Behinderte Tiere :: Ungereimtes

Behinderte Tiere

von Christiane Babic(YCH) am 20. März 2002 08:04

Hallo Dusk,
: Die auf der Seite des WDR abgebildete Hündin Schnüsschen musste leider in einer anderen Meldung ("Tierschutz?"winking smiley als
: Sinnbild für falsch verstandenen Tierschutz herhalten.
Ja, uns zwar auf unserer Seite über dem Bericht von PRO - GALGO, zur Unterstützung der Aussagen.
Aber diese Hündin WILL offensichtlich LEBEN.
Das sagen die Tierschützer, die sie in Ihrer Obhut haben. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Desweiteren lebt sie wie im WDR gesagt wurde auf einem Hof mit viel Freilauf, damit die Menschen nicht immer auf sie angesprochen werden müssen, wenn sie ganz normal mit ihr spazierengehen würden.
:
: Ich finde, dass die Abhandlung über behinderte Hunde uns allen zu denken geben sollte und besonders jenen, die ohne Prüfung des
: Einzelschicksals sofort und bedingungslos für das Einschläfern plädiert haben.
Ich finde schon, da es ein sehr großer Unterschied ist, ob ich einen dreibeinigen oder einen blinden Hund (war ja auch im Bericht) oder diese beiden bzw. drei Extremfälle (Schnüsschen, Verkrüppelte Vorderbeine, keine Vorderbeine) vorstelle.
Der Hund ohne Vorderbeine aus Tarragona mußte letzte Woche eingeschläfert werden, nachdem er doch noch vermittelt wurde. Bei einem Arztbesuch wurde festgestellt, das ein Hinterlauf inoperable Schäden aufwies und amputiert werden müsste.
Übrigends wurde dieser Hund nach dem Massaker von einer Obdachlosen gesundgepflegt. Jeder kannte das Paar. Erst als die Obdachlose verschwunden ist, nahmen sich Hardcoretierschützer dem Tier an. (Keinem interssierte das Schicksal der Obdachlosen)
Die Tierschützerin, die Schnüsschen in ihrer Obhut hatte, nimmt eigentlich nur Welpen und behinderte Hunde auf. (Hauptsächlich aus dem Ausland). Unverständlich für mich - wenn in den Tierheimen im Ausland ältere und jüngere gesunde Hunde auf eine Vermittlung warten.
Es könnte doch wirklich der Eindruck einer Effekthascherei entstehen, oder?
:
Man sollte wie ich schon hier einmal gesagt habe, nie leichtfertig über die Euthanasie eines Lebewesens urteilen.
ABER - wird das Leid eines Tieres dazu missbraucht meine eigene Profilierungssucht zu befriedigen oder einen finanziellen Gewinn zu erzielen - und dies im Namen des Tierschutzes - NEIN DANKE!!!!

Grüße
Christiane
SHiN e.V.

von Lore_1940(YCH) am 20. März 2002 11:07

Hallo Dusk,

ich gebe dir vollkommen recht bzw. ICH bin deiner Meinung. Ich würde sofort einem solchen Tier den Vorzug gegenüber einem "gesunden" Tier oder Welpen geben, weil ein behindrtes Tier hat im gegensatz zu den anderen meist nur eine Chance. Ich habe nur arme oder kranke Tiere genommen und wäre sofort bereits einem solchen armen Wesen eine Heimat zu geben. Auch gebe ich dir recht, dass man dadurch in der Öffentlichkeit nur unangenehm auffällt und auf keinen Fall als "Gute" dasteht.

Das einzige war immer geklärt sein müsste ist, ob das Tier noch Lebensfreude haben kann oder nicht, das sollte das einzige Kriterium zur Entscheidung sein.

