Sorgfalt bei der Auswahl des Hundes :: Was sonst nirgends passt

Sorgfalt bei der Auswahl des Hundes

von Iris und ERIC(YCH) am 28. Mai 1999 18:21

Hallo Holger!

: Bei all den Überlegungen vor der Anschaffung des Hundes scheint nur regelmäßig ein Punkt übersehen zu werden:
: das geschlechtsspezifische Verhalten.

Leider gibt es in Hundebüchern und in manchen Artikeln und auch auf diversen Hunde-Homepages
immer wieder einen Tip zur Auswahl des Geschlechtes, den wohl einer vom anderen abschreibt:

Man solle sich in der Nachbarschaft umsehen und dann DAS Geschlecht wählen,
welches am häufigsten in der Gegend vorkommt!!!!!

Ich glaube, der Autor hatte wohl keinen selbstbewußten Rüden!
Ich freue mich immer, wenn wir auch mal eine Hündin treffen!!
Es ist auch mit einem Bobtail nicht so einfach, in seinem Revier auf andere dominante Rüden zu treffen!

Ich finde es gräßlich, wenn man aus Bequemlichkeit dann kastriert, zumal es selten soziale Probleme löst!

Viele Grüße von
Iris und ERIC, dem Bobtail-"Macho"



von Tharin(YCH) am 28. Mai 1999 19:04

: - Ein "erwachsener" Rüde ändert sein Verhalten nach Kastration nicht,
: - da sein Verhalten schon zu "festgefahren" ist.

Soweit ich weiss, ist das so nicht ganz richtig. Ich wuerde sagen, es ist sogar
schlimmer. Denn die Hormane beeinflussen nicht nur das Sexualverhalten, sondern
z.Bsp. auch Lernfaehigkeit, Konzentrationsfaehigkeit, etc. Bei Mencschen
z.Bsp. wurde mal rausgefunden, dass je nach ZYklus der Frau das raeumliche
Vorstellungsvermoegen schwankt.
Und aus "persoenlicher" Erfahrung mit dem kastrierten Rueden unserer Nachbarn
(, welcher allerdings wirklich nicht unvernuenftig und unueberdacht kastr. wurde,)
kann ich bestaetigen, dass die Lernfaehigkeit enorm nachgelassen hat und es sogar
so weit geht, dass er schon Gelerntes nicht mehr beachtet.

Was ich mich immer frage, ist - z.B. wenn im Tierheim kastriert wird mit dem
Argument, dass nicht gezuechtet werden darf mit den Hunden):
Warum wird nicht sterilisiert? Hat denselben Effekt, was Nachwuchs angeht und
von Nebenwirkungen wie bei der Huendin das vermehrte Auftreten von Zuesten an
den Eierstoecken habe ich noch nichts gehoert? Ihr etwa?


Tharin

von Gigi(YCH) am 28. Mai 1999 19:44

Servus Holger,

Bei all den Überlegungen vor der Anschaffung des Hundes scheint nur regelmäßig ein Punkt
übersehen zu werden: das geschlechtsspezifische Verhalten.

Hier muss ich dir widersprechen: wir haben ganz bewusst einen Rüden gekauft, und wussten,
dass wir in kastrieren lassen würden, wenn er ausgewachsen ist.

Die Gründe sind ganz einfach zu erklären: wir wollen nicht, dass "aus Versehen " Welpen in die Welt gesetzt werden, die vielleicht niemand will und dann in einem der vielen überfüllten Tierheime
landen müssen.

Es ist unbestritten, dass die Kastration einer Hündin, eine wesentlich schwierigerer Operation
ist, als die Kastration des Rüden.

Und ausserdem: alle kastrierten Rüden, die ich kenne, das sind eine Menge, haben keine Probleme
im Umgang mit anderen Hunden, und stellen sich auch in den diversen Ausbildungen nicht dümmer
an, als andere Hunde.

Viele Grüsse,
Gigi


von Mela(YCH) am 28. Mai 1999 20:22

Zuesten an
: den Eierstoecken habe ich noch nichts gehoert? Ihr etwa?
:
:Hallo Tharin,
eine Sterilisation bei der Hündin bewirkt nur, daß sie keinen Nachwuchs mehr gebären kann. Leider ist das Problem allerdings, daß ich die Hormone nicht im Griff habe und so auch Zysten, Gebärmutterentzündungen etc. entstehen können, wie auch bei einer voll "intakten" (bitte nicht falsch verstehen) Hündin.
Ich bin Tierpflegerin in einem Tierheim und wir kastrieren weder Hündin noch Rüden einfach so. Ich denke das Nachwuchsproblem kann ich beim Hund (anders als bei freilaufenden Katzen) auch anders in den Griff bekommen. Und auch Probleme in der gemischten Hundegruppe im Tierheim (Rudel) entstehen kaum, wenn man die Tiere richtig kombiniert. Ich habe im Gegenteil die Erfahrung gemacht, daß es zu schwerwiegenden Beißereien zwischen kastriertem Rüden und nicht kastrierter Hündin kommen kann (eben wegen des bereits von jemand anderem zu diesem Thema ausgeführten Geruches).
Wenn die Leute ihr Tier nur deshalb kastrieren lassen, weil sie sich das Leben leichter machen möchten, sollten diese bereits bei der Überlegung einen Hund zu sich zu holen einen Punkt machen.
Auch haben wir vor kurzem eine sehr seltsame Begebenheit erleben müssen: Wir hatten einen 9 Monate alten Rüden zu einer Familie mit bereits vorhandener Hündin gegeben und soweit war auch alles in Ordnung. Die Leute haben den Rüden leider nach 4 Wochen in der neuen Familie kastrieren lassen und plötzlich biß er sowohl die Frau als auch das Kind (nach der Kastration). Alles was den Leuten dazu einfiel, war den Rüden einschläfern zu lassen und auf Nachfrage des Tierarztes bekamen wir die Auskunft, daß die Kastration ein irreversibeles Trauma bei dem Hund ausgelöst hätte. Wir wurden von den Maßnahmen (Kastration, Euthanasie) nicht informiert, obwohl in unserem Vertrag eindeutig darauf hingewiesen wurde. Ce´st la vie.... wieder mal die falschen Leute für den Hund... oft könnte man vor Wut heulen...
Gruß, Melanie

