Gewöhnung ans Kämmen :: Was sonst nirgends passt

Gewöhnung ans Kämmen

von Veronika(YCH) am 06. März 1999 16:11

Hallo Ana,

Dein Problem kommt mir bekannt vor. Bei Wicki kann es eigentlich auch nicht weh tun - außer am Bart. Und trotzdem hat sie sich von klein auf angestellt...
Ich denke mal, daß das daran liegt, wenn ein Hund zu spät an das Bürsten gewöhnt wird.
Ich habe alle möglichen Mittel versucht. Ich habe verschiedene Bürsten daheim liegen und auch so einen doofen Handschuh mit Noppen dran. Nach dem versuchte sie zu schnappen, ich kam nicht einmal in die Nähe des Fells.
Sie schnappte auch nach der Bürste, nach dem Kamm, nach meiner Hand - wie Krümel auch.
Jetzt muß ich ja eigentlich ihren Bart öfter kämmen - ich mache es allerdings so selten wie möglich. Sie hält sich jetzt auch ruhiger, weil: Wenn sie anfängt unruhig zu werden oder das Maul aufzumachen, dann schaue ich ihr ganz fest in die Augen und knurre ein ganz klein bisschen - also wirklich ganz leise und auch nicht jedesmal. Dann schaut sie immer ganz eingeschüchtert weg und ich kann weiter kämmen. Immer wenn sie Anstalten macht, nach dem Kamm zu schnappen oder ähnliches, dann starre ich sie an. Das hilft!!!

Schöne Grüße

Veronika

von Sabine & Kiri(YCH) am 07. März 1999 13:06

Hallo Ana,

im letzten Sommer hatte meine Kiri Welpen. Ich habe oft beobachtet, wie sie mit den Kleinen umgeht, um Anregungen für die Erziehung zu bekommen. Sie muss natürlich diverse Pflegemaßnahmen durchführen. Vergleichbar mit dem Kämmen ist die Zungenmassage des Welpenbäuchleins, um die Verdauung in Gang zu bringen, sowie die komplette Reinigung des Welpen.

Die Welpen sind davon nicht durchweg begeistert, nach der vegetativen Phase versuchen sie den Pflegebemühungen der Mutterhündin oft zu entkommen. Wie reagiert die Mutter darauf?

Meine Beobachtung: Sie schimpft nicht, knurrt nicht, nichts derartiges. Sie schüttelt natürlich die Kleinen auch nicht am Nackenfell (weil sie das überhaupt nie tut), greift ihnen auch nicht über den Fang (das ist die einzige "strafende" Erziehungsmaßnahme, die während der ganzen Aufzucht zu beobachten war). Wenn die Kleinen sich immer wieder wegwinden, dann schupst sie sie mit der Nase wieder um. Manchmal recht unsanft. Hält der Welpe immer noch nicht ruhig, dann legt sie die Pfote auf ihn drauf, um ihn festzuhalten. Auch das nicht immer sehr sanft. So 'ne Pfote sieht ganz schön riesig und tapsig aus, wenn sie herzhaft auf einen winzigen Welpen gepatscht wird. Die Kleinen haben dann keine Chance mehr, der mütterlichen Zunge zu entkommen. Sie nehmen ihr das aber nicht übel und sind nach wie vor begeistert von ihrer Mama, die bei der Reinigungsprozedur ganz ruhig ihre Arbeit gemacht hat.

Vielleicht kannst Du mit derselben Sicherheit Deine Pflegemaßnahme durchführen, indem Du Krümel daran hinderst, sich zu entziehen. So fest halten, dass sie nicht weg kann, ohne unnötig grob zu werden. Wenn sie um sich beißt, den Fang zuhalten, wenn's sein muss, ihren Kopf dabei gegen Deinen Körper drücken. Anfangs brauchst Du vielleicht eine Hilfsperson zum Festhalten.

Du hast möglicherweise andere Ideen, wie Du das Verhalten einer Mutterhündin auf Deine Situation übertragen kannst. Ich denke, es ist wichtig für Krümel zu spüren, dass Du nicht bereit bist, über das Kämmen zu diskutieren, und dass Du keinen Protest akzeptierst. Dann fügt sie sich nach eine paar Wiederholungen in das Unvermeidliche; anschließend kannst Du ein lustiges Spiel veranstalten, alle Repressalien sind vergessen, und Kämmen ist bald etwas Alltägliches und kein besonderes Thema mehr.

Auf diese Art klappt bei uns jede Hundepflege, selbst Zahnstein abkratzen kann ich alleine (außer bei den hinteren Zähnen, weil ich nicht genug Hände habe, um Fang aufzuhalten, Lefzen zurückzuziehen, Zunge wegzuhalten und gleichzeitig zu kratzen).

Gehst Du mit dieser Selbstverständlichkeit an die Sache heran? Dann habe ich Dich wirklich gründlich missverstanden, und mir fällt nix Gescheites ein, was Euch helfen könnte.