Liebe Grüße, Lore

von Dusk(YCH) am 20. März 2002 15:32

Hallo Christiane,

: Man sollte wie ich schon hier einmal gesagt habe, nie leichtfertig über die Euthanasie eines Lebewesens urteilen.
: ABER - wird das Leid eines Tieres dazu missbraucht meine eigene Profilierungssucht zu befriedigen oder einen finanziellen Gewinn zu erzielen - und dies im Namen des Tierschutzes - NEIN DANKE!!!!

Da kann ich Dir nur beipflichten! Mir geht es hier um ECHTEN TIERSCHUTZ, nicht um Leute, die einen auf "schaut mal her Leute, was ich alles für die Tiere tue" machen. Solche Leute habe ich in meiner aktiven Tierschutzzeit zur Genüge kennengelernt und sie haben den ihnen überlassenen Tieren einen regelrechten Bärendienst erwiesen. Das ist auch für mich eine Pervertierung des Tierschutzes.

Ich habe eine ganze Reihe behinderter Tiere kennengelernt, die trotz (oder wegen?) ihrer Behinderung immense Kräfte und einen ebenso großen Lebenswillen entwickelt haben.
Andererseits gibt es natürlich auch Tiere, die mit der vielleicht haargenau gleichen Behinderung resignieren und sich aufgeben. Da sollte man als Tierschützer deren Leid auch nicht künstlich verlängern.

Dass man als Tierschützer vor Ort unter Umständen noch in einem ganz anderen Dilemma steckt, weil man der Vielzahl der heimatlosen Tiere nicht mehr Herr wird, ist mir klar.
Mich hat an der ganzen Diskussion einfach gestört, dass viele (so war zumindest mein ganz persönlicher Eindruck) DEM behinderten Hund SCHLECHTHIN ein Lebensrecht abgesprochen haben.

Ich denke, unsere Meinungen gehen da gar nicht so weit auseinander. Wie Du ja auch geschrieben hast, sollte man nie leichtfertig über die Euthanasie eines Lebewesens urteilen. Und das ist genau das, was ich eigentlich die ganze Zeit rüberzubringen versuche.

Gruß

Dusk

von Dusk(YCH) am 20. März 2002 15:46

Hallo Lore,

:Auch gebe ich dir recht, dass man dadurch in der Öffentlichkeit nur unangenehm auffällt und auf keinen Fall als "Gute" dasteht.

Genau, da trifft eher das Gegenteil zu. Ich habe sogar schon erlebt, dass Besitzer behinderter Tiere als Tierquäler denunziert wurden.

: Das einzige war immer geklärt sein müsste ist, ob das Tier noch Lebensfreude haben kann oder nicht, das sollte das einzige Kriterium zur Entscheidung sein.

Sehe ich genauso. Es ist faszinierend, welchen immensen Lebenswillen und welche Lebensfreude behinderte Tiere entwickeln können.
Und wo das nicht der Fall ist, muss man halt (leider) die endgültige Entscheidung treffen.

Liebe Grüsse

Dusk

von Gabi + Sheila(YCH) am 20. März 2002 17:26

Hi,

" Mich hat an der ganzen Diskussion einfach gestört, dass viele (so war zumindest mein ganz persönlicher Eindruck) DEM behinderten Hund SCHLECHTHIN ein Lebensrecht abgesprochen haben. "

Ich glaube da hast Du viele SEHR falsch verstanden - mich bestimmt. Mir ging es bei dem Tarragona-Hund schon um den Einzefall - danach war ja schließlich auch gefragt.
Für mich ist ein Hund eben kein Känguruh. Und bei solchen Behinderungen kann man ja drauf warten, daß tierschutzrelevante Schmerzen auftreten (Bandscheiben etc.) - muß doch nicht sein.

Ansonsten IST der Einzelfall zu prüfen, aber bitte keine Leute die das für ihr Ego brauchen - wie DU ja schon gesagt hast (Schaut was ich ALLES tue *würg*).

Aufklärungs-Gruß
Gabi

von Dusk(YCH) am 20. März 2002 20:43

Hi Gabi,

: Ich glaube da hast Du viele SEHR falsch verstanden - mich bestimmt. Mir ging es bei dem Tarragona-Hund schon um den Einzefall - danach war ja schließlich auch gefragt.

