie verstehen nicht, vom Fühlen zu schweigen, dass sie sich selbst in ihrem Kopf die "Bestie" erst herbeireden müssen, die sie dann bezwingen wollen.
Für mich sind solche Tierquäler keine Ausbilder, sondern es sind die wirklichen Bestien, die ihr Bestiensein brutal auf die Hunde übertragen und dann im Hund ihre eigenen finsteren Seelenanteile bekämpfen, denn Hunde sind nunmal "von Natur aus" für viele Menschen noch immer durch ihre Wolfsabstammung der Inbegriff des Bösen, diese Menschen haben nie ihr Herz für die Zärtlichkeit, Zartheit, Zerbrechlichkeit der Wölfe und der Hunde geöffnet.
Sie haben nie wirklich mit den Caniden gelebt, sondern sich nur auf das "Böse" konzentriert, das in Wahrheit nur einen Bruchteil des Canidendaseins ausmacht. Kein Canide rennt lustmordend und überfluss-raubend und brandschatzend durch die Gegend, ein Canide tötet, wenn er Hunger hat oder sich in extremer Not fühlt, aber eben da ziehen diese Menschen die Prallelen, unbewußt, und dieses "Tier" gilt es zu kontrollieren, zu bändigen, zu brechen. Es darf nichts Selbständiges bleiben, es darf nichts Lebendiges bleiben, es ist ein System von lebensfeindlichen "Gurus" für lebensfeindliche Anhänger, und es geht über Leichen, wenn nicht physisch, so doch psychisch, aber es funktioniert. Jeder Extremismus beweist es von neuem, jeder Faschismus beweist es von neuem, versprich diesen Menschen eine schnelle, billige (nicht preis-werte) Lösung, bei der sie ihr eigenes Leben nicht ändern müssen, und sie machen mit.
Ich möchte nochmal den Konstantin Wecker zitieren, denn es paßt für mich zu solchen "Veranstaltungen" im kleinen wie im Großen:
"Alle Menschen werden Brüder, denn sie haben einen Feind."
Der Hund wird als Feind dargestellt, und die Menschen, die bisher eh nicht mit ihm zurechtkamen, weil sie sich , verzeih, einen Scheiß um seine elementaren Bedürfnisse gekümmert haben, sind froh, in dieser Haltung bestätigt zu werden, dass der Hund der Feind des menschen ist und nicht, wie es die WaHrheit wäre, umgekehrt, dieser Mensch der Erzfeind der Hunde.
Da kommt noch viel Unbewußtes zu, Rache an der Kreatur, Machtgelüste, und für mich ganz persönlich eine Menge an Perversionen, denn mit einem wirklich gleichen Gegner nehmen solche Menschen es nicht auf, da klemmen sie den Schwanz ein, und das wird dann am Hund ausgelassen, denn der wehrt sich entweder sehr spät (dann ist aber mancher TA bereit, ihn zu ermorden), oder er wehrt sich gar nicht offen, sondern siecht noch ein paar Jahre jämmerlich vor sich hin und stirbt dann "ganz unerklärlich" früh an heftigen Krankheiten. Zur Erklärung: ich will damit nicht sagen, dass alle Hunde, die früh sterben, gequält wurden, aber bei denen, die gequält wurden, ist das Risiko deutlich höher, dass sie infolge der seelischen Leiden auch körperlich zerquält zugrundegehen.
Und genau da wollen diese Menschen die "Bestie" ja auch wieder haben, am Grunde, ganz unten, weit weg, unsichtbar, irgendwo, wo sie nicht wahrnehemn müssen, dass es ein fühlendes, lebendes, pulsierendes, atmendes Individuum ist, das Augen hat, mit denen es sieht, das ein Herz hat, das schlägt und mit dem es fühlt, das leidet und liebt, und das ihnen gnadenlos ausgeliefert ist, denn es läuft nicht weg, wenn der Mensch es quält, weil die Natur nicht vorhergesehen hat, dass Hunde das können müssen, sonst hätte sie ihnen diese Fähigkeit wohl mit auf den Weg gegeben, so aber sind die Hunde durch ihre Natur an ihre Menschen nicht nur gebunden, sondern manchmal leider auch gekettet, und hilflos darauf angewiesen, dass ein anderer Mensch kommt, der sie befreit und ihnen hilft, so wie Du es z.B. mit der Hündin, die jetzt bei Dir leben lernen darf, gemacht hast.
Und üblerweise produzieren diese Menschen ja immer neue Krüppel, sie haben darin ihre Lust, Schwächere zu beherrschen und zu zerstören, und solange es HundehalterInnen gibt, die ihr Herz zuschnüren und das mitmachen, wird es Hundeschinder geben, die sich noch als Idole feiern lassen.
Natürlich gibt es für sowas 298 Begründungen und Ausreden, aber der Mensch kann nachdenken, kann reflektieren, kann frei entscheiden, ist nicht instinktgebunden, dafür ließ die Natur sein Großhirn so groß werden, und deshalb schreibe ich Dir die gängigen Ausreden hier nicht auf, die sind Dir sicher ohnehin bekannt.

