All die ungeliebten Hunde. :: Was sonst nirgends passt

All die ungeliebten Hunde.

von Tina + Flint(YCH) am 01. Juni 2000 01:01

Hallo Attila

Ich habe schon mal einen Hund weggegeben. Ich hatte damals Vater und Sohn, beides Hütehunde. Gestritten haben sie nie, der Alt-Rüde war viel zu dominant. Der Jüngere hat aber mehr und mehr Stresssymtome entwickelt. Er ging dann probehalber zu meinem Bruder und blühte dort förmlich auf. Ohne den (für uns gar nicht klar ersichtlichen) ständigen Druck von seinem Vater, schien der Sohn sich richtig befreit zu fühlen. Ich bin heute noch überzeugt, dass die Entscheidung richtig und für den Hund gut war.

Wenn man einen Hund zu sich nimmt, übernimmt man die Verantwortung für das Tier. In meinen Augen muss diese Verantwortung auch so weit gehen, dass man den Hund an einen anderen, für den Hund besser geeigneten Platz gibt. Die Verantwortung beinhaltet auch, dass man einen kranken Hund einschläfern lässt.
Mit der Abschiebung ins Tierheim, stiehlt man sich aus der Verantwortung. Man schiebt Tier und Verantworung an Drittpersonen ab.

Wenn Hund und Halter nicht zusammenpassen, ist auch das Tier nicht glücklich. Es ist in meinen Augen falsch verstandene Tierliebe, wenn man auf "Biegen und Brechen" zusammen bleibt. Es ist nicht richtig, wenn man aus lauter Stolz nicht zugeben kann, dass man für das Tier vielleicht nicht der richtige Partner ist. Der Hund kann ja nicht einfach ausziehen..., also muss der Besitzer zum Wohl des Tieres entscheiden. Wenn mit Geduld und Bedacht der geeignete Platz gesucht wird, der Hund vielleicht zuerst mal "probehalber", quasi urlaubsmässig, das neue Heim testen kann, nenne ich dies verantwortlich gehandelt.

Ich habe das Glück, dass ich mit Flint den richtigen Kumpel gefunden habe. Es scheint, dass auch Flint mit mir zufrieden ist - "gottseidank"! Flint ist ein "Gebraucht-Hund", hat nicht zum Vorbesitzer gepasst, na und? Manchmal brauchts halt mehr als nur einen Anlauf, bis sich die zwei Richtigen finden...:-))

