All die blödsinnigen Reaktionen. :: Was sonst nirgends passt

All die blödsinnigen Reaktionen.

von Attila(YCH) am 01. Juni 2000 21:25

Liebe Leute,

da wollte ich nun einmal einen etwas differenzierteren Beitrag schreiben, und was passiert? Er wird nicht richtig gelesen und überhaupt nicht begriffen, es wird geschimpft, Gefühle werden kundgetan, die nichts zur Diskussion beitragen, Fehldeutungen häufen sich.

Es ging mir keineswegs darum, einen Katalog von Gründen aufzustellen, weshalb man Hunde abgeben "darf" oder "soll". Aber die angeführten Gründe werden immer wieder Verwendung finden, wenn Hunde privat vermittelt, ins Tierheim gesteckt oder irgendwo festgebunden werden. Ich halte nichts davon, bei den ersten besten Widrigkeiten seinen Hund abzugeben. Aber es gibt Voraussetzungen, unter denen sich die vielbeschworene "Mensch-Hund-Harmonie" nicht herstellen läßt, der Mensch nicht zum Hund paßt oder der Hund zum Menschen. Dann sollte man über eine Vermittlung des Hundes zumindest nachdenken dürfen. Sie ist dann nämlich keine Freveltat, sondern der bestmögliche Weg. Sollte ich, was meine Hündin angeht, diesen Weg begehen wollen, so werde ich mir viel Zeit lassen, geeignete Halter zu finden; bis dahin bleibt sie bei mir, und wenn sich niemand finden läßt, der mir geeignet scheint - nun, dann sollte es eben so sein.

An dem, was ich sonst schrieb, halte ich unverändert fest. Der Mensch vergeht sich am Lebewesen Hund, auch wenn es ein domestiziertes Tier ist, wenn er nicht die Maßstäbe anlegt, die er der Natur ablesen kann - also lebensschwache, verweichlichte, kränkelnde Kreaturen heranzieht, die nur seiner Eitelkeit und seinem Vergnügen dienen - und, weil es heute modern ist, das Helfersyndrom mancher Zeitgenossen nährt, die sich um das ach so arme Tier nun kümmern dürfen. Unsinn! Wenn er da etwas heranwachsen läßt, hat er die Verantwortung, daß es wohlgerät und kein Leben in Qual führen muß. Was an dieser Haltung "zum Kotzen" sein soll und warum ich keinen Hund halten soll, Sylvia, nur weil ich ein gesundes Tier haben will (das auch mal krank werden kann, genauso wie wir) und keinen degenerierten Modehund, das begreife ich nicht.

Ertst lesen, dann verstehen, dann antworten!

Attila

von Inge(YCH) am 01. Juni 2000 23:38

Hallo Attila

Ich melde mich auch noch einmal zu Wort. Wie auch schon in meiner ersten Antwort gebe ich Dir recht, daß es - ganz ausnahmsweise - gewichtige Gründe geben kann, ein Tier fortzugeben. Und ja, ich gebe Dir hundertprozentig recht, was die künstliche Aufzucht sehr lebensschwacher Welpen angeht oder die Zucht mit körperlich oder seelisch degenerierten Tieren.
ABER: die Gründe, die Du in Deinem Beitrag "All die ungeliebten Hunde" anführst, stehen auf einem ganz anderen Blatt. Da lese ich als Abgabegründe: Hunde, welche die Wohnung zerstören, die aggressiv sind, die nicht alleine bleiben können, die unverbesserliche Streuner sind. Attila, ich bitte Dich: das sind alles Folgen von falscher Erziehung!!! Hier hat der Mensch katastrophal versagt! Ja, ich würde da allerdings zur Abgabe des Hundes raten - um des Hundes willen! Denn bei einem so miserablen Halter hätte er kein hundegerechtes Leben. Also besser zu einem neuen, verständnisvollen Halter!

Weiter nennst Du Hunde, die von Anfang an krank sind. Wie schon oben gesagt, halte auch ich nichts von der Aufzucht SCHWER kranker Welpen, denen es deutlich an Vitalität mangelt. Aber die Betonung liegt auf SCHWER krank. Unsere "Große" litt von Geburt an einem schweren Entropium, mußte bereits im Alter von 9 Wochen an beiden Augen operiert werden. Wir kannten sie von Geburt an und haben uns trotzdem für sie entschieden. Unsere "Kleine" hörte aus nie geklärten Gründen im Alter von 3 Wochen auf zu saugen und mußte über drei Tage zwangsernährt werden. Dann war die Krise überstanden, aber den Entwicklungsrückstand hat sie nie wieder aufgeholt. Sie ist 5 cm kleiner als ihre Schwester und erreicht so gerade eben die vom Standard geforderte Größe. Dennoch: würdest Du beide heute sehen, würdest Du nicht glauben, daß sie einen so schweren Start ins Leben hatten. Beide sind begeisterte Agility-Sportlerinnen, laufen stundenlang neben dem Rad und sind schlicht nicht "totzukriegen". Aber mit keiner von beiden würden wir je züchten (die Große hat wg. des Entropiums sowieso Zuchtverbot), denn was auch immer die Gründe für die Probleme waren - ein Erbdefekt liegt mit ziemlicher Sicherheit vor. Das hat aber nichts, aber auch rein gar nichts damit zu tun, daß wir viel Geld und Mühe darein gesteckt haben, beiden ein hundgerechtes Leben zu ermöglichen, und das haben sie zweifelsohne!

