Alte" Hundeerziehung" :: Ungereimtes

Alte" Hundeerziehung"

von Sonja(YCH) am 15. März 2002 09:13

Hallo Eve.

Danke, für Deine lieben Worte. Normalerweise höre ich immer, der Hund muss 100% hören. Welcher Hund tut das? In der Hundeschule sind immer solche Leute die ihre Sache mit dem Hund ernst nehmen, aber die vielen anderen denen man im Wald oder irgendwo begegnet die sind schon manchmal ziemlich blöd.
Bei uns in der Nachbarschaft gibt es einen Riesenschnauzer der immer so ca. 100 m vor seinem Herrn herrennnt, allerdings ohne Leine. Der Hund ist Menschen gegeüber sehr brav, aber er mag genau wie mein Hund keine Rüden. Für mich ist das immer Streß pur, wenn ich dieses Tier sehe. Der Besitzer sieht das nicht so eng. Einmal ist es mir schon passiert, dass ich fast schon zu Hause war, und ich dann wieder umkehren musste, da der andere Hund nicht weit von mir da stand. Sein Besitzer weit zurück, und ich habe nur gebetet, dass der andere Hund stehen bleibt. Er tat dieses auch. Ich höre öffter Stimmen, dass ich einfach bei solch einer Situation einfach ganz ruhig weiter gehen soll, aber das kann ich nicht, denn wenn so zwei Riesenhunde aufeinandertreffen, das wird nicht lustig.
Nochmal Danke
Sonja

von Martin + Mirko(YCH) am 15. März 2002 09:23

Grüß Dich Sonja,

du schreibst

: Am Anfang lag es daran, das ich der Bekannten (die hatten schon einige Hunde) viel Glaubte. ...

Urs Ochsenbein (autor und einst pionier einer besseren hundeausbildung) sagte einmal: "Es gibt menschen, die haben ihren fünften hund und sind immer noch anfänger!"

Es ist besser, das zu glauben, was man (am hund) sieht, als das zu glauben, was man (von anderen menschen) hört.

tschüß Martin & Mirko

von Eve(YCH) am 15. März 2002 09:52

: Hallo Sonja !
:
: Danke, für Deine lieben Worte. Normalerweise höre ich immer, der Hund :muss 100% hören. Welcher Hund tut das?
Hundi ist keine Maschine. Mensch auch nicht. Beobachte doch mal ganz genau die Leute und Hunde, von denen man glaubt, die Hunde würden 100%ig hören. Meistens laufen die Hunde nicht schön Fuß, sitzen erst nach dem 2. oder 3. mal und das "Platz" wird gebrüllt. Überall wird nur mit Wasser gekocht *ggg*
Du hast mit Deinem Hund viel erreicht, bewahre das Vertrauen, das er in Dich hat.

: auch. Ich höre öffter Stimmen, dass ich einfach bei solch einer confused smileyituation einfach ganz ruhig weiter gehen soll,
Ich würde es auch lieber vorziehen, den Rückzug anzutreten, bevor ich riskiere, daß mein Hund verletzt wird. Meistens passiert wirklich nichts, aber wenn doch ?

Viel Spaß mit der Ausbildung.
Viele Grüße
Eve

von Doris m. Nico&Elia(YCH) am 15. März 2002 10:06

Hi Sonja,
die Unverbesserlichen und Uneinsichtigen gibts immer. Es sagt ja auch niemand, dass man einen HUnd NICHT über negative Einwirkungen und Strafe erziehen kann. Auch das Vermeiden von unangenehemen Dingen kann Motivation sein.
Aber wieviel mehr Freude haben alle, Hund und Mensch, wenn es anders ist.
Traurig macht mich nur immer, dass es viel eher "anerkannt" wird, wenn man HART zu seinem Hund ist (da spielt wohl immer noch so ein bißchen der "Sklavengedanke" ne Rolle) als wenn man über viel Lob und positive Verstärkung arbeitet.
Dann ist man immer auf der "sich rechtfertigen müssen" Seite.
Man kann letztlich nur durch Ergebnisse überzeugen.
Und wenn du für dich und deinen hUnd einen anderen weg gefunden hast und mit ihm arbeitest und ihr Freude daran habt, werden auch deine Bekannten den Erfolg sehen und sich vielleicht mal fragned am Kopf kratzen.

Tschüssie Doris

von CarmenG(YCH) am 15. März 2002 16:26

Hallo Sonja!

Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor, mir ging es haargenau so!!
Ich hab auch solche "Bekannte", die meinen ein Hund ist nur dann gehorsam, wenn er Kadavergehorsam zeigt...
Und klar, fuer solche Leute ist Agility oder DogDancing das reinste Affentheater...
Ich war 2 Jahre in einem fuer mich und meinen Hund falschen Verein und bin heilfroh, dass ich den "Absprung" geschaft habe :-)
Und dass aeltere Hunde kein Agility mehr lernen koennen ist absoluter Bloedsinn!!! Ronja hat mit 2 1/2 Jahren THS angefangen und hatte viel Spass dabei, aber als sie im Alter von 5 (!!) Jahren Agility angefangen hat, da ging erst richtig die Post ab :-)))
Und ich habe es auch schon erlebt, dass Hunde, die zu frueh ans Agility (oder andere Sachen) herangefuehrt werden spaeter irgendwann einen riesigen Einbruch haben, da sie dass alles nicht richtig verarbeiten koennen. Also lass Dir nur schoen Zeit. Und lieber ein paar Monate laenger warten, dafuer aber einen koerperlich und geistig fitten Hund haben der mit Spass bei der Sache ist!

Viele liebe Gruesse
Carmen & Ronja (Samojeden DSH Mix)

von Heike & Nina(YCH) am 16. März 2002 09:29

Hallo Sonja,

ich kann mich der Meinung der anderen Diskussionsteilnehmer nur anschließen: gehe den von Dir eingeschlagenen Weg weiter und lass Dich nicht von den selbsternannten Hundeexperten beirren. Solche Leute kenne ich leider zur Genüge. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, dass man über Jahre, zum Teil sogar über Jahrzehnte Hunde haben und trotzdem NICHTS dazu lernen kann.
Als ich 1995 mit meiner ersten (und sehr problematischen) Tierheimhündin auf den Hundeplatz ging, habe ich den "Experten" vertraut und leider keinen (aus meiner heutigen Sicht) möglichen Fehler ausgelassen.
Da meine Hündin sich nicht für den Turnierhundesport eignete, wurden wir recht flott aus dem Verein gemobbt.
Auch beim nächsten Hundeverein stieß ich schnell auf Widerstände. Man holte uns zwar in die Prüfungsvorbereitungsgruppe für die BH, sabotierte aber meine Bemühungen sobald klar wurde, dass dieser "verkorkste Hund" (O-Ton Übungsleiterin) echte Aussichten auf ein Bestehen der Prüfung hatte. Der traurige Höhepunkt war, als uns die Übungsleiterin meinen Hund vor anderen Kursteilnehmern als "nur ein alter Tierheimhund" bezeichnete. Das war das letzte Mal, dass ich mit meiner Hündin einen Hundeplatz betreten habe.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe das nur so ausführlich geschildert, weil das Geschilderte sehr viel über die innere Haltung solcher Leute gegenüber dem Hund aussagt. Für die ist der Hund ein Sportgerät, was einfach zu funktionieren hat und entsprechend hart ist dann auch die Erziehung.

Nach dem Tod meiner ersten Hündin (ich musste sie Anfang 2000 im Alter von ca. 12 Jahren nach langer Krankheit einschläfern lassen), habe ich mich anhand von Büchern sehr intensiv mit der modernen Hundeerziehung befasst. In diesem Zusammenhang musste ich leider auch feststellen, dass diese selbsternannten Hundeexperten keinesfalls bereit sind, irgendwie um- oder dazuzulernen. Da wird dann rundweg Clicker-Training und das von Dir erwähnte Dog-dancing zum Humbug erklärt und lächerlich gemacht. Insofern denke ich, dass es keinen Sinn macht, Deine Bekannte zu "missionieren".
Mit meiner jetzigen Hündin besuche ich eine Hundeschule der IG unabhängiger Hundeschulen, in der über Motivation und positive Bestärkung gearbeitet wird. Ich habe zwar nun keinen perfekt funktionierenden Hund (will ich auch nicht), aber eine selbstbewusste Hundedame, die mit Freude bei der Sache ist.

Ich könnte mich heute noch dafür schlagen, dass ich mit meiner ersten Hündin zwei Jahre lang den Drill auf dem Hundeplatz mitgemacht habe.

Also: lass Dich auf dem von Dir eingeschlagenen Weg nicht beirren!

Viele Grüße

Heike & Nina


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