Rutenkupierverbot :: Was sonst nirgends passt

Rutenkupierverbot

von Sonja(YCH) am 19. August 1998 11:46

Halo Ulrike,

Du schreibst:

:Unser Rüde (sehr gutmütig) wurde schon mehrfach gebissen und ich denke
:das die kupierte Rute mit daran schuld trägt.
grinning smileyie Ohren sind Gott sei Dank noch dran und waren noch niemals entzündet

Ich finde diesen Denkansatz sehr interessant und obwohl ich es nicht
hieb und stichfest belegen kann, bin ich der Meinung das da tatsaechlich
etwas dran ist.
Als mein Ruede (mit Stehohren und Rute) in der "schoensten Pflegephase" war
konnte ich an seiner Rutenhaltung schon im vorraus erkennen, wie die
Begegnung mit einem anderen Hund ausgeht... ob sich sich "gruen" waren, oder nicht.
Hund kann daraus sicher noch vielmehr ablesen als Mensch.

Mein Hund tobt oft mit einem Rottweiler (ohne Rute) und im Prinzip verstehen
die beiden sich prima. Aber in Situationen wo eine kleine Balgerei ansteht,
macht mein Hund manchmal kehrt obwohl er sicher keine Angst vor dem Rottweiler
hat und ihm in "Taktik" und Geschwindigkeit weit ueberlegen ist.
Es ist, als haette mein Hund dann foermlich ein Fragezeichen im Gesicht
(etwas ungluecklich ausgedrueckt, ich weiss, aber so kommt mir das vor).

Liebe Gruesse
Sonja

von Stephan Weber(YCH) am 19. August 1998 11:42

Sehr intelligent, wirklich! Deutschland und die Schweiz als Nabel der Welt, im Besitz der einzigen und gerechten Wahrheit - das kenne ich irgendwoher?

Argumente bitte, kein gequatsche!


von Stephan Weber(YCH) am 19. August 1998 12:17

Ich meine nicht entzündete Ohren wegen Verdreckung, das versteht sich wohl von selbst. Da sind in der Tat kupierte Ohren anfälliger. Ich meine Entzündungen am Ohrenrand, wegen aufscheuern. Dazu hätte ich gerne was gehört.

Das Problem, ist, dass von sogenannten Tierschützern immer wieder das schmerzhafte Prozedere und die fehlende Kommunikationsmöglichkeiten angeführt werden. Nach meiner eigenen Erfahrung stimmt dies eben nicht (und, das gebe ich offen zu, es kann durchsaus sein, dass ich da der absolute Einzelfall bin). Deshalb will ich mehr darüber wissen (Bisher ist da aber nur sehr wenig Ueberzeugendes gekommen). Ich respektiere auch alle, die sich über Ihre Hunde mit welcher Rute und welchen Ohren auch immer freuen.

Zu dem Rest kann man in der Tat geteilter Meinung sein, aber bisher hat mich noch keine Hundehalter wegen der kupierten Ohren und Rute angesprochen, mal abgesehen davon, dass es in weiten Teile der Welt üblich und legal ist. Das kann also der Massstab nicht sein.

O.K., ich habe das Problem etwas provokativ aufgeworfen, aber jede faire und offene Reaktion habe ich auch so beantwortet. Fairnes bedeutet für mich, die anderen Meinungen anzuhören und zu prüfen - nicht eine andere Meinung zu übernehmen. Ich werde auch sicher meine Meinung überdenken, wenn mir wirklich stichhaltige Argumente geliefert werden, so wie die von den Rottweilerfreunden, oder der mit der Dogge. Die Verhältnisse sind eben zu unterschiedlich, um über einen Kamm geschoren zu werden. Und das nervt so.

