Angst vor Hunden ueberwinden? :: Was sonst nirgends passt

Angst vor Hunden ueberwinden?

von Frank(YCH) am 20. April 2001 09:36

Hi,

ich hoffe ich bin hier im richtigen Forum gelandet. Ich brauche einen Rat! Meine Freundin hat schon ewig panische Angst vor Hunden, und versteckt sich immer gleich hinter mir, wenn z.B. im Park nur ein Hund mal in unsere Naehe kommt.
Nun bin ich schon soweit, auch durch Suchen hier im Forum, dass wir wohl am besten mal zu Hundezuechtern o.ae. gehen und sie z.B. mit Welpen spielen soll, um sich mal an Hunde zu gewoehnen.
Aber im Moment hilft das leider nix, denn das Problem ist ganz akut:
Meine Freundin ist z.Z. fuer ihr Studium auf einer Kartierung in Frankreich unterwegs, und da muss sie jetzt noch 2 Wochen jeden Tag alleine durch ein grosses und recht einsames Waldgebiet laufen. Viele Franzosen lassen in der Gegend ihre Hunde frei rumlaufen, und so trifft sie immer wieder auf Hunde. Bisher ging das noch recht gut, weil sie, wenn ein Hund auftauchte, immer recht ruhig geblieben ist und langsam rueckwaerts weggegangen ist. Aber vor ein paar Tagen stand ploetzlich ohne Vorwarnung ein sehr grosser Hund vor ihr, bis zum Bauchnabel ging der ihr, und hat sie furcthbar aggressiv angeknurrt und angebellt. Sie ist wieder langsam rueckwaerts gegangen, aber der Hund ist ihr nachgekommen, mit so kleinen Saetzen immer wieder auf sie zugesprungen und hat weiter geknurrt und gebellt, bis er nach ca. 10 Minuten wieder verschwand. Wie sich nachher rausstellt, gehoerte er zu einer Familie in einem nahegelegenen Ferienhaus und war normalerweise Wachhund bei denen zu Hause.
Und seitdem traut sich meine Freundin nicht mehr in den Wald. Sie hat mich nach dem Erlebnis weinend angerufen und gemeint, sie hat in dem Moment gedacht, der Hund beisst sie gleich tot. Und seitdem versucht sie jeden Tag wieder, in den Wald zu gehen, aber sobald es das erste Mal im Unterholz knackt oder in der Naehe ein Hund bellt, ist es vorbei und sie laeuft zum Auto zurueck. Sie hat mich jetzt schon mehrmals weinend angerufen und gesagt, sie kann einfach nicht mehr in den Wald gehen, weil sie solche Angst hat.
Im Prinzip ist ihr schon klar, dass sie da sicher kein dieser Hunde beissen wird. Und dass Hunde Angst riechen oder an der Koerpersprache erkennen koennen, und sie deshalb eigentlich moeglichst ruhig und gelassen auftreten muesste. Aber leider ist mit rationalem Denken nichts mehr, sobald es irgendwo bellt.
Sie muss aber weiter durch den Wald, um ihre Diplomkartierung zu erledigen. Sonst ist nix mit Diplom :-(

Drum mein verzweifelter Hilferuf an die erfahrenen Hundeexperten hier im Forum: Habt ihr irgendwelche Tips, wie sie in der jetzigen Situation ihre Angst ueberwinden kann? Oder Tips, wie sie, wenn mal wieder ein Hund auftaucht, diesen vertreiben kann? Bringt es z.B. was, wenn man den Hund anschreit "Geh weg" oder ist das genau das falsche? Und kann man einen Hund, der auf einen zulaeuft, irgendwie durch eine Geste o.ae. stoppen?

Ich waer euch wirklich fuer jede Hilfe sehr dankbar!

Gruss,
Frank

von Heike M.-N.(YCH) am 20. April 2001 10:01

Hallo Frank,
schwieriges Problem, so auf die Schnelle. Sie sollte sich die grundlegenden Befehle an Hunde so schnell als möglich auf Französisch draufschaffen, "Sitz, Platz, bleib". Damit wäre eine winzig kleine Hürde genommen, wenn der Hund erzogen ist, wird er höchstwahrscheinlich gehorchen. Hunde riechen die Angst Deiner Freundin und das macht sie (Deine Freundin) sehr interessant für die Hunde. Anschreien bringt nix, da stachelt sie die Hunde noch mehr an. Ungut ist auch weglaufen. Am besten ruhig stehenbleiben, dem Hund nicht in die Augen gucken und möglichst entspannt wirken, ich weiss, das ist nicht so leicht, aber sie muss es versuchen. Für den Notfall, aber wirklich nur für den Notfall soll sie sich Pfefferspray besorgen, den Rat gebe ich ungern, aber in diesem Fall m. E. die einzige Möglichkeit, Deiner Freundin ein bisschen Selbstvertrauen einzuimpfen. Sie muss es keinesfalls benutzen, es soll nur da sein, wenn sie allein losstapft, damit sie notfalls eine "Waffe" zur Hand hat. Wenn Deine Freundin wieder hier ist, sorg bitte dafür, dass sie etwas gegen ihre Hundeangst unternimmt, besucht einen Hundeplatz, damit sie sieht, wie Hunde miteinander umgehen können. Gerade Leute mit soviel Angst locken Hunde leider an. Sie muss etwas gegen ihre Angst unternehmen, um es zu ignorieren, gibt es einfach zu viele Hunde.
Wo wohnt ihr ?
Gruss und viel Erfolg
Heike

von Frank(YCH) am 20. April 2001 10:15

Hallo Heike,

: Sie sollte sich die grundlegenden Befehle an Hunde so schnell als
: möglich auf Französisch draufschaffen, "Sitz, Platz, bleib".

