Mischlinge?! Rassehunde?! Hobbyzüchter?! :: Was sonst nirgends passt

Mischlinge?! Rassehunde?! Hobbyzüchter?!

von Anila am 24. November 2009 12:05
Hallo Kerstin, Bruno und Mandylein,

ich glaube, niemand hat was gegen Mischlingshunde. Jedenfalls ich nicht.

Mandylein, ich glaube du warst es, die sinngemäß meinte: Lassen wir doch die Kirche im Dorf, was die Kontrollen angeht, das müsste nämlich auch für andere Kleintiere, wie Wellensittiche usw. gelten. Ist übrigens teilweise der Fall: Wellensittiche darf man privat und ohne Zuchtgenehmigung nicht züchten.

Vor langer Zeit hatte ich mal recherchiert, ob es eigentlich Studien gibt, die das Vorurteil wissenschaftlich belegen, dass Mischlingshunde gesünder seien als Rassehunde. Das ist übrigens nicht der Fall. Es ist ein Vorurteil oder Märchen, wie man will, aber nichts, was statistisch jemals nachgewiesen wurde.

Gute Aufzuchtbedingungen sind bei jedem Tier wichtig, aber beim Hund kommt halt noch dazu, dass er gefährlicher ist als ein Hamster oder eine Katze, und Deprivationsschäden steigern beim Hund halt auch seine Gefährlichkeit.

Das soll aber gar kein Angriff in Bezug auf Sabine sein, sondern ganz generell würde ich mir ja mehr Kontrolle wünschen. Auch in einem ganz anderen Bereich: Bei den Hundetrainern und Hundeschulbesitzern, denn auch hier gibt es ja einen schier unglaublichen Wildwuchs und dadurch bedingt viele Hunde, deren Verhalten sich eher verschlimmert hat, weil ihre Halter völlig absurde Tipps erhalten haben.

Viele Grüße
Anila

von Birgit mit Kira am 24. November 2009 17:57
Hallo,
einen Hobbyzüchter gibt es in meinen Augen nicht, denn das sind alles Hobbyvermehrer.
Ein Züchter hat sich für eine bestimmte Rasse begeistert und möchte diese Rasse in ihren positiven Eigenschaften verbessern. Dies gilt sowohl für körperliche Schönheit als auch für das Wesen dieser Hunde. Er achtet darauf, dass beide Elterntiere dem Standard entsprechen, die Gesundheitsuntersuchungen keine Erbkrankheiten ergeben haben und die Elterntiere sich in ihren Anlagen ergänzen. Er nimmt dabei in Kauf, dass er viel Zeit und Geld investieren muss, reich wird er dabei nicht.

Anders jedoch der Vermehrer. Er glaubt, seine Hündin oder sein Rüde (oder auch beides) seien wunderbare Tiere und möchte davon Nachwuchs haben. Entweder für sich selbst, oder meistens um damit auch ein bischen Geld zu verdienen. Er ist überzeugt seine Hunde sind gesund, auch wenn er sie gar nicht hat röntgen lassen, von Blutuntersuchungen, Augenuntersuchungen etc. ganz zu schweigen. Denn die Tiere sind doch topfit und folglich auch gesund....
Natürlich sollen die Welpen gute Besitzer bekommen. Trotzdem kommt es dann vor, dass es gar nicht so viele gute Abnehmer für die kleinen Welpen gibt. Dann werden vielleicht die Ansprüche an die Welpenkäufer heruntergeschraubt, hauptsache man wird die Kleinen irgendwann doch noch los.
Ein Vertrag wird meistens auch nicht gemacht, damit der Käufer bloß hinterher keine Ansprüche mehr stellen kann, falls die Welpen doch nicht so gesund sind, wie man angenommen hat. Auch weigern sich solche Vermehrer meist, einen Hund zurückzunehmen, wie es viele Züchter selbstverständlich tun werden.

Wer einen Welpen von einem Vermehrer kaufen möchte soll das gerne tun. Allerdings muss man sich darüber im klaren sein, dass auch Mischlinge oft an HD, Epilepsie etc. leiden. Die Wahrscheinlichkeit einer Erbkrankheit erhöht sich natürlich, wenn sogenannte "Rassehunde ohne Papiere" aus Elterntieren gezüchtet wurden, die nicht untersucht wurden aber der gleichen Rasse angehören. Echte Mischlinge, also wirklich Senfhunde, wo schon die Eltern Mischlinge waren sind meistens gesünder und robuster als Rassehunde. Allerdings sitzen Mischlinge, übrigens auch Welpen, wirklich genügend in unseren Tierheimen, so dass man diese nicht mehr vermehren muss.