Nun ja, aber so eine Art Abstimmung Marke "Hopp oder Topp" hat mir schon die Gänsehaut den Rücken rauf und runter gejagt. Egal wie schrecklich das aussah und wie sehr sich da einem medizinische Folgeprobleme (wie sie ja inzwischen wohl tatsächlich aufgetreten sind) förmlich aufdrängen, würde ich es doch nicht wagen, per "Ferndiagnose" ein Todesurteil zu fällen.

: Für mich ist ein Hund eben kein Känguruh. Und bei solchen Behinderungen kann man ja drauf warten, daß tierschutzrelevante Schmerzen auftreten (Bandscheiben etc.) - muß doch nicht sein.

Ich weiss nicht, ob Du am Sonntag im WDR in "Tiere suchen ein Zuhause" den Filmbeitrag über die behinderten Hunde gesehen hast. Dort haben sie auch den Hund Henry gezeigt. Diesem Hund wurden die Vorderläufe durch Misshandlungen so schwer verkrüppelt, dass er auch nur noch Känguruh-artig unterwegs ist.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich, als er erstmals vor ein paar Wochen in der Sendung vorgestellt wurde, wirklich entsetzt war. Als Frau Ludwig erklärte, dass die Tierschützer, die ihn betreuten, auch zunächst übers Einschläfern nachgedacht aber dann davon abgesehen haben, weil er so einen unbändigen Lebenswillen zeigte, dachte ich "naja, die haben täglich mit ihm zu tun, die müssen es ja schließlich wissen".
Am Sonntag haben sie diesen Henry wieder gezeigt wie er inmitten anderer Hunde fröhlich gespielt hat. UND der Hund ist inzwischen vermittelt. Die Tierschützer hatten also die (meines Erachtens) richtige Entscheidung getroffen.

Ich denke, wenn er "Abstimmungsthema" gewesen wäre, hätte auch (fast) jeder für Einschläfern votiert.
Nur um nicht weitere Missverständmisse aufkommen zu lassen: mir ist schon klar, dass der neue Besitzer ganz besonders in der Pflicht steht, den Hund ganz genau zu beobachten, um ihn bei gesundheitlichen Problemem medizinisch versorgen zu lassen und schlimmstenfalls eben auch (rechtzeitig!!!) DIE Entscheidung zu treffen. Aber bis dahin hat der Hund vielleicht noch ein paar schöne Monate oder sogar Jahre gehabt.

Natürlich könntest Du mir jetzt entgegenhalten, dass der Hund dann zuletzt sicher Schmerzen haben wird und ob die schönen Tage und Wochen das überhaupt aufwiegen können.
Nur: in diese Lage kommt fast jeder Hund, der alt und/oder krank wird. Und ich kann Dir versichern (falls Du dieses Gefühl nicht schon kennst, weil Du selber schon von einem Hund Abschied nehmen musstest), dass diese letzte Phase garantiert kein Spaziergang ist, weder für den Hund noch für den Besitzer.
Also müsste man im Prinzip jeden Hund einschläfern sobald er ein bestimmtes Alter erreicht hat, da (bis auf wenige Ausnahmen) im Alter medizinische Probleme auftreten. (Bevor hier wieder haarsträubende Diskussionen losbrechen: das habe ich jetzt ganz bewußt überspitzt formuliert!)

Lange Rede, kurzer Sinn: ich denke, dass man eine solch schwerwiegende Entscheidung nicht delegieren und schon gar nicht via Internet von anderen treffen lassen kann.
Die Tierschützer, die das betreffende Tier betreuen, müssten am besten beurteilen können, ob das Tier noch Lebenswillen und Lebensfreude hat. Und das kann meines Erachtens OHNE AUSNAMHE nur im Einzelfall entschieden werden, egal ob das Tier vier, drei oder zwei Beine hat.

Viele Grüsse

Dusk


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