Rutenkupierverbot :: Was sonst nirgends passt

Rutenkupierverbot

von Sonja(YCH) am 18. August 1998 16:16


:
:Mein Dobermann spielt mit anderen Hunden, genau wie jeder andere Hund, ich kann dieses Gerede von der Kommunikation nicht nachvollziehen.
:
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Man muss nicht jahrelang Doberman und Co. gehalten haben um hier mitreden zu koennen.
Zu wissen, wieviel der Kommunikation beim Hund ueber Koerperhaltung und besonders
ueber die Rute erfolgt ist der entscheidende Punkt.
Diese Verstuemmelung tut dem Hund nicht nur weh, was viel schlimmer ist
ist das sie einen Hund quasi zu einem "sprachgestoerten" Hund macht.

Hier sollte wohl eher eine Wandlung in der Zucht erfolgen, als ein kurzer
operativer Eingriff der den Hund zum Krueppel macht.

Erst wird das Haarkleid so gezuechtet, das es den Hund nicht mehr schuetzen kann.. also *schnipp*
Stehohren werden zu Haengeohre gezuechtet.. und wieder *schnipp*

Fuer mich ist das einfach krank.

Gruss Sonja

von Martin + Mirko(YCH) am 18. August 1998 16:34

Hallo Stephan,

ich dachte es handelt sich um eine ernsthafte Diskussion:

:Klar doch, und dann kommt ein neues Gesetz, dass vielleicht nur noch schwarz-weisse Hunde zulässt (Sicherheit im Strassenverkehr), oder bis 20 cm Grösse (ungefährlich), oder ohne Zähne (dito), oder mit langen Haaren (Energiesparend).....
:Und es wäre einfach fein, wenn man nicht einfach irgendwelche Glaubensbekenntnisse herunterbetet, sondern Erfahrungen, mit und ohne Schwanz oder Ohren!

Genau das war mein Ausgangspunkt. Ich habe entsprechende Erfahrungen. Ich mag Dobermänner sehr, kenne diverse Züchter und wünsche daß die vom Typ:
"Mein Vater hat bergauf gebremst, also bremse ich auch bergauf. Das ist noch die gute alte Art!" bald aussterben. Dann werden wir wunderschöne Hunde haben.

tschüß Martin & Mirko


von Veronika(YCH) am 18. August 1998 19:09

Hallo Stephan!

Ich klink mich jetzt mal einfach irgendwo ein ...

Mein Hund gehört der Rasse der Mittelschnauzer an. Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob sie bei Dir noch als kurzhaarige Hunde gelten oder nicht. Macht auch gar nichts. Was ich sagen will, ist eigentlich nur, daß ich mir manchmal überlege, "wie würde mein Hund denn mit Schwanz aussehen?" Diese Frage kommt mir vor allem dann, wenn sich mein Hund mal wieder so wahnsinnig freut, daß er vor lauter Freude nicht stillstehen kann, sondern in kleinen Schritten hin- und hertappelt. Der Schwanzstummel kann dann gar nicht so schnell wackeln, wie es meine Wicki gerne hätte. Wäre er noch dran, würde er sich wahrscheinlich wie ein Propeller drehen. So aber, muß sich der ganze Hund drehen und das Hinterteil wackelt mit.
Auch ich muß sagen, daß ich mir heute lieber einen Mittelschnauzer mit Schwanz kaufen würde und hoffen würde, daß alles gut geht. Wenn er sich die Rute immer wieder (das muß ich betonen) aufschlagen sollte, kann man sie ihm noch immer unter Narkose kupieren. Aber die Möglichkeit mit der ganzen Rute wedeln zu können, würde ich ihm schon geben. Ab ist der Schwanz schnell, dran nie mehr!

Mit den Ohren habe ich nur ein Problem. Es sind viele Haare im Gehörgang. Allerdings wären es bei kupierten Ohren sicherlich nicht weniger.