ja, das ist wohl schon mal eine gute Idee! Werden wir tun!

: nicht so leicht, aber sie muss es versuchen. Für den Notfall, aber
: wirklich nur für den Notfall soll sie sich Pfefferspray besorgen, den

Ja, den hat sie schon, aber dummerweise beruhigt der sie auch nicht wirklich...

:Wenn Deine Freundin wieder hier ist, sorg bitte dafür, dass sie etwas gegen ihre Hundeangst unternimmt, besucht einen Hundeplatz, damit sie

Ja, werden wir auf jeden Fall tun! Sie muss halt jetzt nur erstmal durch diese 2 Wochen durch!

: Wo wohnt ihr ?

In Kiel.

Schon mal vielen Dank fuer den Tip mit den Kommandos!

Gruss,
Frank

von Heike M.-N.(YCH) am 20. April 2001 10:41

Hallo Frank,
laut zu singen hilft auch gegen Angst, hört sich vielleicht blöd an, ist aber einen Versuch wert. Eine andere Möglichkeit ist eine Blechdose mit Schrauben drin, wenn der Hund wirklich näher kommt, dem Hund vor die Füße zu werfen, nicht auf den Hund ! sondern davor. Entweder er nimmt es mit als Beute oder er erschrickt sich so, dass er wegläuft. Aber bitte auch nur für den Notfall.
Kiel ist leider etwas zu weit weg, sonst hätte ich Euch angeboten, mal zusammen spazieren zu gehen. Wir haben zwar nur einen kleinen Hund, aber bei ängstlichen Menschen haben wir schon oft was tun können :-)
Gruss
Heike

von Sylle(YCH) am 20. April 2001 11:07

Hallo,
irgendwelche Tips, wie Deine Freundin mit Hunden umgehen soll, werden hier nichts bringen.
Was Du schilderst ist eine typische Angstneurose, eine Phobie. Deine Freundin braucht eine psychotherapeutische behandlung. In solchen Fällen hat sich eine klassische Verhaltenstherapie bewährt. Die Idee mit Welpenspiel und Hundeplatz ist gut, ich würde das in so einem ausgeprägten Fall aber auf jeden Fall therapeutisch begleiten lassen.
Eine schnelle Lösung sehe ich nicht.
Da diese Angst aber eine anerkannte Krankheit ist, könnte Deine Freundin einen Arzt aufsuchen. Vielleicht hilft ein Attest, um sie von dem Projekt erstmal freizustellen?
Die andere Möglichlkeit: Fahr zu ihr und begleite sie. Du scheinst ihr in solchen Situationen die notwendige Sicherheit zu geben.
Alles Gute
Sylle

von Martin + Mirko(YCH) am 20. April 2001 14:30

Grüß Dich Frank,

soforthilfe wäre, auf einen hundeplatz zu gehen, der eine gute welpen- und junghundegruppe hat. Reinstellen - nichts tun. So kann sie erfahren, welche interesse die hunde an ihr haben und nicht haben und sie erfährt, dass ihr nichts geschieht. Desensibilisierung.
...
: Im Prinzip ist ihr schon klar, dass sie da sicher kein dieser Hunde beissen wird. Und dass Hunde Angst riechen oder an der Koerpersprache erkennen koennen, und sie deshalb eigentlich moeglichst ruhig und gelassen auftreten muesste. ....Tips, wie sie in der jetzigen Situation ihre Angst ueberwinden kann? Oder Tips, wie sie, wenn mal wieder ein Hund auftaucht, diesen vertreiben kann? Bringt es z.B. was, wenn man den Hund anschreit "Geh weg" oder ist das genau das falsche? Und kann man einen Hund, der auf einen zulaeuft, irgendwie durch eine Geste o.ae. stoppen?

Und was danach?
Da sie durch stoppsignale, pferrerspray o.ä. nicht sicherer wird, ist die beste lösung überhaupt, dazustehen wie ein baum. Absolut nichts tun, den kopf vom hund abwenden (fällt schwer!) und ein klein wenig fiepen. Zwischendurch kräftig gähnen. Der hund wird garantiert nach einiger zeit was interessanteres aufsuchen und sie kann weiter gehen.

Da sie dann "eingeordnet" ist, wird ein hund kaum nochmals zu ihr kommen.

tschüß Martin & Mirko

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