Angst vorm eigenen Hund :: Ungereimtes

Angst vorm eigenen Hund

von Nele(YCH) am 04. April 2002 18:25

Hi,

wie so oft, ist es mir gestern mal wieder unangenehm aufgefallen das es eine Menge HundehalterInnen gibt die sich nicht trauen ihren eigenen Hund zu massregeln um ja selbst nicht gebissen zu werden.
Dazu nur 2 Beispiele: kürzlich ging ich mit meinem Rüden im Park spazieren und plötzlich kommt ein junger Pitbullmix über die Wiese angeschossen und greift sofort meinen Hund an. Beide kugelten sich über die, zu der Zeit noch völlig überflutete, Wiese, so schnell konnte ich gar nicht gucken wie der Angreifer meinen Hund überrumpelte.
Da ich keine Lust darauf habe mir einen Raufbold ranzuziehen, rief ich meinen Hund sofort zu mir und verscheuchte den anderen Hund mit einem angedeuteten Tritt in seine Richtung.
Was mich dann richtig nervte war das der Besitzer dieses Hundes nur erfolglos den Namen des Hundes rief und zunächst keinerlei Anstalten machte sich mal in Bewegung zu setzen um seinen Hund anzuleinen (meiner Ansicht nach traute er sich nicht ihn zu packen) obwohl dieser immer wieder versuchte nachzufassen und ich Mühe hatte ihn von meinem Rüden fernzuhalten. Mal ganz davon abgesehen das dieser Hund sogar Anstalten machte in meine Richtung nachzufassen.
Der Hund merkte dann irgendwann das er an mir nicht vorbeikommt ohne einen Tritt zu kassieren und hörte dann endlich doch mal auf den Besitzer und setzte sich hin, dann leinte dieser seinen Hund auch endlich mal an.
Das 2.te Beispiel ist eigentlich ganz alltäglich: ein kastrierter Rüde und eine junge Labradorhündin (der Rüde war nur etwas grösser als ein Labrador) jagten sich gegenseitig immerzu einen Stock ab. Irgendwann kippte dabei die Stimmung und der Rüde attackierte die Hündin ziemlich massiv. Ich hätte, wenn es sich um meinen Hund gehandelt hätte, das "Spiel" zu diesem Zeitpunkt abgebrochen.
Die Besitzerin des Rüden bekam es selbst sichtlich mit der Angst zu tun das aus diesem Spiel eine Keilerei entsteht aber anstatt ihm ein Abbruchsignal zu geben und ihn zu sich ran zu nehmen jammerte sie nur rum: "Nicht beissen.... nicht beissen....."
Natürlich sind das Banalitäten im Vergleich zu wirklich schlimmen Vorfällen die passieren und passiert sind. Für mich zeigt sich jedoch schon in solchen Kleinigkeiten das es bei solch unfähigen HundehalterInnen kein Wunder ist wenn immer mehr passiert. Warum müssen sich solche Leute denn ausgerechnet Hunde halten denen sie sich körperlich anscheinend nicht gewachsen fühlen????
Mal ganz der mangelnden Erziehung abgesehen....
Langsam komme ich mir ja schon fast militant vor, so häufig musste ich in letzter Zeit fremde Hunde wegtreten um eine Rauferei mit meinem Hund zu verhindern (zum Glück hat der kapiert das er nicht zu auf diese "Pöbeleien" zu reagieren hat und überlässt es mir Angreifer zu verscheuchen). Dabei hätten eigentlich eh die Besitzer den Tritt verdient....