Am schlimmsten aber finde ich, daß Du es für einen Abgabegrund hälst, wenn ein Hund nur schläfrig herumliegt und einen langweilt! Und damit nimmst Du ja wohl auch ganz deutlich Bezug zu Deiner "Problemhündin". Hast Du Dir mal über zwei Dinge Gedanken gemacht: 1. müssen Hunde das Spielen LERNEN; wenn als Welpe nie mit ihnen gespielt wurde, tun sie es später auch kaum. 2. kann die Bewegungsunlust Deiner Hündin sehr wohl auf ihre Gelenkprobleme zurückzuführen sein; vermutlich hat sie ganz einfach Schmerzen. Wenn Deine Hündin Dich langweilt, weil sie nicht spielen will und keinen Bock auf viel Bewegung hat, so liegen die Gründe vermutlich hierin. Aber selbst wenn nicht: Charaktere sind nun mal sehr verschieden, nicht nur bei Menschen, auch bei Hunden. Du kannst nie wissen, ob der Hund, den Du Dir aussuchst, als Erwachsener wirklich zu Dir passt, auch wenn Du Dir alle Mühe gibst. Das ist genauso wie mit Kindern. Würdest Du die auch weggeben, wenn z. B. Dein Sohn nicht Dein Interesse an Fußball teilt oder am Hundesport, sondern statt dessen lieber Geige spielt und Gedichte liest? In Deinen Augen wäre das ja dann wohl auch eine "Schlaftablette". Manch einer, der einen Wirbelwind von Hund sein eigen nennt, wäre froh, so einen ruhigen Hund wie Deine Hündin zu haben. Mit anderen Worten: ob mich ein Hund langweilt oder nicht, hat wohl in erster Linie etwas mit mir selber und meiner Einstellung zur Persönlichkeit anderer - auch eines Tieres - zu tun! Wer nur das liebt, was hunderprozentig seinen Vorstellungen entspricht, ist unfähig zu lieben!!!

Gruß Inge

von Sarah und Yorick(YCH) am 01. Juni 2000 23:23

Ich habe dein Problem verstanden und ich habe kein Problem mit
deiner Einstellung. Du magst Hunde, du liebst deinen Rüden, du
hast eine Hündin aufgenommen, weil's eben im Moment nicht anders
ging und jetzt merkst du, dass weder dein Rüde, noch die Hündin,
noch du mit der gegenwärtigen Situation zufrieden sind.
Folglich suchst du nach einer Lösung und zwar nicht, weil du
Hunde als Wegwerfartikel betrachtest und die Hündin einfach los-
werden willst, weil sie zuviel kostet...sondern weil du für alle
deine Hunde und für dich eine gute Lösung finden willst.
Ich finde deine Einstellung o.k. und fair, auch den Tieren gegen-
über und wer das nicht verstehen kann, der soll mir erklären,
warum es gut sein soll, die Hündin zu behalten, wenn der Rüde sich
dann langweilt und du ein schlechtes Gewissen hast, weil du nicht
beiden Hunden gerecht werden kannst.

Es gibt eben Leute hier, für die ein "Weggeben" rein prinzipiell
nicht in Frage kommt, ganz egal wie der Fall liegt. Dabei ist die
Abgabe eines Tieres nicht von vornherein einfach schlecht, sondern
in manchen Fällen sogar besser für alle beteiligten.

Du hättest das mit den Kosten nicht sagen sollen...und du hast dir
mit deinen Wolfshund-Fragen ein Rambo-Schutzhündeler-Image zugelegt...smiling smiley
Und das vertragen einige Leute hier nicht.

Einige Beiträge an dich waren nicht nur oberflächlich und
unqualifiziert, sondern richtig fies und einfach nur doof.
Im übrigen ist das Prinzip des Hund-Niemals-Abgebens eine falsche Auslegung dessen was ich unter Tierliebe verstehe.