Gruß Birgit

von Liesel am 25. November 2009 13:38
Quote pepsihase:
Hallo Ihr Lieben!

Hab mich wohl bei einigen hier so ziemlich ins Aus geschossen, weil ich einen Wurf Mischlinge habe.
Ich kann ja verstehen, wenn einige sagen, es ist nicht notwendig, noch weitere Welpen zu produzieren, weil die Tierheime voll sitzen.
(...)

Also bitte klärt mich auf, was so furchtbar falsch an Mischlingen ist!

Liebe Grüße,
Sabine (pepsihase)

Hallo Sabine,

an Mischlingen an sich ist nichts falsch, denn als Lebewesen und Individuen haben sie ethisch gesehen die gleiche Daseinsberechtigung wie ein Rassehund.
Falsch ist, als Mensch zu meinen, ungeachtet der Situation (mit Mixen und Rassehunden ohne Papiere gefüllte Tierheime) zu meinen, die Population erweitern zu müssen.
Falsch ist, als Nicht-Tiermediziner seinen Hunden Gesundheit attestieren zu müssen und zu glauben, dass krankmachende Gene durch Mischung von Rassen eliminiert werden.
Falsch ist, zu glauben man mache alles richtiger in der Verpaarung und Aufzucht als Züchter, die durch die Schulungen und Auflagen ihres Verbandes ein ganz anderes Hintergrundwissen haben.

Ansonsten darf hier jeder seine eigene Meinung haben und es sollte eigentlich nicht möglich sein, sich damit in Abseits zu schießen. Gegenteilige Meinungen bekommt man natürlich zu lesen, damit müssen wir hier wohl alle leben.

Quote pepsihase:
Ich bin aber der Ansicht, daß wenn jemand eine "vernünftige Hobbyzucht" hat, d.h. für mich keine Zwingerhaltung,
auf die Gesundheit der Tiere achtet und nicht an jeden x-beliebigen die Hunde abgibt, warum soll hier nicht ein Wurf entstehen?

Das Kreuzen von Mischlingen darf man nur als "Zucht" bezeichnen, wenn sie ein Zuchtziel, d.h. das Schaffen einer neuen Rasse für einen bestimmten Zweck. Und merke dir mal, dass Zwingerhaltung ebenso Bestandteil einer "vernünftigen Hobbyzucht" ist wie das Erfüllen von zuchtordnungsgemäßen Auflagen. Die Wohnzimmerecke, in der Zigarettenrauch, Fernsehstrahlen, betriebsame Hektik und eine stetige Geräuschquelle herrschen ist die allerschlechteste Umgebung, in der Welpen geboren werden können, und allergieerregende, chemiegetränkte Teppichböden sind der furchtbarste Untergrund, auf dem sie laufen lernen können.

Beginne mal, das Leben deiner Hunde aus ihrer Sicht zu sehen und nicht nach menschlichen Gesichtspunkten.


Quote pepsihase:
Bei unserer Verpaarung z.B. kenne ich die Eltern (unsere eigenen Hunde), sowie deren Großeltern (was teilweise sogar noch wichtiger ist - nach meiner Erfahrung jedenfalls). Sicher weiß man vorher nie genau, was bei rauskommt, außer halt ein Hund, aber was ist denn mit den Rassehunden? Es ist nicht gesagt, daß wenn die Eltern einwandfrei sind, der Nachwuchs nicht irgendeine Macke haben kann. Es gibt immer Ausreißer!

Aus meinen Verpaarungen kenne ich von 4 Generationen die Auswertungen der Gesundheitsuntersuchungen der Ahnen und deren Geschwister, weil mein Zuchtverband darüber Buch führt und jeder Züchter eine Datenbank als CD-ROM erwerben kann, die vierteljährlich upgedatet wird.

Haben deine Hunde und deren Großeltern Gesundheitsuntersuchungen, die von einem vereidigten Tierarzt vorgenommen und von einer landesweit anerkannten Gutachterstelle ausgewertet sind und ist deren Abstammung durch ein DNA-Gutachten nachgewiesen? Nur weil du Eltern und Großeltern kennst, sagt das nichts über deren Gesundheitszustand und ihre genetische Gesundheit aus.


