Der alte Mann und der Hund, oder:. :: Ungereimtes

Der alte Mann und der Hund, oder:.

von Martin mit Mary(YCH) am 18. Mai 2003 11:23

Der alte Mann und der Hund, oder: Ich glaubs nicht!

Folgende Geschichte begab sich gestern, am Samstag, den 18.05.2003:

Da ich in der letzten Woche zuviel Zeit im Büro verbrachte (ja, es gibt auch noch Arbeit, wenn man sie sucht) und auch am Samstag vormittag dort war, entschloß ich mich, mit meinem mir angetrauten Eheweibe mittags gegen 12:00 noch in einen ihrer geliebten (von mir weniger) Gartenbaumärkte zu fahren. Nachdem wir dort mehrere Stunden (genaugenommen bis zum Ausruf "wir schließen in wenigen Minuten..."winking smiley Blümchen angeschaut haben, diese und jenes in den Einkaufswagen packten (und teilweise später wieder aussortierten) und ich wieder eine intensive Verhaltensstudie über Käufer uned Käuferinnen abhalten konnte) sind wir noch in die Fußgängerzone gefahren, um auch dem mitgenommenen Hund die Füße vertreten zu lassen. Mary (ein Labradormischling-Weibchen) liebt Autofahren SEHR und das Aussteigen weniger, weswegen sie auch lieber Auto bleiben statt die uninteressanten Pinkelplätze anderer Rassegenossen zu untersuchen. Es half nichts, auch ein Hund muß mal vor die Tür und so gingen Hund und Frauchen, sowie der dazughörige Hausherr schaufensterbummelnd durch die Einkaufspassage. Und wie es der Zufall will, kamen wir an ein Cafe vorbei, das wir in der VErgangenheit schon ein paarmal besuchten (und das uns wegen seiner Tierliebe positiv in Erinnerung gebleiben war). Einen Tee für meine Frau und ein Milchkaffee für mich sowie je eine Käse-Schinkenbrötchen konnten nicht schlecht sein und so gingen wir, den Hund an der kurzen Leine (manche Mitmenschen haben ja Angst) in den Laden, suchten uns etwas von der Theke aus und gingen an einen leeren Tisch (wovon es aber nicht viele mehr gab). Am NAchbartisch ein älteres Paar, der Herr zackig geschniegelt, die Dame mit Rubensformen und im farbfröhlichen Schlabberlook, beide weit über 60. Und was macht mein Hund? Er rennt zur Dame und legt den Kopf auf das Bein und schaut sie mit ihren tieftraurigen Labradoraugen von unten an. Und das alles nur wegen des Kekses, den die Dame gerade in der Hand hielt. Wir entschuldigen uns und ziehen den Hund wieder heran ) was dieser garnicht verstand und befahlen ihm erst zu sitzen und dann zu legen (weil gleich "legen" nur unsinnge Blicke von Mary erntet). Der Herr der Dame macht darauf einen AUfstand und verlangt von uns, daß wir die Reinigung der Hose zahlen. Erst verstand ich nicht ganz richtig, bis mir klar wurde, daß ein groschengroßer dunkler Fleck vom Hundekopf langsam auf der Schlabberhose verblaßte. Ich entschuldigte mich nochmal und bot an, daß meine Frau mit der Dame auf der Damentoilette den Fleck kurz abwischen könne. Der Herr blieb hart und verlangte die chemische Reinigung. Ich erklärete mich dafür nicht zuständig und ließ den Herrn am Nachbartisch Herr sein. Zwischenzeitlich kam die BEdienung und brachte uns Tee, KAffee und Brötchen, sowie dem Hund (ungefragt!) eine Schale Wasser, was Mary als Dankeschön mit einem kurzen Schlabber über die Hand der Bedienung quittierte. Diese lachte laut und streichelte sie noch mal, bevor sie wieder hinter der Theke verschwand und sich die Hände wusch. Der Herr am Nachbartisch wurde aufdringlich und verlangte meine Personalien, was mich nur zu der Frage animierte, ob er den Unterschied kenne, zwischen einem lieben, aber sabbernen Hund und einem arroganten Zeitgenossen. Da er es nicht wußte, mußte ich es ihm sagen: es gibt keinen Unterschied, beides müsse man einfach hinnehmen.

Es wurde laut und immer mehr Gäste von den umliegenden Tischen interessierten sich für den Disput. Auch der hinzugerufene Geschäftsführer (oder wars der Inhaber?) verstand den Herrn nicht und schaute mich beim Umdrehen zu mir mit stöhnend aufgerissenen Augen an. Ich weigerte mich, meine Personalien zu geben und erneuerte mein Angebot, daß meine Frau die Reinigung auf der Damentoilette übernehmen könne. Es wurde verlangt, daß die Polizei kommt (was mich ruhig ließ), um meine Personalien festzustellen (und wahrscheinlich um mich vorläufig festzunehmen). Um Ruhe zu haben rief der Inhaber die nächste Wache an und bat um Unterstützung. Da passierte es: mit der raschen Bewegung seiner Hand warf der HErr das gerade erst frisch erhaltene und deswgen volle Weizenbierglas (0,5l) um und befeuchtete seine weibliche Begleitung vom ausladenden Busen bis weit unter die Knie mit Gerstenhefesaft. Auch dort, wo der inzwischen verblaßte Hundnasenabdruck gewesen war. Innerlich mußte ich lachen, zwang mich aber zu einer ernsten und neutralen Mine und zu desinterssiertem Verhalten. Wir zahlten und gingen, nicht, ohne daß die Bedienung den Hund nochmal gestreichelt hätte. Da das alles ein wenig viel war, schüttelte es den Hund zum Abschied nochmal, was dazu führte, daß der Mann puterrot im Gesicht anlief und etwas von "Unverschämtheit" rief. Ein paar Minuten blieben wir noch im Auto sitzen, bis ein grünweißer VW-Bus langsam um die Ecke fuhr.