Alles Gute

Sabine

von Briard-Jutta(YCH) am 07. März 1999 15:58

Liebe Ana,

ich vermute mal stark, daß Krümel in der Zeit vor dem Geschorenwerden hervorragende Erfahrungen damit gemacht hat, sich durch Schnappen etc. dagegen zu wehren. Was sollte sie also für einen Grund haben, jetzt nur deswegen damit aufzuhören, weil es nicht mehr ziept? Die anderen unangenehmen Begleiterscheinungen (still liegen bleiben, sich überall anfassen lassen...) sind ja geblieben. Ich denke, Krümels Abwehr resultiert weniger aus der Angst vor dem Ziepen, als aus mangelnder Unterordnungsbereitschaft. Aus diesem Grund würde ich die "Kämmorgien" nicht ausschließlich darauf aufbauen, es Madame Krümel so bequem und angenehm wie möglich zu machen, sondern schlicht und ergreifend darauf bestehen, daß sie sich die Kämmerei zu gefallen lassen hat. Punkt.

Im Augenblick "erzieht" Krümel Dich, indem sie abschnappt. Sie mit Kauspielzeug etc. zu beschäftigen, wird, meiner Einschätzung nach, bestenfalls einen gewissen Aufschub von Krümels Abwehr erreichen, aber das Problem nicht lösen. Ich würde also eher vorschlagen, ihr klar zu machen, daß Kämmen genauso zum Leben gehört, wie gewisse andere Dinge auch. Bedeutet konkret: Krümel kriegt das Kommando zum Hinlegen und lernt neu das Kommandi "Kämmen". Dann "bearbeitest" Du langsam und ruhig (vielleicht mit einem der vorgeschlagenen Geräte) vom Kopf bis zu den Pfoten eine Seite. Liegt sie ruhig, wird sie sanft gelobt. Zappelt sie oder schnappt sie ab, wird sie mit einem energischen "Nein!" (oder was immer Du sagen willst) zurechtgewiesen. Beim Abschnappen würde ich das mit einem Schnauzengriff unterstützen, der möglichst blitzartig erfolgen sollte. Wenn Krümel sehr zappelt, könntet Ihr anfangs vielleicht zu zweit arbeiten, wobei einer sich darauf konzentriert, Krümel zum Stilliegen zu bringen und der andere kämmt. Die erste Einheit braucht nur zwei bis drei Minuten zu dauern, viel Fell zum Kämmen ist ja grade nicht da. Danach darf sie aufstehen und wird gelobt. Sie sollte allerdings nicht gerade dann entlassen werden, wenn sie Theater macht. Nach ein paar Minuten ist die andere Seite dran. Wenn Du das jeden Tag machst und ihr ab sofort kein Theater mehr durchgehen läßt, wird sie sich dreinfügen, auch wenn sie es vermutlich nicht lieben wird.

Liebe Grüße,
Jutta, die bei zwei großen Langhaarmonstern unbedingt kämmen können muß

von Ana(YCH) am 07. März 1999 17:09

Hallo Sabine!

: Wenn die Kleinen sich immer wieder wegwinden, dann schupst sie sie mit der Nase wieder um. Manchmal recht unsanft. Hält der Welpe immer noch nicht ruhig, dann legt sie die Pfote auf ihn drauf, um ihn festzuhalten. Auch das nicht immer sehr sanft. So 'ne Pfote sieht ganz schön riesig und tapsig aus, wenn sie herzhaft auf einen winzigen Welpen gepatscht wird. Die Kleinen haben dann keine Chance mehr, der mütterlichen Zunge zu entkommen. Sie nehmen ihr das aber nicht übel und sind nach wie vor begeistert von ihrer Mama, die bei der Reinigungsprozedur ganz ruhig ihre Arbeit gemacht hat.

Genauso hat sich die Züchterin bei Krümels Schur verhalten und mit Deinen Erklärungen ist es mir jetzt klargeworden, daß das nicht einfach „hart“ ist, sondern natürlich. Ich bin manchmal ganz schön zusammen gezuckt, so wie sie sie zurecht gewiesen hat.

: Gehst Du mit dieser Selbstverständlichkeit an die Sache heran? Dann habe ich Dich wirklich gründlich missverstanden, und mir fällt nix Gescheites ein, was Euch helfen könnte.

Nein, so selbstverständlich dann doch noch nicht. Aber ich werde mich bessern, versprochen. Schließlich soll Krümel nicht ihr ganzes Leben als Nackthund rumlaufen müssen. yawning smiley))

Liebe Grüße
Ana & Krümel (die noch gar nicht ahnt, was ihr da in Zukunft bevorsteht)

von Ana(YCH) am 07. März 1999 17:10

Hallo Jutta!

