Hunde in Deutschland - wird übertrieben? :: Was sonst nirgends passt

Hunde in Deutschland - wird übertrieben?

von Susanna(YCH) am 17. August 2001 13:38

: Hallo Susanna,
:
: wieviel Steuer mußt du jetzt zahlen? Gibt's auch einen "Kampfhund-Aufschlag" bei der Haftpflicht?
:
: und:
:
: was mußtest du für den Wesenstest tun (=welche "Disziplinen" mußten absolviert werden)?
:
: Gruß, Susanne007

Hallo Susanne007

ich zahle jetzt wieder normale Hundesteuer, das bereits voraus gezahlte Geld wurde mir zurückerstattet

Disziplinen: das war der Niedersachsen Test, also Jogger, Radfahrer, Kindergeschrei mit Kinderkarre und Luftballons, Festbinden und alles mögliche geht vorbei, Betrunkener der Bierdosen wirft, Zusammentreffen mit anderen Hunden, über einen Besensstiel steigen (warum weiß ich auch nicht), anschreien, auf ihn zustürzen und anschreien mit kräftigem Zupacken durch den Prüfer, und dann wurde mit einer Fahrradklingel vor ihm rumgelingelt, da war er der einzige Hund der nicht bellte sondern sich lieber im Boden verbuddelt hätte. Fahrstuhlsimulation, d. h. Hund in die Mitte und alle Menschen ganz dicht dran mit Berührungen durch die Beine, na und dann sitz, platz, komm aus etc...

Alles in allem muß ich sagen, dass es dort sehr human zuging.Es wurde viel geknuddelt, gestreichelt oft kam "oh, wie süß" (das waren dann die Statisten) Ich war Statist für Kindergeheul bei dem einen Bully, der hat sich dann vor mich hingesetzt und mitgeheult, das war wirklich süß... Es waren drei weiße Bullterrier und der Prüfer war verzweifelt, diese auseinander halten zu können.Aber letztendlich haben wir alle drei bestanden. Auch bei der Behörde war es dann kein Problem mehr die Freistellung von der Haltungserlaubnis (so heißt der Wisch dann) zu erhalten. Die Frau dort hatte mich dann sogar extra angerufen, dass ich den Zettel abholen könne, obwohl die Behörde gar nicht auf war, ... ja ja, wie gönnerhaft Ach ja, vorher mußte ich noch zum Amtstierarzt zur Rassenfeststellung (laut Gerichtsurteil muß man das nicht, aber ein Bullterrier ist, so finde ich zumindest, eine eindeutige Rasse, hier dann noch ein Kat 2 Hund, so dass ich trotzdem hin bin)

Tja, jetzt geht es irgendwie

Also
Gruß Susanna

von Kerstin mit Rakker(YCH) am 18. August 2001 19:54

Hallo Lea,
ich wohne in den Niederlanden. Hier sind "Kampfhunde" seit Jahren verboten, darum gibt es die Problematik nicht so wie in Deutschland. Trotzdem sollen 4 Hunderassen verboten werden (u.A. der Rotti).
Vor kurzem war ich 2 Wochen in Deutschland und habe mich über einiges gewundert: 1.in der Mönkebergstraße laufen 2Corgies ohne Leine durch Karstadt, meterweit von Frauchen weg. Streß pur für die Hunde! Draußen sehe ich mehrere große Hunde ohne Leine im Großstadtgewimmel bei Fuß, keiner sagt etwas.
2.Beim Spaziergang am Deich - ohne Schafe oder ähnliches - werde ich von einem Hundebesitzer von weitem angerufen "Aber sie lassen Ihren Hund doch jetzt nicht zu meinem hin", nur weil unsere 12jährige Hündin (man sieht ihr das Alter an) sich am liebsten vor seinem im nicht vorhandenen Gebüsch verkrochen hätte. Er war sich der Reaktion seines Rüden überhaupt nicht sicher und hielt ihn lieber an kurzer Leine. Er konnte anscheinend auch nicht sehen, daß unser Hund alles andere lieber tut, als an seinem schnüffeln. Später sah ich ihn an der Leine ziehen und dazu "Fuß, brav Fuß" murmeln, obwohl der Hund mit 40kg in der Leine hing.
3. dann die nervenden und auch treffenden Bemerkungen der Mutter zu ihrem Kind, diesmal mit meinem ausgesprochen freundlich aussehenden Welpen an der Leine: pass auf, der beisst!
oder der Fahrradfahrer im Freilaufgebiet, der abbremst und sagt "tut der auch wirklich nichts, wenn ich jetzt weiterfahre?" obwohl Rakker - er ist schließlich auch Holländer - sich um nichts weniger kümmert als um Fahrräder und gerade 10m von der Straße entfernt schnüffelte.
Totale Verunsicherung bei nicht Hundehaltern und auch bei manchen Hundehaltern.
Dann der 10jährige, der mich anmacht, weil ich mit dem Hund im Fahrradkorb fahre: "springt der da nicht raus ("Nee"winking smiley das sagen viele, und wenn doch?"
Weiter habe ich keinen Hund mit Maulkorb gesehen, allerdings auch keinen sog. Kampfhund. Trotzdem fühlte ich mich mit Hund oft unwohl und war froh, wieder hier zu sein.
Ich weiß auch nicht, wie die Situation in D. ist, kann mir aber gut vorstellen, dass es die merkwürdigsten "Auswüchse" gibt.
Viele Grüße
Kerstin mit Rakker