Viele Grüße
Nele & Cisko


von Franziska(YCH) am 04. April 2002 19:00

Hi Nele,

ich hab nen Hund welcher, sofern die Situation schon am eskalieren ist, leider meinerseits überhaupt nicht mehr ansprechbar ist. Egal, wie ich ihn anquatsche, selbst wenn ich auch nur einen Schritt in seine Richtung tue, fühlt er sich bestärkt. Um die Situation wieder zu beruhigen, muss ich also weggehen und das kommentarlos.
Klar ist dieses Nicht-ansprechbar-sein auf Erziehungsfehler meinerseits zurückzuführen, aber nicht weil ich Angst vor meinem Hund habe und auch nicht vor dem anderen, sondern weil ich in so vielen vermeintlich schlauen Büchern gelesen hab: Man soll Hunde ruhig machen lassen. Tja und nu steh ich da und müsste wirklich mega-intensiv solche Situationen üben, um wieder an meinen Wuff heranzukommen. Mir fehlen dazu aber in erster Linie die "Opfer" - ist ja klar, ich würde meinen Hund auch nicht für sowas hergeben. So versuche ich Rüdenbegegnungen zu vermeiden und wenn sie nicht vermeidbar sind, mach ich ne Fliege, um zu deeskalieren.

Ich bin übrigens schonmal von nem Hund gebissen worden, als ich mich eingemischt hab. Und wie ich festgestellt hab, hat mir das nicht allzu viel ausgemacht.

Bis dann

Franziska

von Inka(YCH) am 04. April 2002 21:35

Hallo,

Du sprichst mir aus dem Herzen.
Es ist nun einmal Tatsache, das 90% der Hundehalter ihre "Viecher" nicht im Griff haben; weil.. der ist ja sonst immer leib, hat er noch nie gemacht, weiß ich auch nicht warum er das plözlich gemacht hat,
nur bei dem oder dem Hunde ist er so ... etc und co; ich habe ihn halt aus dem Tierheim??!!

Einfach zum heulen.

Manchmal frage ich mich, warum Leute sich einen Hund kaufen?

Und vor allwem WER sie an diese Menschen verkauft?

Eine Hundeführerscheinpflicht in Deutschland tut schon Not.(absolut Rasseunabhänging; gilt genauso für Mischlinge, unabhängig von der Größe)

Tsja, da würde wohl die Hundehaltung um mind. 80% zurückgehen, da die meisten Menschen keine Ahnung vom Wesen, Verhalten , Erziehung etc. und co von Hunden haben, und zu faul wären, sich diese anzueignen.( Macht man halt nicht: fehlende Steuereinnahmen , ein nicht zu unterschätzender Faktor)

Bissige Grüße,
Inka
:
:

von Silke(YCH) am 05. April 2002 07:49

Hi!

Also, wenn ich auch nur im Entferntesten annehmen könnte, daß mein Hund mich in welcher Situation auch immer (es sei denn, aus Versehen) beißen würde, könnte ich nachts nicht mehr schlafen. Ich könnte mit so einem Tier nicht zusammenleben, glaube ich, und würde alles dafür tun, diesen Zustand abzustellen. Wenn ICH als Halter des Hundes schon Angst habe, gebissen zu werden, wie soll ich dann die Sicherheit von anderen wahren?!?

verständnislose Grüße, Silke

von Nele(YCH) am 05. April 2002 10:24

Hi Inka,

weil.. der ist ja sonst immer leib, hat er noch nie gemacht, weiß ich auch nicht warum er das plözlich gemacht hat,
: Und vor allwem WER sie an diese Menschen verkauft?

Das es nicht tatsächlich Situationen gibt in denen der eigene Hund Dinge tut die er noch nie gemacht hat möchte ich gar nicht beschreien. Ausprobieren tut sich wohl jeder Hund mal und das finde ich auch relativ normal. Entscheidend ist nur wie man damit umgeht und darauf reagiert.
Kürzlich hatte ich den fast 3jährigen Rüden von Freunden zu Besuch und bin mit den beiden "Machos" (meiner wird jetzt 2 1/2) spazieren gegangen
. Plötzlich stürzte sich mein Hund aus heiterem Himmel auf so einen kleinen "Handtaschenhund". So etwas hat er auch noch nie gemacht und er weicht sonst auch geflissentlich jeder Konfrontation aus und kleine Kläffer werden ignoriert. Dieser Hund hat jedoch absolut NICHTS dazu beigetragen das mein Hund sich auf ihn stürzte. Passiert ist dabei nichts, ich hatte Cisko so schnell am Schlafittchen gepackt und anschliessend mit ihm Unterordnung bis zum Erbrechen gemacht das ihm solche Eskapaden erst mal vergangen sind. Ich denke auch nicht das er vorhatte den Kleinen zu verletzen aber an meiner Reaktion hat er auch sofort gemerkt das ich so ein Verhalten nicht dulde.
Und das ist es was ich oft bei anderen Hundehaltern vermisse: Reaktionen auf unakzeptables Verhalten ihrer Hunde. Reaktionen an denen der Hund auch erkennen kann das nicht er es ist der entscheidet ob jetzt gerade mal ein fremder Hund aufgemischt wird oder nicht. Deswegen unterbinde ich mögliche Raufereien auch schon im Ansatz, Cisko soll es gar nicht erst lernen sich durch Raufen bei anderen durchsetzen zu können.

