Darstellung in den Medien (Experiment) :: Was sonst nirgends passt

Darstellung in den Medien (Experiment)

von Morgaine(YCH) am 09. Januar 1999 23:53

: Hallo
:
: Das oeffentliche Interesse verschwindet sehr wohl, denn wenn es so stark waere, dann haetten wir in mehreren Staedten Maulkorbzwaenge fuer Kampfhunde.

Ich denke, dem ist nicht so, da es gott sei dank auch leute gibt, die versuchen,den Behörden klarzumachen, daß derartige Verordnungen aus keinem Grund haltbar, oder irgendwie zu begründen sind. die Leute (zumindest hier in der gegend sind derartig aufgehetzt, daß sie im prinzip jeden etwas größeren hund als Kampfhund bezeichnen. Und daß man sich schon fleißig in Kampfhundeverordnungen übt, sieht man ja an vielen Beispielen.

Die reisserisch aufgemachten Publikationen sorgen hoechstens fuer mehr verkaufte Zeitungen, aber den einzelnen interessiert es so lange nicht besonders bis der eigene Hund oder was auch immer angegriffen wird.

Habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht.

: Ich denke, dass man "oeffentliches Interesse" eher mit "Auflagensteigerung " in diesem Zusammenhang gleichsetzen sollte, als mit der wirklichen Meinung ...

oder besser Vorurteil

...der Leute.
:
Bis dann

Morgaine

von Briard-Jutta(YCH) am 11. Januar 1999 07:29

Lieber Burkhard,

ich habe vor einigen Jahren als Redakteurin bei einem privaten Rundfunksender gearbeitet. Wir wurden von der Redaktionsleitung regelrecht darauf gehetzt, Vorfälle wie diesen aufzuspüren und entsprechend "aufzubereiten". Da ich dazu nicht bereit war, sondern die Hintergründe recherchiert und damit den "Gegenpol" geschaffen habe, bekam ich dann mit, wessen Gedanken hinter dieser Meldungspolitik standen:

Einige Stadträte, die sich politisch profilieren wollten, hatten den Hunden im Allgemeinen und den großen Hunden im Besonderen den Krieg erklärt. Der Sender wurde zunächst mit Versprechungen geködert und nach meinen Beiträgen mit Repressionen bedroht - beides mit Erfolg.

Ein Tip an alle: Schaut Euch doch ab und zu mal an, wer in den Aufsichtsgremien der Medien das Sagen hat...

Liebe Grüße,
Jutta (die nicht mehr beim Radio arbeitet)

von Burkhard Redeker(YCH) am 11. Januar 1999 07:48

Hallo Jutta,

: ich habe vor einigen Jahren als Redakteurin bei einem privaten Rundfunksender gearbeitet.
: Wir wurden von der Redaktionsleitung regelrecht darauf gehetzt, Vorfälle wie diesen aufzuspüren
: und entsprechend "aufzubereiten". Da ich dazu nicht bereit war, sondern die Hintergründe recherchiert
: und damit den "Gegenpol" geschaffen habe, bekam ich dann mit, wessen Gedanken hinter dieser Meldungspolitik standen

das ist ja echt interessant, endlich mal jemand, der (sorry die ;-) authentisch diese "hysterisierung" aus
eigener Anschauung beschreiben kann. Irgendwie habe ich mir das auch genauso vorgestellt. Die ersten wirklich
drastischen (persoenlichen) Angriffe auf meine Bulli's (wobei Zuhaelterhund noch zu den harmlosen Titeln gehoerte),
kamen so gegen .19987 auf, zufaellig ganau mit dem teils sehr aggressiven Start einiger Privatsender in den E-Medien Markt.
Anerkennung fuer Deine differenzierte Sicht der Dinge und Deinen Mut!

: Einige Stadträte, die sich politisch profilieren wollten, hatten den Hunden im Allgemeinen und den großen Hunden
: im Besonderen den Krieg erklärt. Der Sender wurde zunächst mit Versprechungen geködert und nach meinen Beiträgen mit
: Repressionen bedroht - beides mit Erfolg.

Was glaubst Du, wie wird das weitergehen? Wenn die Kampfhundefrage einer Endloesung zugefuehrt wurde ("Ausrottung"winking smiley, werden
die Profilierungsneurotiker dann Ruhe geben? Oder wird dieser "Krieg gegen Hunde im Allgemeinen und große Hunde im Besonderen"
dann unter anderen Vorzeichen fortgesetzt?