Gruss
Tina + Flint





von Inge(YCH) am 01. Juni 2000 01:17

Hallo Attila,

also ehrlich, da läuft mir die Galle über! Bisher stand ich eigentlich auf Deiner Seite. Auch wenn ich mir für mich selber kaum eine Situation vorstellen kann, in der ich meine Hunde abgeben würde, würde ich Dich dafür nie verurteilen, denn ich habe mir meine beiden Hunde sehr bewußt und in Ruhe aussuchen können und daher eine ganz andere Ausgangssituation gehabt. Und sicher ist weder Mensch noch Tier damit gedient, wenn letzteres, aus welchen Gründen auch immer, ungeliebt ist. Das Tier spürt dies ganz genau. Dann doch besser in gute(!!!) Hände abgeben!
Aber was Du im Beitrag "All die ungeliebten Hunde" schreibst, schlägt dem Faß den Boden aus!!! Ein Tier abzuschieben, weil es krank, überzüchtet oder langweilig ist, halte ich für eine bodenlose Frechheit, sorry! GERADE ein solches Tier bedarf unserer ganzen Fürsorge! Etwas ganz anderes ist es - und da gebe ich Dir hundertprozentig recht - daß man mit einem solchen Tier niemals züchten sollte! Die MEISTEN Rassen sind doch total überzüchtet und wären ohne Fürsorge des Menschen nicht lebensfähig. Und das nur, weil wir Menschen offensichtlich Freude an mißgebildeten und psychischen Kretins haben. Dafür können aber doch die Hunde nichts! Sind wir es ihnen dann nicht erst recht schuldig, uns um sie zu kümmern??? Dein Beitrag erregt bei mir echt Übelkeit, denn was Du da schreibst, handelt vom Unterschied zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben. So was hatten wir schon mal in diesem Lande!!! Ich fühle mich da auch persönlich angegriffen, weil ich als Folge eines Unfalls vor drei Jahren eine Gehbehinderung zurückbehalten habe, die dafür sorgt, daß aus einer "Sportverrückten" eine ziemlich lahme Ente wurde, mit Deinen Worten "eine Schlaftablette". Soll mich mein Mann, der mich als Sportkameradin kennenlernte, jetzt auch abschieben????? Auch Deinen Superrüden kann einmal eine Krankheit oder ein Unfall lahmlegen. Gibst Du ihn dann auch ab, weil er Dich "langweilt"?
Gut, die Hündin hast Du in einer Notsituation übernommen ohne Chance, das Für und Wider abwägen zu können. Und ich persönlich rechne es Dir hoch an, daß Du sie aufgenommen hast. Und wie gesagt: wenn Du jetzt merkst, daß sie überhaupt nicht zu Dir passt, dann denke ich, kann man Gefühle zum Tier auch nicht auf Biegen und Brechen erzwingen. Es geht mir mit meiner Kritik also nicht um den konkreten Fall, sondern um alles das, was Du im oben zitierten Beitrag als Grund dafür anführst, einen Hund abzugeben bzw. gar nicht erst aufzunehmen. Ausnahmslos alle von Dir dort aufgeführten Gründe finde ich total kaltschnäuzig. Hoffentlich kommst Du niemals in Deinem Leben in die Situation, daß jemand Deine Pflege übernehmen muß, und sei es im Alter - vielleicht schiebt man Dich dann auch ab mit den Worten: "Eh Alter, wenn De nich allein inner Natur überleben kannst, haste hier nix zu suche!"

Stinksaure Grüße Inge

von Tharin(YCH) am 01. Juni 2000 09:53

Ich antworte hier einmal nur auf den Teil, der mich betrifft.

: Hunde, die von Anfang an krank waren und Euch ein Vermögen kosteten?

Ohja! Allerdings kostete es nicht mein Geld, sondern das meiner Eltern.
Allerdings wuerde die nichts anderes schreiben.
Im Alter von 8 Wochen holten wir den Apricot-Pudel ab (kein serioeser
Zuechter, soviel wird noch klar werden).
Gleich zuhause gebadet aufgrund der Unmenge an Floehen und Ungeziefer.
In der ersten Nacht schon Druchfall, Erbrechen.
Am naechsten Tag zum TA: Blutarmut, Wuermer, Floehe ohne Ende,
Darminfektion, lebensbedrohlicher Zustand.
Ab da jeden Tag, spaeter jeden zweiten Tag TA: Aufbaupraeparate,
Diaetfutter, Ungezieferbekaempfung.

Nach ca. 6 Wochen war der Hund dann einigermassen ok.
Was Magen, Darm angeht, blieb er immer anfaellig (oefters mal eine
Gastritis oder Durchfall), ansonsten wurde er recht sportlich bis zu einem Alter von etwa 8 1/2 Jahren.

Er wurde duenner, schlapper: Leberzirose.
Er bekam wieder Behandlung mit Aufbaumitteln etc.
An seinem vorletzten Lebenstag wog er noch ca. 4kg im Gegensatz zu
seinen 9kg Normalgewicht.
Die Wochen zuvor sahen oefters so aus, dass er Spass am gassi gehen hatte, aber den Rueckweg nicht schaffte, also habe ich ihn getragen.
Am letzten Tag hatte ich bis nachmittags Schule. Als ich nach Hause kam,
koennte er weder Laufen, noch sich auch nur hinlegen, wenn er stand - er
hatte gar keine Kraft mehr (am Tag zuvor war er noch rumgehopst).
Also sind wir wieder zum TA, der an diesem Tag auch noch Geburtstag hatte, Gaeste waren schon da. Dort wurde unser Hund eingeschlaefert
- und es kann eienr sagen, was er will, er wusste es.

Du kannst mir glauben, wir haben nicht um das Geld geweint, sondern um
unseren Hund - genau wie ich es jetzt noch tue.