Dann begingen wir "Unfallflucht"...

von Gaby mit Beira(YCH) am 18. Mai 2003 11:44

:Hallo Martin,

und dann wundert man sich noch, wenn die Leute immer ablehnender Hunden gegenüber werden... Sicher war die Reaktion des älteren Ehepaars überzogen - aus der Sicht eines Hundefreundes heraus - aus der Sicht von Leuten, die keine Hunde mögen (und die gibt es tatsächlich auch, und es sind nicht wenige), war sie sicherlich berechtigt. Mein Mann und ich sind peinlichst darauf bedacht, mit unseren Hunden nicht unangenehm aufzufallen (zu fremden Leuten lassen wir sie gar nicht hin (es gibt Hundeleinen) - es sei denn, dieLeute bitten darum), und, wenn trotz aller Vorsicht mal ein Malheur passiert, stehen wir selbstverständlich dafür gerade. Gerade in der heutigen Zeit, wo Hundehaltung immer schwieriger wird und gerade die Besitzer großer Hunde, so wie ich es immer ausdrücke: "mit einem Bein in der Zeitung und mit dem anderen Bein im Gefängnis stehen" sollte man durch deutlich ausgedrückte Rücksichtnahme mit seinem Vierbeiner "glänzen".
Viele Grüße
Gaby mit Beira

von Martin mit Mary(YCH) am 18. Mai 2003 12:02

Hallo Gabi,

: und dann wundert man sich noch, wenn die Leute immer ablehnender Hunden gegenüber werden... Sicher war die Reaktion des älteren Ehepaars überzogen - aus der Sicht eines Hundefreundes heraus - aus der Sicht von Leuten, die keine Hunde mögen (und die gibt es tatsächlich auch, und es sind nicht wenige), war sie sicherlich berechtigt.

Mary war an der kurzen Leine (wie geschrieben), und sie lag den Rest der Zeit auch an der Leine unter dem Tisch, wie sie es gelernt hat. Sie hat die Herrschaften nicht länger belästigt und wir haben uns auch 4-5x für den "Überfall" entschuldigt, ferner wiederholt die "Reinigung" auf der Damentoilette angeboten. Nur eine chemische Reinigung, wie verlangt, der Hose, der Bluse und der Jacke der Dame habe ich entschieden abgelehnt. Schließlich war es nur ein kleiner Nasenstüber von Mary und keine zerrissene und total versabberte Kleidung!

von Eva & Rio(YCH) am 18. Mai 2003 12:35

Hallo Gaby,
ich sehe das ähnlich. Sicherlich ist es überzogen, gleich ein ganzes Kostüm reinigen zu wollen, nur weil ein feuchter Hundenasenabdruck darauf ist. Andererseits verlangen wir als HUndehalter Toleranz und beschweren uns (oft zurecht), daß wir angefeindet werden oder ganze Hunderassen Maulkorbzwang bekommen, nur weil einige Exemplare dieser Rassen von ihren Besitzern als Egostütze mißbraucht werden. Aber müssen wir dann nicht mindestens! ebensoviel Toleranz denen gegenüber zeigen, die eben NICHT auf feuchte Hundenasen stehen?
Ich für meinen Teil hätte vermutlich die Reinigung bezahlt und mir eben meinen Teil gedacht... Schon alleine in der HOffnung, daß vielleicht die anderen Kaffeebesucher das Ganze ebenso lächerlich fänden und eben Partei für mich als Betroffene und (noch wichtiger) für rücksichtsvolle Hundebesitzer an sich ergreifen würden.
Die 10 € wären es mir wohl wert gewesen...
Liebe Grüße,
Eva & Rio

von Olaf(YCH) am 18. Mai 2003 12:34

Hallo Martin,

Dein Hund hat nichts, aber auch gar nichts bei Leuten zu suchen, die dies nicht möchten.
Ob eine Sekunde, ob Fleck oder nicht: Dein Verhalten ist nicht in Ordnung und die Leute haben durchaus das recht, sich zu beschweren. Ob sie sich vor Hundespeichel ekeln, ob sie vielleicht eine Allergie gegen Haare oder Speichel haben, völlig egal. Wenn sie mit einer unsachgemäßen Reinigung mit Wasser auf der Toilette nicht einverstanden sind (nicht alle Stoffe vertragen Wasser und nicht jeder Cafébesucher möchte einen verwischten nassen Wasserfleck auf seiner Kleidung haben), haben sie das recht auf einer Reinigung zu bestehen.
Wenn die Polizei gekommen ist und Du "Unfallflucht" begangen hast, so hoffe ich im Interesse rücksichtsvoller Hundehalter und um unseres Rufs wegen, daß sie Deine Adresse ermitteln.

Gruß

Olaf

von Lore_1940(YCH) am 18. Mai 2003 14:37

Hallo Martin,

im Gegensatz zu den Anderen möchte ich dir sagen, dass ich mich erstens köstlich amüsiert habe und des weiteren der Meinung bin, dass Leute die so gar keine Hunde mögen, wie dieses Ehepaar und aus so einem kleinen Malheur so ein Drama machen, sich ruhig mal ärgern sollen.

Solche Menschen sind es die unsere Hunde in Verruf bringen und nicht unsere Hunde, die einmal nicht wie ein Roboter reagiert haben, sondern einmal ganz kurz Hund waren (siehe Keks).

Liebe Grüße, Lore

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