Ist 'Rüdenverhalten' rasseabhängig?? :: Was sonst nirgends passt

Ist 'Rüdenverhalten' rasseabhängig??

von Elke & Anhang(YCH) am 01. Juni 1999 09:00

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: Ich wollte jetzt eigentlich nicht von Ausrastern und wilden Beißereien reden, sondern von der Tatsache, daß mein Hund (und gleiches habe ich auch bei anderen Hunden der gleichen Rasse beobachtet) fremde Rüden nicht primär als Spielpartner ansieht, sondern als potentielle Nebenbuhler. Dies führt dann dazu, daß die Tiere unter sich ausmachen wollen, wer denn nun der "Größere, Schönere & StÄrkere" ist, was u.U. zu den sog. Kommentkämpfen führen kann (die wenigen Auseindersetzungen dieser Art, die Ajax hatte, sind auch immer völlig unblutig verlaufen).
: Nochmal, meine Frage zielt also nicht auf die Beißer, sondern darauf, ob auch ein gut sozialisierter Hund in einem Geschlechtsgenossen primär einen Nebenbuhler und eben keinen Spielpartner sehen kann. Falls ja, ist dies irgensiwe rassenspezifisch?
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: Viele Grüße
: Holger mit Ajax & Danessa


Morgen Holger,

der eine ist Dominant und zeigt schon mit seiner Erscheinung wo`s lang geht, der hat`s garnich nötig zu beweisen was für ein toller Kerl er ist.
Die meisten Rüden, die auffällig werden sind mehr die unsicheren Vertreter, die erstmal mit ner großen Schnauze ausloten wie weit man gehen kann.(Ist wie im richtigen Leben)
Und dann gibts noch Exemplare die haben mit nix was am Hut und zeigen das auch, meistens nur für Hunde zu verstehen.
Viele Hunde weiten ihre Teritorien aus.z.B. die tägliche Auslaufrunde gehört je nach Temperament zum Revier,das verteidigt werden muß.
Du wirst sicher schon bemerkt haben, daß sich deine Hunde auf völlig fremden Gebiet erstmal zurückhaltend zeigen.
Da man nicht vorhersehen kann wie sich ein Welpe entwickelt, ist vorbeugen besser. "Stressige Rüden machen einsam"
Leider kann sich so mancher Welpenerwerber nicht vorstellen, daß sein ach so süüüüüßes Fellbündel mal aufmucken könnte. Habe schon öfter gehört, mein Hund ist jetzt 6 Monate, der hat noch nie Widerworte gegeben, da muß ich nicht eingreifen. 2 Monat später wird der Hund ans Stachelhalband genommen und keiner weis warum er sich aufeinmal sooo schlecht benimmt.
Konsequente Erziehung heißt: Ich sage sitz und ich meine sitz,nicht in einer Minute und nicht nach 20 mal bitte bitte. Es ist, besonders wichtig für große Hunde, daß man täglich und in vielen verschieden Situationen mit dem Hund geübt wird. Haus, Garten, Spaziergang eignen sich hervoragend um immer wieder kleine Trainigseinheiten eizuschieben.Eine Stunde in der Hundeschule pro Woche bringt Anleitung aber umsetzen muß man schon zu hause.
Das alles gilt für jede Rasse und nicht nur für Rüden, obwohl ganz besonders für Rüden. Ich kann auch Minimachos nicht ausstehen, denn Kleinhunde werden kaum erzogen, weil die ja so klein und niedlich sind. Ich kann nur sagen, Gift gibts nur in kleinen Dosen!!!!!!

Viele Güße

Elke & Anhang





von Anja(YCH) am 01. Juni 1999 08:38

Hallo Holger,

ich glaube schon, daß das auch rassespezifisch ist. Meutehunde wie zB. Beagle und Griffon wurden doch dazu gezüchtet, in der Meute zu laufen. Was wäre da los, wenn die Rüden sich ständig mit anderen Rüden auseinandersetzen würden, anstatt dem Wild hinterher zu hetzten? Deswegen wurden diese Hund so gezüchtet, daß sie in der Regel friedlich mit ihren Artgenossen umgehen. Alle Meutehunde die ich kenne, sind auch so. Ich glaube bei Huskys ist es ähnlich, bin ich mir aber nicht so ganz sicher. Herdenschutzhunde dagegen (das sagte schon irgendjemand) sind in der Regel ziemlich dominant gegenüber ihren Artgenossen. Und wo ich es ziemlich genau weiß ist bei Briards (da ich selber einen habe). Ich habe schon einige Briard-Bücher gelesen ud in jedem stand, daß besonders die Rüden ziemlich dominat gegenüber anderen Rüden sind. Das kann ich auch sehr oft bei meinem beobachten. Seitdem er 1 Jahr alt ist spielt er prinzipiell nicht mehr mit anderen Rüden, es sei denn sie sind kastriert.

Natürlich gibt es innerhalb den Raasen auch Unterschiede. Das kommt auf die Erziehung an, auf die Sozialisierung usw. Aber gewisse Characterzüge sind in den Rassen eben drin.

Gruß, Anja

von Dobi-Manu(YCH) am 01. Juni 1999 08:45

: Nochmal, meine Frage zielt also nicht auf die Beißer, sondern darauf, ob auch ein gut sozialisierter Hund in einem Geschlechtsgenossen primär einen Nebenbuhler und eben keinen Spielpartner sehen kann. Falls ja, ist dies irgensiwe rassenspezifisch?

Hallo Holger mit Ajax & Danessa,

da haben wir anscheinend wirklich aneinander vorbeigeplaudert.