Schöne Grüße

Veronika

PS.: Bei uns in der Nachbarschaft läuft ein junger Mann rum mit einem Dobermann (ca. 1 Jahr alt) mit kupierten Ohren und kupiertem Schwanz. Der (Mann) kommt sich aber toll vor. Ob sich der Hund so wohl fühlt, ist die andere Frage. Der ist schon mal ausgebüchst und ich sehe ihn eigentlich nur am späten Abend spazieren gehen, ohne Halsband, daß heißt, eigentlich sehe ich ihn nur immer abgelegt. Der Mann steht daneben und raucht ne Zigarrette. So'n Hundeleben!!
Ach nein, einmal habe ich ihn am Tag gesehen - mit Stachelhalsband!! Ob es dem Mann wirklich um das Wohl des Hundes geht oder nicht doch eher um das "gefährliche" Aussehen?? Genau das ist das Problem beim Kupieren. Um einen kupierten Hund zu bekommen, ist keine Ausrede, kein Argument zu billig.

von Stephan Weber(YCH) am 18. August 1998 19:43

Bitte nehmt die kurze Polemik meinerseits nicht zum Anlass, dumme Sprüche zu klopfen! Ich fand eure Antwort aber als sehr zynisch und intolerant, das muss ich schon sagen, und das hat mich auch veranlasst mich auf das gleiche Niveau zu gehen. Sorry dafür. Wenn ihr ein par Fakten wisst, wäre es schön, diese zu hören. Weltanschauungen und Basiswissen über Hundeverhalten kann man in jeder Illustrierten lesen!

N.B.: Es wäre eine interessante Nebendiskussion, ob man die Gesetze nach den Hunden machen sollte, oder die Hunde nach den Gesetzen - und welchen Zeitraum man dafür veranschlagen darf?

übrigens, und das fällt jetzt wieder unter das Thema Polemik, der einzige Hund, der mich je gebissen hat, war ein York Shire Terrier - Mit Schwanz und Ohren. Wann könnte man so etwas wegzüchten?

Aber zurück zum Thema - wer hat autentische, positive oder negative Erfahrungen mit kupierten Ohren und Schwänzen?

von Stephan Weber(YCH) am 18. August 1998 19:57

OK, das ist eine Meinung.

Das mit der Kommunikation stimmt - nach meiner Erfahrung - einfach nicht. Es ist auch eigentlich völlig unerheblich, denn der Hund lebt in einer Menschenmeute, und nicht unter Wölfen. Für die Kommunikation mit dem Menschen (und halbwegs intelligenten Hunden) reicht eine gekürzte Rute sehr wohl. Insofern ist der Hund kein Krüppel. Und es tut dem Hund nicht weh, wenn es ordentlich gemacht wird.

Und das Haarkleid des Dobermann ist sehr wohl wetterfest, es ist ein Problem der Ohren. Und ich bin mir sicher, wenn man einen Dobermann mit Stehohren und ohne Rute züchten könnte, dann wäre das sicher eine glänzende Idee.

Und ich finde es etwas anmassend, all den Leuten, die seit über hundert Jahren solche Rassen züchten, kein Mitspracherecht einzuräumen. Sicher, die Vergangenheit ist kein alleiniger Massstab, aber ihr habt die Hundezucht nun auch nicht gerade erfunden, oder?

Aber das wesentliche ist einfach, dass alle diese Argumente, die da gegen das Kupieren angeführt werden, in der Praxis nicht nachvollziehbar sind. Und das nervt, denn damit wird das Thema echt zur Ideologie.


Gruss Stephan

von Stephan Weber(YCH) am 18. August 1998 20:05

Hallo Veronika,

vielen Dank für eine ehrliche, nicht polemische und informative Antwort!

So wie du es sieht, sehe ich es auch, allerdings eben mit der Einschränkung, dass ich die negativen Erfahrungen schon mal gemacht habe - sonst würde ich das Thema auch so nicht aufwerfen.

Dass es viele Spinner unter den Dobermann-Besitzern gibt, kann ich nur bestätigen - aber da kann der Hund doch nichts für, oder? Und man kann doch nicht alle so abstempeln. Es ist leider wahr, dass gerade der Dobermann oft in falsche Hände kommt, vielleicht weil die Leute zu oft Krimis im Fernsehen schauen , was weiss ich. Dies ist besonders schade, weil es sich um ausgesprochen sensible Hunde handelt, bei denen man viel falsch machen kann!

Um diese Spinner vom Dobermann abzuhalten wäre das Kupierverbot vielleicht sinnvoll - womit du das erste mir einleuchtende Argument geliefert hast.

Merci!

Stephan

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