Artikel aus dem Spiegel,letzte Ausgabe ! :: Was sonst nirgends passt

Artikel aus dem Spiegel,letzte Ausgabe !

von Wolf Peter(YCH) am 09. Februar 1999 14:35

Hallo !

Ein Beitrag zu den Kampfhunden vom Spiegel !

HAUSTIERE

Gesetze gegen Beißteufel

Mehrere europäische Länder verbieten den Erwerb von Kampfhunden.

Für Francisco Hiraldo, 4, kam jede Hilfe zu spät. Mit anderen Kindern hatte der kleine Junge im
Garten der Eltern gespielt, als ein Pitbull wie eine Rakete über den Zaun schoß. Das Tier sprang
seinem Opfer "direkt an die Gurgel und zerfleischte es", so Zeugen.

Die grausame Attacke, die sich vorletzte Woche auf der Sonneninsel Mallorca ereignete, hat
erneut für Diskussion gesorgt. Pitbulls und Bullterrier seien "pervertierte Lebewesen", formulierte
bereits Anfang der neunziger Jahre der damalige nordrhein-westfälische Innenminister Herbert
Schnoor.

Doch nichts geschah. Weit über 100 000 Kampfhunde tummeln sich mittlerweile in Europa.
Angriffslustig und furios agieren sie in den Großstädten nach den Gesetzen des Dschungels.

Hals, Gurgel, Augen ­ vor allem die Art und Weise, wie die Tiere ihre Opfer anfallen, ruft Entrüstung
hervor. Im letzten Jahr zwickte ein Hund einem Badegast in Brandenburg in die Genitalien. Der
Brite Frank Tempest verlor, nach einer 45minütigen Beißorgie, Nase und Lippen. In Nied (Hessen)
ließ sich ein American Staffordshire erst im Kugelhagel einer eilig herbeigeholten Maschinenpistole
von der Polizei stoppen. Der Halter war betrunken.

Angesichts solcher Metzeleien rüstet die Politik nun europaweit zur Gegenwehr. Kurz vor
Weihnachten verabschiedete die Nationalversammlung in Paris ein Gesetz zum Ausrotten von
Pitbulls. Aufzucht, Handel und Weitergabe werden untersagt. Besonders gefährliche Tiere sind
sofort zeugungsunfähig zu machen.

Holland ist schon weiter. Pitbulls sind dort bereits verboten. Jetzt will die Regierung in Den Haag
auch die Rassen Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino und Mastinos auf die rote
Liste setzen.

Auch in Deutschland geht es den stämmigen Wüterichen ans Leder ­ auf Länderebene. Bayern
und Baden-Württemberg haben strenge Hundeführerscheine eingeführt (der Halter muß
mindestens 18 Jahre alt und darf nicht vorbestraft sein). Frankfurt am Main verlangt seit dem 1.
Januar eine "Kampfhundesteuer" von 1800 Mark.

Brandenburg hat sich noch mehr zugetraut. Dort gelten seit dem Dezember .19.1998 insgesamt 14
Rassen als gefährlich, darunter auch träge Faulenzer wie die riesenhafte Bordeaux-Dogge und der
hochaggressive ­ japanische Tosa Inu, von dem nur fünf Exemplare in Deutschland leben.

Berlin hat die Verordnung übernommen ­ und will sie noch weiter verschärfen. Umweltsenator
Peter Strieder (SPD) schlägt vor, alle Kampfhunde von öffentlichen Straßen, Parks und
Spielplätzen zu verbannen. Bei Zuwiderhandlungen solle der Besitzer enteignet werden. Der
Politiker denkt dabei an eine ähnliche Regelung wie beim unerlaubten Waffenbesitz. "Es ist
vollkommen legitim, dieses Unwesen zu bekämpfen", sagt Helmut Mohl vom Deutschen Städtetag.

Einige Veterinäre halten die drakonischen Vorschriften für falsch. Nicht der Hund sei bösartig,
sondern sein Besitzer, meint die Kieler Tiermedizinerin Dorit Feddersen-Petersen. Sie plädiert für
ein Verbot der "Aggressionszucht", jener perversen Zwingburgen, in denen Züchter die Tiere durch
Quälkuren in vierbeinige Monstren verwandeln.

