Rutenkupierverbot :: Was sonst nirgends passt

Rutenkupierverbot

von Heike M.-N.(YCH) am 03. Juni 1998 06:52

Hallo,
ich weiss nicht, ob ich die Änderungen im Tierschutzgesetz verstehen muss:
Das Rutenkupierverbot gilt nur für nicht jagdlich geführte Hunde, d.h. ein Cocker, der eine Jagdprüfung (oder wie das heisst) ablegen soll, darf kupiert werden, ein Cocker aus einer Familienzucht nicht ?
Und dann gibt es wieder die Ausnahme für derzeit kupiert gehaltene Hunde ? Das hiesse doch, wenn ich jetzt unbedingt wieder einen kupierten Cocker haben wollte, muesste ich einen nehmen aus einer jagdlich geführten Zucht oder aus dem Ausland, wo ja fleissig weiterhin kupiert wird (der darf dann aber in Deutschland nicht zur Ausstellung, oder ?).
Kann ja wohl nicht sein, oder ? Warum setzt sich der VDH nicht für ein generelles Kupierverbot ein, da die wenigsten Hunde in Deutschland wohl jagdlich geführt werden (denk ich mal), stattdessen spricht er von einer "empfindlichen Beeinträchtigung" der Vereine.
Neles Vater kommt aus Dänemark, ist kupiert, darf er dann nicht mehr ran in Deutschland ? Oder gilt dann wieder die Ausnahmeregelung ?
Wenn ein jagdlich geführter Cocker eine Dame aus einer Familienzucht deckt, wird der Schwanz dann nur noch halb abgeschnitten, weil man nicht weiss, was genau daraus wird ?
HILFE !!!!! Warum denn nicht ein einheitliches Nein zum Kupieren ? Bei den Ohren gings doch auch !!!
Gruss Heike


von mecki(YCH) am 03. Juni 1998 08:53

Hallo Heike, Du schreibst u.a..

: Warum denn nicht ein einheitliches Nein zum Kupieren ? Bei den Ohren gings doch auch !!!

ja, das frag ich mich auch.
Am Wochenende war ich ja zum erstem Mal auf einer Rassehundeausstellung hier in Saarbrücken. Aufgefallen ist mir z.B. bei den Deutschen Doggen, daß nur eine mit kupierten Ohren dort war. Und die sah für mich auf einmal seltsam aus, während früher so ein Anblick für mich bei dieser Rasse völlig normal war. Bei den Boxern war´s auch ähnlich. Leider waren alle Dobermänner bis auf wenige Ausnahmen mit kupierten Ohren + Ruten zu sehen.

Über den Rest (vorallem die Gesellschafts- und Begleithunde) mancher seltsamer Züchtungen kann ich mich jetzt hier garnicht auslassen, sonst wäre ich morgen noch an schreiben. Aber ich kam von Anblick einiger Hunderassen vom Lachen bis zum Weihnen...

Was ist dann an der Story, daß bei einigen Hunderassen die Ruten kupiert werden müssen, weil sie sonst brechen würden ?

liebe grüße aus dem Kleinen Saarland sendet mecki (die froh ist, daß ihre beiden Stallmonster Ohren + Ruten haben und keine Lockenwickler am Wochenende tragen müssen)

von Martin + Mirko(YCH) am 03. Juni 1998 09:44

Hallo Heike,

:Und dann gibt es wieder die Ausnahme für derzeit kupiert gehaltene Hunde ? Das hiesse doch, wenn ich jetzt unbedingt wieder einen kupierten Cocker haben wollte, muesste ich einen nehmen aus einer jagdlich geführten Zucht oder aus dem Ausland, wo ja fleissig weiterhin kupiert wird (der darf dann aber in Deutschland nicht zur Ausstellung, oder ?).

Die Ausnahmen stammen von der starken Jäger-Lobby. Der im Ausland kupierte Hund dürfte auch nicht importiert werden. Mit diesem Trick hat ja der Dobermannverein das Ohrenkupierverbot dreist und offen umgangen.

:Kann ja wohl nicht sein, oder ? Warum setzt sich der VDH nicht für ein generelles Kupierverbot ein, da die wenigsten Hunde in Deutschland wohl jagdlich geführt werden (denk ich mal), stattdessen spricht er von einer "empfindlichen Beeinträchtigung" der Vereine.