Kannst Du damit etwas anfangen? Hilft es, ein Stückchen davon zu verstehen? Begreifen, wirklich greifbar machen, und nachfühlen, wirklich spürbar machen, wie so etwas möglich ist, geht auch, aber dafür braucht es viel Kraft und gute Nerven, wenn ich mich da wirklich einlasse, würde ich am liebsten immer erstmal den Spieß umdrehen, aber mit Gewalt gegen Gewalt wird die Welt nicht liebevoller, also sammle ich weiter "ausrangierte" und "der taugt nix"-Hunde ein und helfe ihnen, wieder Licht zu sehen, ein Tropfen auf den heißen Stein, so kommt es mir oft vor, aber trotzdem viel mehr als nichts :-)

Viele Grüße von

René


von ChristineHd(YCH) am 04. Oktober 2001 20:10

Hallo Rene,

danke für die ausführliche Antwort, ja, kopfmäßig begreife ich sowas schon, aber wirklich greifbar ist es nicht. Naja, was solls.

grinning smileyas ist noch viel schöner formuliert, das schreibe ich mir mal auf, ok.?

Ja klar, kein Problem
:
also sammle ich weiter "ausrangierte" und "der taugt nix"-Hunde ein und helfe ihnen, wieder Licht zu sehen, ein Tropfen auf den heißen Stein, so kommt es mir oft vor, aber trotzdem viel mehr als nichts :-)

Ja, und versucht es eben vorzuleben. Und Bambuli zeigt es ja täglich besonders all denen, die sie von Anfang an miterlebt haben, wie sehr sie lebendig geworden ist:-) Das erleben zu dürfen, das begleiten zu dürfen - das können nur die verstehen, die es ebenso machen.

Liebe Grüße
Christine + JW + Bambuli

von ChristineHd(YCH) am 05. Oktober 2001 17:46

Hallo Bea

: (Ich habe schon aufgegeben und versuche in Frieden mit meinen Hunden zu leben, anders kann ich es nicht ausdrücken.)

Was hast Du schon aufgegeben? Das klingt so resigniert:-(

Nachdenkliche Grüße
Christine + JW + Bambuli

von Bea(YCH) am 07. Oktober 2001 08:59

Hallo Christine,
Ja, resigniert ist das richtige Wort.
Man kann Menschen die so mit Hunden umgehen auch durch noch so positive Beispiele nicht umstimmen. Diese Menschen haben oft nur das Bedürfnis
über ein Lebewesen zu herrschen und diese Einstellung kann man nicht ändern. Dann kommt noch der Druck dazu einen Hund zu besitzen der so gut
gehorcht (freiwillig und freudig) wie Sie es vorgemacht bekommen und das in kürzester Zeit, aber das dazu mehr als ein "abrichten gehört" können diese Menschen nicht begreifen. Der Druck der dadurch für solche Menschen entsteht, bekommen doch nur die armen Tiere ab. Daher von meinerseits ein resignieren ich gehe ganz bewußt diesen Menschen aus dem Weg. Die Interligenz diesen Menschen ist oftmal eingeschränkter als die Ihrer Hunde.

Gruß Bea mit Lucky und Lene (zwei Straßenhunde aus Griechenland)


von Birgit und Arco(YCH) am 08. Oktober 2001 14:09

hi Andreas,

das sehe ich übrigens genau so. Als ich mit meinem ersten Hund in den Hundeverein ging, war mir erstmal wichtig einen Verein zu finden, der eine "humane" Ausbildung anbietet. Und ich habe mir viel durch Literatur, Videos, Beobachtungen an Rudeln ect. angeschaut. Aber am meisten habe ich durch die anderen Hundebesitzer dieses Vereins und den Vorsitzenden gelernt. Nämlich, wie man es besser nicht macht. Denn trotz der angebotenen humanen Erziehung war doch die Methodik noch sehr verstaubt, um es mal so zu nennen.

Im Laufe der Jahre und vielen Informationen (die ich aber auch wirklich aufgesaugt habe, wie ein Schwamm), habe ich nun einen Weg gefunden. Bin weder ein Weichei noch ein Hardliner.

Und das Wichtigste: Der gesunde Menschenverstand. Wenn mein Hund der Jack gewesen wäre, hätte ich die Sequenz unterbrochen und meinen Hund da rausgeholt. Ob nun ein Trainer noch so gute und neue Methoden hat und noch so berühmt ist, für mich gibt es immer noch eine Grenze.

Und wenn mir am Anfang auch das Wissen gefehlt hat, so habe ich so was mit meinem Hund nie machen lassen. Auch wenn ich Probleme gehabt hätte, wäre mein Hund für mich immer noch ein Lebewesen. Und ich hätte mich geschämt, mein Unwissen oder meine Unfähigkeit bei der Erziehung mit solchen Mitteln wettzumachen. Experte hin oder her, auch da würde ich mir erst mal anschauen, wie die arbeiten, bevor ich mich in deren Hände begebe. Ich habe bestimmt auch viele Fehler gemacht, aber daraus gelernt. Und auch selber die Verantwortung dafür getragen, positiv oder negativ. Mein Hund dankt es mir heute.

nachdenkliche grüsslis
Birgit und Arco

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