Die Ausrottungsfraktion hält mit guten Argumenten dagegen. Stammvater der meisten
Kampfhunderassen ist der Bulldog. Dieses Tier ­ vorstehendes Maul, tiefhängende Lefzen ­ wurde
im 15. Jahrhundert für eine blutrünstige Volksbelustigung gezüchtet, das "Bullenbeißen". Beim
Kampf gegen die schweren Rinder zeichnete sich der Hund durch ungehemmte Attacken aus. Er
verbiß sich in der Nase der Huftiere.

Im 18. Jahrhundert wurde der Kraftprotz mit Terrierrassen gekreuzt. Es entstand der Pitbull, ein
Beißteufel in Kleinversion für die Hundekampfarenen ("Pits"winking smiley auf der britischen Insel. Durch
gezielte Selektion gelang es, die Aggressivität einiger dieser Rasselinien bis ins Pathologische zu
steigern.

Entsprechend verkorkst ist der Gen-Pool mancher Kampfhunde. Selbst bei guter Haltung kann die
bösartige Erblast jäh hervorbrechen. Beispiel Uckermark: Dort fielen im letzten Mai zwei Pitbulls
über ein kleines Mädchen her.

Als die Besitzerin dazwischenging, wendeten sich die Tiere gegen das eigene Frauchen und
zerfleischten es.

DER SPIEGEL 6/.19999

Ciao Wolf Peter

von Ana(YCH) am 09. Februar 1999 15:58

Dieser ganze Artikel ist einfach nur pervers. Ab und zu hab ich mir bisher ja einen "Spiegel" geholt, aber hiernach... Nein danke!!

: Berlin hat die Verordnung übernommen ­ und will sie noch weiter verschärfen. Umweltsenator
: Peter Strieder (SPD) schlägt vor, alle Kampfhunde von öffentlichen Straßen, Parks und
: Spielplätzen zu verbannen. Bei Zuwiderhandlungen solle der Besitzer enteignet werden. Der
: Politiker denkt dabei an eine ähnliche Regelung wie beim unerlaubten Waffenbesitz. "Es ist
: vollkommen legitim, dieses Unwesen zu bekämpfen", sagt Helmut Mohl vom Deutschen Städtetag.

Das ist ja interessant. Hat nicht der Deutsche Städtetag eine Studie in Auftrag gegeben, bei der herauskam, daß die sog. Kampfhunde in der Beißstatistik gar nicht oben stehen? Das ist doch widersprüchlich ohne Ende!

Völlig genervt

Ana

von Eva(YCH) am 09. Februar 1999 22:40

Was soll man dazu noch sagen. Alle Statistiken, die ich bisher in die Hönde bekommen habe, sprechen gegen die Behauptung, "Kampfhunde" würden die meisten Bißverletzungen verursachen. Aber irgendeinen Aufhänger, um Stimmung zu machen, brauchen wohl sowohl Politiker und Presse. Bei uns im ländlichen Hessischen Raum hält sich diese Stimmungsmache sehr in Grenzen, keine Rede von Kampfhundesteuer und bösartigen und unwissenden Zeitungsartikeln. Die Frage ist nur, wie lange das noch dauern wird, nach solchen Artikeln. Man kann nichts dagegen machen, aber aufregen tut es mich doch immer wieder, vor allem, weil es sich in den seltensten Fällen wirklich um Pitbulls handelt. Hört sich aber gut an...
Tschüß, und hilflose Grüße,Eva und Rio (die gerne mit ihrem Bulli-Freund spielt)

von Franziska und Ganda(YCH) am 09. Februar 1999 23:12

Hallo Wolf-Peter,

ich werde diesmal nichts ausfallendes sagen, nur eine kleine Korrektur, einer Stelle des Artikels (schreiben Zeitschriften immer die Wahrheit?).
:
: Berlin hat die Verordnung übernommen ­ und will sie noch weiter verschärfen.

Dies ist nicht wahr. In der Berliner Hundeverordnung werden bisher noch keine bestimmten Rassen aufgezählt, wie in der brandenburger Verordnung. Die Berliner ist im Moment noch wesentlich lockerer (auch wenn diverse zeitungen aus irgendwelchen Motiven heraus etwas anderes behaupten). Das weiß ich hundertprozentig.

Bis dann

Franziska und Ganda

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