Als Argument gegen das Kupieren gefallen mir bisher diese:

- Es kann bei unsachgemässem Vorgehen schmerzhaft sein (dem Tierarzt gehört die Lizenz entzogen)- 1 Meldung
- Es gibt einen Heilungsprozess, der von Schmerzen begleitet sein kann, aber nicht muss - 1 Meldung
- Irgendwelche Hirnis können davon abgehalten werden, eine bestimmte Rasse nur nach dem Aussehen zu kaufen 2 Meldungen
- Komunikation behindert (2 dafür - 1 dagegen)

Für das Kupieren spricht in meinen Augen immer noch:

- Man schützt den Hund vor Problemen mit aufgeschlagenen Ruten (1 dafür 1 dagegen-ich)
- Man schützt den Hund vor aufgeriebenen Ohren (1 dagegen)

Die Frage der Kommunikation kann ich aufgrund eigener Erfahrungen nicht bestätigen, aber da gibt es auch andere Erfahrungen.

Und das die Frage immer wieder aufkommt, kann man ja nicht einfach vom Tisch wischen, denn was ich im Archiv zu dem Thema gefunden habe, war weiss gott nicht sehr fundiert.

Es betrifft halt die Halter und Züchter einiger weniger Rassen, eine Minderheit, die durch das neue Gesetz glatt geopfert wurde. Das ist auch mit den sogenannten Kampfhunden so, wo sich irgendwo Leute etwas ausspinnen, und dies dann immer weiter verbreitet wird. Wenn man so will, kann man auch die Hundehaltung als ganzes in Frage stellen, denn ausser einigen Ausnahmen braucht doch keiner einen Hund?! Insofern sind auch die Hundehalter eine Minderheit, die mal genauso ins Schussfeld geraten können.

Und wenn keine faire Diskussion mit Tierschützern möglich ist, dann werde ich demnächst aus dem WWF austreten - ach was, es ist einfach zu blöd.

Gruss Stephan




von Jim(YCH) am 19. August 1998 13:32

: Ich meine Entzündungen am Ohrenrand, wegen aufscheuern. Dazu hätte ich gerne was gehört.

Wie soll der Hund das anstellen, seine Ohren am Rand aufzuscheuern?

grinning smileyas Problem, ist, dass von sogenannten Tierschützern immer wieder das schmerzhafte Prozedere und die fehlende Kommunikationsmöglichkeiten angeführt werden. Nach meiner eigenen Erfahrung stimmt dies eben nicht (und, das gebe ich offen zu, es kann durchsaus sein, dass ich da der absolute Einzelfall bin). Deshalb will ich mehr darüber wissen.

Für dich gibt es keine annehmbare Erklärung. Lass dir einfach beides bei Bewußtsein amputieren und urteile selbst.

:Zu dem Rest kann man in der Tat geteilter Meinung sein, aber bisher hat mich noch keine Hundehalter wegen der kupierten Ohren und Rute angesprochen

In diesem Forum sprechen dich nur Hundehalter an, und keiner ist deiner Meinung.

, mal abgesehen davon, dass es in weiten Teile der Welt üblich und legal ist. Das kann also der Massstab nicht sein.

Es gibt auch Kulturen, welche Hunde essen; Stiere brutal töten; Elefanten zu Arbeitstieren abrichteten und jetzt, da keine Arbeit mehr da ist, dahinvegetieren lassen; abgesehen von legalen Zoos und Tierschauen usw. usw.
:
: nicht eine andere Meinung zu übernehmen. Ich werde auch sicher meine Meinung überdenken,

Tu das
:
:Als Argument gegen das Kupieren gefallen mir bisher diese:
:
:- Es kann bei unsachgemässem Vorgehen schmerzhaft sein (dem Tierarzt gehört die Lizenz entzogen)- 1 Meldung

Jede Amputation, ob bei Mensch oder Tier ist schmerzhaft

:- Irgendwelche Hirnis können davon abgehalten werden, eine bestimmte Rasse nur nach dem Aussehen zu kaufen 2 Meldungen

Nur Hirnis verteidigen (und kaufen) eine Rasse ihrer Ohren und ihres Schwanzes wegen

:Für das Kupieren spricht in meinen Augen immer noch:
:
:- Man schützt den Hund vor Problemen mit aufgeschlagenen Ruten

Meine Dogge laüft, wie alle grossen Rassen, Gefahr, sich den Magen zu verdrehen. Deshalb lasse ich ihr jetzt den Magen entfernen.