Klar. Schau einmal an, wer im VDH organisiert ist. Und dann schau Dir einmal die Web-Seiten von Dobis an. Der Oberohrenabschneider ist auch noch Amtsträger im VDH. Außerdem haben sie schrecklich Angst um die Beeinträchtigung des Schutzhundesports.
Im übrigen wird wohl kaum ein Cocker jagdlich geführt. Die eine oder andere Prüfung sagt da wenig.
Im Augenblick halten sich alle an den notwendigen Übergangregelungen fest.
Wenn man den Hunden nichts mehr abschneiden darf, wie sehen sie da aus? Da muß man sich seine Hecke als Hund zurechtstutzen.....

tschüß Martin & Mirko (mit Schwanz und Ohren)




von Robert Grüner(YCH) am 03. Juni 1998 12:20

Hallo,

in Dänemark gilt das Kupierverbot schon länger. Kupierte Hunde, die nach dem 1.7.96 geboren sind, kann man in DK nicht mehr ausstellen. Gleiches gilt jetzt für Deutschland, nur eben ab 1.7.1998 - jedenfalls ist es beim KfT so. Mein nächster Wurf wird also nicht mehr kupiert. Ich gehe davon aus, daß sich innerhalb 1 Jahres eine Gesamtlösung ergeben wird. Ich bin auch gar nicht traurig über das Kupierverbot, wenngleich ich auch der Meinung bin, daß im Tierschutz dringlichere Dinge zu lösen wären als ein bisschen Schwanz abschneiden.
Zu Zeiten als man unsere Hunde noch zur Jagd einsetzte hatte das Kupieren ja auch seinen Sinn. Wenn man den Hund, der sich vielleicht im Dachs verbissen hat, am Schwanz aus dem Bau zieht wird dieser wahrscheinlich brechen. Da ich nicht zur Jagd gehe und meine Welpenkäufer auch nicht - was soll's also. An den Anblick wird man sich gewöhnen. Und in einiger Zeit werden wir auch über das jetzige Zwischenstadium hinaus sein.

Decken kann man mit einem kupierten Hund (wenn zu "legaler" Zeit kupiert wurde, also vor der Regelung) natürlich noch problemlos.
Nicht aber mit einem Hund, der nach der Regelungseinführung trozdem noch kupiert wurde. Der würde nämlich keine Papiere mehr bekommen, bzw. einen entsprechenden Eintrag in die Papiere. Also nur Mut - es wird schon werden in Europa.

Gruß Robert

von Dagmar & Lena(YCH) am 04. Juni 1998 10:05

Hallo Mecki !
Du fragst ....
:Was ist dann an der Story, daß bei einigen Hunderassen die Ruten kupiert werden müssen, weil sie sonst brechen würden ?

Ich denke, für jeden Quatsch der sich nach einiger Zeit auch als solcher herausstellt, braucht man eine Begründung ....
Für mich gibt es keine um irgendwas an einem Hund zu amputieren. Meine Lena, die ziemlich haarige Vorfahren hatte, hat eine total behaarte Rute. Da ich sie in denn Sommermomnaten immer abschere kürze ich auch die ellenlange Fahne an ihrer Rute. Siehe da, mein Hund hat einen jämmerlich dünnen, langen, doggenähnlichen Schwanz äh.. Rute. Sie wedelt damit überall herum, an Schränke, Autos, über den Wognzimmertisch usw. gebrochen war er noch nie. Selbst wenn das geschehen wäre, würde mich das nicht veranllasen ihre Rute zu amputieren. Das Gerede vom Verfangen im Unterholz finde ich genauso lächerlich. Wieviele Jagdhunde haben keine Rute und voll die behaarten langen Ohren ? Die Verfangen sich wohl nicht ? Ich denke hier ging es mal wieder nur um einen sehr fragwürdigen "Standard", der mit gesundem Menschenverstand nicht vernünftig zu rechtfertigen ist

Jetzt habe ich mich wieder in Rage geredet, aber ich denke es war noch einigermaßen sachlich.


Viele Grüße on Dagmar & Lena (die eigentlich behaart ist wie ein Collie und im Moment aussieht wie ein Stachelschw....)

von Stephan Weber(YCH) am 17. August 1998 12:35


Das verschaerfte Tierschutzgesetz ist absoluter Bloedsinn, und es handelt sich in meinen Augen um staatlich verordnete Tierquaelerei.

Wenn man einem lebhaften, kurzhaarigen Hund, z.B. Dobermann, nicht die Rute kupiert, dann wird er sich zeitlebens mit offenen Wunden rumquaelen muessen.

Wahrscheinlich wird man die Rute sowieso kupieren, wegen drohender Blutvergiftung.

Das ist auch der Grund, warum man kaum einen unkupierten Doberman sieht. Das gleiche gilt auch fuer die Ohren, wo ständig Entzuendungen auftreteten, z.B. im Winter bei Kaelte.

Nebenbei bemerkt, ich habe diese Erfahrungen selbst gemacht, bei einer Deutschen Dogge.

Meine Meinung: Lieber illegal einen gesunden Hund, alls legal der beste Kunde vom Tierarzt.

Gruss Stephan

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