Sarah

von Inge(YCH) am 02. Juni 2000 00:24

Hallo Sarah,

ich habe zu Beginn genauso über die Sache gedacht wie Du. Der Kragen ist mir erst geplatzt, als Attila den Beitrag "All die ungeliebten Hunde" ins Forum gestellt hat. Du kannst sagen, was Du willst: darin stellt Attila ganz klar die Behauptung auf, daß ein Hund es nicht verdient hat, bei seinem Halter zu bleiben, wenn er unerzogen, krank oder "langweilig"(!!!) ist. Lies Dir den entsprechenden Absatz noch einmal ganz genau durch! Es geht also nicht um den konkreten Fall, daß Attila erkennt, daß seine Hündin nicht zu ihm und seinem Rüden passt. Genau wie Du sehe ich, daß hier in einer Notsituation spontan entschieden wurde, und wenn sich jetzt herausstellt, daß die Entscheidung falsch war, hat Attila selbstverständlich das Recht, sie zu korrigieren - auch und gerade im Sinne der Hündin. Nein, es geht darum, daß Attila Hunden, die nicht 100%ig seinen Ansprüchen genügen, GRUNDSÄTZLICH ein Bleibe- oder gar Lebensrecht abspricht. Und damit meine ich nicht die durch falsch verstandene Tierliebe künstlich aufgepäppelten, kaum lebensfähigen Welpen (in der Bezeihung gebe ich ihm sogar recht),nein - ich meine die von Attila aufgeführten unerzogenen und langweiligen Tiere! Das ist schon ganz schön starker Tobak!

Gruß Inge

von Sarah und Yorick(YCH) am 02. Juni 2000 03:11

Ich glaube nicht, dass Attila einen Hund abgeben würde, für den
er sich bewusst entschieden hat...ich denke vielmehr, dass der
von dir angesprochene Artikel etwas ungeschickt nach Argumenten
sucht, die den Forumsmop überzeugen können...es war schliesslich
eine hitzige Debatte.
Es geht mir ja auch nicht darum, mich hinter Attila zu stellen.
Ich denke nur, dass dieser zweite Artikel lediglich zeigen
soll, dass es Situationen gibt, in denen der Hundehalter unzufrieden
mit seinem Hund ist und ihn deswegen abgibt, weil der Hund ihn nicht
befriedigt und er den Hund nicht befriedigen kann.
Ich glaube, seine Überlegung ist:"Wenn ich meinen Hund nicht mag,
ist es dann nicht besser, ihn weg zu geben?" und dass Problem hier
ist, dass es für viele gar nicht in Frage kommt, einen Hund nicht
zu mögen.

Sarah



Sarah

von Franzi+Wonda+Chili(YCH) am 02. Juni 2000 08:15

: Hallo Inge!
:
Du kannst sagen, was Du willst: darin stellt Attila ganz klar die Behauptung auf, daß ein Hund es nicht verdient hat, bei seinem Halter zu bleiben, wenn er unerzogen, krank oder "langweilig"(!!!) ist. Lies Dir den entsprechenden Absatz noch einmal ganz genau durch!

Wo hast Du DAS denn gelesen?! Oder wolltest Du das darin erkennen?

Nein, es geht darum, daß Attila Hunden, die nicht 100%ig seinen Ansprüchen genügen, GRUNDSÄTZLICH ein Bleibe- oder gar Lebensrecht abspricht. Und damit meine ich nicht die durch falsch verstandene Tierliebe künstlich aufgepäppelten, kaum lebensfähigen Welpen (in der Bezeihung gebe ich ihm sogar recht),nein - ich meine die von Attila aufgeführten unerzogenen und langweiligen Tiere! Das ist schon ganz schön starker Tobak!

Du must da ein anderes Posting gelesen haben als ich! Es gibt einfach Situationen, da passen Hund und Halter nicht zusammen. Die Erkenntnis ist bitter, aber man sollte ihr Rechnung tragen und eine Lösung finden. Ich kenne viele unpassende Teams, aber aus "Tierliebe" wird das Tier dann 14 Jahre oder länger mit herumgezerrt, permanent unzufrieden, das Tier unterbeschäftigt oder überfordert, je nach Situation. Und warum - weil MAN SEINEN HUND NICHT WEGGIBT! Ich stand auch schon mal kurz vor der Situation, ob ich meine Wonda weggebe oder nicht. Wenn mein Mann nicht so hartnäckig gewesen wäre, wäre sie längst fort. Weil es bei uns aber keine unlösbaren Gegensätze waren, ist sie noch da, aber ich sage ganz offen, daß ich mir so einen Hund nicht wieder zulegen würde. Auch wenn Ihr mich jetzt steinigt - zufrieden bin ich mit dem Hund nicht, aber da ich weiß, daß sie es bei uns gut hat und wenigstens noch einigermaßen artgerecht gehalten wird und ich echt nicht wüßte, an wen ich einen nichtziehenden, schwer zu anderen Tätigkeiten zu motivierenden, relativ unnahbaren Schlittenhund geben sollte UND meine restliche Familie sehr an dem Hund hängt, versuche ich mein Bestes, dem Hund gerecht zu werden. Und ich gebe offen zu: Wenn Wonda mal nicht mehr ist, dann werde ich sicher traurig sein, aber ganz sicher auch nicht untröstlich. Scheiße für den Hund, aber so ist es nun mal.

Es ist völlig okay, wenn Attila den Hund damals aus einer Notsituation heraus genommen hat, aber es ist auch okay, wenn er jetzt feststellt, daß es so nicht mehr geht. Er schmeißt den Hund ja nicht einfach ins Tierheim, sondern fragt sogar erstmal nach, was er denn machen soll. Ihm da Verantwortungslosigkeit zu unterstellen, ist echt fies.

Ciao, Franziska und die Hunde

Gruß Franziska

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