Quote pepsihase:
Was war denn z.B. vor Jahren
mit den armen Schäferhunden die plötzlich alle an HD litten? Wer hat denn sowas gezüchtet? Die Hobbyzüchter?

1. litten die "armen Schäferhunde" nicht plötzlich an HD, sondern der SV hat als erster Zuchtverband der Welt das Hüftröntgen eingeführt und damit das Manko großer Rassen ans Tageslicht gebracht.
2. ja, es waren die Hobbyzüchter, die wegen des fehlenden Wissens in der Mitte des vorigen Jahrhunderts unwissentlich mit Tieren gezüchtet haben, die zwar beschwerdefrei, aber trotzdem befallen waren.

Nun geht das Spiel von vorn los mit der Einführung des ED-Röntgens, und in einigen Jahren werden unwissende Leute wie du schreiben: "Warum hatten die armen Schäferhunde denn plötzlich alle ED"?


Quote pepsihase:
Ich selbst bezeichne mich auch nicht als Hobbyzüchter!

Nein, das bist du ja auch nicht. Ein Hobbyzüchter ist immer ein nicht-gewerblicher Züchter, der laut geltendem Wirtschafts- und Finanzrecht in einem Verein mit bestehender Zuchtordnung züchtet, mit weniger als 5 zuchtfähigen Hündinnen und weniger als 8.000 Euro Gewinnerzielung arbeitet.

Ich weiß das so genau, weil ich meine Hobbyzucht mal als Gewerbe anmelden wollte. Bei so vielen Kosten hätte ich schön meine Einkommenssteuer (Steuerkl. 5) senken können, aber darauf hat man sich nicht eingelassen. Man forderte mich auf, wieder zu kommen wenn ich mit Gewinnen aufwarten kann (also nie) x:::::


Quote pepsihase:
Unsere Hunde haben halt im Augenblick unseres Umzugs einen Moment für sich genutzt und da war es geschehen!

Ich will einfach nicht daran glauben, dass du hier angeeckt bist, weil dir diese Panne passiert ist. Niemand, der intakte Rüden und Hündinnen zusammen hält, kann sich von einem solchen Unfall freisprechen. Hier ist man sehr tolerant. Was mir sauer aufstößt, ist deine Form der Selbstrechtfertigung für diesen Unfall. Du argumentierst hier permanent gegen vernünftige, aufwändige, kontrollierte Rassehundezucht und stellst sie als schlechter dar als deinen Unfallwurf, und gewissenhafte Züchter stellst du als Rasseschänder an den Pranger, die keine vernünftige Aufzucht haben, weil sie Zwingerhaltung der Reizüberflutung im häuslichen Wohnzimmer bevorzugen. Das finde ich unmöglich. Ich denke, das ist genau das, womit du dich ins Abseits geschossen hast, falls du das hast.

Bei mir hast du das nicht, obwohl ich Schäferhunde züchte (und die Welpen kommen im Zwinger zur Welt, oh Schreck!). So etwas hake ich ab unter "keine Ahnung aber eine Meinung".


Quote pepsihase:
Wie sind denn die heutigen Rassen entstanden?

Kann ich dir sagen: durch planvolles Selektieren und Kreuzen, um ein zuvor gestecktes Zuchtziel zu erreichen. Wie viele Rassen brauchen wir denn noch? Es gibt für jeden Zweck in jeder Größe mehr als eine, davon brauchen wir nicht mehr, nur weil einige was Passendes zum Persianermantel oder zum chinesischen Seidenteppich wollen.

Sabine, du hattest eine kleine Panne in der Beaufsichtigung deiner Hunde, hast dich gegen Abtreibung entschieden und die Welpen unter nicht zuchtordnungskonformen Umständen möglichst gewissenhaft aufgezogen, dabei sind tolle Hunde entstanden. Freue dich daran, aber lass bitte die unqualifizierte Kritik an Rassezuchten.

LG, Liesel

von Frieda am 25. November 2009 13:53
@Liesel: Danke, ich finde deine Postings immer sehr gut. Und gerade bei dem Thema habe ich schon seit längerem auf eine Antwort von dir gewartet (ja, ich weiß du hast viel zu tun). Aber muss dir da einfach zustimmen. Ein Mischlingshervorbringer hat einfach nicht die Voraussetzungen und Kontrollmöglichkeiten, von daher ist es für mich immer falsch. Ein Unfall, kann passieren. Ein geplanter Wurf ist für mich indiskutabel. Und dafür gibt es sehr viele Gründe. Viele hat Liesel angesprochen.

LG Frieda

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