: Nun, ein schlechter Hund ist ein Hund, der auf Grund seiner instabilen
: Gesundheit, seiner geringen Vitalität und seines mangelnden
: Behauptungstriebes nicht in der Lage wäre, in freier Natur zu
: überleben, noch Aufgaben zu erfüllen, die sich ihm im Rahmen seines
: Zusammenlebens mit dem Menschen stellen.

Das umschreibt vllt. fuer dich einen schlechten Hund. Aber du bist nicht
das Mass aller Dinge, daher ist es Unfug, deine Definition als fuer sich
gueltig darstellen zu wollen.
Ansonsten koennen wir mit unseren von Instinktverlust gepraegten
Haushunden sehr froh um deren Instinktverlust und Unvermoegen alleine
zu ueberleben sein, sonst haetten wir verdammt viel mehr Probleme.

: Und sie, die nie richtig Hund sein kann - was wird wohl aus ihr
: werden? Das ist mißverstandene "Humanität", bedenkenlos auf Tiere
: übertragen.

Siehst du dich nur bei Tieren als Hueter der Natuer oder auch bei
Menschen?

: Sie taugen nichts, das ist die Wahrheit.

Dier Berhardiner-Dackel-Mixe aus unsrer Umgebund machten mir nicht den
Eindruck von Taugenichtsen. Allerdings wurde der Dackelpapa auch 19
Jahre - vllt war es ja nur seiner ausgesprochenen Vitalitaet zu verdanken, was?

: Jeder, der einen Hund sein eigen nennt, möchte einen guten Hund haben.
: Einen, der ihm Freude macht.

Wieder ein sehr subjektiver Begriff: Freude!

: Der Hund soll ihm weder Ärgernis noch Last sein.

Zeig mir den Hund, der niemandem eine Last ist; ob der Besitzer das als
Last empfindet ist eine ganz andere Sache.

: Der Hund als Ware im kapitalistischen Wettbewerb, als Statussymbol für
: Neureiche, als Sportgerät für zukurzgekommene Egomane, aber auch als
: verweichlichtes Kunstgeschöpf oder Dauertierarztfall unter dem
: Deckmantel der "Tierliebe" - das kann's ja wohl nicht sein.

Was ist dein Hund?

Tharin

von Juliane mit Emmi(YCH) am 01. Juni 2000 10:05

Hallo Attila,

Du möchtest nicht pauschal abgeurteilt werden und erwartest Verständnis für Deine spezielle Situation.
Und was ist dieses Geschreibsel von Dir? Das gleiche in Grün!
Du schmeisst alle in einen Topf und haust drauf.

Gruss, Juliane

von Miriam(YCH) am 01. Juni 2000 10:18


Hallo Attila,

habe weder deine ursprüngliche Meldung gelesen noch die Antworten dazu, sondern nur dieses statement von dir

Meine Meinung dazu: warum schaffen wir nicht zusätzlich zu den Hunden, die "nichts taugen" auch gleich die Menschen ab, die nichts taugen - da hätte ich gleich nen Vorschlag, mit wem wir anfangen könnten !!!

Schönen Tag noch.

Miriam

von Heike & Labs(YCH) am 01. Juni 2000 13:30

Hallo Attila,

was soll das jetzt?
Dadurch dass Du versuchst die Forenteilnehmer anzuprangern, löst sich doch Dein Problem nicht !

Meine Meinung zu Deinem posting:
würden sich die Menschen VORHER überlegen, WAS sie sich da anschaffen,
gäbe es auch viel weniger ausgesetzte/abgegebene/ungeliebte Hunde.

Du hast eben nicht nachgedacht und jetzt hast Du den "Salat" und musst
schnellstens eine Lösung finden - so oder so !

Um Deine Frage zu beantworten:
Ich jedenfalls habe und werde niemals einen Hund abgeben. Unsere Hunde gehören zur Familie und werden auch geliebt, wenn sie mal krank sind und "teuer" werden. Und die Erziehungsprobleme, die Du aufgeführt hast kann man auch lösen, wenn man denn willig ist, sich mit dem Hund eingehend zu befassen.

etwas verständnislose Grüsse, Heike & Labs

















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