Ciao Burkhard


von Andreas(YCH) am 13. Januar 1999 20:59

: Hallo Petra,

ich weiß nicht warum Du das so siehst. Wir haben bereits eine ganze Reihe Gefahrhundeverordnungen und diejenigen, die von den exorbitanten Kampfhundesteuern betroffen sind, werden wohl auch kaum bestätigen, daß die Sache niemanden interessiert.
Beruhigen tut sich keineswegs etwas, vielmehr gehen immer Städte und Gemeinden dazu über, Verordnungen und Listen angeblich gefährlicher Hunde von anderen Städtenb zu übernehmen, ohne sich selbst inhaltich mit der Thematik auseinanderzusetzen.
In Frankreich ist man beispielsweise bereits einen Schritt "weiter" und verordnet für bestimmte Hunderassen Sterilisationen, um die weitere Fortpflanzung und Verbreitung der Tiere zu verhindern.
Du kannst Dich auch gerne einmal mit dem entsprechenden gesetzgeberischen Vorgehen in anderen Ländern beschäftigen und dessen Auswirkungen auf das Verreisen mit dem Hund beschäftigen, was Dir vielleicht auch vor Augen führen wird, woher im Moment der Wind weht.

Auch in mietrechtlichen Prozessen um die Zulässigkeit der Haltung von Hunden wirkt sich die nachhaltige Präsentation in den Medien durchaus negativ aus.
Daß noch nicht alle Hunde einen Maulkorb tragen müssen ist ist ja wohl kein Argument, oder?

Gruß, Andreas

von Andreas(YCH) am 13. Januar 1999 21:09

: Hallo Burkard,

ich denke nicht, daß sich Halter andere Hunderassen so sicher sein und sich damit beruhigen dürfen, daß "nur" die Halter von Kampfhunden betroffensind.
Ich denke hier ist nur der Anfang gemacht und der Boden bereitet für weitere Auflagen jegliche Art von Hunden betreffend.
Laut Statistik des Deutschen Städtetages liegen unter allen Rassehunden betreffend die Anzahl der gemeldeten Vorfälle die Schäferhunde mit weitem Abstand vor allen anderen Hunden. Wer weiß wer als nächstes auf die Idee kommt, sich diese Rasse als Objekt eine Gefahrhundeverordnung auszusuchen? Hier ist wahrscheinlich nur der Name als "Deutscher" Schäferhund und der liebe TV-Kommissar Rex vor.
ES tut not, daß jeder Betroffene sich juristisch gegen derartige Gefahrhundeverordnungen zur Wehr setzt, die auf das Tier und nicht die Eigenschaften des Halters abzielen.

Gruß, Anndreas

von Andreas(YCH) am 13. Januar 1999 21:27

: Leider hatte ich noch etwas vergessen:

Es hat leider damit zu tun, daß Dein Hund von einem "Ptbull" getötet" wurde unhd Du deswegen beim Thema "Kampfhund" nach eigenen Worten vorbelastet bist.
Ich habe selbst eine Rhodesian Ridgeback Hündin. Diese werden z. B in Bayern und Brandeburg als in der dortigen "Gefahrhundeverordnung" geführt, was aus kynologsicher Sicht genauso ein Blödsinn ist wie der Begriff "Kampfhund" selbst.
Erkläre mir doch bitte mal, welche Rasse ein "Pitbull" sein soll, gibt es nämlich gar nicht.
Ist Dir bekannt, daß die meisten den Städten und Gemeinden gemeldeten Vorfälle mit Mischlingen und dann mit Schäferhunden passiert sind?
"Meine" Hunderasse bringt es in 5 Jahren bundesweit gerade mal auf 8 Meldungen wegen Lärmens und gefährlichen Verhaltens. Wie viele davon begründet waren, entzieht sich jeglicher Kenntnis.
Dennoch erfolgte eine Einteilung als "Kampfhund" in Bayern und Brandenburg. Was sagst Du zu sso einem Blödsinn.
Wie wäre Deine Haltung, wenn Dein Hund von einem Schäferhund, Rottweiler oder Mischling angegriffen worden wäre: die jeweilieg Hudnerasse bzw. alle HUnde ab einer bestimmten Größe, oder Gewicht oder was weiß ich "verbieten"?
Mir ist das Problem hinsichtlich bestimmter Hunde durchaus bewußt, allerdings sollte man wohl bei den Besitzern ansetzen und nicht pauschal bei den Tieren.
Schreib mal Deine eigenen Gedanken, was passieren sollte.

Gruß, Andreas

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