: ich vermute mal stark, daß Krümel in der Zeit vor dem Geschorenwerden hervorragende Erfahrungen damit gemacht hat, sich durch Schnappen etc. dagegen zu wehren. Was sollte sie also für einen Grund haben, jetzt nur deswegen damit aufzuhören, weil es nicht mehr ziept? Die anderen unangenehmen Begleiterscheinungen (still liegen bleiben, sich überall anfassen lassen...) sind ja geblieben.

Da hast Du sicher nicht ganz unrecht. Mir ist jetzt (nachdem sie geschoren ist), wo ich nur Freddy mit dem Kamm bearbeite, aufgefallen, daß ich bei ihr irgendwie Skrupel hatte, sie genauso „hart“ anzufassen wie ihn (mit „hart“ meine ich, daß ich ihn scharf zurechtweise, wenn er mal versucht, beim Kämmen rumzuzicken). Das wird sich jetzt mit Sicherheit ändern.

: Im Augenblick "erzieht" Krümel Dich, indem sie abschnappt. Sie mit Kauspielzeug etc. zu beschäftigen, wird, meiner Einschätzung nach, bestenfalls einen gewissen Aufschub von Krümels Abwehr erreichen, aber das Problem nicht lösen. Ich würde also eher vorschlagen, ihr klar zu machen, daß Kämmen genauso zum Leben gehört, wie gewisse andere Dinge auch. Bedeutet konkret: Krümel kriegt das Kommando zum Hinlegen und lernt neu das Kommandi "Kämmen". Dann "bearbeitest" Du langsam und ruhig (vielleicht mit einem der vorgeschlagenen Geräte) vom Kopf bis zu den Pfoten eine Seite. Liegt sie ruhig, wird sie sanft gelobt. Zappelt sie oder schnappt sie ab, wird sie mit einem energischen "Nein!" (oder was immer Du sagen willst) zurechtgewiesen. Beim Abschnappen würde ich das mit einem Schnauzengriff unterstützen, der möglichst blitzartig erfolgen sollte. Wenn Krümel sehr zappelt, könntet Ihr anfangs vielleicht zu zweit arbeiten, wobei einer sich darauf konzentriert, Krümel zum Stilliegen zu bringen und der andere kämmt. Die erste Einheit braucht nur zwei bis drei Minuten zu dauern, viel Fell zum Kämmen ist ja grade nicht da. Danach darf sie aufstehen und wird gelobt. Sie sollte allerdings nicht gerade dann entlassen werden, wenn sie Theater macht. Nach ein paar Minuten ist die andere Seite dran. Wenn Du das jeden Tag machst und ihr ab sofort kein Theater mehr durchgehen läßt, wird sie sich dreinfügen, auch wenn sie es vermutlich nicht lieben wird.

Deine Bemerkung mit der „Erziehung“ von Krümels Seite ist gar nicht so abwegig. Ich war anfangs durch ihre geringe Größe und Zierlichkeit wohl doch etwas gehemmt und habe ihr in dieser Hinsicht zuviel durchgehen lassen. Ich war aber auch schon dazu übergegangen, sie zum Kämmen auf einen Tisch zu stellen, da ist Flucht sowieso so ziemlich unmöglich. Inzwischen habe ich mir einen Kamm mit rotierenden Zinken besorgt und am Wochenende an Freddy schon ausgiebig ausprobiert. Der ist wirklich VIEL besser als ein normaler, selbst Verfilzungen kriegt man damit richtig toll und mit weniger Ziepen raus. Richtig aufgefallen, daß ich mich beim Kämmen ihr gegenüber zu „weich“ verhalte, ist es mir, als sie geschoren wurde. Die Züchterin hat sie jedes Mal zusammengefaltet, wenn sie anfing rumzuzicken und Krümels verblüffter Gesichtsausdruck und ihr anschließendes halbwegs manierliches Verhalten und Eure Anmerkungen haben mir im Nachhinein gezeigt, daß sie doch einiges abkann.

Kämmende Grüße
Ana

von Yvonne & Hexe(YCH) am 08. März 1999 08:32

Liebe Jutta,


: Krümel kriegt das Kommando zum Hinlegen und lernt neu das Kommandi "Kämmen".

Warum eigentlich hinlegen? Ist es nicht praktischer, einen stehenden Hund ("Kommando Steh"winking smiley zu kämmen? Wenn ich Hexe hinlege, ist es für mich umständlicher, die Hosen zu kämmen, als wenn sie steht, weil sie die Beine da so anwinkelt. Wahrscheinlich sollte das jeder für sich herausfinden, wie es für ihn am einfachsten geht, ohne große Umstände für den Hund, eben damit es ohne großes Trara ablaufen kann. Außerdem muß ich beim stehenden Hund nicht erst verlangen, daß er sich bitte auf die andere Seite legt und somit die gekämmte gleich wieder einfilzt. Man kann den Hund ja, wenn er nicht ruhig steht, am Halsband festhalten oder halten lassen. (Das könnte bei Ana ja Freddy übernehmen :-))) )


Liebe Grüße

Yvonne und Hexe

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