Ich für meinen Teil bin mir sicher das der Rüde in einem andern Rüden immer den Rivalen sieht. Allerdings sind Hunde in ihrer Beobachtungsfähigkeit so sensibilisiert das sie selbst für uns nicht mehr auszumachende "Umstände" realisieren und sofort einschätzen können was mit dem Gegenüber los ist. Ein als Spielpartner akzeptierter anderer Rüde stellt dann anscheinend keine Gefahr da.

Ob dies allerdings bei manchen Rassen verstärkt vorkommt (Gleichgültigkeit gegenüber anderen Rüden) möchte ich dennoch bezweifeln, wobei es bestimmt Rassen gibt die schon durch ihre Charaktereigenschaften von vornerein eher zu überhasteten oder übertriebenen Reaktionen neigen.

Viele Grüße
Dobi-Manu

von Anneke(YCH) am 01. Juni 1999 09:24

Hallo Holger,

ich glaube, daß es rasseabhängige Unterschiede im "Rüdenverhalten" gibt. Zumindest, wenn es sich um übersteigertes Verhalten handelt. Es gibt Rassen, wo die Rüden eher zu Dominanz und/oder übertriebenem Sexual/Territorialverhalten neigen. Mit Sicherheit ist das von der Sozialisation und Erziehung abhängig, aber trotzdem ist es rasseabhängig einfacher oder schwieriger in den Griff zu kriegen.

Wie hier schon erwähnt wurde, ist es doch einleuchtend, das Hunde, die z.B. starkes Territorialverhalten haben, oder Hunde, die oft als "Einmannhunde" bezeichnet werden, eine andere Reizschwelle bei der Begegnung mit Artgenossen haben als welche, die geradezu Rudeltiere sind, wie z.B. Whippets. Das gilt sicher auch für weibliche Tiere.

Ich habe nähere Erfahrungen mit zwei sehr verschiedenen Rassen, Hovawarte und Whippets. Bei einigen Hovis müssen gerade die Rüden gut erzogen werden, damit es nicht irgendwann zu Dominanzproblemen kommt. Sie sind (als Erwachsene) auch nicht übermäßig scharf auf Kuscheln und Kontaktliegen mit Artgenossen. Whippets sind äußerst gesellig und liegen in großen Rudeln über und untereinander ohne Rücksicht auf den Rang. Auch Fremde werden dazugelassen. Sonntag besuchten wir Züchter mit zehn Whippets, Rüden und Hündinnen, und meine Whippethündin kuschelte sich gleich nach der Begrüßung mit den Anderen aufs Sofa. Die Rüden und Hündinnen werden getrennt, wenn eine Hündin läufig wird, aber es kommt auch dann nicht zu Reibereien zwischen den fünf Rüden.

Man kann die Unterschiede auch sehr schön auf Hundeschauen beobachten. An den verschiedenen Ringen ist immer unterschiedlich viel Lärm. Bei einigen Rassen gehen ständig Hunde an der Leine aufeinander los, bei anderen fast nie. Bei Windhundschauen sind die Whippets und Wolfshunde fast immer friedlich, während es bei Salukis, Barsois und Afghanen öfter zu Streit kommt, wenn sie aneinander vorbeigeführt werden. Bei anderen Rassen ist es noch schlimmer. In Oldenburg war letztens bei den Rodesian Ridgebacks ständig Alarm, während bei den Bullmastiffs Ruhe herrschte. Dies veranlasste meine Freundin, die demnächst einen Bullmastiff kaufen möchte (und sich schon seit fast einem Jahr mit Infos über die verschiedenen Molosserassen eindeckt), vom Rodesian Ridgeback, den sie optisch auch schön findet, noch mehr Abstand zu nehmen.

Viele Grüße, Anneke

von Sonja und Nero(YCH) am 01. Juni 1999 10:13

Hallo Holger,

ich finde die Frage die Du aufgeworfen hast auch sehr interessant.
Ich wuerde auch meinen, wie hier ja schon erwaehnt, das die klassischen
Meutehunde sich vielleicht anders verhalten als zB Herdenschutzhunde.

Allerdings muesste man da schon einen Feldversuch starten *g*
Ich denke, ein schlecht sozialisierter Beagel kann auch eine Landplage sein.

Nach meinen Erfahrungen mit meinem Schaeferhund kommt es auch sehr auf das Alter
der Rueden an.
Im Halbstarkenalter zwischen 9 Monaten und 2 Jahren gab es immer
wieder Phasen, wo jeder gleichstarke Ruede ein potentieller Raufkandidat war.
Jetzt mit 3 Jahren, also im Erwachsenenalter, sehen Ruedenbegnungen wie folgt aus:

Bis zum Alter von einem Jahr ist fast jeder Ruede ein potentieller Spielkamerad.
Bei aelteren Rueden kommt es drauf an, wie diese sich geben. Signalisieren sie
Spielbereitschaft, geht mein Ruede meist drauf ein.
Ein Kraeftemessen findet kaum noch in Rauferein statt, sondern durch
Koerpersignale (immer vorausgesetzt der andere kann sich auch frei bewegen).
Ist der andere Ruede sehr viel aelter wird er in der Regel sofort als
"zu respektieren" eingestuft, da passiert meist nicht mehr als gegenseitiges beschnuppern.

Gruesse
Sonja und Nero


von Franziska(YCH) am 01. Juni 1999 10:03

Hi Holger,

ich denke, daß das im eigentlich bei jedem erwachsenen Rüden der Fall ist (daß er nicht zuerst den Spielpartner, sondern einen Konkurrenten in dem fremden Rüden sieht). Ausnahmen sind Welpen, Junghunde teilweise, kastrierte Rüden oder zwei Rüden, die sich evtl. schon etwas besser kennen (und evtl. einige Rassen (???)...würde ich aber auch wieder nicht verallgemeinern).

Bis dann

Franziska

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