von Andy(YCH) am 18. August 2001 19:57

Hallo Lea,

ich wohne in NRW und habe 2 "nur gefährliche" Hunde, d.h. 2 20/40 Hunde. Es sind beides Deutsche Schäferhunde, die das Wesen und den Charakter von Lämmern haben.*lach* Ich habe nach der HVO keinerlei negative Erfahrungen in MEINEM Umfeld machen müssen. D.h. in meiner Nachbarschaft wurde ich "angepöbelt", wenn ich meine Hunde an die Leine nahm. Was sowas denn sollte??(wurde ich des öfteren gefragt). In erster Linie kamen diese Fragen von Nicht-Hundehaltern, was mich persönlich sehr verwunderte. Die einzige Erfahrung, die mich stutzig werden ließ, war die eines anderen Hundehalters, der selbst eine "Granate" hat. Nicht, daß Du mich falsch verstehst, ich hatte meine Hunde bei Fuß gehen und er mokierte sich darüber, daß Gesetze wohl für mich nicht gelten würden. Als ich ihn daraufhin fragte, ob er noch nie falsch geparkt hätte (ist ja schließlich auch eine Ordnungswidrigkeit) wurde er kleinlaut und zog von dannen.

Schlechte Erfahrungen haben allerdings einige Bekannte gemacht. Eine ältere Dame mit ihrem im Verhältnis noch älteren Dobermann wurde beschimpft in übelster Form. Zettel im Briefkasten, ob sie und ihr Hund nicht endlich das Zeitliche segnen könnten, waren noch harmlos. Der tote Fisch unter der Fußmatte und die persönlichen Beschimpfungen fand ich noch viel schlimmer. Die ältere Dame litt sehr darunter. Als ihr Hund etwas später eingeschläfert wurde, war sie todtraurig, aber andererseits auch erleichtert, daß das Spießrutenlaufen ein Ende hatte.

Eine andere Bekannte, die einen Golden Retriever hat, wurde im Wald von erwachsenen Menschen mit Steinen beworfen.

Was allerdings auffällig ist, ist die Tatsache, daß plötzlich jeder Hund ein sog. Kampfhund ist. Meine Freundin hat einen Kurzhaar-Border-Collie.Sie wurde angezeigt, weil sie ihren "Kampfhund" ohne MK führte. Übrigens, die Anzeige kam vom Besitzer eines Pudels. Der Border war zu diesem Zeitpunkt gerade 5 Monate.

Momentan ist es wieder ruhiger geworden und ich hoffe, die Gemüter beruhigen sich weiter. Wir alle können wirklich nur hoffen, daß es nicht weiterhin zu so schrecklichen Beißunfällen kommt. Nich nur für die Beteiligten, sondern auch für unsere Freunde....die HUNDE.

Sorry, daß ich so ausführlich geschrieben habe.