: Eine Hundeführerscheinpflicht in Deutschland tut schon Not.(absolut Rasseunabhänging; gilt genauso für Mischlinge, unabhängig von der Größe)

Hm, das sehe ich nicht ganz so. Meinetwegen können die alten Leute ihre Kleinhunde ruhig weiter (mehr oder weniger schlecht erzogen) behalten. Diese stellen keine ernsthafte Gefahr für andere Lebewesen dar und ich denke das gerade bei alten Leuten die Einführung von Sachkundenachweisen nicht realisierbar ist. Um Fahrrad zu fahren braucht man ja auch keinen Führerschein ;-).
Ab einer bestimmten Größe finde ich diese Sachkunde aber unabdingbar und die potentiellen Halter sollten tatsächlich erst einmal nachweisen das sie überhaupt in der Lage sind Hunde zu führen.

: Macht man halt nicht: fehlende Steuereinnahmen , ein nicht zu unterschätzender Faktor)

Ja, ich denke auch das dieser Faktor nicht zu unterschätzen ist, obwohl sicher viele Probleme als Folgereaktion mit behoben werden würden (die sinnlose "Massenproduktion" von HUnden).

Viele Grüße
Nele

von Nele(YCH) am 05. April 2002 10:43

Hi Silke,

: Also, wenn ich auch nur im Entferntesten annehmen könnte, daß mein Hund mich in welcher Situation auch immer (es sei denn, aus Versehen) beißen würde, könnte ich nachts nicht mehr schlafen.

Es gibt IMMER Situationen in denen auch dies passieren kann, z.B. als Schockreaktion nach einem Unfall und darüber sollte man sich auch klar sein um dann nicht selbst geschockt zu sein und falsch zu reagieren.
Auch wenn man sich in eine Rauferei einmischt kann es passieren im Eifer des Gefechtes vom eigenen Hund was abzubekommen. Für mich wäre dies aber kein Grund mitanzusehen wie mein HUnd über einen anderen Hund herfällt und es dem Besitzer des angriffenen Hundes zu überlassen seinen Hund da mehr oder weniger heil rauszuholen.
Ich habe es schon erlebt das eine Hundehalterin deren Hund einem anderen Hund gerade die Luftröhre angerissen hat, wie ein kleines Kind daneben stand, von einem Bein aufs andere trampelte und fast heulend den Namen ihres Hundes rief damit dieser von dem anderen Hund ablässt. Als die Rauferei beendet war (durch die Besitzer des verletzten HUndes) war sie noch nicht einmal in der Lage ihren Hund zu sich ranzurufen und ihn anzuleinen. Durch ihr hysterisches Verhalten hat sich sich als "Rudelführerin" doch völlig disqualifiziert.
Der "Witz" war das ich dann ihren Hund für sie ranrufen musste damit sie ihn endlich mal wieder anleinen konnte.
Hätte sie ihren HUnd auch nur ein bisschen besser gekannt, dann hätte sich diese Situation zwischen den beiden Hunden gar nicht erst so hochschaukeln müssen (der kleinere verteidigte seine Beute (Ball) )und sie hätte den Hund gleich abrufen können.


Viele Grüße
Nele

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