von Heike(YCH) am 28. Mai 1999 20:51


: Hier muss ich dir widersprechen: wir haben ganz bewusst einen Rüden gekauft, und wussten,
: dass wir in kastrieren lassen würden, wenn er ausgewachsen ist.
:
: Die Gründe sind ganz einfach zu erklären: wir wollen nicht, dass "aus Versehen " Welpen in die Welt gesetzt werden, die vielleicht niemand will und dann in einem der vielen überfüllten Tierheime
: landen müssen.

Hi Gigi,
um ungewollten Nachwuchs zu verhindern muß man nicht kastrieren !
Man kann bei einem Rüden auch eine Sterilisierung durch Trennung
der Samenleiter vornehmen.
Warum habt Ihr das nicht gemacht, wenn es nur um den "Nachwuchs" geht ???

Viele Grüße
Heike




von Ninablue(YCH) am 28. Mai 1999 21:07

Hallo,

also irgendwie läuft da was falsch. Wer hat Euch denn eingeredet, daß Rüden prinzipiell unverträglich untereinander sind? Schon mal auf die Idee gekommen, daß man auch Rüden erziehen kann? Der Alphahund entscheidet letztendlich, wer gebissen wird. In einer guten Hund-Mensch-Beziehung sollte der Alphahund immer noch der Mensch sein. Sicher renomieren Rüden mehr als Hündinnen, aber eventuelle Raufereien sind zwischen Hündinnen schlimmer. Man muß eben von Anfang an Aggressionen tadeln und täglichen Kontakt mit Hunden jeden Geschlechts fördern. Auch wenn es mal kurz Krach gibt, verhalten sich die Besitzer korrekt, gibt es selten eine Rauferei. Merke ich, daß mein Rüde einen anderen nicht mag, sollten die Besitzer in entgegen gesetzte Richtung gehen und die Hunde zu sich rufen. Meist passiert dann gar nichts. Wenn natürlich ein Besitzer zu den Hunden geht, um den Hund zu holen, kann man sich auf eine Rauferei gefaßt machen. Vielleicht sollten sich Hundeführer einfach mehr mit Hundeverhalten auseinandersetzen. Kastration führt bei bereits aggressiven Rüden oft nur dazu, daß sie dann auch Hündinnen angreifen. Erziehung und Sozialverhalten ist in jedem Fall sinnvoller. Übrigens bekommt meine Hündin nach ihrer Sterilisation sicherlich keinen Gebärmutterkrebs oder ähnliches. Gebärmutter und Eierstöcke wurden nämlich entfernt. Selbst Gesäugekrebs wird bei einer Kastration vor der 3. Läufigkeit weniger wahrscheinlich. Außerdem kann ich das ganze Jahr über problemlos mit meinem Hund spazieren gehen, ohne ständig lästige Rüden abzuwehren. Das Mädchen ist jetzt 13 und hat bisher keine Probleme. Einziger Grund für mich, eine Hündin nicht kastrieren zu lassen, wäre die Angst vor den Risiken einer Narkose! Die Sterilisation eines Hundes halte ich für ausgemachten Unsinn. Der Rüde hungert genauso wegen der Hündinnen und leidet unter dem unerfüllten Trieb. Wer nimmt schon eine Infektion oder Verletzung in Kauf, nur damit ein unfruchtbarer Rüde seine Hündin deckt? Also unerfüllte Triebe lebenslang. Da kann ich ihm wenigstens die Narkose ersparen! Bei Hündinnenfinde ich sterilisieren noch schlimmer, denn sie würde weiterhin läufig, weiterhin belästigt, weiterhin scheinträchtig. Da ist Kastration tausendmal sinnvoller. Würde jeder Hündinnenbesitzer seine Hündin kastrieren, der nicht züchten will, hätten auch die Rüdenbesitzer weniger Ärger. Wir ließen unsere Hündin kastrieren, weil wir vorher einen Rüden hatten und den Kummer kannten. Raufen tun Hündinnen und Rüden, wenn Herrchen es nicht untersagt. Und ruhiger wird ein junger Rüde auch nicht durch kastrieren. Er bekommt höchstens ein anderes Fell, wird von anderen Rüden vernascht und rauft vielleicht auch noch mit Hündinnen. Wohl kaum sinnvoll.
Mein nächster Hund wird wieder ein stolzer Rüde und er wird sicherlich kein Raufer, denn sonst bekommt er Ärger. Von Anfang an wird er lernen mit anderen Hunden umzugehen. Wenn er dann mal rauft, dann sicherlich nicht ohne Grund. Es gibt nämlich sehr wohl einen Unterschied zwischen gestörten Rüden, die alles und jeden plattmachen wollen und gut sozialisierten Rüden, die mal auf einen Rüden treffen, mit dem sie nicht klar kommen und deshalb auch mal raufen.

Nina Burkhardt

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