Liebe Grüßé

Andy mit Nessy und Lara


: Hallo an alle,
:
: gleich eines vorweg - ich lebe in Oesterreich und kann nur von einzelnen Begebenheiten berichten, auch auf die Gefahr hin, dass dies nicht das Gesamtbild in Deutschland widerspiegelt. ABER: nachdem ich was in Medien und auch in yorkies so gelesen hatte, hatte ich ein voellig anderes Bild von der Situation der Hunde in Deutschland. Nun war ich jedoch eine Woche in Berlin und nun denke ich, dass die Darstellungen von Hundehaltern mitunter doch recht uebertrieben sind.
: Erstens begegneten mir jede Menge Hunde ueber 40 cm (z.B. ein Briard, zwei Schaefermischlinge, etc.) die weder angeleint noch mit Maulkorb durch die Stadt liefen und dies, ohne, dass sich jemand aufregte, bzw. die Halter anpoebelte. Ebenso sah ich zwei Am. Staffs, zwar angeleint, jedoch anstatt eines Beisskorbes mit einem Halti und das schien auch niemanden zu stoeren. Von Anfeindungen bekam ich gar nichts mit.
: Wird in den Darstellungen in den Medien uebertrieben?
: Um ehrlich zu sein, hatte ich mir die Situation weitaus drastischer vorgestellt, z.B. jeder grosse Hund an der Leine und alle Kampfhunde mit Beisskorb etc.
: Reagieren die Hundehalter einfach nur uebertrieben sensibel?
: Fuer mich scheint es fast so, als ob nun jede Kritik an Hund oder Halter von vornherein so gedeutet wird, dass sie ohne die Erlaesse etc. nie zustande gekommen waere. Wenn ich aber z.B. mich in einer Gruenanlage begegne und es mir dort zweimal innerhalb einer Stunde passiert, dass schlecht erzogene Hunde meinen Weg kreuzen (der erste Hund laeuft auf alle Passanten zu und bellt sie ununterbrochen an und hoert nur auf, wenn man ihn hartnaeckig ignoriert, Hund Nr. 2 springt mit nassem Fell alle moeglichen Leute an) und sich die jeweiligen Besitzer dann vollkommen gleichgueltig benehmen und keiner daran denkt, seinen Hund anzuleinen - dann muss ich sagen: die Kritik ist in solchen Faellen berechtigt.
:
: Ich habe selbst schon Hunde gehalten (derzeit ist es jedoch nicht moeglich) und habe gerade deshalb sehr aufmerksam beobachtet. Bin mir aber noch immer nicht schluessig, was ich nun von all dem halten soll. Wie ist sie nun - die Situation in Deutschland,besonders in Berlin, Hamburg, NRW...
:
: Lea
:

von Susanne07(YCH) am 18. August 2001 22:26

Hallo Susanna,

danke für deine Antwort!

Während die meisten "Disziplinen" ja doch relativ realitätsnah sind (außer der Besenstiel natürlich), finde ich "auf ihn zustürzen und anschreien mit kräftigem Zupacken durch den Prüfer" dann aber doch ziemlich daneben... Wie darf der Hund denn darauf reagieren? Er ist ja schließlich keine Maschine und wird sich erschrecken.

Gruß, Susanne007

von Lea(YCH) am 18. August 2001 23:29

: Ich weiß auch nicht, wie die Situation in D. ist, kann mir aber gut vorstellen, dass es die merkwürdigsten "Auswüchse" gibt.
:
Hi Kerstin!

Kommt mir alles so bekannt vor! *grins* Hatte eben auch wieder eine nette Begegnung mit einem freilaufenden, knurrenden u. kläffenden "Der-Tut-Nichts"-Hund! Mitfühlende Grüße v.Lea
:

von Lea die Zweite(YCH) am 18. August 2001 23:34

: : Ich weiß auch nicht, wie die Situation in D. ist, kann mir aber gut vorstellen, dass es die merkwürdigsten "Auswüchse" gibt.
: :
: Hi Kerstin!
:
: Kommt mir alles so bekannt vor! *grins* Hatte eben auch wieder eine nette Begegnung mit einem freilaufenden, knurrenden u. kläffenden "Der-Tut-Nichts"-Hund! Mitfühlende Grüße v.Lea
- Habe vergessen zu schreiben: Lea(die zweite)
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