: Wenn man so will, kann man auch die Hundehaltung als ganzes in Frage stellen,

Dies wäre bei manchen Hundehaltern noch gar nicht mal so schlecht.
:
:Und wenn keine faire Diskussion mit Tierschützern möglich ist, dann werde ich demnächst aus dem WWF austreten

Teile dem WWF doch bitte mal mit, daß du Mitglied bleiben willst, aber mit Vorliebe Hunden Gliedmaße wegschneidest.

Ich hoffe, daß das Kupierverbot demnächst ein europäisches Gesetz wird. Und hoffentlich hat dies dann auch Einfluß auf den Rest der Welt (die Hundewelt)

Gruss Jim


von Dagmar & Lena(YCH) am 20. August 1998 08:33

Hallo Stephan,

nun hier geht es ja ganz schön rund.

Zu Deiner Meldung möchte ich Dir folgendes erzählen, den Wahrheitsgehalt kann ich leider nicht nachprüfen fürchte aber es stimmt.
Vorweg möchte ich schicken, daß ich nie bei der Kuperieraktion bei Welpen dabei war und dies auch nie erleben möchte.

Eines Tages brachte ein junger Mann seinen Dobermann in den Tierschutzverein. Wir hatten vorher telefoniert und die Vorgeschichte war, er mußte den Hund abgegeben aus Zeitmangel.
Der junge Mann machte einen selbstbewußten Eindruck und hatte im Gegensatz zu seinem Hund kein Problem mit der Trennung. Mir fiel auf, daß 1. die Ohren ungleichmäßig kupiert waren und 2. die Ohrränder entzündet waren. Auf meine Nachfrage sagte er das Kupieren wäre von einem Fachmann durchgeführt worden und er hätte sich genau an dessen Anweisung gehalten. Er erzählte freimütig daß nach dem kupieren die Ohrränder mit Pflaster beklebt werden, die allabendlich abgerissen werden. Damit die Wunde nicht verschorft. Ich war völlig geschockt.
Ich weiß nicht ob das die Regel ist, aber alleine diese Erzählung hin hätte ich den jungen Mann auch gerne verpflastert..........!

Meine Nachfragen nach dem Fachmann der das Kupieren durchgeführt hat sind leider im Sande verlaufen, aber ich Frage seit dem tag jeden Dobi Besitzer wer kupiert hat.

Dein Problem mit dem aufscheuern von Ohren die nicht kupiert sind verstehe ich nicht ganz, da ist mir nichts bekannt. Mein Hund hat sehr lange, stark behaarte Ohren, die auch einmal entzündet waren. Sie wurden behandelt und fertig !

Zu Deiner Austrittsdrohung aus dem WWF fällt mr nicht viel ein. Du wetterst so ein bißchen gegen die Tierschützer in Deinen Meldungen. Ich weiß nicht welches Klischee sich da immer breit macht. Ich gehöre nicht zu den Leuten die sich dafür einsetzen daß ein Yorkie bei Regen seinen Mantel trägt. Ich bin Mitglied in einem kleinen dörflichen Verein der versucht gegen z.B. gegen die lebenslange Kettenhaltung etwas zu tun. Oder die ausschließliche Zwingerhaltung, oder oder oder.........!

Gruß Dagmar

von Stephan Weber(YCH) am 20. August 1998 09:22

Hallo Dagmar,

es ist in der Tat entscheidend, wer kupiert und wie. Und wenn es tatsächlich die Möglichkeit gäbe, durch eine Aenderung der Zucht ein Stehohr zu züchten, dann wäre ich sofort für ein Kupierverbot.

Und Du hast natürlich recht, das es Quatsch ist, gegen den Tierschutz allgemein zu wettern. Nebenbei, unsere Dogge hatten wir auch aus dem Tierheim, das war allerdings schon vor mehr als zehn Jahren, mit schlecht kupierten Ohren, und völlig verwahrlost. Wir haben etwa 3 Monate gebraucht, bis sie sich auf die Strasse getraut hat. Dann hat es aber prima geklappt, für viele Jahre lang - wenn man mal von der ständig aufgeschlagenen Rute absieht. Sie ist an einer Magendrehung verendet, und das war echt schrecklich. Da dies ein allgemeines Problem bei Doggen zu sein scheint, würde ich fast von einer tierquälerischen Züchtung sprechen.

Gruss Stephan

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